Hi,
Eine sehr ähnliche Situation hatte ich mit meiner ehem. RB auch. Besitzer reitunfähig, und ich mit meiner Freundin bin 1x die Woche hin, damit die beiden Pferde mal ins Gelände kommen. Dabei ging dann immer erstmal der Punk ab. Von wegen vorwärts-abwärts, da ging der Kopf hoch, der Rücken bretthart, und dann erstmal das Gebiss festgeklemmt und ein zünftiger Renngalopp durch Feld und Flur bis zur völligen Atemnot (da kam das Viertel Vollblut wirklich durch... dumm nur, dass es in einem Ackergaul steckte). Wirklich den Kopf fallen lassen war bei "einfach nur in der Botanik rumreiten" erst nach 2-3h drin, und dann war ich meist selber am Ende meiner Kräfte.
Was haben wir also gemacht? Wir haben uns eine Wiese gesucht, auf der wir etwas üben können. War wohl mal eine Kuhweide. Auf dem Weg dahin haben wir den beiden Hitzköpfen das Sagen überlassen. Zu Beginn des Ausritts durften sie erstmal einen steilen Berg hochgaloppieren und so das erste Pulver verschießen. Dann gings im Schritt zur Wiese. So konnte sie sich in ihrem ganz eigenen Tempo aufwärmen und waren einigermaßen motiviert. Dort haben wir sie dann 30 - 60 min einfach nur gescheucht, geritten und/oder longiert, in allen 3 GGA, mit Stellen, Biegen, Dehnen und all dem schönen Kram, der eigentlich in die Halle oder auf den Platz gehört. Nach einer halben Stunde meist waren sie dann so genervt, dass sie ihren Flitz im Kopf vergessen haben und darauf bedacht waren, möglichst schnell das zu machen, was die da oben wollten, damit sie endlich gelobt werden und vllt ihre Ruhe bekommen. Das war auch recht effektiv, sobald sich kleinste Erfolge einstellten, weg mit dem Druck, und eine entspannte Körperhaltung; und sobald sie wieder rumzicken, selber wieder unausstehlich werden und ihnen tierisch auf die Nerven gehen. Das kapieren die recht schnell...
Und mit viel Lob und Ruhe gings dann auch immer nach Hause, und wenn sie besonders lieb waren, gab es dann auch noch eine Extra-Krauleinheit.