Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren

Diskutiere Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo Leute, ich weiß dass mich die Thematik dieses Threads so oder so "in die Arme eines Hundetrainers treiben wird" ;), aber da ich mit meinem...
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Tompina

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Hallo Leute,

ich weiß dass mich die Thematik dieses Threads so oder so "in die Arme eines Hundetrainers treiben wird" ;), aber da ich mit meinem eigentlich recht ausführlich vorhandenen Latein am Ende bin und auch einige Leute in meinem Umfeld, die wirklich Ahnung haben, ratlos mit den Schultern zucken, hoffe ich, dass ich vielleicht durch euch neue Denkanstöße bekomme, bzw. irgendjemand aus seinem reichen Erfahrungsschatz schöpfen kann und mir eventuell helfen, einen Trainer empfehlen oder was auch immer kann. :D

Fange ich also mal vorne an:

Mein neuer Hund Sonny, DSH-Schäferhund-Mix, weiblich-kastriert, ca. 8-9 Jahre alt, den ich von einer Bekannten übernommen hat, hat seit ich sie kenne (das ist seit 2007) schon dieses Problem, bzw. schon immer. Sonny kommt wohl ursprünglich von der Kette oder aus einer Scheune - iwie sowas - wurde dort aus Mitleid mit ca. 1-1 1/2 Jahren weggeholt und landete dann recht schnell bei meinet Bekannten, weil die ursprünglichen Besitzer absolut nicht mit ihr klar kamen. So weit so gut. Sonny ist alles in allem ein toller Hund, auch wenn ihr Ball-Fetisch wirklich schon "krankhaft" ist und ist wirklich umgänglich, alltagstauglich, verträglich - eben alles was man sich von einem Hund wünscht.

Ihr einziges Problem: das Autofahren.

Sie steigt in jedes Auto ein. Wirklich in JEDES. Kaum ist eine Tür, der Kofferraum, ein Fenster offen, ist der Hund drin.
Im Auto hampelt sie dann rum, fiepst und wird regelrecht hektisch. Auch wenn das Auto noch steht.
Fährt man dann, bricht auf der Rückbank die Hölle los. Sonny hopst wie ein Känguru auf Speed durch die Gegend, bellt, fiept, schreit, jault, alles.
Spätestens nach 15 min ist der Hund vollkommen am Ende, trotzdem macht sie weiter. Ist nicht ansprechbar und wie auf Droge.

So, nun zu meinen Fragen, bzw. Verständnisproblemen:

Ich habe das Gefühl, dass sie vollkommen gestresst ist. Negativ gestresst.
Trotzdem steigt sie liebend gerne in alles mit Rädern ein. Irre ich mich oder kann das durchaus sein?

Ich denke auch, dass sie inzwischen losgelöst von jeglichem Auslöser agiert.
Vermutlich war sie früher viel alleine im Auto (die Vor-Vorbesitzer konnten sie wohl nicht alleine in der Wohnung lassen) und hat sich da wohl angewöhnt Autos, Menschen, whatever anzubellen, inwzischen bellt sie einfach. Auch wenn niemand vorbeiläuft oder -fährt.
Wie komme ich da noch "dazwischen"? Hat da jemand eine Idee?

Iwie scheint das Verhalten nicht nur losgelöst von einem Reiz, sondern auch trotz Stress, so selbstbelohnend zu sein, dass ich weder mit Positivreizen (Leckerli, Loben), noch mit Negativreizen (Lautes "Schluss", kurzes Anstoßen o.ä.) überhaupt an den Hund rankomme...

Was haben wir (ich und meine Bekannte) schon versucht?

Variante 1: immer loben / bestärken, wenn Ruhe ist
Geht nicht. Sonny ist nie still. Wenn sie nicht bellt, dann jault sie. Wenn sie nicht jault, dann fiept sie. Usw. Und die Luftholpausen sind für ein richtig plaziertes, richtig verknüpfbares Loben zu kurz. Außerdem reagiert sie im Auto weder auf Stimme, noch auf Futter, noch auf Spielzeug (und danach ist sie wirklich süchtig!).

Variante 2: Hundebox
Ging trotz langsamer Gewöhnung an die Box erst in der Wohnung dann im Auto auch nicht. Sonny hat in der Box getobt wie eine Furie sobald das Auto losfuhr. In der Wohnung und auch bei stehendem Auto: kein Problem. Sie schlief sogar in der Box (mit offener Tür). Aber kaum war das Auto in Bewegung, war der Hund auf 180. Und sie hat sich auch richtig übel die Schläfe aufgestoßen, weil sie da so rumtierte.

Variante 3: Autos uninteressant machen
D.h. den Hund 5 Mal am Tag ins Auto setzen, hinters Lenkrad sitzen, warten. Wieder mit Hund aussteigen. So oft wie möglich mit Verlängerung der Wartezeiten im Auto. Hat auch nicht funktioniert. Obwohl meine Bekannte und ich das wirklich lange (fast drei Monate) durchgezogen haben ohne zwischendrin tatsächlich mit Sonny Autozufahren.

So und jetzt seid ihr dran...habt ihr Ideen? Ratschläge? Erfahrungen?

Mir geht es auch nicht darum, dass ich genervt von dem Gehampel und Gebelle bin, man gewöhnt sich an alles...;)
Mir geht es um den Hund, der nach jeder Autofahrt platt ist, selbst wenn wir nur schnell zum TA mussten...

Und ich fahre recht viel Auto mit den Hunden, sodass das für Sonny jedes Mal ein Horrortrip wird...was ich natürlich gerne verhindern oder zumindest eindämmen würde...
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #2
Auch wenn ich mich mit dem Vorschlag vllt unbeliebt mache, aber habt ihr es schonmal mit Rescuetropfen versucht? So dass der Hund ueberhaupt irgendwie mal ruhig zu bekommen ist, um eine positive Verknüpfung schaffen zu koennen?
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #3
@Nephilim: Jap, haben wir. Und ja wir haben auch schon "härtere" Sachen ausprobiert, wie z.B. Sedalin. Und auch das hat nicht geholfen. Sonny puscht sich anscheinend selbst so hoch, dass die Wirkung von Beruhigungsmitteln super schnell verfliegt...außerdem kann ich den Hund ja nicht jedes Mal "zudröhnen", wenn wir Autofahren...zumal das ja nur die Symptome lindert und nicht das Problem an sich behebt...
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #4
Naja es war auch von mir nicht so gedacht, dass ihr den Hund jetzt andauernd wenn ihr fahren muesst zudroehnen sollt, sondern lediglich die Beruhigungsmittel als Sprungbrett nutzt.
Aber das scheint ja auch nicht zu funktionieren.

Schwerer Fall. Manche Sachen sollen einfach nicht klappen
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #5
@Nephilim: das hab ich auch so verstanden. ;) Aber da Sonny selbst bei einer hohen Dosis Sedalin (vermutlich hätte man damit einen Elefanten ins Koma versetzen können...:?) nicht einen Ticken ruhiger war, müsste man das vermutlich um Wirkung zu erzielen mit einer noch höheren Dosis versuchen und das dann schon eine Weile durchziehen um den Hund auch "zu erreichen", aber wie gesagt das will ich gar nicht...dann lieber Dauer-Hysterie...:(

Ich habe leider auch die Befürchtung, dass wir das nicht wirklich in den Griff bekommen können...:|
Das ist wie bei Raubkatzen, die selbst Jahre nach "Befreiung" aus beengter, reizarmer Haltung weiter Hospitalismus-Symptome zeigen (Kreislaufen, ständiges Kopfnicken etc.), einfach weil das Verhalten schon gar keinen Auslöser mehr braucht...und auch irgendwie einen selbstbelohnenden, selbststimulierenden Touch bekommen hat...

Ich würde dem Zonylein nur so gerne helfen...
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #6
Huhu,

also ich stelle mal vorsichtig die These in den Raum, dass ein Hundetrainer - wenn er nicht gerade in die Richtung spezialisiert ist - selbst ratlos sein wird. Die Tipps, die hier gegeben wurden, sind ja auch gerne mal Standardtipps von Trainern, nur dass sie den Vorteil haben, dabei zu sein und das Verhalten zu sehen.

Das Problem mit Sedalin - korrigiere mich, falls ich gerade die Beruhigungsmittel durcheinander werfen sollte - ist, dass der Hund zwar körperlich entspannter wird, aber nicht vom Kopf her. Ich hatte mich da eine Zeit lang auch informiert - speziell wegen Silvesterpanik - und bin auf Artikel gestoßen, die diese Problematik ansprechen. Man könnte nach anderen Beruhigungsmitteln suchen, die das Problem nicht haben. Natürlich soll das keine dauerhafte Lösung sein, aber es könnte für die Anfangszeit vielleicht das Training erleichtern. Mit einem grundlegend hysterischen Hund kann man nicht arbeiten. Wenn er aber entspannt ist, kriegt er auch den Lernerfolg mit, dass nix Schlimmes passiert. Wäre aber nur eine Theorie, da ich auch nicht mit Beruhigungsmitteln arbeite.

Alternativ würde mir nur noch einfallen, den Hund in den Kofferraum zu bringen. Das hat bei Jerry sehr gut funktioniert. Er war allerdings weniger hysterisch, er hatte Probleme mit Reiseübelkeit.
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #7
Puh, mit "normalen" Mitteln wird das wohl nichts...

Mir würden noch die "kleinen Spielereien" einfallen, also Radio an, Radio aus, beruhigende Musik, eine bestimme Lautstärke, Fenster einen Spalt aufmachen oder vielleicht mal alle Fenster mit Decken abhängen, jemanden auf die Rückbank dazu setzen, den Hund in den Kofferraum setzen o.ä., also einfach mal versuchen, die Situation selbst etwas zu modifizieren.

Eine vielleicht etwas drastischere Methode: Was war denn die längste Strecke, die ihr mal gefahren seid? Die längste Zeit, die ihr einfach mal im Auto gesessen seid?
Ich würde mal versuchen, mich so lange mit ihr ins Auto zu setzen, bis tatsächlich Ruhe ist und sie sich völlig ausgepowert hat, entweder stehend oder auf einer ruhigen Strecke (Autobahn z.B.) auch fahrend.
Vielleicht muss sie einfach merken, dass 1. Geschrei nichts an der Situation ändert und 2. aber auch nichts passiert. Sollte sie sich dann tatsächlich mal beruhigen hast du auch die Chance zu loben.
Eigentlich bin ich ja kein Freund von dieser Art der Konfrontation, aber vielleicht ist es für diesen einen Hund der Weg?

Hast du sie seit du sie hast mal alleine im Auto gelassen? Wenn es denn wirklich mit so einer Erfahrung zusammen hängen sollte würde ich das auf jeden Fall vermeiden, auch wenn es denn mal besser klappen sollte.
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #8
Wann genau fängt sie denn an Rabatz zu machen?
Wenn die Türen zu sind? Wenn du dich hinters Steuer setzt? Wenn der Wagen anfährt?
Ich würde versuchen den geringst möglichen Reiz rauszufinden und dann versuchen genau von dieser Stelle aus zu desensibilisieren.
Solange sie auf den geringst möglichen Reiz noch reagiert darf sie niemals einer Situation ausgesetzt werden bei der der Reiz verstärkt wird (also z.B. niemals anfahren solange sie noch nicht mal ruhig bleiben kann, wenn das Auto steht).
Wenn der vorher geringst mögliche Reiz langweilig geworden ist und sie mit Sicherheit überhaupt nicht mehr reagiert, dann kann man einen Schritt weitergehen.
Zur Belohnung würde ich auf jeden Fall lieber Futter einsetzen als Spielzeug, einfach weil Spielzeug bereits zu Aktivität reizt und ihr wollt ja, dass sie ruhig ist ;)

Ich würde mal versuchen, mich so lange mit ihr ins Auto zu setzen, bis tatsächlich Ruhe ist und sie sich völlig ausgepowert hat, entweder stehend oder auf einer ruhigen Strecke (Autobahn z.B.) auch fahrend.
Vielleicht muss sie einfach merken, dass 1. Geschrei nichts an der Situation ändert und 2. aber auch nichts passiert. Sollte sie sich dann tatsächlich mal beruhigen hast du auch die Chance zu loben.
In der Psychologie nennt man das Flooding (Überflutung), die Konfrontation mit dem stärkst möglichen (angstauslösenden) Reiz.
Es kann funktionieren, setzt in der Humanmedizin aber eine gute Kommunikation zwischen Patient und Therapeuten voraus und birgt immer die Gefahr einer Vertiefung und Verstärkung des Traumas (welches man ja eigentlich beseitigen wollte).
Traumas haben zudem einen hohen Krankheitswert und können bei entsprechender Stärke (auch außerhalb des Reizes) zu Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen führen.
Da du nicht weißt was genau sie 'erlebt' während der Autofahrt wäre mir der Einsatz von Reizüberflutung als Therapie zu gefährlich.

Grundsätzlich ist es aber wirklich sehr schwer einzuschätzen, was richtig sein könnte, ohne die Situation gesehen zu haben (vielleicht kannst du mal ein Video machen?).
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #9
Hallo ihr Lieben,

also ich versuche mal eure Fragen / Anregungen "abzuarbeiten"...;)

@Pewee: vor dem Sedalin, gab es Relaxan, iwas Homöopathisches, Rescuetropfen und noch ein Medi, dessen Name mir nicht mehr einfällt...also nicht alles zusammen sondern eben in verschiedenen Situationen / an verschiedenen Tage - ihr wisst was ich meine? :eusa_eh: Problem war bei allen ausprobierten Sachen, dass es zwar ansetzte zu wirken, aber sobald das Auto fuhr der Hund sich so reinsteigerte, dass binnen Minuten die Wirkung vollkommen verflogen war...:? Meine Bekannte hatte auch mal dieses Halsband ausprobiert, was Duftstoffe abgibt (ähnlich diesen F******-Steckern für Katzen), aber iwie ist das nichts für diesen Hund...oder gibt es ein Medikament / Mittel, was man wirklich über Wochen mal täglich geben kann? Iwelche Bachblüten vielleicht?

Und wegen dem Kofferraum, das ist egal. Ob Rückbank, Beifahrersitz, Kofferraum oder Hundebox. Der Hund tobt...:roll:


@Mischling: Radio interessiert sie nicht. Fenster auf oder zu auch nicht -man "beschallt" dann nur noch alle Leute mit...:mrgreen:. Fenster abhängen etc. pp hilft auch nicht...dann baut sie eher noch die ganze Konstruktion ab und zerfetzt das Ganze fröhlich-hysterisch in Einzelteile...:|

Und die längste Strecke? Ähm...ca. 450km zu mir...also als sie zu mir zog Anfang Dezember 2012. Und ja sie hat tatsächlich die ganze Zeit durchgehalten mit der Spinnerei...die ersten beiden Tage bei mir war sie dann auch vollkommen heiser und fertig mit der Welt...:(

Und bei mir muss sie nicht alleine im Auto bleiben. Ich vermeide das Fahren ja schon so gut es geht, aber immer geht das halt nicht.
Zumal ich es zum Hundeplatz 25km eine Strecke habe, zu meinen Eltern usw.


@Kompassqualle: die Hampelei fängt schon an, wenn sie ein Auto sieht. Das Gebelle und Geschreie geht aber erst los, wenn das Auto losfährt und sie drin sitzt. Hält man zwischendurch an, macht sie dann aber keine Pause mehr. D.h. einmal im Auto und losgefahren, ist sie hysterisch. Solange bis sie wieder aus dem Auto draußen ist.

Also du gehst ja in Richtung meiner im Eingangspost beschriebenen Variante 3, oder?
Wo würdest du dann ansetzen? Erstmal nur vor dem Auto sitzen, Tür offen und nicht hampeln und reinhopsen?
Oder schon den Hund ins Auto und einfach hinters Lenkrad sitzen, nur eben nicht losfahren?
Wie häufig am Tag würdest du das machen?

Und wie soll ich damit umgehen, wenn ich zwischendrin tatsächlich mal mit ihr Autofahren muss?
(was durch den Hundeplatz 1-2 Mal die Woche anfällt...)

Futter nimmt sie leider keines...vor dem Auto vielleicht noch ja, aber im Auto spuckt sie es einfach wieder aus...
Soll ich dann doch nur über Stimme arbeiten - auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich sie auch damit nicht erreiche...?


Danke an dieser Stelle für eure Mühe!
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #10
Huhu,

mein Sokki is bei kurzen Fahrten (nur wenns hinzus geht also LOS geht) total hibbelich und am jaulen, jammern und auf seinem Hintern kann er auch net sitzen.

Anfangs war ich selbst-als Fahranfänger- total gestresst. Mitlerweile hör ich das Gejaul fast nimmer.

Wenn mir aber doch zu viel wird gibts zwei Sachen, die ihn ruhig halten. Das erste is -fargt mich net wieso- 50er Mukke oder Rock. Ich dreh lauter und Hund is ruhig. Das zweite is n Schrei lassen, zwar wird man an Ampeln von anderen Autofahrern blöd angeschaut wenn diese den Hund nicht gleich sehn aber er is danach ne Weile ruhig.
[VERSTECK]Was nicht grade bei viel Verkehr gemacht werden sollte und nicht unbedingt Vorbildhaft ist: ruckelig bremsen ^^ danach hält mein Doofkopp auch die klappe und konzentriert sich auf die Bewegungen vom Fahrzeug[/VERSTECK]
Auf der Rückfahrt ist er friedlich und ruhig.

Im stehenden Fahrzeug is er n Engel.

LG
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #11
Also du gehst ja in Richtung meiner im Eingangspost beschriebenen Variante 3, oder?
Ja, ich denke konsequente Desensibilisierung ist die nachhaltigste Möglichkeit ihr Verhalten abzustellen.

Wenn sie schon anfängt zu hampeln, wenn sie ein Auto sieht, dann würde ich auch genau dort als erstes ansetzen.
Sie soll den Gegenstand Auto mit etwas anderem verbinden als gleich mit Autofahren. Dafür würde ich in der Nähe des Autos ein paar einfache Übungen machen, Sitz, Platz, Pfötchen etc, irgendwas das sie schon ganz gut kann und wodran sie Spaß hat (vielleicht könnte auch Clickern helfen, wenn es was für sie (und dich) ist).
Loben würde ich mit von ihr viel geliebten Leckerchen.
Wenn sie in der Nähe des Autos sicher ruhig bleiben kann, dann kann man einen Schritt weitergehen. Wie klein der Schritt sein sollte, muss man dann genau beobachten, vielleicht reicht es als nächste Steigerung wenn die Türen des Autos geöffnet sind. Im weiteren Verlauf kann man auch das Auto mit in die Übungen einbeziehen (in den Kofferraum rein und wieder raus springen, beide Türen öffnen und sie durch das Auto durchlaufenlassen lassen etc).
Alles ganz langsam, in Babyschritten, und lieber wieder mal eine Stufe zurück, anstatt zu vorschnell zu sein.

Üben würde ich jeden Tag, aber nicht mehr als 1-2x für 5-10 Minuten, zum Ausgleich wäre es vielleicht noch gut, wenn die Übungen am Auto auch anderer Stelle täglich im Alltag auftauchen würden (damit sie die Übungen nicht wieder nur mit dem Auto verbindet), also neben dem Autotraining auch noch mal 5-10 Minuten einfache Unterordnung auf dem Spazierweg oder abends Zuhause (es darf auch genau so belohnt werden dabei, damit sie nicht denkt, die Nähe des Autos wäre etwas besonders spannendes, aufregendes).

Futter nimmt sie leider keines...vor dem Auto vielleicht noch ja, aber im Auto spuckt sie es einfach wieder aus...
Soll ich dann doch nur über Stimme arbeiten - auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich sie auch damit nicht erreiche...?
Wenn sie kein Futter mehr nimmt, dann seit ihr einen Schritt zu schnell gewesen. Und wenn das durchschnittliche Hundehirn nicht mehr auf Futter reagiert, dann bringt die Stimme meistens leider auch nichts mehr.;)


Und wie soll ich damit umgehen, wenn ich zwischendrin tatsächlich mal mit ihr Autofahren muss?
(was durch den Hundeplatz 1-2 Mal die Woche anfällt...)
Hier sehe ich ein riesiges Problem, denn so eine schrittweise Desensiblisierung kann nur dann funktionieren, wenn sie niemals einem größeren Reiz ausgesetzt ist, als die Stufe, bei der ihr gerade seit. Aber wenn ich es richtig verstehe, ist es bei euch alltagsmäßig kaum anderes einzurichten, als das sie eben doch 1-2x in der Woche mit dem Auto mitfahren muss.
Egal wie viel ihr übt, bei jeder Fahrt wird sie wieder in ihr altes Muster verfallen und sie wird in vollstem Maße in ihrer Neurose bestätigt, womit all die kleinen Fortschritte die ihr vielleicht in den Tagen vorher geschafft habt zunichte sind.
Verständlich, wenn es anders nicht geht, aber es macht eine Desensibilisierung aus meiner Sicht leider nahezu unmöglich.

Mal ein kleines Beispiel, zur Verdeutlichung, warum Desensibilisierungen nicht funktionieren können, wenn der Reiz weiterhin unkontrolliert besteht:
[VERSTECK]Jemand hat unglaubliche Angst vor Spinnen und bekommt jedes mal eine Panikattacke wenn er in den Keller gehen muss und dort eine Spinne sitzen sieht.
Ein Therapeut nimmt sich der Sache an, spricht mit dem Patienten und zeigt ihm in der ersten Übung ein Bild von einer kleinen Spinne (unangenehm aber letztendlich machbar für den Neurotiker).
Freudig über den kleinen Fortschritt, geht der Patient nach Hause und glaubt er könne vielleicht doch seine Angst vor Spinnen eines Tages überwinden.
Doch leider führt ein Zwischenfall dazu, dass er an diesem Abend in den Keller muss, wo (mal wieder) eine dicke Spinne in der Ecke sitzt (eine Konfrontation die sehr viel größer ist, als der kleine Erfolg der in der Therapie erarbeitet wurde) - Ergebnis: Panikattacke wie eh und je, Schwindel, Übelkeit, Durchfall, Herzrasen, Weinkrämpfe..das volle Programm.
Die schlimme Panikattacke ist emotional viel stärker prägend als das kurze Erfolgsgefühl nach der Therapiestunde und bleibt somit fest im Gedächtnis und im Verhaltensrepertoire der Person verankert.
...in der nächsten Therapiestunde ist es dann genau so schwer das Bild der kleinen Spinne anzusehen, wie beim ersten Mal, weil die Gefühle/Erinnerungen der Panikattacke und dem grundsätzlich unerträglichen Gefühl der Angst viel drängender und präsenter sind, als die Erinnerung an den kleinen Erfolg vom letzten Mal.
[/VERSTECK]

Ich fürchte also, es wird sehr, sehr schwer euer Problem zu lösen, und ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Hundetrainer da jetzt noch ein Ass aus dem Ärmel schütteln könnte das zu einer Lösung führt (außer vielleicht negativer Bestärkung, mit Schmerz und Druck kann man immerhin so ziemlich jedes Verhalten unterdrücken :roll:)

Vielleicht müsst ihr im Notfall einfach mit dem Problem leben (ihr, und Sonny auch). Ob es ihr wirklich schlecht geht dabei kann man natürlich letztendlich nicht sagen (man weiß ja nicht, ob das Verhalten ursprünglich ausgelöst wurde durch einen Positivreiz ("Jippie! Jetzt gehts los!!Warum geht's nicht schneller!?") oder durch einen Negativreiz ("Oh Gott, hilfe, ich will hier raus!!").
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #12
Meine Bekannte hatte auch mal dieses Halsband ausprobiert, was Duftstoffe abgibt (ähnlich diesen F******-Steckern für Katzen), aber iwie ist das nichts für diesen Hund...oder gibt es ein Medikament / Mittel, was man wirklich über Wochen mal täglich geben kann? Iwelche Bachblüten vielleicht?

Ja, das kenne ich. Das sind so Pheromone, die wohl irgendeinen Stoff in der Muttermilch nachahmen, damit Welpen beruhigt und müde werden nach dem Fressen. Hab aber auch schon öfter gehört, dass das in der Regel nichts bringt, sondern eher diesen Placeboeffekt bewirkt - wenn überhaupt. Aber der funktioniert natürlich auch nur, wenn Frauli auch ruhiger wird und ich nehme mal an, dass du unbewusst vermutlich auch etwas angespannt bist, wenn ihr zum Auto geht.

Ich schaue morgen gerne mal nach. Ich habe ein paar Sachen gefunden, die angeblich besser funktionieren als der Standardkram. Für Hanna hatten wir bzgl. der Silvesterangst auch ein Mittel, welches wir ursprünglich ausprobieren wollten, aber schließlich nicht getan haben, weil sie letztes Jahr Silvester doch recht gut verkraftet hat. Ich schau mal nach, wie das hieß. Weiß nur, dass man es über mehrere Tage geben sollte.
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #13
@Kompassqualle: Erstmal danke für deine ausführliche Beschreibung und Hilfestellung! :clap:

Also, ich kann sie halt leider nicht ganz alleine zuhause lassen. Ohne Tom und Lupina bleibt sie sicher nicht daheim...:( Und ich habe halt zwei Mal die Woche erst Agility mit Pina, dann so just-for-fun Dogdance-Trickdogging mit Tom, d.h. die beiden sind halt verplant...
Und mit Sonny wollte ich eigentlich auch versuchen, ob Agility, bzw. THS was für sie ist.

Und wenn ich zu meinen Eltern fahre, kommen die Hunde natürlich auch mit...
Oder wenn ich zu meiner Freundin fahre, die auch Hunde hat und mit der ich oft gemeinsam Gassi gehe...

Ach Mann...*seufz*

Also rein theoretisch kann ICH mit der Sache leben. Sie wird halt angeschnallt, damit sie mir nicht das ganze Auto einreißt und die anderen beiden platt trampelt, das Gebelle halt ich schon aus. Wie gesagt man gewöhnt sich an alles...aber sie tut mir halt so leid...

So 4-6 Wochen ohne Autofahren würde ich sicher mal hinbekommen...außer ich muss wieder mit wehenden Fahnen zum TA, weil Sonny sich die Pfote aufgerissen hat oder so...:roll: - aber das mache ich mir dann auch kaputt, wenn sie das nächste Mal wieder Auto fährt...*gnarf*


@Pewee: das wegen dem Medi wäre super, wenn du mir das dann sagen könntest. Eilt aber nicht. ;)
Vielleicht wäre ja eine Kombi aus Medi und Desensibilisierung über mehrere Wochen OHNE dazwischen Autozufahren eine Variante, die es sich lohnt auszuprobieren...?
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #14
Vielleicht wäre ja eine Kombi aus Medi und Desensibilisierung über mehrere Wochen OHNE dazwischen Autozufahren eine Variante, die es sich lohnt auszuprobieren...?

Auch wenn ich sonst kein Fan von Beruhigungsmitteln bin: Beim Verhalten deiner Maus fänd ich das hier schon angebracht.

Also ich hab mal zwei Mittelchen gefunden, wo zumindest viele gute Erfahrungsberichte vorzufinden sind. Das eine wäre Zylkene. Ist frei verkäuflich und eher ein Ergänzungsfuttermittel (also kein richtiges Medi, aber angeblich sehr wirksam).

Das andere wäre Relaxan: Gibts nur beim TA, soll auch sehr gut helfen. Ist wohl ein richtiges Medi. Zumindest würde es mich wundern, wieso man das Zeug nur beim TA kaufen kann, wenn es kein Medi wäre. Beides musst du ein paar Tage vorher geben, bis die Wirkung einsetzt.

Hab nochmal nachgeschaut, wegen Sedalin. Das scheint wirklich als Beruhigungsmittel problematisch zu sein, da es wohl das Hörvermögen des Hundes steigert und sie daher noch aufmerksamer für alles Mögliche macht. Also eher kontraproduktiv (vor allem bei geräuschempfindlichen Hunden). Daher rät man besonders bei Hütis davon ab, weil die ohnehin wohl ein sehr sensibles Gehör haben aufgrund ihres Gebrauchs - also noch mehr als andere Hunderassen. Also doppelt kontraproduktiv für euch.
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #15
Danke Pewee!

Das Relaxan hatte ich vorletztes Sylvester beim Pinalein getestet, da sie sehr extrem drauf ist wenn's knallt und hatte da das Gefühl die Wirkung ist gleich null...:? Naja, vielleicht probiere ich es trotzdem mal an Sonny aus, da sie ja nicht in Panikstarre mit Dauererbrechen verfällt, sondern in Hysterie mit Dauergebell...herrje, hab ich gestörte Wuffs...:lol:

Ich frag auch nochmal meinen TA nach dem Unterschied zum Zylkene, iwas hatte er mir da erklärt...*vergesslich ist*

Ach ja, das Sedalin war damals nur eine "reine Verzweiflungstat", weil wir eine längere Autofahrt vor uns hatten und noch 4 andere Hunde im Auto waren...allerdings haben wir nicht damit gerechnet, dass Sonny gar nicht erst einschläft...sie hatte nämlich durchaus die Dosis fürs Einpennen bekommen...naja, das war keine gute Idee, auch wenn sie von einem TA kam und ich bin auch absolut kein Freund von "Drogen" für den Hund...:|
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #16
Kommt natürlich auch immer auf den Hund an, was wirkt und wahrscheinlich auch auf die Panik. Hanna ist ja auch so eine Silvesterpanikerin, dass wir kurz davor waren, auch eine Mischung aus Beruhigungsmittel und Desensibilisierung zu machen. Da sie dieses Jahr ruhiger war, haben wir das dann übr den Haufen geworfen. Bei Jerry hatten wir ähnliches, weil er Panik vor TÄ hat. Auch da wollten wir dann zur Not Beruhigungsmittel nehmen, aber seit unserem neuen TA ist er auch wesentlich ruhiger... vielleicht braucht ihr einfach ein neues Auto :lol:
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #17
Off-Topic
vielleicht braucht ihr einfach ein neues Auto :lol:
Na dann lass mal den Scheck rüberwachsen! :mrgreen: Oder möchtest du mir ein Köfferchen Bargeld vorbeibringen? ;) Und außerdem geb ich mein Paulchen niemalsnicht her, jawoll ja! :eusa_shhh:
 
  • Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren Beitrag #18
Off-Topic
Weil heute mein guter Tag ist, schicke ich dir ein Auto deiner Wahl vorbei ;) Frag mich allerdings nie, wo ich es her habe *unauffällig zu allen Seiten schau*
 
Thema:

Komplett-Hysterie (Fiepen, Dauerbellen etc.pp) beim Autofahren

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