Selbst wenn eine Rasse sagen wir mal "vom Aussterben bedroht" ist wäre es für mich keine Option nahe Verwandte miteinander zu verpaaren.
Dabei können böse Genmutationen entstehen die dann schlussendlich eine Rasse wirklich ausrotten können.
Ähm nein.
Inzucht ist keine Ursache für Mutationen. Mutationen entstehen immer, in allen Zellen, normalen Körperzellen und Keimbahnzellen. Nur durch Mutationen, die auch in Keimbahnzellen entstanden sind, können die Mutationen vererbt werden.
Tumore sind häufig Resultat von Mutationen innerhalb der Körperzellen. Und niemand kommt nun auf die verrückte Idee, dass ein Tier nun Tumore bekommt, weil es sich mit einem Verwandten gepaart hat. Mutationen entstehen zufällig und quasi immer, es gibt Reparaturmechanismen, die Mutationen zu einem gewissen Grad verhindern zu versuchen, aber einige kommen immer durch (so entstehen ja auch Farbschläge und andere phänotypische Veränderungen, die auch positiv sein können und von der Selektion dann gefördert werden). Die Umwelt hat Einfluss auf die Mutationsrate - so kann Strahlung zu vermehrten Mutationen führen, da kommt das Reparatursystem nicht mehr nach. Auch diverse karzinogene Stoffe sorgen zunächst einmal dafür, dass vermehrt Mutationen entstehen, dann kommt Krebs bei raus und mit Pech verstümmelte Nachkommen.
Soviel zur Mutation.
Inzucht ist dahingehend problematisch, dass versteckte Gene zum Vorschein treten.
Krankmachende Gene sind in der Regel in Populationen versteckt. Wären sie immer sichtbar, kann die Selektion sie schnell auslöschen. Wenn sie versteckt sind, können sie unentdeckt sich weiter in der Population verbreiten.
Hat nun eine Linie so ein verstecktes "Krankheitsgen" und man betreibt Inzucht, kommt das Gen zum Vorschein und der Nachwuchs kann krank sein. Dass können massive genetische Erkrankungen sein, die viel Leid verursachen. Daher ist es moralisch enorm bedenklich, sowas herauszufordern.
Nochmal : die Gene waren vorher in den Tieren, die sind nicht durch die Inzucht entstanden.
Inzest- und Linienzucht wird oft damit begründet, dass man so die versteckten Gene findet und betroffene Linien ausselektieren kann.
Schön und gut - aber zu welchem Preis ? Der Preis ist, dass Jungtiere entstehen, die unter den Genen leiden.
Sinnvoller wäre es, Geld zu investieren und die Gene aufzuspüren, sodass man über Gentests die Gene aussortieren kann. Das wäre auch deutlich präziser, da man so wirklich nur Träger aussortiert und nicht ganze Linien. Der Genpool würde grösser bleiben.
Aber Genmapping ist sehr teuer und Inzucht ist ja deutlich einfacher. Dann hat man eben etwas "Ausschuss".

Lieber macht man da "Schnickschnack"-Mapping und schaut, ob ein Flat Coated Retriever die Farbe Gelb trägt - ist ja sooo wichtig für die Gesundheit der Rasse :eusa_doh:
er ist jetzt 8 monate und gut geraten. ich habe ihn aus einer privaten zucht. die halterin möchte ihn sich nun ausleihen
Mit 8 Monaten ist das Tier weder körperlich noch geistig und vom Charakter ausgereift.
Eine Zuchttauglichkeit ist in dem Alter noch gar nicht einzuschätzen. Wer mit einem 8 Monate alten Tier "züchten" will, kann kein seriöser Züchter sein. Man kann zwar die Anlagen erahnen, aber wenn man wirklich auf Gesundheit und Charakter hin züchten will. Da kann noch viel passieren, was ihn zu Zucht ungeeignet machen könnte und das man als Halter auch nicht direkt beeinflussen kann. Das sind die Gene, da steckt niemand drin (im Moment - wer weiss, was die Zukunft bringt).