Viele Pferdebesitzer haben versicherungstechnische Gründe, das ist aber Quatsch.
Eine Schülerin, die sich verletzt, ist mit Sicherheit mind. genauso versichert, wie eine Erwachsene, die in der Arbeitswelt wochenlang ausfällt (mit einem gebrochenen Arm, kann man zur Schule aber nicht bei jedem Beruf zur Arbeit).
Viele Pferdebesitzer sind sich nicht im Klaren darüber, dass Erwachsene oft eine größere Gefahr eingehen.
Erwachsene gelten als verantwortungsvoller, Jugendliche als leichtsinnig.
Auch so ein Mythos. Jugendliche sind oft leichtsinnig - ja-. Erwachsene dagegen sind oft sehr zielorientiert was ihre eigenen Ziele angeht -nicht die des Pferdes/Pferdebesitzers, sie wollen für ihr Geld etwas haben und das Pferd leidet nicht minder (aufgrund des Gewichts manchmal mehr). Ich persönlich kenne mehr Erwachsene, die eine RB nicht mal longieren und das Pferd nur 'nutzen' als Jugendliche.
Es ist immer gleich, wer seine RB machen lässt, was sie will und sich als Besitzer nicht um einen guten Kontakt kümmert, hat Probleme (ob er das merkt oder nicht, es geht immer auf Kosten des Pferdes).
Erwachsene sind unabhängiger vom Umfeld.
Das stimmt leider. Jugendliche wollen Kontakt. Fehlt dieser oder werden sie gar von Erwachsenen wegen Kleinigkeiten angemeckert, wenden sie sich leider nicht an den Besitzer (der das ja ändern kann) sondern nehmen das erstmal hin. Gerade Jugendliche in der Pubertät fühlen sich oft missverstanden und unwohl und reden eben nicht mit dem Besitzer (der natürlich hinter ihnen stehen muss!).
Erwachsene fügen sich oft besser in die Gemeinschaft ein oder bleiben allein, was ihnen dann auch nichts ausmacht. Sie nehmen Gegebenheiten und Zickigkeiten von anderen Erwachsenen oder dem Personal entweder stoisch hin oder geben Kontra, was sich ein Jugendlicher natürlich nicht wagt.
Daher muss der Kontakt zu einer jugendlichen RB sehr eng sein und möglichst schnell ein Vertrauensverhältnis bestehen.
Das liebe Geld
Aufgrund schlechter Erfahrungen verschenke ich keine RB mehr. Für mein int. Erfolgreiches Turnierpferd nehme ich 160€ für 2x wöchentlich reiten inc. 1x wöchentlich Unterricht (Einzelstunde). Das klingt erstmal viel aber Unterricht ist auf so einem Pferd Pflicht (sonst könnte der Reiter das Pferd auch nicht bedienen). Wenn man sich das aber mal ausrechnet macht das einen Unterrichtspreis von unter 25€ aus und einen Reitpreis pro Stunde von unter 15€. Wo kann man für so einen Preis ein so gutes Pferd reiten?
Erwachsene die selber zahlen und in einer Reitschule angefangen haben, merken das schnell im Portemonaie (hier im Umkreis Gruppenstunde mit 4 Personen 35€ auf ausrangierten und ehemals gut ausgebildeten Turnierpferden).
Bei Jugendlichen wollen die Eltern für den Preis, der ja auf Einmal fällig wird, auch sehen, dass der Sprössling alles darf und superschnell zu einem Superreiter wird. Der Druck auf das Kind ist enorm.
Wenn das Kind mal nicht reitet, sondern Longiert oder Bodenarbeit macht, den ganzen Tag im Stall ist und mit dem Pferd grasen geht, geht den Eltern schon die Hutschnur hoch. Spätestens nach einem halben Jahr wollen sie ihr Kind auf einem Turnier sehen.
Der letzte und gravierendste Grund sind Eltern und Schule.
Dadurch habe ich schon mehrere RB's verloren (habe mehrere Pferde). Entweder waren den Eltern die Kosten zu hoch, da der Sprössling doch nicht so gut reitet, wie vermutet (meine Pferde sind allerdings auch sehr hoch ausgebildet) oder die Schulnoten werden als Druckmittel benutzt. Das Kind darf dann nicht so viel zum Pferd, fühlt sich unwohl, weil der soziale Kontakt beschränkt wird und gibt auf.
Ich nehm gern Jugendliche ab ca. 14 Jahren, allerdings nur wenn ich mit den Eltern gut klar komme und das Gefühl habe, dass sie wirklich hinter dem Hobby ihrer Kinder stehen.
Ein jüngeres Kind hat meiner Meinung nach nicht die Kraft und die Vernunft mit einem meiner Pferde allein umzugehen.