Ich habe schon gehört, dass gerade das kupieren der Rute auch Vorteile haben kann, dass z.B. gerade große Hunde u.a. auch die Deutsche Dogge sich sonst immer derart die Rute anschlangt und dadurch auch Schmerzen bzw. immer wieder Verletzungen haben kann.
Ja, das kann passieren, meinem Rottimix ist es sogar passiert. Er hat sich immer extrem gefreut und dabei irgendwann die Rute an der Wand aufgeschlagen. Es hat lange heilen müssen und wir waren nicht sicher, ob die Rute erhalten werden kann. Nichtsdestotrotz hätte ich ihn auch danach niemals vorsorglich kupieren lassen. Wir hatten in meiner Familie immer große Hunderassen und nie ist einem sowas passiert. Das war nur dieser eine unter vielen. Am besten kann man es vielleicht so vergleichen, wie Midori es schon angedeutet hat: Würdest du deinem Hund das Bein abnehmen lassen, weil du Angst hast, dass er es sich brechen könnte? Sicher nicht

. Ich kannte übrigens auch einen etwas kleineren Hund, der die Rute verloren hat, weil er sie sich in der Autotüre eingeklemmt hat (nicht ganz, aber gut die Hälfte). Das kann auch jedem passieren.
Hütehunde wurden wie Jagdhunde früher oft kupiert, damit sie sich bei der Arbeit nicht verletzen. Das Risiko, dass der Hund sich die Rute verletzt, war wohl höher als ein anderes Körperteil. Das mag logisch klingen, dennoch halte ich es für Tierquälerei. Denn kommen wir zurück zum Beispiel: Wieso wird nicht das Bein entfernt? Weil es a) auch vom Jäger/Schäfer/Halter allgemein gebraucht wird, damit der Hund seine Arbeit machen oder überhaupt richtig laufen kann, und b) optisch natürlich auch nix hermacht. Sicher kommt auch noch hinzu, dass wir als Mensch eine andere Bindung an Körperteile haben, die wir selbst haben und deren Verlust wir fürchten.
Das heißt wir empfinden den Verlust eines Beines als Einschränkung für das Tier, den Verlust der Rute nicht, weil wir selbst keine haben und m.E. bei weitem nicht so bewusst wahrnehmen, wie wichtig dieses Körperteil sein kann. Von der Empfindung her ist die Rute für uns eher rudimentär wie unser Steiß, der vermutlich mal nichts anderes war. Wir vergessen unterbewusst (oder zumindest die meisten), wie wichtig die Rute für den Hund ist, auf die Kommunikation bezogen ebenso wichtig wie ein Bein, selbst auf das Gleichgewicht hat sie Einfluss.
Und dann gibt es natürlich noch jene, denen das einfach egal ist, die einen funktionierenden Jagdhund mit traditionell kupierter Rute oder einen ihrer Meinung nach verschönerten Hund haben möchten.