Huhu,
ich bin selbst Besitzerin eines Terriers und kann deine Sorgen und Ängst schon verstehen. Du bist selbst gebissen worden und Terrier sind wirklich kleine Zwiebeln. Ich finde es gut, dass du so vorsichtig bist und deinen Sohn beschützen möchtest, denn man muss ja auch ganz neutral wissen, dass ein Terrier - speziell ein Jacky - wirklich kleine Biester sein können. Nun habe ich keinen Jacky, sondern einen Mix, aber die Verhaltensweisen, die du beschreibst, kenne ich. Mach dir da erst einmal keine Sorgen. Wie die anderen schon sagten, ist das Spielverhalten. Spielerisches "Zwacken" und richtiges Beißen unterscheiden sich sehr stark voneinander.
Richtiges Zubeißen passiert - wenn der Hund nicht seit Monaten oder Jahren gänzlich vermurkst wurde - NIE ohne Warnung. Ein Hund knurrt nicht nur und packt dann zu. Viele Hunde knurren gar nicht - die gefährlichste Situation, weil sie oft unterschätzt wird. Seine Körperhaltung wird steif, Ohren werden angelegt und die Munkwinkel werden beim Knurren sehr weit zurück und nach oben gezogen. Oftmals werden auch die Augen aufgerissen - vielleicht dreht er noch den Kopf weg, behält dich aber im Auge, indem er zu dir rüber schielt. Das sind typische Anzeichen für einen Hund, der gleich zubeißt.
Ein Spielerisches Zwacken ist viel entspannter. Der Hund bellt und knurrt (sehr beliebt bei vielen Terriern. Meine Hündin knurrt mehr im Spielen als in ernsthaften Situationen. Das Knurren klingt auch einfach anders. Beim Spielen ist es "neckischer". Bei ernsthaften Situationen kann man trotz ihrer Größe wirklich Respekt vor diesen Lauten bekommen). Gerade Welpen hopsen auch gerne mal, halten sich mit ihren Pfoten an der "Beute" fest und knabbern ordentlich los. Es ist hier eure Aufgabe, die Beißhemmung zu trainieren. Das wird euch sicher die Hundeschule zeigen, aber im Prinzip ist es ganz einfach: Wenn der Hund zu fest knabbert, quietscht ihr und beendet das Spiel. Dann lernt er "oha, war zu dolle, sollte ich nicht mehr machen, wenn ich weiter toben will". Er wird euch immer wieder animieren wollen (und Terrier haben da eine bemerkenswerte Ausdauer von vielen Stunden :lol

, aber dann gibts Zwangskuscheln. Da müsst ihr hart bleiben. Ihr müsst keine Todesschreie von euch geben, aber auch Hunde zeigen häufig durch hohes Quietschen untereinander, dass es zu doll war.
Da ihr ein kleines Kind habt, würde ich empfehlen, das Knabbern an der Hand gänzlich zu unterlassen. Wenn euer Hund toben will, kauft ihm ein kleines Tau oder ein Schnuffeltuch und lasst ihn daran zerren und knabbern. Wenn er an die Hände will, sofort ein "nein" oder ruhig mal etwas "erschrocken" die Luft hochziehen. Da schauen sie meist erst einmal verdutzt. Dann loben und das Tuch/Tau wieder zur Hand nehmen.
Wenn du dich mal ein wenig mit dem hündischen Verhalten auseinandersetzen willst (was ich allein wegen dem Kind empfehle), würde ich mir mal die "Calming Signals" von Turid Rugaas anschauen und diverse Bücher von Patricia McConnell. Von ihren Methoden und Theorien kann man halten, was man mag, aber im "das andere Ende der Leine" und "liebst du mich auch" erklärt sie bebildert auch ganz toll, wie man hündische Mimik verstehen und unterscheiden kann. Ich würde da allerdings das erst genannte von ihr empfehlen, da es einfach zu lesen ist und nicht ganz wissenschaftlich wie das zweite (kann man dann als Fortgeschrittener lesen

). Ich denke, das wird dir helfen, zwar immer noch Respekt vor Hunden zu haben, was ihre Beißfähigkeit angeht, aber trotzdem so souverän zu werden, dass du deinen Hund führen kannst. Jackys sind nicht ohne und wenn man "Führungsschwäche" zeigt, rächt sich das leider schnell. Angst solltest du vor deinem Hund nicht haben.
Liebe Grüße
Pewee