Wie sicher man sich fühlt muss finde ich jeder für sich selbst entscheiden und ich denke jeder hat auch seine speziellen Ängste, egal ob die nun realistisch sind oder nicht. Man kann da schlecht entscheiden wessen Angst nun berechtigt ist und wessen nicht.
Ich selbe empfinde es z.B. als ziemlich paranoid wenn ich an der Kasse stehe und ein Kunde mit Karte bezahlt und dabei einen größeren Aufwand betreibt um auch ja das Ziffernfeld des EC-Geräts abzudecken. Vor allem wenn außer mir und dem Kunden keine anderen Leute in der Nähe sind. Ich meine, ich müsste ja dessen Pin-Nummer ausspähen und denjenigen dann hinterher überfallen, die Karte klauen und bei der nächsten Bank sein, noch bevor die Polizei mich aufhält. Beim Automaten angekommen könnte ich nur das normale Tageslimit von normalerweise ein paar hundert Euro abheben. Da bin ich immer ganz verwundert wie viel kriminelle Energie mir einige Leute zutrauen.
Aber dann wiederum, in der Welt des Kunden ist die Angst real und warum sollte er sie nicht abmildern indem er den geringen Aufwand betreibt die Zahlen vor mir zu verdecken.
Irgendwie steht mir ja da auch kein Urteil zu, schließlich gehe ich auch nichts nachts alleine durch die Stadt nach Hause, obwohl ich genügend Frauen in meinem Umfeld kenne, die dies völlig ohne Probleme tun würden und dann mich wiederum als paranoid abtun.
Genau so sehe ich es damit den Hund vor dem Supermarkt anzubinden. Natürlich kann der Hund geklaut werden, aber sowas kommt selten vor.
Ich denke es ist jedem klar, dass man im Alltag nicht jedes Risiko zu 100% vermeiden kann, aber bestimmte Dinge machen einem eben mehr Angst als andere und ich finde es völlig legitim dann eben entsprechend zu handeln. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn bei sowas zu diskutieren wer zu recht Angst hat und wer nicht, hier muss jeder für sich selbst entscheiden.
Meinen Hund binde ich übrigens auch nicht vor dem Supermarkt an, aber nicht weil ich Angst habe, dass er geklaut wird, sondern weil ich Angst habe, dass er sich losreißt (ist mir mit meinem alten Rüden mal passiert und es hat mir einen gehörigen Schrecken eingejagt).
Was mir beim Thema 'Angst um den Hund' immer etwas Sorgen bereitet ist die wahnsinnige Frequenz in der auf Hundewiesen und im Internet Gerüchte verstreut werden wann und wo angeblich Giftköder von Hundehassern ausgelegt wurden.
Die Häufigkeit mit der ich solche Warnungen höre oder lese könnte einen leicht darauf schließen lassen, dass an jeder Ecke ein Hundehasser lauert. Wenn man sich näher mit den Fällen beschäftigt sind es aber am Ende oft nicht mehr als eben nur Gerüchte, vielleicht manchmal auch nur motiviert vom "Menschenhass" einiger Leute die sich und der Welt gerne einreden wollen alle anderen wären böse, oder wer weiß wo die ganzen Horrorstories sonst so herkommen.
Ich denke die größte Gefahr für Vergiftungen lauert für Hunde immer noch im Haushalt, im Garten oder draußen durch Gifte die nicht ausgelegt wurden um Hunde zu vergiften (z.B. Düngemittel auf Feldern).
Dennoch gibt es ja Fälle in denen Hunde vorsätzlich vergiftet wurden. Da keiner weiß wie oft sowas wirklich vorkommt muss dann auch jeder selbst wissen wie viel Raum er der Angst davor im Alltag geben will. Auch hier gibt es wahrscheinlich kein richtig oder falsch.
@Schneese: So ganz unrecht hast du finde ich trotzdem nicht, wenn jeder jeden verdächtigt ist das schlecht für die Gemeinschaft. Man muss auch Vertrauen zum Leben und zu anderen haben, ich denke ebenfalls, dass die meisten Menschen nett sind.
Letzteres ist wohl auch der Grund dafür, dass heute kaum noch Kinder draußen spielen, es sich ja an jeder Straßenecke perverse Kinderdiebe unterwegs, glaubt man den Nachrichten der neuen Medien.
Ich habe mal gelesen, dass in den 60er Jahren Kinder noch einen durchschnittlichen Radius von 15km und mehr hatten, den sie sich zum Spielen vom Elternhaus oder einer Bezugsperson entfernt haben. Heute ist es nur noch etwa 1km. Vielleicht hat die Berichterstattung der Medien etwas damit zu tun (denn vergleicht man die Statistiken war die Kriminalität in den 60ern höher und man weiß heute, dass Sexualstraftäter in 90% der Fällen aus dem Familien- und Bekanntenkreis kommen). Es könnte aber auch sein, dass die Menschen heute einfach später und im Schnitt weniger Kinder bekommen und dann natürlich allgemein um so besorgter um das späte Wunsch- und Einzelkind sind. Ich weiß nicht, ich kenne sowohl überbesorgte Eltern, sowie völlig sorglose, aber ich denke beide lieben ihre Kinder und wollen das beste für sie.