Wie schon angemerkt wurde, verwechselst du da was.
Der "Experte" von dem du da redest ist Cesar Millan und wie hier schon erwähnt wurde, geht es dabei um Tiere in Amerika und wie Meinzwerg schon sagte, herrschen da ganz andere Umstände. "Dort" (dort ist eigentlich falsch, da es in Amerika verschiedene Richtlinien gibt je nach Gebiet) werden teilweise F1 Generationen oder sogar echte Wölfe gehalten bzw. man versucht es.
Wir haben in Deutschland auch amerikanische Wolfhunde und auch diese sind nochmal eine ganz andere Hausnummer als der TWH oder der SWH. Im Vergleich zu diesen beiden ist der AWH auch keine FCI anerkannte Rasse. Aber auch die meisten der hier lebenden AWH, sind nicht vergleichbar mit den gezeigten Wolfhunden aus dem Video.
Mein SWH lebt in einer Stadt in einer 60qm Wohnung (ohne Garten) mit einem zweiten großen Hund und ich wette mit dir, dass er sich wohler fühlt, als der ganze große Teil (im Prinzip fast alle) der Gebrauchshunderassen (z.B. Labrador, Border Collie, Aussi und auch die kleinen Prager Rattler, Terrier etc.), die nicht richtig ausgelastet werden.
Im Vergleich zu diesen, wurde er nie zum Gebrauch gezüchtet und ist rundum zufrieden, wenn er einfach nur "dabei" sein darf.
Das ist super entspannend! Mein Golden Retriever fordert wesentlich mehr und wenn er mal ne Weile kein Dummytraining machen darf, dann sieht man richtig wie er, wie du schön sagtest: dahinvegitiert.
Nicht desto trotz, merkt man ihnen den Wolf noch an. Neben der besseren Gesundheit, von der die meisten Hunderassen nur noch träumen können, dem stolzen Aussehen, den stechenden Augen und dem federnden "Wolfgang" :lol: hat man auch vom Verhalten noch Wolfseigenschaften. Die enge Bindung an das Rudel und damit verbunden oft Probleme mit dem Alleinelassen, die Scheue gegenüber Menschen (ist beim SWH meist stärker ausgeprägt als beim TWH) und der Jagdtrieb.
Wenn man allerdings ein Leben führt, wo dieser Hund rein passt, dann geht es ihm mit Sicherheit besser als den ganzen Gebrauchshunderassen, die ihre Arbeit nicht mehr machen dürfen.
Es ist mit Sicherheit kein Hund für jedermann. Man muss eben mit dem Schlimmsten rechnen und damit zurecht kommen.
Ich wohne hier zwar in der Stadt und habe einen Wolfhund der nicht scheu ist, aber ich hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt wieder aufs Land zu ziehen in ein Haus mit Garten. Ich wäre dann eben ne Stunde fahrt von meinem Freund weg gewesen für 2 Jahre. Ich muss ihn nicht alleine lassen und Jagdtrieb ist mir noch am liebsten zu trainieren (und hat ja auch sehr gut funktioniert bei meinen Beiden... der Golden Retriever hat übrigens wesentlich mehr davon). Im Notfall wäre ich auch ein Leben lang mit ihm an der Schleppleine gelaufen und damit angepasst dann natürlich auch längere Strecken. Nichts, was einem mit einem anderen Hund nicht auch passieren kann.