ichwillichwilliwill (schulbegleithund)

Diskutiere ichwillichwilliwill (schulbegleithund) im Hundehütte Forum im Bereich Hunde Forum; Nee, Ausweichmöglichkeiten ist klar. Der Rest ist auch wieder eine Frage des Menschen, der da hinter steht. Wenn mein sein Tier mit...
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #41
Nee, Ausweichmöglichkeiten ist klar.

Der Rest ist auch wieder eine Frage des Menschen, der da hinter steht. Wenn mein sein Tier mit Zwangsmaßnahmen von Anfang an so derbe "desensibilisiert", also im Endeffekt mit harten Mitteln Reaktionen abtrainiert dann ist es einem auch egal, ob und wann der Hund evtl überfordert oder unglücklich ist.

Denke aber, dass Sumo da schon auch darauf schaut. Und dass man einen Hund nie in die Ecke drängen bzw. zu Körperkontakt zwingen sollte gehört ja schon zum Hunde 1x1...

Und ja, mein Freund passt da auf, es kommt aber auch vor dass BJ da mal "nur" mit Bewohnern im Esszimmer alleine ist. Zum Glück gehört BJ zu einen von den Guten, die tatsächlich in die Ecke zurückweichen und dann einfach still ausharren bis alles vorbei ist (also falls es mal zu einer blöden Situation kommt, was ja einfach immer mal der Fall sein kann, wenn man den Hund irgendwo lässt wo man nicht alles unter Kontrolle hat).
Die Bewohner kennen Tiertherapie aber auch und versuchen das, im Rahmen ihrer körperlichen und geistigen Möglichkeiten einzuhalten. Bedrängen ist für die meisten von ihnen auch gar nicht möglich. Wenn BJ unter dem Tisch ist kommen da glaub ich eh nur noch zwei Leute dran ;)
BJ ist da natürlich auch gefordert - der Menschenkontakt, der Garten, andere Umgebung, S-Bahn fahren... Mittlerweile hat er sich aber auch daran gewöhnt. Er schläft danach gut, aber mehr auch nicht.

Aber wie du oben schriebst wäre selbst das ja schon zuviel für einen Hund, eben durch dieses einfache "mit allen in einem Raum sein", auch wenn er nur daliegt. Das finde ich eben nicht unbedingt. Ein Hund muss eben lernen, auch in diesem Umfeld zumindest einigermaßen abzuschalten. Sonst könnte man ja auch keinen Besuch mehr einladen, ohne Angst zu haben dass es dem Hund zuviel wird wenn er da alle die ganze Zeit hören und beobachten muss :D


edit: Ich denke wirklich dass es hier einen Gewöhnungseffekt gibt. Dass IMMER darauf geachtet werden sollte, dass der Hund ausweichen kann oder zumindest einen Platz hat wo er in Ruhe gelassen wird ist klar.
Aber wenn er jetzt zum Beispiel seinen Platz neben dem Pult hat, wo die Klasse ihn zwar sehen kann aber nicht anfassen darf ist das ja auch schon in Ordnung, finde ich. Und wenn der Hund dann noch dazu weiß wo er im "Ernstfall" hingehen kann, noch besser...
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #42
Dackel sind so gar nicht meins. Die sprechen mich weder vom Wesen noch vom Aussehen her an, die kurzen Beinchen gehen einfach gar nicht. :uups: Außerdem arbeite ich ja nicht mir kleinen Kindern, sondern mit größeren, da ist die geringe Größe eher ein Nach- als ein Vorteil.

Es geht um zum Teil straffällige, aggressive Jugendliche.
Ich arbeite auch mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen und Trotzdem finde ich einen kleinen Hund da von Vorteil.

Das mit dem Aussehen bei Dackeln kann ich ja noch verstehen, aber wieso das Wesen?
Ich glaube jeder Hund kann Therapiehund mit der entsprechenden Ausbildung und der entsprechenden Wesensfestigkeit werden.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #43
Und wieso findest du einen kleinen Hund da von Vorteil?
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #44
Viele der Jugendlichen sind bei mir und so wie Sumo88 schreibt agressiv und ängstlich oder auch nur agressiv. Ein großer und vielleicht so gar ein großer Schwarzer Hund wirkt oft Angst - und damit auch Aggressionsfördernd.
Während ein kleiner Hund im Besten Fall Beschützerinstikte weckt, aber zumindest nicht als Bedrohung wirkt. Bei so einem großen Hund will der eine oder andere auch schon mal zeigen was für ein toller Hecht er ist und den Mädels imponieren. Das funktioniert bei so einem kleinen Hund nicht- Dackelbezwinger ist nichts großartiges..
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #45
Bei kleinen Hunden ist es aber durchaus möglich, dass die nicht ernst genommen werden. Ebenso fatal.

Aber wie du oben schriebst wäre selbst das ja schon zuviel für einen Hund, eben durch dieses einfache "mit allen in einem Raum sein", auch wenn er nur daliegt. Das finde ich eben nicht unbedingt. Ein Hund muss eben lernen, auch in diesem Umfeld zumindest einigermaßen abzuschalten. Sonst könnte man ja auch keinen Besuch mehr einladen, ohne Angst zu haben dass es dem Hund zuviel wird wenn er da alle die ganze Zeit hören und beobachten muss :D

Der Unterschied ist aber, dass ich zuhause nicht die Verantwortung für mir von meinem Arbeitgeber anvertraute Personen habe.
Hunde sind nicht berechenbar, ebenso wenig wie Menschen.

Egal wie lieb, wie gut sozialisiert oder sonstwie ein Hund ist: Es kann IMMER passieren, dass er auch nur einfach mal jmd. kratzt, weil er wegspringt und dann hat man, gelinde gesagt, die Kacke am Dampfen.
Das Gleiche, wenn der Hund schnappt, weil er sich wahnsinnig erschreckt.

Dadurch würde man nicht nur für sich selbst alle Chance zunichte machen jemals wieder mit diesem Hund zu arbeiten (sowas macht nämlich verflucht schnell die Runde), sondern man würde auch den allgemeinen Ruf dieser Form der Intervention beschädigen.

Ganz abgesehen davon: Ich würde für Liam meine Hand ins Feuer legen, dass er niemals nach jmd. schnappen würde. Menschen mit starken Verkrampfungen haben ihm auch schon Fell versehentlich ausgerissen und er hat nicht mit der Wimper gezuckt, aber dennoch würde ich das niemals riskieren, dass ich ihn allein mit Klienten in einem Raum lasse oder mich auch nur umdrehe.

Wenn mein Hund dabei ist bin ich dazu verpflichtet für alle Seiten Sorge zu tragen und bestmöglich dafür zu sorgen, dass auf gar keinen Fall jmd. verletzt wird- egal wie sicher ich mir bin, dass mein Hund eig. nichts tun würde.
Dazu gehört es auch, dass jmd., der vllt. unsicher ist keinesfalls in Bedrängnis gerät, weil ein Hund zu nah an ihm vorbei läuft.
Gerade Menschen, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht mitteilen können und/oder wollen können dadurch definitiv auch Schaden nehmen, wenn man nicht im Raum ist oder es nicht mitkriegt und die Situation beendet.

Es ist ja auch ein Paradoxon, wenn allgemein immer wieder gesagt wird, dass Kinder niemals mit Hunden unbeaufsichtigt bleiben dürfen, jedoch Menschen mit Behinderungen und andere Schutzbefohlene, die unter Umständen das Verhalten eines Hundes nicht einschätzen können dies dürfen.

Liam hat übrigens auch in Großgruppen geschlafen etc., aber trotzdem würde ich ihm das nicht nochmal antun, weil es einfach ein gigantischer Unterschied im Verhalten ist. JETZT hat er Spaß an der Arbeit, weil sie dosiert ist.
Zeitweise war es für ihn einfach nur noch Pflichtprogramm, das ihm keinen Spaß mehr gemacht hat.

Ich sage das auch nicht, weil ich das irgendjemandem madig machen will, sondern weil ich inzwischen sehr, sehr viele Hunde kenne, die total darunter leiden, dass sie zu oft und zu lange "nur dabei" sind.
Der ein oder andere Hund kann inzwischen überhaupt nicht mehr mit der entsprechenden Zielgruppe arbeiten, weil er so viele negative Erfahrungen damit verknüpft.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Hab das hier gerade erst gelesen irgendwie:
Ich denke wirklich dass es hier einen Gewöhnungseffekt gibt. Dass IMMER darauf geachtet werden sollte, dass der Hund ausweichen kann oder zumindest einen Platz hat wo er in Ruhe gelassen wird ist klar.
Aber wenn er jetzt zum Beispiel seinen Platz neben dem Pult hat, wo die Klasse ihn zwar sehen kann aber nicht anfassen darf ist das ja auch schon in Ordnung, finde ich. Und wenn der Hund dann noch dazu weiß wo er im "Ernstfall" hingehen kann, noch besser...

Einen Gewöhnungseffekt gibt es natürlich.
Aber dennoch ist es so, dass man nicht davon ausgehen kann, dass ein Hund in der Schule ganz entspannt 5 Stunden durchpennen kann.

In den Pausen wird es laut, unruhig, alle laufen hin und her und im Endeffekt gibt es immer wieder Situationen (gerade mit Kindern und Jugendlichen), die es erfordern, dass man sich intensiv mit einer Person befasst.

Mal abgesehen davon, dass man auch noch zwischendurch zum Lehrerzimmer muss, was nachkopieren geht oder was vergessen hat etc. etc. etc.

Was macht man dann mit dem Hund? Jedes Mal wecken und mitnehmen?
In der Klasse lassen und drauf vertrauen, dass die Kinder/Jugendlichen schon dran denken werden, dass der Hund in Ruhe gelassen werden soll?
Kann man das auch allen Kindern der Schule vermitteln so dass der Hund nicht auf dem Gang doch mal angetatscht wird etc.?

Wenn man in einem Bereich arbeitet wo man selbst z.B. einfach viel "rumsitzt" und die Klienten nur ins Büro kommen etc.pp. ist das nochmal was anderes.
Da ist Liam auch immer dabei.

Zur Zeit arbeiten wir übrigens mit 4 vollkommen unterschiedlichen Hunden in einer Klasse.
Und ALLE sind nach einer Stunde total fertig- obwohl sie eig. "nur da" sind;)
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #46
Wenn Kinder in der Klasse sind würde ich persönlich den Hund wohl mitnehmen.

Dass mein Freund den Hund ständig an seiner Seite hat geht übrigens nicht. Bzw. muss es da auch schonmal schnell gehen oder man ist ja eh schon zu zweit im BAdezimmer, da muss ein Hund nun wirklich nicht dabei sein.

Und auch um das nochmal klar zu stellen: Diese Leute sind erwachsene Behinderte, mit hauptsächlich körperlicher Behinderung. Teilweise lernbehindert, also auf dem Stand von einem 13 oder 14-jährigen, aber eben nicht geistig behindert. Wenn High Life auf der Gruppe ist (zum Abendessen, wenn alle aus ihren Werkstätten heimkommen) ist mein Freund natürlich mit dem Hund im Raum und schaut auf alle, gibt Unterricht im Umgang mit Hunden wenn es gerade passt und hat alles im Blick.
Abends sind meist nur noch 3-4 Leute da, wenn überhaupt, da muss er halt mal raus. Ist aber auch kein Problem. Wenn BJ nicht will bleibt er im Garten oder eben unter dem Tisch, da hat er seine Ruhe.

Ich hab selbst mal da gearbeitet, deswegen weiß ich wie die Leute da sind ;) Und die meisten freuen sich einfach tierisch, dass BJ mittlerweile Vertrauen zu ihnen gefasst hat, für ein Leckerlie mal ein Sitz springen lässt und sich streicheln lässt. WIE sie ihn streicheln müssen haben sie gelernt.
Es gibt einen von Grund auf unsicheren Bewohner, der am Anfang sehr naja eben unsicher war, aber mittlerweile auch Vertrauen in BJ gefasst hat und weiß, wie er sich verhalten muss damit er seine Ruhe hat und BJ dabei nicht stresst. Ein anderer mag Hunde eben nicht wirklich, es ist okay wenn sie da sind, aber er braucht nichts damit zu tun haben und das ist auch in Ordnung. Auch der hat gelernt, an Selbstsicherheit gewonnen und fühlt sich nicht verdrängt.
Selbstverständlich hat auch BJ Regeln an die er sich halten muss. Heißt zum Beispiel, dass er auch in der schönsten Laune niemals und unter keinen Umständen jemanden anspringen darf.
Es darf auch nicht jeder Hund mit. Die Chefin versteht sich dort auch sehr gut auf Hunde, die schaut sich das alles schon 3-4mal sehr sehr skeptisch an. Und wenn der Hund sich nicht wohl oder zu sehr gestresst fühlt sieht sie das auch, dann gibt´s Gruppenverbot für den Hund (war bei einer Kollegin der Fall).
Dass das ganze Konzept mit Tiertherapie arbeitet ist allen klar, Bewohnern wie ggf. Eltern oder Vormund, und bisher begrüßen es alle. Sie sehen ja, wie sich die Leute freuen wenn da ein Hund ist.

Ich würde tatsächlich sagen, dass BJ auf meiner Arbeit mehr Stress hat. Da kann es nämlich durchaus sein, dass ein Alkoholiker auf ihn zugeht ohne Ahnung von Hunden und ich dazwischen springen muss. Außerdem muss er im Büro rum liegen oder kommt mit mir in die Außenwohngruppen wo es teilweise auch wieder sehr stinkt.
Überall liegt Laminat was er nicht leiden kann oder sind Fliesen... alles höchst unangenehm. Und er hat keinen Garten, in dem er mal schnell Druck abbauen könnte und Gassi gehen können wir 25min in der Mittagspause durch Stadtgebiet - also strenge Leinenpflicht.

Aber BJ ist auch nicht ausgebildet :D Der hat einfach nur keine Wahl. Und er muss nicht 5mal die Woche mit, sondern wenn´s hochkommt 2-3mal, meistens weniger. Also sind Entspannungspausen garantiert :D
Fix und fertig wirkt er danach nicht. Wenn er bei mir mit auf Arbeit ist muss er abends auf dem Heimweg noch den Druck abbauen und rumtoben (weil das den ganzen Tag zu kurz kommt), wenn er mit meinem Freund heimkommt legt er sich ins Bettchen und schläft. Nicht wie ein Hund der viel zu viel hatte, eher wie nach einem langen Ausflug.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #47
Hallo Sumo :)
Ich muss sagen ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen. Aber wir hatten ja nun schon 2 Pudel und spontan hätte ich auch gesagt Pudel sind perfekt dafür.

Wir hatte erst einen, der in der Stadt aufwuchs und keinerlei Jagdtrieb hatte und auch nie spielte und dann einen, der auf dem Land groß wurde und jede Menge Energie im Poppes hatte:lol:. Auch wenn letzterer leider "etwas" verzogen war :lol::roll: würde ich vom Charakter beide so einschätzen, dass sie das echt super geschafft hätten.
Also Micky wusste wann Action angesagt war und er wusste auch wann er ruhig sein muss.

Nun aber zu einigen Kontrapunkten:
Es ist sehr leicht Micky zu zeigen, dass jetzt Action angesagt ist ein Blick reicht. Wenn deine Schüler das ausnutzen würden, hättest du immer recht schnell einen unruhigen Hund. (Allerdings ist das auch Erziehungssache, wenn du ihm signalisierst, dass jetzt keine Action ist und du ja Rudelführer bist, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass er den Unterschied versteht)
Außerdem ist der Pudel sehr eingeschränkt in der Mimik. Hunde nutzen ja einmal die Ohren, was bei Schlappohren schon viel geringer ausfällt (Drehungen von vorne nach Hinten, Ohren anlegen), und durch die Locken um die Schnauze (wenn du ihn nicht in Modeschuren hältst) fällt auch da ein Großteil an Mimik weg. An sich ist das zwar kein Problem, wenn man seinen Hund kennt aber Schülern, die sich vielleicht generell nicht mit Hunden und deren Körpersprache auskennen, fällt es mit Sicherheit schwerer die Situation einzuschätzen.
Als Beispiel wenn vor mir ein Hund mit aufgestellten Nackenhaaren steht und die Lefzen leicht nach hinten zieht sehe ich das sofort und da wüsste glaube ich jeder mit ein bisschen Verstand, dass der Hund nicht angefasst werden will. Der Pudel hat weder so viel Gesichtsmimik, noch kann er sein Fell aufstellen. Bei ihm sieht man erst um einiges später eine Reaktion bzw. hört sie, wenn er zu knurren beginnt. Klar man sieht vorher wenn der Hund sich anspannt und der Blick sich vielleicht verändert, aber was ich meine ist nur, dass man sich doch erst beim Knurren bedroht fühlt und bei anderen Hunden halt schon eher.

Ein weiterer Punkt, der dir wichtig ist, ist ja, dass der Hund bei Streit nicht dazwischen geht. Auch das hat zumindest der letzte immer gemacht. Allerdings fing er eher an zu schauen als würde man mit ihm streiten und winselte dann so lange bis wieder alles in Ordnung war.
Er beendet also schon Streit auch ohne körperliche Aspekte also schon bei Anschreien oder Ähnlichem aber er tut es eigentlich ohne agressivität.

Zum Allergiepunkt fällt mir als Rasse noch der Malteser ein. Wir brauchten damals auch eine Hypoallergene Rasse und das sind die zwei die ich da kenne.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #48
Den Pudel hab ich schon ausgeschlossen. Ich find zwar, das das tolle Hunde sind, aber viele sind eben echte Clowns und in einer eh schon unruhigen klasse wäre das kontraproduktiv ;) Und die eingeschränkte Gesichtsmimik it in dem Förderschwerpunkt auch schlecht.. 1. für die Kinder und 2. weil es für mich ja dann auch schwerer einzuschätzen ist, wann der Hund genug hat.
Darum wäre wohl auch ein hellerer Hund von Vorteil: bei einem schwarzen Hund erkenne ich den Gesichtsausdruck einfach nicht mehr gut genug, wenn der am anderen Ende des Raumes steht.

Feste Rückzugsmöglichkeiten sind ja wohl selbtverständlich. Dazu gehört für mich nicht nur ein Körbchen im Klassenzimmer, das für die Kinder tabu ist und in das er sich jederzeit von selbst zurückziehen kann, sondern auch die Möglichkeit ihn komplett aus der Situation rauszunehmen, wenn es zu viel wird. Z.B im Timeout-Raum, Lehrerzimmer, etc.

Das kommt ja auch immer auf die örtlichen Gegebenheiten an, wie man das gestaltet und wie man den Hund dann letztenendes einsetzt. In einer rhigeren Klasse kann er vielleicht durchaus mal länger dabei sein, in einer chaotichen, lauten klasse muss er vielleicht nach kürzester Zeit schon wieder raus. Da bedenke ich auf jeden Fall alle Eventualitäten mit ein, auch wo der Hund unter kommt, wenn er mal krank ist, ein Kind allergisch, es die Situation in der Schule grad nicht zulässt etc. Auch dafür gibt es verschiedene Optionen, nämlich dass er entweder von meinem Freund oder meiner Mama mit in die Arbeit genommen wird,von einem engagiertem Hundesitter betreut wird, von Nachbarn oder Freunden,...

Da ich weder meine zukünftige Wohnsituation, noch meinen Arbeitplatz und Arbeitszeiten kenne, kann ich das natürlich jetzt noch nihct so genau sagen. Aber ich kann euch versichtern, dass ich alles dafür tun werde, dass der Hund artgerecht und so optimal wie möglich gehalten wird. Sollte er sich trotz gründlicher Auswahl (da werde ich mir wohl proffessionelle Unterstützung holen) doch nicht zum Schulbegleithund eignen, wird er auch nicht auf der Straße landen, sondern darf natürlich als reiner Familienhund trotzdem bleiben.

Vorab ist mir erstmal wichtig, die richtige Rasse zu finden, wobei ich denke, dass es auf den Labrador hinauslaufen wird. Außerdem habe ich jetzt dank suno schon eine mögliche Adresse für die proffessionelle Ausbildung in der Nähe. Worauf muss ich denn bei der Auswahl des Welpen achten? Der quirligste? Der ruhigste? der aufmerksamste? Oder mich raushalten und auf Profi+Züchter vertrauen?
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #49
Also da dein Hund ja nunmal einen echt großen Geduldsfaden braucht, würde ich die Welpen beim Verhalten untereiander beobachten und sehen, welcher am meisten mit sich machen lässt. Ansonsten lass ich da mal lieber erfahreneren Hundehalter ran :)
Ich denke auch, dass man sich bei dir echt nicht sorgen muss ob der Hund auf der Straße landet :D
Auf jeden Fall noch viel Erfolg bei deiner Suche.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #50
Auch wenn du den Pudel ausgeschlossen hast, möchte ich trotzdem noch was dazu sagen.

Erstens sind sicher die meisten Pudels fröhliche Typen (oder eben Clowns), aber sie können sich sehr wohl ruhig verhalten. Ein Pudel neben dem Rollstuhl oder neben einem Blinden darf auch nicht herum albern. Wenn er lernt, wann er sich ausgiebig bewegen darf und wann nicht, dann kann auch ein Pudel im Unterricht ruhig und verhalten sein.

Zweitens hat meine Jette sehr wohl eine (Gesichts)Mimik. Man muss halt nur lernen, sie zu lesen. Aaron, mein HSH, hat z. B. noch nie die Nackenhaare aufgestellt. Man kann an anderen Gesten lesen, ob ein Hund auf Krawall gebürstet ist oder nicht, dazu braucht es kein aufgestelltes Nackenhaar.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #51
Klar können sie sich rugig verhalten, aber es fordert ihnen sicherlich weentlich mehr ab, als einem Hund der quasi von Natur aus schon ruhiger ist. Ich denke, dass Pudel in einem Kinderkrankenhaus, Altenheim,... etc. wesenntlich besser aufgehoben sind als in einer Schule zur Erziehungshilfe.

Und es geht mir nicht drum zu erkennen, ob der Hund auf Krawall gebürstet ist oder nicht, denn das sollte er auf keinen Fall sein, sondern es geht darum schon die kleinsten Zeichen zu lesen, wie gestresst der Hund in der aktuellen Situation ist. Und wenn ich das zu spät erkenne, weil es der Hund velleicht nicht offensichtlich zeigen kann, dann täte mir das für ihn sehr Leid. Sowas will ich halt vermeiden.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #52
Hey:)

Zur Welpenauswahl:

Liam war der...lahmarschigste und der, den ich am wenigsten auf dem Schirm hatte.
Allerdings war er auch der, der sich nie erschreckt hat (selbst bei knallenden Zündkerzen:p), immer wieder neue Anläufe unternommen hat, wenn er etwas nicht sofort geschafft hat und der sich überall manipulieren ließ.
Also spielerisches Herumwuscheln, Zähne angucken, Pfoten betatschen usw. usw. usw.

Zudem hat er sich bei den anderen Welpen immer recht viel rausgehalten aus Kabbeleien um dann die Gunst der Sekunde zu nutzen und sich dann das Streitobjekt unter den Nagel zu reißen.

Außerdem vereint er relativ viele optische Merkmale, die ich persönlich toll finde, aber auch von Klienten super angenommen werden.
Er hat zwar eine schwarze Maske, jedoch auch viel Weißanteil wodurch er nicht bedrohlich wirkt.
Er ist quasi die farbliche goldene Mitte:mrgreen:
Ausserdem hat er eine extrem ausdrucksstarke Mimik und die hatte er auch schon als Welpe durch seine hellen "Augenbrauen".

Einer seiner Brüder, der auch bei mir ganz hoch im Kurs stand, war extrem hibbelig, schnell aufgedreht, sehr schreckhaft usw.
Der hätte sich überhaupt nicht für meine Zwecke geeignet:)

Was dann aber letztendlich ausschlaggebend war, war die Tatsache, dass er mich scheinbar auch wohl ziemlich cool fand;)
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #53
Ah, also zur Auswahl auf jeden Fall knallende Zündkerzen mitnehmen :mrgreen:

Ich finde es schwer zu sehen, ob ein Hund einfach nur von seiner Art her Ruhig ist/Ruhe ausstrahlt, oder ob er lieber seine Ruhe möchte..aber ich hab ja zum Glück noch Zeit das zu lernen ;) Und ich denke, die Züchter kennen ihre schützlinge gut genug, um das richtig einschätzen zu können.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #54
Mal eine andere Frage: Wenn du schreibst sie sind teilweise agressiv, wie gut hast du sie im Griff? Ich meine, ich habe _null_ Ahnung von Kindern und vor allem keine von Kindern in den Bereich. Kenne mich aber ein wenig mit den Verhalten von ´normalen´ Jugendlichen aus und wenn sich da irgendwas extrem hochschaukelt, kannste da 2-3 Kids von abhalten den Hund zusammenzutreten?

Also ich will keinesfalls sagen das das Monster sind oder so, ich hoffe es kommt nicht falsch rüber, aber fakt ist ja auch das es durchaus ´normale´ Kinder gibt die Hunde zusammentreten, Welpen würgen und schlagen und sich nicht wirklich von der ´beruhigenden´Art von Tieren beeindrucken lassen. Niedlichkeitseffekt fällt auch weg und sogar Schäferhunde wurden schon zusammengetreten imposant hin oder her. :eusa_think:
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #55
Dass ein schulbegleithund körperlich angegangen wurde habe ich noch nie gehört. Der ist ja auch eine willkommene Abwechslung im Schulalltag und darum bei den Schülern normal recht beliebt. Auf jeden Fall ist die solidarität da groß genug, dass der Hund auch von den anderen Kindern verteidigt werdern würde.

Aber normal lernt man die klasse ja vorher kennen, wenn das Aggressionspotential so groß ist oder Gewalt gegen Tiere bekannt ist, würde ich den Einsatz vom hund möglicherweise auch ausschließen.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #56
Zum Einen können die Züchter wirklich meistens einschätzen wie der Welpe so ist und zum Anderen wirst du ja bestimmt nicht nur einmal da sein;)

Bei Liam hat es auch wirklich gedauert bis er 10 Wochen alt war, dass ich mir sicher war, dass ich ihn haben will;)
Deswegen mussten die anderen Welpenkäufer auch noch mit definitiven Zusagen warten, weil ich "Aussuchsvorrecht" zwischen 3 Welpen hatte:angel::roll:

"Im Griff" hat man Menschen übrigens immer nur bedingt.
Daher ist es manchmal tatsächlich gerade bei Menschen mit Aggressionsproblemen sogar sinnig einen Hund mit reinzunehmen.
Meistens merken die Hunde nämlich viel eher, dass sich was anbahnt und machen sich vom Acker.

Mein Ding ist auch so.
Selbst bei Menschen mit Demenz weiß ich bereits mehrere Minuten bevor da irgendwas abgeht durch seine Reaktion, dass irgendwas nicht stimmt.
Und dann muss man den Hund eben draußen parken;)

Bzw. wenn amn schon in den ersten paar Minuten merkt, dass heute irgendwie dicke Luft ist setzt man den Hund einfach gar nicht erst ein.

Aggressionen kommen ja nicht einfach aus dem Nichts, sondern kündigen sich im Regelfall an.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #57
Ich hatte mal einen Bericht über Tiere im Gefängnis gesehen. War sehr interessant und da wurde gesagt, dass durch die Anwesenheit der Tiere die Gewaltbereitschaft unter den Gefangenen nachgelassen hatte.

Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass ein Hund auf die Kinder/Jugendlichen einen positiven Einfluss nimmt.
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #58
Ich hatte mal einen Bericht über Tiere im Gefängnis gesehen. War sehr interessant und da wurde gesagt, dass durch die Anwesenheit der Tiere die Gewaltbereitschaft unter den Gefangenen nachgelassen hatte.

Diese Effekte gibt es teilweise sogar im forensischen Bereich:)
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #59
Off-Topic
auch wenn du Pudel ausgeschlossen hast, es gibt die in mehreren Farben. Weiß,Apricot und Silber wären dann ja wohl hell genug ;) Nur damit keine Verwirrung statt findet, sollte das Thema jemand lesen der auch einen Hund dafür sucht.
Und ich weiß nicht :) aber Die Labbis sind für mich nicht weniger Clowns als Pudel.



Lernt der Hund von Anfang an die Ruhe ist es überhaupt kein Problem in eine etwas unruhige Klasse zu sein. Da muss jede Rasse souverän sein und das lernen..
Kennen den alle Kinder Hunde? Sind Allergiker dabei? Denn wenn ja, da ist ein haarender Hund wie Labrador schon schwierig
 
  • ichwillichwilliwill (schulbegleithund) Beitrag #60
Wollte auch gerade sagen dass ich Labradore schon auch als Clowns wahrnehme :D

Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass man Aggressionen irgendwann schon im Vorhinein irgendwie... spürt. Gar nicht besonders auffällig, aber man entwickelt ein gewisses Gefühl für seine Pappenheimer ;)
Meine Jungs haben damals auch schonmal Steine geschmissen oder sind mit riesigen Keramik-Aschenbechern aufeinander los. Aber mit Hund in der Nähe... war das nie ein Thema. Sie waren nett, interessiert, amüsiert, aber Angst dass jemand meinem Hund etwas will (sei es auch nur um mir eine reinzuwürgen) hatte ich nie. Hätte aber nichts desto trotz meinen Hund auch nicht alleine mit ihnen gelassen, das wäre mir doch zu unsicher gewesen.

Und immerhin werden Jugendliche ja in den allerwenigsten Fällen von alleine so, wie sie da dann sind. Den meisten fehlt einfach jemand, mit dem sie mal kuscheln oder sich ausheulen können. Da sind Tiere einfach ein Segen und ich denke das kann man in dieser Arbeit auch bis zu einem gewissen Grad nutzen (sicher muss sich der Hund nicht knuddeln lassen). Aber streicheln, dasein und ruhig zuhören, nicht "böse" oder "verärgert" sein, nur weil man sich gerade mal wieder daneben benommen hat... Das ist schon sehr sehr viel wert!
(Ich denke das kennen die meisten, die in der Kindheit/Pubertät ein Haustier hatten. Die Welt ist gegen einen, aber dieses Tier ist einfach nur da und hat keinerlei Vorbehalte...)

Off-Topic
Sumo dass du darauf achtest dass es dem Hund gut geht weiß ich bzw ging ich davon aus ;) Hab aber mittlerweile auch viel gelesen über solche Hunde, die einfach so lange konfrontiert/desensibilisiert werden, bis sie am Ende einfach resignieren bzw. Aufstauen. Deshalb wollte ich das nochmal explizit erwähnen :D
 
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