Morgen
Ich wollte nochmal darauf eingehen, ob das Aussehen wichtig ist.
Jap ist es. Völlig unabhängig, ob Mops oder Huski oder sonst irgendwas. Das Wesen eines Hundes lerne ich doch erst kennen, wenn ich den Hund besitze. Ich kann mir vorher bei Rassehunden das zu erwartende Wesen durchlesen, aber da macht man sich doch nicht wirklich ein Bild von. Es ist lediglich eine grobe Einschätzung. Wenn der Hund erstmal da ist, lernt man das Wesen doch erstmal kennen. Bei Mischlingen ist es noch weniger nachvollziehbar. Das Aussehen muss dabei keinem Ideal entsprechen. Oft macht es einfach Klick und man kann nicht mal erklären warum. Man findet den Hund einfach toll.
Für die Zucht an sich. Da spielt für mich das Äußere auch eine Rolle. Wenn man die Hunde nur des Wesens wegen verpaaren würde, aber nicht auf bestimmte Aspekte achtet, dann passiert das gleiche, wenn man zu sehr auf das Äußere geht. Man beachtet die den Körperbau nicht und es kommt Mist dabei raus.
Warum man ausgerechnet Tiere mit kurzen Nasen und immer kürzeren Nasen inkls. Fang züchten musste, kann ich nicht beantworten. Fakt ist aber, die Möpse sehen so aus, wie sie aussehen. Der Trend geht dahin, wieder einen längeren Fang zu züchten, wobei das gewünschte Ziel dabei nicht klar definiert scheint.
Die Frage ist aber, in wie weit muss die Optik verändert werden, um eine gesundheitliche Verbesserung hinzubekommen. Nachweislich gibt es durchaus gesunde Möpse mit gleichem Aussehen, wie die Negativbeispiele. Muss man die Optik jetzt wirklich stark verändern, um den Hund an sich gesund hinzubekommen oder lässt man die Nasenlänge außen vor und bekommt trotzdem die Kurve, dass die Tiere mit Beeinträchtigungen erheblich vermindert werden.
Wir Menschen neigen dazu ungeduldig zu sein. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die lange Nase für viele die gesündere Variante darstellt, weil es sichtbar ist und wenn man den Beschreibungen glaubt dies auch gesünder ist. Was viele nicht bedenken ist, dass die längere Nase kein Garant dafür ist, das Gaumensegel nicht zu groß wird, dass die Atemwege weiter sind, als bei kurzen Nasen etc. Das mag für uns im ersten Augenblick logisch klingen, längere Nase, weitere Atemwege, usw. Aber ist dem so?
Und da fällt mir halt auf, dass es immer verurteilt wird, dass gerade der Mops im Verruf steht, kaputt gezüchtet zu werden, nur wegen der Optik wegen. Aber was passiert jetzt? Die Nase steht voll im Fokus. Lange Nase gilt gleichzeitig als gesünder. Woher haben wir die Informationen? Eigentlich lesen wir das nur und wir sehen es gleichzeitig. Eine entsprechende Statistik darüber habe ich noch nicht gelesen. Auch noch keinen Beweis, dass die Hunde mit vermeintlich längerer Nase tatsächlich gesünder sein sollen. Diese Aussagen finde ich von Rassegegnern oder Züchtern, die den schnelleren Weg gehen wollen.
Dann ist noch zu klären, ab wann ist die Nase wieder länger? Die Möpse, die Probleme hatten, hatten u. a. eine zu große Nasenfalte, die über die Nase drüber lappte. Für mich ist noch nicht ganz klar, ob die Nase dabei auch noch weiter zurück gezüchtet wurde oder dies nur optisch so wirkte, weil die große Nasenfalte drüber lag. Es gibt aber Bilder von Hunden, die extrem zurückliegende Nasen haben. Die Nasenfalte selbst, darf nicht mehr überliegen und ich finde auch nur wenige Fotos, wo dies der Fall ist, wenn ich nicht speziell nach diesen Bildern suche. Also gehe ich davon aus, dass das Problem zwar vorhanden, aber nicht die Regel war/ist.
Reicht es schon aus, die Sache mit der Nasenfalte zu beachten? Reicht die bis jetzt minimale Veränderung in Hinblick auf die Nase, um die Probleme zu beheben? Brauchen wir die lange Nase nur, um auch das Gefühl zu haben, dass es richtig ist?
Der Gaumensegel ist oft das Problem für Atemprobleme beim Mops. Ist er kein Problem mehr, wenn die Nase länger ist, wenn eine Fremdrasse eingekreuzt ist. Plötzlich sind alle Probleme weg? Für immer? Oder würde es auch reichen, Tiere mit dem aktuell bekannten Aussehen zu verpaaren, die definitiv das Problem nicht haben und auch in den Vorfahren keine Belastung diesbezüglich gibt?
Ihr merkt, worauf ich hinaus will. Wie vorher schon geschrieben - ich mag es nicht, wenn die rein optische Länge der Nase extrem rausgezüchtet werden muss und dann vom gesunden Hund die Rede ist. Da wird die größe der Nasenlöcher hervorgehoben, die ja soviel besser ist, wenn man eingekreuzt hat und wenn man vergleicht, ist es kein Unterschied zu Nasenlöchern vieler reinrassiger Möpse. Man hätte dies also auch ohne Einkreuzung erreichen können. Nur weil die Nase länger und damit auch die Atemwege verlängert sind, steht nirgends ein Wort darüber, dass diese auch weiter sind. Es klingt logisch, dass wenn mehr Platz da ist, auch mehr Luft durchgeht. Aber so einfach ist der Körperbau eben nicht.
Wie gesagt, was ich auch immer wieder anzweifel "Die Rasse ist in den letzten 30 (oder 40 oder 50 oder 60 Jahren) kaputt gezüchtet worden. Ich finde immer nur Beweise für den möglichen Ursprungszustand und im Vergleich den Zustand heute. Es gibt sozusagen keine Zwischenstufen. Wenn man so gezielt gezüchtet hat, müsste es ja bei einer Zuchtzeit von 30 Jahren erheblich viele Tiere geben, die mit lange Nase abgebildet sind, mit halblange Nase und sämtlichen Zwischenschritten, bis hin zu diesem Ergebnis. Finde ich nicht. Nicht so, dass es für mich nachvollziehbar ist, wie die Zucht sich chronologisch nachvollziehbar verändert hat.
Die haben das doch nicht beschlossen und ohne Fremdeinkreuzung innerhalb kürzester Zeit so kurze Nasen hinbekommen. Und wenn, dann muss der Weg zurück ja genauso schnell möglich sein, denn damals schien es ja auch nirgends Hunde mit kurzen Nasen zu geben und trotzdem haben sie es hinbekommen.