Hallo schwertträger,
möchtest du den Hund selbst herholen oder hast du eine Organisation im Auge, die das übernimmt?
Schau mal hier, S. 28, da findest du vier Erfahrungsberichte und einen kleinen Katalog, worauf man bei der Wahl einer Auslandstierhilfe achten sollte:
http://tier-zeit.de/archiv/ausgabe3/
Wenn du den Hund selbst holen willst wirst du große Probleme bekommen. Theoretisch braucht der Hund je nach Land nicht mehr als einen EU-Pass, eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens vier Wochen alt ist, und ein Gesundheitszeugnis. Da gelten aber u.U. andere Richtlinien je nach Land, das musst du ergooglen. Das eigentliche Problem ist, den Hund von dort zu bekommen. Sitzt er dort im TH wird er dir vermutlich nur schwerlich überlassen, da die meisten ungern Tiere an Ausländer abgeben, die diese ausführen wollen. Es gibt auch vielerseits noch das Vorurteil, wir würden Tierversuche mit den Hunden machen, denn warum sonst würde jemand einen Hund aus dem Ausland nach Deutschland holen? *hust*
Ein Gesundheitszeugnis vom zuständigen Amtsveterinär zu bekommen ist je nach Region auch nicht gerade einfach. Manche verkaufen wertlose Papiere ohne Untersuchung für ein paar Euro unter der Hand, andere weigern sich, mit unbekannten Deutschen überhaupt zusammen zu arbeiten.
Das ist aber nur das, was ich in diesen Dingen von mehreren Leuten mitbekommen habe, es ist sicher nicht immer so.
Von Ebay-Kleinanzeigen würde ich prinzipiell eher abraten, da sind bei weitem nicht nur seriöse Anzeigen zu finden. Das ist sicher auf vielen Portalen ein Problem, aber gerade ebay kontrolliert in diesen Dingen gar nicht. Von privaten Tierschützern ohne Organisation würde ich sowieso Abstand halten, denn da stecken meist keine nachhaltigen Projekte hinter o.ä., da werden die Tiere einfach nur eingeführt und dann sich und ihrem Halter überlassen.
Was du auch noch bedenken solltest: Wie viel Erfahrung hast du denn? So ein »richtiger Straßenhund« ist eine ganz schöne Hausnummer in Sachen Erziehung und Sozialisation, u.U. wird er gewisse Ängste und Unsicherheiten nie ablegen.
Wenn es ein Auslandshund sein soll würde ich zu einem raten, den du über eine Organisation bekommst, die dir auch was über den Hund erzählen kann, der vll dort sogar schon auf einer Pflegestelle ist. Dort gibt es auch liebe Hunde, die nicht derart traumatisiert sind, wie ein »wahlloser« Straßenhund. Da wird sich dann auch um alle Papiere gekümmert und du hast die entsprechenden Scherereien nicht.
Liebe Grüße