Hi,
also Hundeschule im allgemeinen nicht unbedingt. Und dann kommt es auch noch drauf an wo mit wem. Hab' da schon echt "gruselige" Geschichten gehört.
Eine gute Schule oder ein guter Trainer können aber schon mal helfen wenn man selber in der klemme steckt und nicht weiter kommt.
Aber:
Welpenkurse (wenn sie gut gestaltet sind) halte ich für extrem wichtig. Die Phase für bis zur ca. 16ten Woche ist für den Hund extrem prägend für sein späteres Leben. Hier kann man echt gute Grundlagen legen. Ich habe mittlerweile mit 3 unserer Hunde Welpen- und Junghundekurse durch und muss sagen die 3 hatten es einfacher als die Hunde die wir füher mal hatten. Zum einen habe ich natürlich auch mehr Erfahrung bekommen, aber ich denke trotzdem das die Welpenschule da einen riesigen Beitrag geleistet hat. Unser letzter Hund war sogar in 2 Welpenschulen parallel. Was dabei für mich wichtig war:
- Der Hund lernt gleichaltrige Hunde verschiedener Rassen kennen
- Ihr aussehen
- Ihre art sich zu bewegen zu spielen
- ...
- Er erprobt spielerisch wie er am besten mit fremden Hunden kommuniziert
- Im Idealfall lernt er verschiedene Umweltreize kennen
- Verschiedene Untergründe, Geräusche, Bewegungen, ...
- Er trainiert seine Motorik durch Spiel und vielleicht auch welpengerechte "Geräte" (Bällebad, Schaukel, ...)
- Er lernt seinem Menschen zu Vertrauen (Klingt doof, da das eh so sein sollte: aber dadurch dass man seinen Hund sicher durch neue Situationen führt passiert schon einiges.)
Diese Möglichkeiten hat man in einer guten welpengruppe in einem kontrollierten Umfeld. Dazu gehört halt das der Hund positiv verstärkt wird, dass das spiel überwacht wird, also Mobbing verhindert wird, das Hunde nur bis zu einer gewissen "Entwicklungsstufe" mitspielen dürfen. (Ab einem gewissen alter ca. 16 Wochen ändert sich das Spielverhalten ein wenig, die Hunde sind dann meist motorisch und kognitiv weiter entwickelt aber noch nicht "rücksichtsvoll" so dass die kleineren schon mal über den Haufen gerannt werden... und das sollte halt nicht passieren.) Die eigentliche Erziehung sollte (zumindest meiner Meinung nach) nur eine untergeordnete Rolle spielen. Bei uns im Verein halten wir es so das wir zwar die kommandos "sitz" und "komm" üben, aber noch nicht großartige Übungen dazu machen. Das sitz dient eigentlich nur als ritual das Spiel kontrolliert einzuleiten. (Also die Besitzer halten die Hund im sitz, dadurch das sie sie am Futter knabbern lassen und geben dann erst das Spiel frei.) Das abrufen kann man halt nicht oft genug üben, aber das machen wir nur 1-2 mal pro Hund. Zwischendurch machen wir noch Übungen bei denen der Hund zu seinem Besitzer laufen soll, z.B. durch eine menschengruppe die sich bewegt oder klatscht, oder ... (je nach Hund). Es gibt noch ein paar Geräte die die Mesch-Hund-Teams erkunden können. Dabei geht es halt darum den Hund darüber zu führen, ist meist eine gute Übung für beide

. Aber der großteil besteht halt aus freiem Spiel, in das nur im Falle von Mobbing eingegriffen wird, wobei auch den Haltern gezeigt wird wie sie ihren eigenen Hund "schützen" können.
Es gibt natürlich auch immer wieder "beratungsresistene" Teilnehmer die ihren Hund einfach nur spielen lassen wollen. Aber man kann beobachten das die Teilnehmer die sich wirklich darum kümmern und sich darauf einlassen später weniger Probleme mit ihrem Hund haben. (Soweit ich das in den nachfolgenden Kursen sehen kann.) Das mag halt auch zum einen daran liegen das diese Teilnehmer angagierter sind aber auch daran das sie die Chance nutzen die eine Welpenschule bietet. Ich meine einfach das Hunde die (soweit nicht durch andere Vorerfahrungen gehandicapt sind) nach einem guten Welpenkurs entspannter durchs leben gehen, und offener sind.
Ich für mich würde, mit jedem Hund der noch kommen mag, wieder einen Welpenkurs besuchen. Allerdings sollte man sich den Kurs genau aussuchen. Es gibt durchaus leider auch schwarze schafe, die einfach nur auf den Mode-zug aufspringen um ein paar Euro zu verdienen ... Prinzipiell ja in Ordnung ein paare Euro zu verdienen wenn sie vorher nicht nur mal eben ein Hundeerziehungsbuch für Anfänger gelesen haben. Aber ... na, ja
Sagen wir es mal so: Ich bin mit Hunden aufgewachsen, Habe vor 14 Jahren das erste mal mit eine Hundeschule besucht. (Mein Vater hatte damals mit seinem Hund die Begleithundeprüfung gemacht, und ich hab mittrainiert.) Nach einer Pause dann habe ich vor 7 Jahren dann einen eigenen Hund bekommen. Mit meiner Esther habe ich dann Welpenkuse, Junghundekurse besucht und dann mit THS angefange, später bin ich dann aber zum Obidience gewechselt. Seit ein paar Jahren (c.a. 4?) Helfe ich dann auch bei uns in den Kursen als Assistent aus. Jetzt langsam komme ich in einen Bereich wo ich mir langsam mal zutraue auch mal einen Kurs zu leiten. Ich merke aber immer wieder das ich noch nicht alles weiss. Ich beobachte die Hunde genau und ich denke ich kann auch schon vieles im Verhalten sehen was mir vorher verborgen geblieben ist. Es fällt mir aus der Erfahrung halt schwer es zu glauben dass jeder der eine Hundeschule aufmacht die nötige Erfahrung mitbringt... ist halt doch einiges. Theorie auf der einen Seite und Erkennen, Beurteilen, Verstehen auf der anderen Seite.... und wenn man Trainer sein will dann auch noch erklären können. Um komplett alleine laufen zu können würde ich noch lange brauchen, aber das ist auch nicht mein Anspruch... Ich wollte damit eigentlich nur darauf hinweisen dass es nicht leicht ist, klar es ist keine Raketenwissenschaft, aber es ist halt auch nicht mal eben Sitz-, Platz- und Fuß- trainieren wie es in einer "Anleitung" steht.... von daher sollte man sich den Platz und den Trainer und ggf. eine Probestunde genau anschauen um einen Blick dafür zu haben wie gearbeitet wird und ob das zu dem Passt was man sich selber vorstellt.
Eingangs hatte ich geschrieben Hundeschule sei nicht so wichtig, das heißt für mich in kurz:
- Welpenschule ist das wichtigste, da man kaum selber die Möglichkeiten hat seinem Hund diese Erfahrungen zu bieten.
- Junghundekurse sind nicht ganz so wichtig, helfen einem aber später noch seinen eigenen Umgang mit dem Hund zu schulen, und es wird auch noch weiter gespielt wodurch sich die Erfahrungen aus dem Welpenkurs intensivieren und weiter festigen.
- Erwachsenen/Einzel-kuse sind ein echtes nice-to-have, oder eine Möglichkeit zu versuchen den Karren aus dem Dreck zu ziehen, oder einfach nur eine gute Beschäftigung für Mensch und Hund ;-)
- Sport ist für einige Mensch-Hund Teams dann auch eher ein nice-to-have mit viel Spaß-Potential und der Möglichkeit den Hund und sich ein wenig auf trab zu halten. (Ich und meine kleine Hundedame und der Hund von meinem Vater genießen das sehr)
Was man jetzt macht und in welchem Umfang bleibt natürlich jedem selber überlassen, aber aus meiner Sicht wage ich es einfach zu bezweifeln dass jeder die Möglichkeiten hat die ein Kurs in einer Hundeschule oder einem Verein bietet.
Sorry für den langen Text. Ich hab ja schon versucht mich kurz zu fassen. (Hat leider nicht ganz geklappt :roll

Tobias