Hmmm.... ich versuche mal in das Thema hier reinzukommen, ist nicht leicht weil ich 1000 Gedanken dazu habe, aber hier viele verschiedene Dinge zur gleichen Zeit diskutiert werden. Ich selbst beschäftige mich sehr viel mit diesen Themen, hauptsächlich natürlich bezogen auf "meine Rasse" aber vieles davon lässt sich übertragen bzw. bekomme ich von anderen Rassen auch viel mit.
Grundlage ist ja eigentlich der Rassestandard, der festlegt wie der Hund gebaut ist, welches Fell, welche Farben, welchen Charakter er hat und (zumindest bei Arbeitsrassen) wofür er sich eignen muss. Ich habe den Standard vom Mops bisher nur teilweise mal gelesen. Den müsste man hier mal genauer auseinandernehmen.
Nasenschwamm: Schwarz mit ziemlich grossen weit geöffneten Nasenlöchern. Zusammengedrűckte Nase und starke Faltenbildung auf dem Nasenrűcken sind unakzeptabel und sollten schwer bestraft werden.
Fang : Ziemlich kurz, stumpf, quadratisch, nicht aufgebogen. Augen oder Nase sollen niemals nachteilig beeinträchtigt oder von Falten auf dem Nasenrűcken verdeckt sein.
Quelle: http://www.fci.be/uploaded_files/253g09-de.doc
klingt doch recht eindeutig.
Eine frage an die Mopsbesitzer, das ist bereits der veränderte Standard, oder?
Klar bleibt, die Nase soll "ziemlich kurz" gehalten werden. Augen oder Nase sollten nicht benachteiligt werden. Ok, das klingt gut. Nur frage ich mich wie das ganze dann umgesetzt wird?
Ich finds immer wichtig worauf ein Standard im Grundsatz aufgebaut ist. Bei 'meiner Rasse' ist der Grundsatz Funktionalität. Der Hütehund muss ein guter und ausdauernder Traber sein und dafür braucht er nunmal einen gewissen Körperbau, er darf nicht schwer oder gedrungen sein.
Man muss nur mal versuchen dahinter zu blicken, warum dieses oder jenes im Standard festgehalten wird. Jeder Standard hat auch Dinge festgehalten, die auf Äusserlichkeiten abzielen, aber gerade bei Rassen die keinen Arbeitshintergrund haben, scheint es mir sind mehr Sachen festgehalten, einfach weil der Hund so aussehen muss und fertig, niedere Ziele. Farbbeschränkungen kann ich auch nicht in allen Fällen verstehen. Schränkt es den Hund beim arbeiten ein, ist die Sache klar. Aber wird eine Farbe verboten weil dieser und jener Hund nur nicht so aussehen soll, ... hmmm. Müsste nicht sein und schränkt nur weiter ein, wie Kompassqualle schon erwähnt hat.
Ich selbst kritisiere so einiges am System wie es im Moment läuft, aber man muss auch die positiven Dinge sehen. Wenn hier Leute mitlesen, die noch Neulinge sind, werden ja gleich abgeschreckt. Es gibt auch gute Beispiele wo für eine Zuchtzulassung neben den Ausstellungen, die hauptsächlich Äusserlichkeiten bewerten, noch Arbeitsprüfungen und Wesenstests gefordert werden. Gut, Arbeitsprüfungen für Rassen, die einen Ursprung haben der nicht auf Arbeit zurück geht wird das schwer. Da wiegen Äusserlichkeiten gleich noch mehr. Ich denke das System wo Äusserlichkeiten bewertet werden stimmt noch nicht so wirklich und wird so auch in Zukunft weiter zu Übertypisierungen führen. Ich denke vor allem das System der Allgemeinrichter, die einfach JEDE Rasse richten dürfen, muss geändert werden. Ein Richter der in einer Rasse fremd ist, sie aber richtet, bevorzugt übertypisierte Hunde eher und vernachlässigt da auch mal den Standard (meine ganz eigene Erfahrung). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Rasse spezialisierten Richter da einfach zu bevorzugen sind und die auch weniger in Extreme gehen. Nur gibt es nicht so viele Spezialisierte Richter, da fehlt es dann auch einfach an qualifizierten Leuten, denke ich. Also werden vor allem bei den grossen Internationalen Shows eher solche Richter richten, eher solche Hunde bekommen Titel und eher solche Hunde werden (zumindest bei nur auf Äusserlichkeiten ausgelegten) bevorzugt. Aber zum Glück handelt ja nicht jeder so unreflektiert.
Ich denke auch die Züchter sollten einen gewissen gesunden Menschenverstand mitbringen und auch selbst ein grosses Wissen aneignen und nicht nur blind das züchten was im Ring verlangt wird. Aber der schnelle Erfolg lockt da natürlich viele, und da gerät Gesundheit leider schnell mal hinter Aussehen, nach dem Motto "nach mir die Sintflut". Nicht zuletzt kommen doch auch die Käufer ins Spiel, die einen möglichst typischen Mops/Bulldogge wollen, auch da muss ein umdenken stattfinden.