Sehr ängstlicher Hund

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  • Sehr ängstlicher Hund Beitrag #1
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GoldenHeart

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Hallo!
Unser Mischlingsrüde (1 1/2 Jahre) ist sehr ängstlich wenn er auf fremde Menschen trifft. Es ist so schlimm, dass wir nur einen Weg gehen können, da er bei belebteren und unbekannten Gebieten Panik bekommt. Uns wurde gesagt, er hätte als junger Hund einen Unfall gehabt, er habe sich wohl aus Panik losgerissen und sei auf die Straße gelaufen, gegen ein Auto. Nun ist er sehr vorsichtig und stets auf Gefahr bedacht bei allem Unbekanntem. Da er mit seinen knapp 25kg richtig Kraft hat, ist es schwierig ihn in solchen Panik-Momenten zu halten und an eine Gruppe von Menschen vorbei zu bekommen. Mit Hunden ist er null ängstlich und im Umgang mit Menschen die er kennt auch nicht. Wie gehen wir am besten damit um, wenn er hinter sich eine Person sieht und wie verrückt an der Leine zieht? Können wir irgendwie es schaffen auch neue Wege zu gehen? (Er lässt sich in seiner Panik nicht ablenken, nimmt kein Futter, schaut bloß um sich und will weglaufen)

Würde mich über Meldungen, Ratschläge freuen.
 
  • Sehr ängstlicher Hund Beitrag #2
Wie lange habt ihr ihn schon? Wie ist die Bindung zwischen euch?

Aber ja, man kann immer etwas verändern :D
Ich bin eher jemand, der den Hund auch einmal heraus fordert - alles, was Mut verlangt, lässt den Hund über sich selbst heraus wachsen.

Es ist wichtig, dass du ruhig bist! Du musst ruhig, souverän... einfach völlig entspannt sein. Jegliche Anspannung merkt dein Hund und lässt ihn nur umso nervöser werden.
Ich würde ja gerade unbekannte Wege nehmen. Klar mit Hund an der Leine, wenn er noch nicht 100%ig hört oder er aus Panik wegrennt. So merkt der Hund, dass er mit dir zwar an seine Grenzen kommt, ihm aber im Endeffekt nichts passiert.

Verbal bestätigen kannst du übrigens immer, auch wenn der Hund die Leckerlies nicht nimmt.

Außerdem würde ich einfach immer wieder Leinentraining machen. Es ist ja in Ordnung, wenn dein Hund keine Menschen mag und da einfach skeptisch ist. Find ich nicht schlimm. Deswegen aber jedesmal in Panik auszubrechen und an der Leine zu ziehen geht nicht. Also immer wenn er zieht ein Kommando für den Hund, umdrehen. Bis er sich halbwegs an dir orientiert. Dann kannst du in der Ursprungsrichtung weiter gehen.

Außerdem kannst du herausfinden, wo dein Hund noch unsicher ist und ihn da in einem gesicherten Umfeld über sich selbst hinaus wachsen lassen. Meiner mag keine Türen, also lernt er Tür aufdrücken. Er mag keine lauten Geräusche? Also kriegt er einen Karton, den er am Ende umschmeißen muss um an alle Leckerlies zu kommen.
 
  • Sehr ängstlicher Hund Beitrag #3
Wir haben ihn seit er 10 Monate alt ist und ich beschäftige mich mit ihm, bringe ihm z.B. neue Tricks bei und im Garten das Apportieren. Wenn ich mit ihm neue Wege ausprobieren will, muss ich ihn erstmal bis dahin ziehen, anstrengend für mich und ihn, der ständig um sich schaut und bei jedem Mensch in paar Meter Entfernung erneut wegzieht und sich richtig mit den Krallen in den Boden gräbt. Ich versuche ruhig mit ihm zu reden aber habe das Gefühl, dass er ohnehin nichts wahrnimmt außer Angst. Auf solchen Ausflügen ist er die ganze Zeit in Alarmbereitschaft und zerrt heftig bei jedem Schritt, erst wenn wir wieder zu Hause ankommen nimmt es ab. Dann ist er aber auch sehr fertig und ich auch...
 
  • Sehr ängstlicher Hund Beitrag #4
Wenn du ruhig mit ihm redest birgt das die Gefahr, dass du ihn seit Monaten in seiner Angst bestärkst.

Kennt dein Hund "Stopp"? Unserer musste das lernen, um an Straßen anzuhalten, es hat uns aber auch bei seinen Panikattacken weiter geholfen. Stopp, stehenbleiben, kurz beruhigen, und dann weiter gehen.

Zerren solltest du deinen Hund nicht. Wenn schon drängen dann würde ich eher versuchen, mich hinter ihm zu postieren und ihn mit Körpersprache zum Weitergehen zu bewegen.

Was habt ihr denn schon alles ausprobiert?

Schon versucht, einfach mal mit ihm stehen zu bleiben, kurz bevor er Panik bekommt, ein Sitz verlangen und dann einfach abwarten, bis er sich langweilt?
 
  • Sehr ängstlicher Hund Beitrag #5
Er lässt sich leider nicht beruhigen. Wenn er irgendetwas sieht, (Kinder, Fahrradfahrer) ist er in seiner Panik und hat nur noch den Gedanken an Flucht. Ich habe in Sitz machen lassen, in Situationen, in denen keine fremden Menschen da waren, er schaut sich trotzdem um und jault manchmal verzweifelt auf und will eigentlich nur noch weitergehen.

(Auf seiner gewohnten Route ist es teilweise etwas besser geworden. Er hat sich daran gewöhnt, dass manchmal Menschen an uns vorbei gehen. Ich lasse ihn etwas Leine, damit er einen Bogen um sie machen kann und danach guckt er kurz nach hinten, läuft dann aber normal weiter.)
 
  • Sehr ängstlicher Hund Beitrag #6
Na das ist doch schon ein Anfang.

Aber dass es so bleibt geht ja auch nicht :)
Habt ihr denn die Möglichkeit, zu einer Wiese zu fahren, wo ein paar Menschen unterwegs sind? Da würd ich mich einfach hinsetzen - jetzt ist ja zum Glück auch wieder wärmer - und wirklich warten, bis er entspannt. Und das wird früher oder später. Aber wenn er über 2-3h die Erfahrung macht, dass da zwar andere Menschen sind, die er nicht kennt, aber komischerweise ist ihm nichts passiert :D
Dabei solltest du natürlich wirklich darauf achten, dass niemand ihn anfasst.

Wenn er sich hinsetzt und jault würde ich aus Prinzip dableiben. Es ist mir egal was ist - ich gebe das Kommando an. Nicht der Hund.
Am Ende hat er einfach schon durchschaut, dass du dann aufstehst und er jault nur noch, weil ihm langweilig ist? Glaub mir, Hunde können auch wunderbare Schauspieler sein ;)

Gerade bei unsicheren und ängstlichen Hunden musst DU die Grenzen und Regeln vorgeben und diese auch konsequent einhalten. Das gibt dem Hund Sicherheit.
 
  • Sehr ängstlicher Hund Beitrag #7
Danke Infano für deine Ratschläge und Tipps :)
Ich glaube, ich werde das versuchen was du geschrieben hast. Es wird sicher eine Zeit dauern, aber vielleicht kann er wirklich die Erfahrung machen, dass ihm nichts passiert, auch wenn fremde Menschen, Geräusche etc. um ihm herum sind.
 
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