Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun?

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Delarue

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Hallo zusammen,

am vergangenen Samstag sind mein Hund und ich einer grösseren Gruppe Jäger begegnet, deren Geballer ihn sehr erschreckt hat. Er ist ganz grundsätzlich ängstlich, wenn geschossen wird, und auch Silvester ist für uns immer wieder eine Härteprobe. Gewöhnlich erholt er sich aber recht schnell wieder von dem Schrecken und verhält sich dann wieder völlig normal.

Nicht so dieses mal: seit Samstag mag er nicht mehr so recht spazierengehen. Er trottet hinter mir her, bleibt immer wieder verunsichert stehen, zittert, schaut sich ängstlich um. Ich versuche, nicht auf seine Angst einzugehen, sondern verhalte mich "neutral". Ich rufe ihn zu mir und belohne ihn mit einem Leckerchen, wenn er kommt. Irgendwann geht es dann auch einigermaßen, er läuft auf gleicher Höhe mit mir oder sogar ein bisschen vor (normalerweise ist er eher der "Ich-laufe-meterweit-vor"-Typ), bleibt aber in aller Regel sehr "misstrauisch" seiner Umgebung gegenüber und horcht bei jedem Geräusch auf. Wenn uns andere Hunde begegnen, kümmert er sich nicht besonders um sie- vor seinem Schreckerlebnis hat er mit den meisten Hunden immer sehr gern gespielt oder sie zumindest zur Begrüssung neugierig beschnüffelt. Jetzt scheint es so, als sei er zu gestresst, um sich anderen Hunden zuwenden zu können. Bei hundefreundlichen Menschen hingegen lässt er sich ausgiebig kraulen und drückt sich an sie. Normalerweise ignoriert er Menschen eher.

Dieses Verhalten zeigt er auf allen von uns viel genutzten Strecken (also nicht nur dort, wo uns die Jäger begegnet sind). Bei unbekannten oder selten genutzten Strecken hingegen verhält er sich etwas selbstbewusster.

Hat jemand eine Idee, was ich tun kann, damit seine Angst nachlässt?

Hier ein paar Informationen zu meinem Hund:
er ist ein 12 Jahre alter Border-Collie-Mischling, unkastriert. Bis auf eine leicht Arthrose, die wir mit Teufelskralle und Grünlipp-Muschel aber gut im Griff haben, war er noch nie ernsthaft krank. Im Gegenteil: er wird stets für wesentlich jünger gehalten, weil er recht agil ist. Ausserdem meistert er täglich drei Spaziergänge (morgens und mittags etwa eine halbe Stunde, abends dann eine ganze bis eineinhalb), die er auch einfordert. Ein neugieriger, freundlicher, aktiver Hund mit viel Bewegungsdrang und Spieltrieb. Auch ganz unabhängig vom Wetter: er will immer seine Spaziergänge und geniesst sie. Bis vergangenen Samstag...

Ich bin dankbar für jeden Tipp. Danke!
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #2
Ich denke Du machst alles richtig indes dauert einfach noch ein bisschen bis es besser wird.
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #3
Danke für deine Antwort. ;-)

Heute morgen sind wir eine Strecke gegangen, die wir sonst nur selten gehen. Auf den ersten bekannten Metern nach Verlassen des Hauses trottete er unsicher hinter mir her. Als wir dann in Richtung der anderen Strecke abgebogen sind, lief er bei Fuß und nachher sogar ein bisschen vor. Er hat sich dann den ganzen Weg recht normal verhalten- nicht ganz so selbstbewusst wie gewohnt, aber schon weniger ängstlich als auf den bekannten Strecken.

Ich frage mich nun: sollen wir die bekannten Strecken ein paar Tage meiden und es dann später wieder versuchen? Vielleicht vergisst er seine Angst dann einfach? Oder soll ich ihn konsequent "konfrontieren", um ein Überwinden der Angst zu ermöglichen? Was meint ihr?

Was halt komisch ist: er zeigt die Angst nicht nur an der Stelle, wo wir die Schüsse gehört haben, sondern auf allen oft genutzten Wegen...
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #4
Sicher dass er das mit den Schüssen verbindet und ihn die gewohnten Spaziergänge nicht langweilen? (Keine Ahnung, kam mir nur so. Weil ja eigentlich dann gerade neuere Strecken nochmal mehr Unsicherheiten bergen sollten als das, was man schon kennt?)

Ich würde durchmischen. Meiden nicht, aber da ein Hund es ja auch immer wieder spannend findet, Neues zu erkunden würde ich das schon auch weitermachen. Wenn er rumschissert würde ich mir eine Bank in der Nähe suchen, mich da hinsetzen und warten, bis er entspannt. Kein Theater, nichts, sondern einfach nur... ICH fühle mich hier sicher also ist es auch sicher und wir bleiben hier ein bisschen.
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #5
Auch dir vielen Dank für deine Antwort.

Nein, Langeweile schliesse ich als Grund aus. Er zeigt deutliche Symptome von Angst: unsicherer Blick, gelegentliches Zittern, aufschrecken bei jedem lauteren Geräusch. Wenn er mal einfach keine Lust hat, wie etwa bei ganz starkem Regen, dann verhält er sich anders.

Ich finde es aber auch merkwürdig, dass er seine Angst auf ungewohnten Strecken etwas ablegt. Vielleicht liegt es aber daran, dass die dort zu findenen neuen Gerüche ihn einfach so stark motivieren, dass sie die Angst "überlagern".

Übrigens, auch zuhause ist er etwas unsicher: ich bin Raucher, gehe aber immer auf die Terrasse zum rauchen, weil ich drinnen meinen Hund nicht zuqualmen will. Bei schönem Wetter kommt mein Hund dann immer mit auf die Terrasse, rennt ins Gebüsch, schnüffelt oder sonnt sich einfach etwas. Bei schlechtem Wetter bleibt er lieber gemütlich drinnen, als das doofe Herrchen auf die Terrasse zu begleiten. Momentan verhält er sich anders: er folgt mir bis in den Wintergarten und legt sich dann dort hin, um mich im Blick zu haben. Sobald ich wieder reingehe, kommt er auch wieder mit. Das sind doch deutliche Angstsymptome... er tut mir so leid, aber ich weiss nicht, wie ich ihm helfen soll. :-(

Momentan habe ich Urlaub und bin eigentlich fast die ganze Zeit bei ihm. Nächste Woche muss ich wieder arbeiten. Wenn ich arbeite, ist er vormittags vier bis fünf Stunden allein. Dann holt ihn eine "Hundesitterin" zum Spaziergang und nimmt ihn für den Rest des Tages mit zu sich, wo ich ihn nach der Arbeit dann abhole. Das morgendliche Alleinbleiben war nie ein Problem, aber jetzt frage ich mich, ob ich ihm das in seinem aktuellen Zustand zumuten kann.
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #6
Wie oben schon gesagt, normal bleiben ;)
Das Blöde hier ist, dass Hunde saumäßig empathisch sind. Sobald du auch nur einen Hauch von "oh der Arme" denkst oder ihn betüddeln willst weil er so unsicher ist... fühlt er sich in seiner Position bestärkt. Du machst etwas Besonderes draus, also hatte er recht und es ist eine andere Situation.
Sehr viel kann man da gar nicht kontrollieren, weil Hunde einfach jede Regung mitkriegen. Aber man muss es nicht noch extra machen. Es ist ein normaler Spaziergang, also verhalte dich auch so. Wie vor dem Ereignis auch.
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #7
Ja, du hast recht. Ich bin natürlich etwas angespannt, weil ich mir Sorgen mache, und das spürt mein Hund. Wir beeinflussen uns quasi gegenseitig negativ.

Bin gerade mit ihm in einem mehrere Kilometer entfernten Wald gewesen. Da hat er sich relativ normal verhalten, wie auf allen ungewohnten Strecken. Wir variieren jetzt die nächsten Tage mal die Wege, und wenn es dann nicht besser wird, lasse ich eine Freundin von mir mal mit ihm spazieren gehen. Einfach, um mal zu testen, ob er bei anderen Menschen vielleicht sein Verhalten ändert...
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #8
Kurzes Update: eine Freundin hat uns Globuli (Phosphorus D30) empfohlen, mit denen sie schon gute Erfahrungen gemacht hat, wie sie sagt. Ich weiss nicht, ob so etwas hilft. Manche schwören darauf, andere halten es für Unsinn. Habe aber einfach mal welche gekauft und gebe ihm nach Empfehlung der Freundin 3xtäglich fünf Stück.

Mein Hund ist schon wieder viel selbstbewusster, entfernt sich beim Spazierengehen wieder weiter von mir, horcht nicht mehr auf jedes Geräusch und hat wieder mehr Spaß. Ob das nun an den Globuli liegt oder er einfach so seine Angst überwunden hat, ist natürlich Spekulation. Jedenfalls freue ich mich sehr, dass es ihm besser geht und danke nochmal allen, die hier geantwortet haben. Hoffe, in Zukunft auch anderen Forumsmitgliedern helfen zu können, sobald eine Frage aufkommt, mit der ich mich auskenne. :)
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #9
Off-Topic
Oder du fühlst dich sicherer damit und überträgst das auf deinen Hund ;)
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #10
Das ist natürlich gut. Ich glaube an die Globoli :D. Naja, jeder hat so seine Macken....
 
  • Hund hat Angst beim Spazierengehen. Was tun? Beitrag #11
Infano: daran kann es natürlich liegen. ;-)

Silberfell: ja, das tun viele. Ich arbeite als Pädagoge in einer Einrichtung der Behindertenhilfe, und einer meiner Klienten ist immer stark verstört und durch den Wind, wenn seine Eltern ohne ihn in den Urlaub fahren und ihn für diese Zeit in eine Verhinderungspflege geben. Beim letzten mal hat seine Mutter angefangen, ihm "Trennungsschmerz"-Globuli zu geben. Ich habe darüber erst einmal den Kopf geschüttelt, aber er hat sich dann tatsächlich viel sicherer und entspannter verhalten. Vielleicht ist es hier auch so, dass die neugewonnene Gelassenheit der Mutter sich auf den Sohn überträgt... oder die Dinger helfen Mensch und Tier tatsächlich. Who knows? ;-)
 
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