Ich schließe mich Mickey48 an, die Zeitschriften werden sicherlich den ein oder anderen Werbeträger aus der Futterindustrie haben, und denen wird es nicht gefallen wenn in der Zeitschrift Anti-Fertigfutter-Artikel aufgeführt werden.
Ich nehme mir mal die 4 "Irrtümer" vor
1. Tierische Nebenerzeugnisse sind genau so gut wie Muskelfleisch im Futter.
Natürlich stimmt es, dass auch Innereien ein wichtiger Teil der Hundeernährung sind, allerdings sind gerade auf minderwertigen Futtersorten die "Nebenerzeugnisse" nicht weiter deklariert und können deswegen neben guten Innereien auch aus Haut, Hufen, Feder, Hörnern, Blut, Darm, Eutern, Blasen, Sehnen und Knorpeln ...etc bestehen. All das bringt den Hund nicht um, ist aber auf keinen Fall ein Ersatz für hochwertiges Fleisch und Innereien.
2. Maiskleber ist ein wichtiger Eiweißlieferant.
Natürlich ist er wichtig...für die Futterindustrie. Maiskleber kostet den Hersteller wenig im Einkauf und kann vom Hund als Eiweißquelle genutzt werden (so kann man am teureren Fleisch sparen), außerdem sorgt die Stärke dafür, dass die Trockenfutterkekse prima zusammenkleben.
Der Nachteil gegenüber hochwertigem Protein aus Fleisch besteht darin, dass Maiskleber relativ wenig gesunde Aminosäuren enthält. Es liefert also nutzbares Protein, aber darüber hinaus leider kaum gute Nährstoffe.
Es gibt keinen Grund Maiskleber dem Fleisch im Futter vorzuziehen (außer eben, dass es billiger für die Hersteller ist).
By the way: Maiskleber wird aus dem Endosperm des Maiskorns gewonnen und das ist nicht der "weiße Kern" wie es im Artikel angegeben ist, sondern das im Hinterteil des Samens gelegene Nährgewebe für den Keimling.
Beim Maiskorn ist es gelb und nicht weiß.
http://newenergyandfuel.com/wp-content/uploads/2009/12/Corn-Kernel-Components.jpg
http://godricgryffindor.edublogs.org/files/2010/01/CORN.jpg
3. Der Getreideanteil sollte 10% höher sein, als der Fleischanteil.
Im Text heißt es, das Futter sollte zu einem erhöhten Anteil aus Getreide bestehen, weil sonst der Eiweißanteil zu hoch wäre. Allerdings preist der Text den viel verwendeten Maiskleber als ausgezeichneten, pflanzlichen Eiweißlieferanten an, hier besteht also grundsätzlich erstmal ein Widerspruch. Es sei denn man möchte uns mitteilen, dass es schon okay ist wenn das Futter zu insgesamt 80% pflanzlich ist, weil der Hund ja viele Kohlenhydrate braucht und das Eiweiß ja auch prima aus Maiskleber gewonnen werden kann :roll:
"Tatsächlich aber - dies ist wissenschaftlich belegt - sollte eine ausgewogene Ration aus rund 45-55% Kohlenhydraten [..] bestehen"
In diesem Satz ist es ein kleines Wort welches meiner Meinung nach die Aussage verfälscht. Würde es heißen die Ration "kann" zu 45-55% aus Kohenhydraten bestehen, dann könnte man diesen Satz so stehen lassen. Hunde haben seit ihrem Anschluss an den Menschen eine sehr große Toleranz für Kohlenhydrate entwickelt und können diese durchaus verwerten. Dennoch benötigen sie sie nicht für ihre Ernährung. Der Stoffwechsel des Hundes ist nach wie vor hauptsächlich auf Fette und Eiweiße ausgelegt, aus diesen synthetisiert der Hund sich die benötigte Glukose (also Kohlenhydrate).
Deswegen können Menschen mit einer "Atkins Diät" abnehmen, Hunde aber nicht

Die Industrie macht hier nur gerne aus einem "kann" ein "soll", dass ist praktisch, weil die Getreide-Kohlenhydrate so schon billig sind.
4. Zucker dient nicht als Geschmacksverstärker, sondern zum Einfärben des Futters.
Das mag durchaus sein (zumal noch jede Menge anderer Geschmacksvestärker (Hefen/Glutamat) dem Futter zugesetzt werden können die den Zweck genausogut erfüllen), ich halte die geringen Zuckermengen im Fertigfutter auch für weniger problematisch als die oben angesprochenen Punkte. Zucker ist als Kohlenhydrat in der Ernährung weitestgehend überflüssig, es macht wie andere im Futter enthaltenen Kohlenhydrate zwar satt, aber auch dick und liefert für den Hund kaum weiter Nährstoffe außer schneller, billiger "Basisenergie".
Das das Futter eingefärbt wird ist allerdings auch nur für den Menschen, der soll durch die braune Farbe der Brocken nämlich an Fleisch erinnert werden. Ohne die extra Einfärbung wäre das meiste Trockenfutter wohl eher blaßgelb und das gäbe dem Menschen dann gar kein gutes Gefühl beim Verfüttern - warum wohl?
