Huhu,
bis zu einem gewissen Maß hat sowas schon eine Berechtigung, zum Beispiel sind beim Chi-Futter die Brocken kleiner, außerdem ist etwas mehr Energie enthalten, da kleine Hunde im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr Energie benötigen als große. Auch Futter für weniger/mehr aktive Hunde und Senioren kann durchaus nützlich sein, da steigt/sinkt dann entsprechend der Energiegehalt (zusammen mit Rohprotein und ein paar anderen Inhaltsstoffen). RC treibt das ganze aber bis zur Perversion und vertreibt sogar schon Rassefutter für intakte und kastrierte Rassevertreter, weil viele Hunde nach der Kastra Gewichtsprobleme haben. Ob das wirklich mit den Hormonen oder mit einem Aberglauben zusammenhängt sei mal dahingestellt, aber ein extra Futter braucht es dafür m.E. nicht. Auch haben z.B. Rottweilerhalter früher schon speziell gefüttert, um das Braun im Fell schöner schimmern zu lassen, und Lebensmittel wie Karotten gemieden, um einen Rotstich zu verhindern. Es gibt viele solche Dinge, die man früher als unbedingt notwendig angesehen hat und das tuen manche vielleicht heute noch.
Interessant wird es bei rassespezifischen Krankheiten. Z.B. müsste Dalmatinerfutter weniger Magnesium enthalten, um Harnkristallen vorzubeugen, Goldis bekommen vermutlich etwas mehr Bierhefe wegen häufiger Hautprobleme usw.. Nur ist die Frage, ob da wirklich auf all diese Dinge geachtet oder im Prinzip dasselbe in anderer Verpackung verkauft wird. Abgesehen davon könnte man auch mit einem besseren Futter genauso gut fahren, z.B. durch eigenhändige Ergänzung von Hefe und das eben auch nur dann, wenn es wirklich notwendig ist, nicht weil die Chance besteht, dass es ein Problem geben könnte. Allgemein bin ich kein Fan von zu viel vorbeugendem Futter gegen Harnkristalle, Nierenprobleme, Leberprobleme usw.. Für alles gibt es etwas, das das angeblich verhindert, aber was soll ich nun füttern? Muss ich mich jetzt entscheiden, welche Krankheit wahrscheinlicher oder bei Ausbruch schlimmer ist? Anders sieht es aus, wenn wirklich eine Prädestinierung für eine bestimmte Erkrankung vorliegt, dann kann es aber entweder schon reichen, ein anderes Fertigfutter für alle Rassen zu wählen, entsprechend die Mahlzeiten zu ergänzen oder man muss auf eine Spezialdiät umsteigen. So ein Zwischendrin von normal füttern und trotzdem gleich dem vorbeugen, was die Rasse vll mal irgendwann bekommen könnte, erscheint mir wie nichts halbes und nichts ganzes.
Und ab von den Unterschieden in möglichen Krankheiten (wobei da auch nicht gesagt ist, dass der Dalmi keine Hautprobleme und der Goldi keine Harnkristalle bekommen kann): Was braucht zum Beispiel der DSH, was der Rotti nicht braucht? Da dürfte es kaum Unterschiede geben. Also meinetwegen große und kleine Hunde, Hunde mit mehr oder weniger Bedarf und medizinisches Futter ja, aber das ist langsam wirklich übertrieben. Ich weiß, dass bei RC viel wissenschaftlicher Hintergrund dahinter steckt, aber eben auch Gewinnorientierung. Das Rassefutter kommt scheinbar gut an, denn das Sortiment wächst immer weiter. Nur ist die Zusammensetzung von RC leider immer noch alles anderes als empfehlenswert und auch die Nährstoffzusammensetzung bekomme ich genauso bei einem Futter, das auch wirklich Fleisch enthält.
Liebe Grüße