Neues Familienmitglied - unberechenbar?

Diskutiere Neues Familienmitglied - unberechenbar? im Katzen Verhalten Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo :) Ich habe zur Abwechslung mal eine Frage zum Verhalten einer Katze :-) Ein Freund von mir hat sich einen Kater aus dem Tierheim geholt...
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #1
Sir_Henry

Sir_Henry

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Hallo :)

Ich habe zur Abwechslung mal eine Frage zum Verhalten einer Katze :)
Ein Freund von mir hat sich einen Kater aus dem Tierheim geholt. Ein wunderhübsches Tier. Im Tierheim sagten sie, dass es ein sehr lieber und verschmuster Kater ist, der außerdem gerne redet. Gut - wir haben uns ihn angeschaut und waren sofort verliebt!
Das Tierheim hatte ihn gefunden und er saß seit Anfang August im Heim, also auch noch nicht so lange.
Nun gut - er wurde kastriert, hat alle Impfungen bekommen - ein top fittes Kerlchen, 3 Jahre jung.
Haben ihn also mitgenommen. Nun das Problem:
Er ist wirklich super verschmust, kommt immer zu einem und will gestreichelt werden. Er stupst einen an, wirft sich auf den Boden usw.
Aber wenn man ihn dann streichelt kann es von ein auf die andere Sekunde so sein, dass er einen "angreift". Ich selbst habe auch einen Kater. Der macht das auch wohl mal, aber bei Felix (mein Kater) ist das nur Spiel und Spaß. Das merkt und sieht man!
Bei dem Kater aus dem Tierheim (er hat noch keinen Namen) sieht es definitiv nicht nach Spaß aus.
Ich find ihn schon fast ein wenig hinterlistig. Man muss sich das so vorstellen: Er kommt an, stupst einen an, maunzt einen an, man streichelt ihn, er schnurrt und zack haut er einem eine rüber. Das geht soweit, dass es blutet.
Ich hab schon echt Respekt vor dem Kater und packe ihn ungern an :-/
Er hat auch genug Platz, Möglichkeiten zum klettern, kratzen, spielen usw.
Ist er aggressiv? Machen wir etwas falsch? Ich hab ja selber einen Kater...aber sowas kenne ich gar nicht :-/
Er maunzt auch so unglaublich viel..
Mag uns jemand helfen? :(
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #2
Ich hab schon echt Respekt vor dem Kater und packe ihn ungern an :-/

Ich vermute mal, dass der Kater genau das merkt. Ich hätte auch erstmal Repekt vor einem Tier das ich nicht kenne. Vielleicht ist er dazu selber noch unsicher. Wie lange ist er denn jetzt bei dem Kumpel? Ist er ein Einzeltier?
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #3
Das erinnert mich fatal an den Einzelkater, den wir demletzt 2 Wochen mal wieder als Urlaubsbetreuung bespaßt haben.
Letzes Jahr hat er mir mal eben gepflegt das Gesicht blutig gekratzt, dieses Jahr hat er sich darauf "beschränkt", meiner Frau die Hand zu zerkratzen und ihr das Bein zu zerbeißen....

Ich fürchte sehr, dass das einfach an der Einzelhaltung liegt und er eben kein kätzisches Sozialverhalten und somit auch nicht seine Grenzen kennt... Unser halbes Dutzend hat sowas noch nie getan, und auch wenn sie alle einzeln gesehen nicht ganz einfach sind, würden sie sowas auch nie tun...

Ich habe ganz ehrlich auch ordentlich Respekt vor dem Nachbarskater - ich hab´ ihn in den letzten 2 Wochen zwar auch mal kurz gestreichelt, hatte aber immer Schiss, dass er wieder eine Attacke startet und mir die Krallen durchs Gesicht zieht... und ja klar, das merken Katzen natürlich....

Insofern: Katzen sind absolute Charaktertiere - aber sie sind keine Einzeltiere - werden sie in Einzelhaltung gezwungen, verschärft sich das Verhalten um ein Vielfaches in der Regel... daher ist ein Katzenkumpel immer das erste Mittel der Wahl (bei ´ner Einzelkatze ohnehin, gesundheitliche Probleme sollten natürlich parallel auch ausgeschlossen werden!)

LG, seven
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #4
Meine Paula kam damals auf einem Bauernhof zur Welt. Die Mutter wurde überfahren, sie hatte als Kitten keinen Kontakt zu Menschen und mit ca. 6 Wochen haben wir sie bekommen. Damals wusste wir noch nicht, dass man Katzen nicht alleine halten soll und vor allem Kitten unbedingt einen Partner im gleichen Alter, bzw. ab 12 Wochen brauchen.

Sie war also total verstört, sozial unverträglich und kannte Menschen nicht wirklich. Wir haben uns gut um sie gekümmert, aber dadurch, dass sie komplett falsch aufgewachsen ist war sie immer sehr schwierig im Umgang.
Genau wie du es beschreibst, kam sie und wollte eigentlich schmusen. Sobald man sie zu lange gestreichelt hat, wurde man kurz und schmerzlos angegriffen und Paula ist abgedüst.

Das stufe ich bei ihr unter Verhaltensstörung ein. Kann bei eurem Kater genau so sein, weiß man denn nichts von seiner 'Kindheit'?
Katzen, die nicht mit Menschen aufwachsen und vllt. sogar ohne Mutter, behalten diese Skepsis oft bei und haben sozusagen einen 'Klaps' weg.

Wenn er wirklich ein Einzeltier ist, sollte dringend ein Partner her. Mit 3 Jahren ist noch nichts verloren und dann kann er noch lernen, von einer gut sozialisierten zweiten Katze ;)
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #5
Er ist erst seit ein paar Tagen dort. Anfangs hatte ich keine Angst vor ihm und da hat er es auch schon gemacht :roll:
Es ist eine Einzelkatze. Der Kater muss ja erstmal ein paar Wochen im Haus bleiben und kann dann raus. Die vom Tierheim meinten, dass er nicht so grün ist mit anderen Katzen. Sie hatten ihn erst im "großen Katzenhaus", aber er hat sich ständig geprügelt und hat andere Katzen "angegriffen".
Er wird auch später den ganzen Tag draußen sein. Die Nachbarn haben auch Katzen, hoffe er versteht sich damit...

Wir wissen nichts von seiner "Kindheit". Das Tierheim hat ihn gefunden und konnten uns nichts über sein bisheriges Leben sagen.
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #6
Die stressige Situation im TH sagt aber gar nichts über den wahren Charakter einer Katze aus...
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #7
Ich schließe mich Sumo an ;)
Wir haben hier einen bunt zusammengewürfelten Haufen... und wir haben gelernt, dass man die Aussagen von Tierheimen mit Vorsicht genießen sollte - klar, die schätzen die Katzen so ein, wie sie sie erleben - aber im TH reagieren sie oftmals ganz anders als im späteren Heim...
Unser Poldi z. B. - der ward im Tierheim niemals gesehen, wohnte nur hinter der Heizung... er hat hier ungefähr 3 Wochen gebraucht, dann war er aufgetaut und nimmt nun schon zum zweiten Mal am Katzen-Foto-Wettbewerb teil... so ein schmusiger Kater... das hätten die uns im Tierheim nie geglaubt ;)
Oder die Dinah - angeblich mit dem Poldi zusammen ausgesetzt und NUR MIT dem Pold zusammen vermittelbar... die ist das Musterbeispiel einer Einzelkatze... sie muss halt damit leben, dass sie das hier nicht ist, aber am liebsten wäre sie das... Und siehe guck - die Dinah hat beim Foto-Wettbewerb schon mal den 2. Platz belegt *stolzguck*
Man kann nach vielem gehen, aber am besten geht man nach seiner eigenen Intuition ;)

LG, seven
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #8
Ja genau. Ich möchte das was die dort gesagt haben auch nicht in den Himmel loben. Wir müssen unsere eigenen Erfahrungen mit ihm machen.
Er macht das ganze seit dem ersten Tag. Ich saß letztens auf dem Sofa und er lag auf seiner Decke ebenfalls auf dem Sofa. Zwischen uns war viel Platz und plötzlich "beißt" er mir in den Arm. Es hat geblutet, war kein richtiger tiefer Biss. Aber ich hab mich total erschrocken. Und er schnurrt dabei :-/
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #9
Das klingt für mich nach typischem Katerraufen...

Käme denn ein Zweitkater für deinen Freund in Frage?
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #10
Es war eigentlich so gedacht, dass er dann mit den Nachbarskatzen in Kontakt kommt. Hier hat fast jedes zweite Haus eine Katze. Wenn das nicht reicht muss er sich darüber Gedanken machen.
Er wäre ja auch mehr draußen, als das er drinnen wäre. Nur muss er halt noch im Haus bleiben. Ich hätte es auch auf Langeweile oder ähnliches geschoben, er macht es nur halt schon seit dem ersten Tag. Und völlig aus dem nichts heraus, ohne Ohren anzulegen usw.
 
  • Neues Familienmitglied - unberechenbar? Beitrag #11
Die Ohren würde er vor allem dann anlegen, wenn er ernsthaft sauer wäre. Beim spielen bleiben die Ohren oftmals aufgestellt...Wobei, wenn sie sich da voll reinsteigern sind die Ohren auch angelegt, aber eben nicht zwingend...

Bei Freigeängern kann man halt nie wirklich sagen, ob sich da Freundschaften entwickeln. Oftmals beschränkt sich der Kontakt auf Revierstreitigkeiten. Gerade wenn so viele Katzen da sind. Entweder das sind dann alles Freunde, die sich gut verstehen, wie ein großes Rudel, oder aber es gibt dauernd mit irgendwem Zoff. Vorher sagen kann man das nie, vor allem bringt ein Neuzugang ja immer erstmal das bestehende System durcheinander... Hier sind auch ziemlich viele Katzen draußen, viele sind untereinander befreundet, aber man hört auch fast jeden Abend gefauche und geschimpfe...

Auch Einzelgänger freuen sich über einen Kumpel zu Hause, Katzen sind nunmal soziale Tiere. Klar hat ein Freigänger da ganz andere Möglichkeiten als ein Wohnungskater und vor allem wenn er mehr draußen als drinnen ist kann man das vielleicht vertreten, dass er alleine bleibt, aber optimal is es halt nicht ;)
 
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