Hallo,
Ich möchte nochmal zusammenfassen und auch ergänzen, weil ihr doch einiges drunter und drüber läuft und man da schnell durcheinander kommt
Erstmal möchte ich sagen, dass ich es unmöglich finde gleich mit "Abgabe" rumzuwerfen.
Es ist ein sehr großes Außengehege da, jemand der sich mit großen Interesse um die Tiere kümmert und fragt wenns Schwierigkeiten gibt. Wenn sie bereit ist das zu ändern was gerade nicht so gut läuft ist doch alles wunderbar. Warum also abgeben, wenn sie es woanders womöglich schlechter hätten?
Du hast sie aus schlechter Haltung sagst du. Warst du mit ihr beim Tierarzt bevor du sie zu deinem gestezt hast? Nomralerweise soll man 2 Wochen Quarantäne einhalten, besonders wenn sie aus fragwürdiger Haltung kommen, bevor sie zu den eigenen Tieren darf. Hast du eine Kotprobe (mindestens von 3 Tagen) untersuchen lassen?
Schmerz kann auch eine Ursache für das aggressive Verhalten sein, wobei sie dann vermtulich auch auf den Rammler los gehen würde. Das solltest du aber unbedingt abklären lassen - auch als Schutz für deinen Rammler.
Scheinschwangerschaft ist der nächste Punkt, wobei auch hier die Hormone dafür sorgen würden, dass sie den Kastraten rammelt und bedrängt.
Es gibt durchaus Damen die hormonbedingt sehr zickig sind, unter anderem auch dem Halter gegenüber. Das habe ich schon zweimal gehabt, beide Male lag eine Veränderung an der Gebärmutter vor. Nachdem diese samt Eierstöcke entfernt wurde wurden sie entspannter und auch Gruppentauglicher.
Eine Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke (unbedingt beides!) kann also auch helfen.
Rammler sollten natürlich immer kastriert werden. Man kann mehrere Rammler auch ohne Damen gut zusammen halten. Vorraussetzung dafür ist, dass alle kastriert sind. Sie müssen nicht zwangsläufig Frühkastraten sein, es geht auch wenn sie nach der Geschlechtsreife kastriert werden. Zwei unkastrierte Damen ohne Rammler dagegen geht auf lange Frist selten gut (ist aber nicht unmöglich nur sehr unwahrscheinlich).
Jetzt kommen wir zum Platzangebot:
Auch wenn sie es zuvor schlechter hatte, heißt das nicht, dass ihr der jetzige Platz genügt

Es ist Fakt, dass Kaninchen die zu klein gehalten werden und ihren Bewegungsdrang nicht nachkommen können zu Aggressivität neigen (nicht alle). Das heißt also, dass sie auch auf 4 m² + mehrere Stunden Auslauf täglich aggressiv reagieren können. Jedes Kaninchen ist und bleibt ein Idividuum. Jeder reagiert anders und benötigt von dem einen mehr oder ist auch mit weniger "zufrieden".
Die meisten Kaninchen zeigen zu zweit bei
4 m² + ganztägigen Freilauf bzw. 6 m² ohne/mit wenig Auslauf keine Verhaltensstörrungen mehr. Das heißt aber nicht, dass es ihrem Bewegungsdrang vollkommen nachkommt. Das sind Mindestmaße, eben damit sie keine Verhaltensstörrungen mehr zeigen und halbwegs zurechtkommen. Es sind keine Wohlfühlmaße
Wenn die Kaninchen es später gewohnt sind auf
45 m² umerzutoben kann es dir ganz leicht passieren, dass sie förmlich durchdrehen wenn sie plötzlich wieder auf
0,6 m² (120cm x 50cm) pro Ebene haben. Das ist ein enormer Unterschied! Sie kommen von einer wunderbaren Gehege in einen Knast.
Jetzt ist deine Dame aber schon bei 0,6m² aggressiv, obwohl sie vorher noch weniger Platz hatte. Später hat sie 45 m² alles ist gut und dann muss sie wieder so unglaublich klein sitzen. Ich kann dir versprechen, dass sie dich dann erst recht wahsninnig machen wird.
Ganzjährige Außenhaltung ist für die meisten Kaninchen kein Problem. Es gibt aber Rassen, die so gezüchtet wurden, dass sie dem Winter nicht stand halten können.
Kaninchen unter 1 kg (wobei ich eher sagen würde unter 1,3kg) frieren einfach zu schnell und können sich nicht genug warm halten. Angoras haben trotz ihres langen Fells keine Unterwolle die sie warm halten kann. Genau das, was dafür sorgt dass Kaninchen im Winter nicht frieren fehlt ihnen. Genau so ist es bei den Rex-Kaninchen.
Sofern das nicht bei deinen Kaninchen zutrifft kannst du sie beim nächsten Winter ruhig draußen lassen. Ich hatte Anfangs auch Probleme damit sie im Kalten zu lassen wo es mich doch so sehr friert :lol: Doch die Bande sietzt lieber zusammengekuschelt im Schnee als in die isolierte Schutzhütte zu gehn. Da vermenschlichen wir einfach zu sehr. Sie sind im Winter sogar munterer als im heißen Sommer, wo sie der Hitze kaum ausweichen können.
Gefährlich wird die Kälte nur dann, wenn sie es nicht gewöhnt sind und ohne Winterfell nach draußen gesetzt werden. Auch den Auslauf nach draußen zu verlegen führt schnell zu schlimmen Kranheiten oder Kreislaufzusammenbrüchen.
Ich rate dir dazu zu dem Käfig mehrere Auslaufgitter *
KLICK* zu besorgen. So groß wie es halt bei dir machbar ist. So kannst du ganz schnell einen Teil des Zimmers abtrennen. Deine Kaninchen haben mehr Platz um sich auszutoben, sie ist dadurch weniger aggressiv und du hast deine Ruhe, weil sie nicht mehr an dich ran kommt.
Setz dich oft vors Gitter und beachte sie gar nicht weiter, sei einfach nur da, les ein Buch oder was auch immer. Hier und da ein Leckerchen durchs Gitter (z.B. Banane) geben wenn sie neugierig zu dir läuft soll bekanntlich auch helfen

(Manche Kaninchen haben einfach Angst vorm Menschen und haben gelernt, dass Angriff die beste Verteidigung ist.) So lernt sie, dass du keine Bedrohung bist. Wenns funktioniert, kannst du ihnen wieder Auslauf geben.
Wenn es wieder warm genug ist um sie raus zu setzten (ab Mai sollte es soweit sein) kannst du auf ganzjährige Außenhaltung übergehen. Vorraussetzung ist natürlich ein rundumgesichertes Gehege (auch oben und unten. Kein Hühner/"Kaninchendraht", der ist zu dünn, sondern viereckigen punktverschweißten Volierendraht) Wenn es aufgrund der Rasse nicht möglich ist, sollten sie draußen aber auch nicht mehr Platz haben, als du ihnen drinnen bieten kannst, sonst hast du eben wieder das Problemm mit der Aggressivität. Oder aber du sorgst dafür, dass sie drinnen übern Winter genau so viel Platz haben wie draußen im Sommer.
Freie Wohnungs- bzw. Zimmerhaltung wird auch oft und mit guten Erfahrungen betrieben :eusa_shhh:
hab ich das richtig verstanden, dass der Teil unterm Balkon nur zugänig ist, wenn sie im Garten Auslauf haben?
(Spielkasten)Sand ist doch schonmal etwas sehr interessantes! Darunter kannst du auch noch etwas Erde mischen, falls es staubt. Katzenrascheltunnel sind sehr beliebt und halten auch dem Wetter stand.
Aufgestellte Pflanzringe sind ebenfalls sehr beliebt.
Schau mal hier:
https://www.tierforum.de/t57183-fotosammelthread-aussenhaltung.html und:
http://diebrain.de/k-gehegesammlung.html
Da kannst du dir einige Ideen holen
liebe Grüße