Pferd an Reiter gewöhnen

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  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #1
SoylentGreen

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Hallo !
Ich möchte meine Zögling gerne an einen Reiter gewöhnen. Ich möchte, dass sie zunächst einen Dummie tragen, bevor das erste mal ein Mensch diese Ehre erhält.
Ich habe zwar schon diverse Male dabei mitgeholfen bin mir aber im Alleingang recht unsicher. Bisher habe ich nur gesehen wie die Puppe quasi einfach aufs Pferd geschnallt wurde und ab gings... ich möchte das allerdings ein bisschen schonender haben. Ich will nicht, dass das Pferd aus der Erschöpfung heraus lernt, sondern bei vollem Bewusstsein alles interessiert erkundet und dafür belohnt wird.

Die beiden sind recht unterschiedlich. Während der eine sehr lernwillig ist und bei Angst lieber stehen bleibt, häufig zu mir schaut und sich schon für die geringste Körpersprache meinerseits interessiert und darauf reagiert, ist der andere nicht soo lernwillig, eher bockig. Er ist zwar meist unerschrocken, doch wenn er Angst hat, startet er mit aller Macht die Flucht nach vorne, meine Körpersprache nimmt er schon wahr, hat allerdings eine längere Leitung ;)

Nun frage ich mich wie ich das ganze am besten anstelle, dass ich sie an diese Puppe gewöhne ? So gewisse Ideen habe ich wohl, wie ich das machen möchte. Aber vielleicht hat ja hier Jemand Erfahrung damit und kann mir Tipps geben ?

Liebe Grüße !
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #2
Meine Frage: weshalb überhaupt mit Puppe? Bei uns wurde noch keines unserer Pferde mit Puppe eingeritten...:eusa_eh:
wie gestaltest du es denn bbisher? Sattel kennen sie?

Liebe Grüße
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #3
Ich habe es bisher so kennengelernt und damit durchweg positive Erfahrungen gemacht. Es macht es für das Pferd und den Reiter einfach leichter, wenn es sich bereits daran gewöhnen konnte, dass sich über ihm etwas bewegt. Das Pferd ist beim ersten Aufsteigen wesentlich gelassener und auch der Reiter lebt ungefährlicher. Und darum geht es mir auch in erster Linie: Schutz des Reiters.

Was habe ich bisher gemacht... also: Zunächst habe ich mit beiden Pferden viel Bodenarbeit gemacht. Als dies gut funktionierte, begann ich ihre Kondition aufzubauen. Ich ließ sie Minutenweise gestaffelt ganze Bahn gelassen traben. Sobald sie genug Kondition hatten begann ich damit die Pferde zu longieren. Den einen hatte wohl bereits Jemand longiert, es war reichlich schwierig ihn auf mich zu polen... den anderen hatte vorher wohl keiner so ausgiebig behackt, sie ließ sich gut longieren. Sobald die Pferde Schritt Trab Galopp und Halt beherrschten, fing ich an sie zunächst zu satteln und später erst mit etwas vereinfachter Trense am Halfter und später mit kompletter Trense zu longieren.
Beide Pferde sind wohl auch schon bei einer GHP mitgelaufen und sind sind schmiedefromm. Sie kennen Außenplatz und Reithalle als Arbeitsplatz... öhm... sie kennen eigentlich ne ganze Menge ;)
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #4
Okay also das gesattelt und getrennt werden stellt kein Problem dar, das ist das wichtigste.
Wie gesagt bei uns ist das ohne Puppe üblich, zu gegebener zeit wird eben vorsichtig das "aufsteigen" geübt. Erstmal nur Druck am steigbügel, dann nur mal aufsitzen und sitzen bleiben etc,
wenn dir das mit Puppe lieber ist, ist das okay ;)
ich würde schauen, dass du auch mit der Puppe das aufsitzen übst, die Puppe mal hochschwingen, wieder runterholen, mal drauf sitzen lassen oder drüber legen. Ein anderes mal kannst du vorsichtig anfangen dein Pferd zu führen. Longieren mit Puppe wirklich erst wenn keine Angst von deinem pferd aus besteht, nicht dass er sich vor Panik einrennt und du kannst an der Longe nicht viel machen.
Liebe Grüße
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #5
Die Puppen-Methode kenne ich auch nicht und halte es ehrlich gesagt auch nicht unbedingt für nötig.
Wenn man es schrittweise an den Reiter gewöhnt, tickt kein Pferd aus und geht durch. Das heißt erstmal auf der Aufsteighilfe neben dem Pferd stehen und sich bewegen, damit es merkt, dass nichts passiert, wenn etwas über ihm ist. Dann den Sattel immer mehr belasten, mal quer drüber legen usw. Die Steigbügel würde ich persönlich nicht benutzen, weil es gerade junge Pferde schnell aus dem Gleichgewicht bringen kann und sie dann Angst bekommen.
Ein Dummie hat einfach das Problem, dass er völlig leblos ist. Er ist ein Fremdkörper auf dem Rücken und passt sich nicht den Bewegungen an. Außerdem hat ein Mensch immer die Möglichkeit, abzuspringen, sobald das Pferd Angst bekommt (möglichst bevor es durchgeht). Ein Dummie "sitzt" dann fest auf dem Pferd und wenn es Panik bekommt, bleibt ihm nichts anderes übrig als bis zur Erschöpfung zu rennen - genau das, was du ja eigentlich vermeiden willst.
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #6
Ein Dummie "sitzt" dann fest auf dem Pferd und wenn es Panik bekommt, bleibt ihm nichts anderes übrig als bis zur Erschöpfung zu rennen - genau das, was du ja eigentlich vermeiden willst.

Ja absolut richtig, deshalb wenn du es mit Dummy machen magst dann wie gesagt auf keinen fall an der Longe wenn überhaupt das Pferd führen. Stimme ShiGi aber vollkommen zu, würde es auch ohne machen
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #7
Hallo danke für die antworten.Natürlich passt sich ein dummie nicht an die Bewegungen des Pferdes an. Und das ist auch im Prinzip der Sinn und Zweck. Die puppe kippt mal mach vorne, dann fällt sie nach hinten, geht die Bewegungen nicht mit. Das ist all das was ein braves schulpferd zu händeln lernen muss. Ich denke daher etwas frühzeitige "Abhärtung" kann daher durch aus nicht schaden. Das Pferd lernt sich so auch besser auszubalancieren denn immerhin muss es schauen wie es mit den unterschiedlichen Situationen klar kommt. Der dummie wiegt nun auch nun höchstens die Hälfte von dem Gewicht eines Kindes das nachher auf ihm Platz nehmen könnte, wenn er dann eingeritten ist und sicher unter erfahrenen reitern geht. Er wird da nun ja nicht gleich umkippen nur weil die puppe sich mal etwas mehr nach Links oder rechts neigt. Er soll die puppe keinen Monat lang tragen. Vom abspringen halte ich persönlich nicht so viel. Wenn ich da was verkehrt mache hat so ein junges schlaues pferd schnell raus, wenns mir nicht mehr passt, werde ich bockig, dann kriege ich eine pause und alle tätscheln mich. Ich bin eher ein Fan davon das ganze auszusitzen. Dazu müssen die beiden eben lernen stehen zu bleiben oder auch nur langsamer zu werden und sich beruhigen zu lassen wenn sie Angst haben. Ich sehe es daher nicht unbedingt als Nachteil, das die puppe da drauf bleibt komme was da wolle.Nichts desto trotz will ich natürlich eine panikattacke vermeiden. Ich denke daher das der tipp es ähnlich wie beim lebenden Objekt zu machen schon ganz gut ist, danke :)vielleicht kann ich das ganze ja sich staffeln indem ich zunächst einmal etwas ähnlich schweres auf das Pferd lege und dann etwas was ähnlich wackelt... Das wäre dann nicht gleich die Schocktherapie.
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #8
Auf ein Pferd das gerade zugeritten wird setzt du aber doch auch keine Reitanfänger der oben sitzt wie ein Sack Kartoffeln. Ich denke schon, dass der beste Weg zu einem sicheren Pferd der ist, Angstattacken von vornherein zu umgehen und eine bloße Abstumpfung des Pferdes zu vermeiden.
Das Abspringen habe ich auch nicht so verstanden, dass erst abgesprungen wird, sobald das Pferd schon halb in Panik ist, sondern frühzeitig um eben das zu verhindern. Du startest sozusagen sehr langsam und passt dich an das Lerntempo des Pferdes ab, statt ihm einen "Reiter" auf den Rücken zu schnallen der da hin und her schwingt und sich auch nicht mal eben so abnehmen lässt.
Falls du bei der Puppe bleibst würde ich empfehlen wenigstens die Vorübungen wie Rücken belasten oder kurz auf- und absitzen selbst durchzuführen, mit einem Helfer der das Pferd hält und beruhigt.
Ich persönlich finde, da macht ein lebendes Objekt auch definitiv einen anderen Eindruck als bloß ein Gewicht, das du auf den Sattel legst.
 
  • Pferd an Reiter gewöhnen Beitrag #9
Das ist all das was ein braves schulpferd zu händeln lernen muss. Ich denke daher etwas frühzeitige "Abhärtung" kann daher durch aus nicht schaden.
Das sehe ich etwas anders. Vor der Abhärtung, muss das Pferd erstmal Vertrauen fassen und das geht am Besten, wenn der/die/das auf dem Rücken, darauf reagieren kann, was unter ihm passiert.
Außerdem werden die Pferde ja gerade erst eingeritten, bis da ein Anfänger drauf sitzt, sollten, wie blackcat schon sagte, noch Jahre vergehen - genug Zeit zur Abhärtung.

Und durch das Abspringen soll eben gerade verhindert werden, dass das Pferd anfängt, sich zu wehren. Man merkt ja, wenn es unsicher wird, sich versteift etc. und kann so rechtzeitig absteigen bevor das Pferd durchgeht. Das kann eine Puppe nicht.

Ich will dir deine Methode nicht ausreden, es gibt immerhin viele Wege nach Rom, aber ich persönlich sehe in dem Dummie eben mehr Nach- als Vorteile.
 
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