Bei Jerry sinds Menschen daheim. Wenn Freunde/Bekannte/Fremde kommen, dann wird er fürchterlich anhänglich, rennt allen im Weg rum und bettelt. Leider kann ich ihm das nicht so gut abgewöhnen, weil ich die typischen "ach lass ihn doch *streichel,flausch,knuddel*-Nachbarn/Verwandte habe, die das völlig in Ordnung finden. Eigentlich nicht problematisch... bis dann eben Leute kommen, die das mal nicht so lustig finden und einen nassen Schnabel auf dem Oberschenkel nur semi-glorreich finden.
Nervig und für mich eigentlich auch wichtig, weil ich möchte, dass er sich benimmt, da es nunmal nicht jeder toll findet und es eigentlich auch leicht abzuerziehen ist. Nur leider eben eine Sache, wo alle mitziehen müssen.
Bei Hanna sind die Baustellen extrem zurückgegangen, seitdem ich Vieles lockerer sehe und manches auch einfach charakter- und altersbedingt ist. Langsam kommt sie wohl in ein Alter, wo die geistige Reife zunimmt und sich manche Dinge einfach auch von selbst klären. Die einzige Baustelle, die mich wirklich stört, ist die Unsicherheit gegenüber anderen Hunden. Zwar gibt es welche, mit denen sie durch dick und dünn geht (in der Regel "Jerry-artige" - ruhig aber bestimmt), aber es gibt leider immer noch Situationen, wo sie gejagt oder angefallen wird - zum Glück nie ernsthaft verletzt. Das führt eben dazu, dass das Vertrauen in andere Hunde nachlässt. Aber so lange andere Hundehalter den Rückruf nicht üben und ignorant "der will nur spielen" rufen, kann ich da auch nicht auf Besserung hoffen.
Das zweite Problem hängt mit dem ersten zusammen: Hanna orientiert sich, was andere Hunde angeht, sehr an Jerry. Mag Jerry einen Hund nicht, mag sie ihn auch nicht. Kategorisch. Nervig, aber dass sie eher Gruppenzwanghund ist, ist jetzt auch nicht unbedingt eine Sache, die sich ändern lässt. Aber wäre es anders, würde sich ihr erstes Problem vielleicht eher lösen. Bringt mich dazu, immer wieder mal getrennt gehen zu müssen.
Ich finds aber lustig, dass Hanna im absoluten Trouble eher klarkommt als bei Einzelsituationen. In einem Gebiet mit Menschen, kleinen Kindern, vielen Hunden und Pferden ist sie total locker, aber WEHE ein Halter mit stürmischem Hund geht an uns vorbei

Vielleicht sollte ich mal die "Reizüberflutungs"-Methode zu Papier bringen.
Ansonsten bin ich sehr zufrieden. Rückruf sitzt, Triebe sind unter Kontrolle, beide derzeit stets motiviert zum Arbeiten, beide orientieren sich viel an mir und rennen nicht weit von mir entfernt. Mehr zählt für mich nicht. Ich nehme meine Hunde, wie sie sind und möchte viele Dinge, die manche als Baustellen bezeichnen, nicht als solche werten - es sind Hunde und keine Maschinen. Ein bisschen Charakter muss man ihnen auch lassen. Und solange es keine Gefahren, kaputten Nerven oder Ärger mit sich bringt, sinds für mich auch keine Baustellen
