Ich schließe mich bei allen Fragen und Aussagen Infano an, hätte meine Antwort ziemlich exakt genau so formuliert.
Zusätzlich würde mich auch noch interessieren was ihr macht, wenn Sie bellt. Wendet ihr euch ihr zu? Sperrt ihr sie aus? Ignoriert ihr sie? Machen die unterschiedlichen Familienmitglieder verschiedenes?
Ich habe sehr gute Erfahrung mit folgendem gemacht, allerdings nur bei einem gut ausgelasteten Hund, der sowohl körperlich als auch geistig gefordert wird:
Wenn der Hund bellt, dann ignorieren. Jeder Blick ist für den Hund eine Belohnung, weil er Aufmerksamkeit bekommt. Noch toller ist natürlich wenn er kriegt was er will, heißt sein Futter, den Spaziergang, sein Spielzeug, etc.
Was ich also gemacht habe war folgendes (es ist anstrengend und nervtötend, aber besser als ein Hund, der sein Leben lang 24/7 bellt.):
Ich habe mich in einen ruhigen Raum gesetzt, in dem keine Ablenkungen waren (andere Menschen, laufender Fernseher, offene Gartentür, etc.) und Grundkommandos geübt, mich dabei sogar nur auf Sitz & Platz beschränkt. Man kann auch andere nehmen, aber ich würde nicht mehr als 3 und natürlich erstmal nur Tricks aussuchen, die er schon kann, ich wollte ihn nicht überfordern, indem ich zu viel auf einmal erwartet. Es ist wichtig ihn hierfür zu belohnen, egal wie simpel die Tricks sind, denn dieser Schritt ist das, worauf der Rest aufbaut. Währenddessen dürfte er mit der Aufmerksamkeit zufrieden sein und nicht bellen. (Das gilt nur, wenn das Bellen ein Zeichen von Frustration ist, nicht wenn er z.B. körperlich nicht ausgelastet wird.) Dann bin ich aufgestanden (habe vorher auf Augenhöhe, also im Knien trainiert), habe mich etwas anderem gewidmet und jetzt kommt der anstrengende Part: Nun dürfte der Zeitpunkt kommen, an dem der Hund anfängt zu Kläffen, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Zumindest war das in meinem Fall so. Du machst aber so lange etwas anderes, bis dein Hund von allein (hat bei mir das erste Mal 20 Minuten gedauert) eines der Verhalten äußert, die Du eben mit ihm geübt hast. Dann freust Du dich wie ein Verrückter und belohnst ausgiebig. Natürlich nicht in hoher, quietschender Stimme, weil das den Hund geradezu auffordert zu kläffen. Du musst nicht mit Leckerlies belohnen, mach einfach etwas, was dein Hund toll findet. Wenn er Kuscheln liebt: Kuschel ihn. Wenn er Spielzeugvernarrt ist: Spiel mit ihm. Aber irgendwann beendest Du das Spiel/Kuscheln/Belohnung und wendest dich wieder ab. Dabei nicht abrupt und als wenn Du sagst: STOP. Das war zu viel. Sondern einfach ganz gelassen, als wenn Du im Alltag eben mal was anderes machen musst. Und wieder wartest Du bis dein Hund eines der ruhigen verhalten zeigt, z.B. sich neben dir/ vor dir hinsetzt oder hinlegt. Dabei musst Du aber darauf achten, dass du das auch bemerkst und ihn nicht ignorierst wenn er solche guten Verhaltensweisen zeigt. Das zweite Mal ging es bei mir schon erheblich schneller und er hat sich nach weniger als 5 Minuten hingesetzt. Da das ein Training ist, das man den ganzen Tag durchziehen MUSS, ist es wichtig, dass alle Familienmitglieder das Bellen ignorieren und ihn belohnen wenn er sitzt. Bei uns hat es ca. 3 Tage gedauert, bis er es raus hatte. Wenn er aufgeregt war bellte er zwar immer noch, aber auch das haben wir nach ungefähr 2-3 Wochen in den Griff bekommen.
Das ist definitiv nicht die schnellste Methode, aber bei mir hat sie gezeigt, dass sie wirklich langfristig ist, weil dein Hund anders als bei Strafen lernt, dass das Bellen einfach blöd ist und sich ablegen oder hinsetzen mehr lohnt.