Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden.

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  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #1
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_summer

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Hallo Leute!
Heute auf der Hundewiese habe ich zum ersten Mal miterlebt, wie mein Rüde aggressiv gegenüber Artgenossen geworden ist.
Zunächst einmal zu meinem Hund.
Er ist fast 8 Monate alt, ein schwarzer Labbi-Mischling, Rüde.

Heute waren wir mit Sammy zusammen, wie jedes Wochenende auch , auf der Hundewiese. Am Anfang kam uns eine Frau mit einem älteren Rüden entgegen und hat mir auch gesagt, dass ihr Hund sich nicht mit Rüden vertragen würde. (Beide waren übrigens angeleint) Beide Hunde haben sich beschnuppert und es gab wircklich garkein Problem. Dann kam uns Sammys Freundin entgegen und er hat sich wie wild gefreut. Dem anderen Rüden hat dies allerdings garnicht gefallen, warum er auf einmal auf Sammy los ist. Es sind uns mehrere ältere Hunde bis jetzt begegnet, die Sammy zurecht gewiesen haben, und Sammy hat immer seinen Schwanz eingezogen und ist abgehauen. Diesmal aber ist er auch auf den Hund los und hat ihm seine Zähne gezeigt! ( was ich übrigens zum ersten Mal erlebe).

Dann sind wir weiter und Sammy hat mit einer Hündin gespielt, mit der er sich bis jetzt super verstanden hat. Danach kam ein kastrierter Rüde hinzu (den Sammy übrigens auch kennt), udn Sammy hat ihn bestiegen! ( mich hat er früher bestiegen, dass er einen anderen Hund besteigt erlebe ich auch zum ersten Mal).
Naja, dem Rüden hat es nicht gefallen und er hat Sammy angemacht. Sammy ist auch auf ihn los.
Ich hab Sammy dann weggenommen und die Hündin ist wieder zu ihm um mit ihm zu spielen. Und ratet mal was? Er hat die Hündin auch angemacht, was ich garnicht verstehe , den beide haben sich bis heute wircklich prima verstanden. Auch bevor der Rüde hinzugekommen ist).


Wir sind dann spazieren gegangen und ich wollte, dass Sammy in das Auto einsteigt. Alleine kann er noch nicht hochspringen also dachte ich ich helfe ihm. Er hat mir seine Zähne gezeigt und Nach mir hat er dann auch geschnappt, aber es tat garnicht weh, es war eher ein kleines Zwicken, was ich nicht verstehe.

Er ist aus dem Ausland und früh von seiner Mama getrennt. Allerdings habe ich immer darauf geachtet, dass er wircklich viel Kontakt zu Hunden und Artgenossen hat.
Bis jetzt hatten wir auch garkein Problem auf der Hundewiese, warum jetzt auf einmal?
Zuhause war er dann wieder ganz der Normale, hat mich abgeleckt usw.

In der Hundeschule hat man mir geraten Sammy mit 10 Monaten zu kastrieren. Was meint ihr, ist das normal oder sollte ich ihn jetzt schon kastrieren lassen ( was ich eigtl.noch garnicht möchte :((
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #2
Er hat genau das richtige Alter um seine Liebe zum Raufen zu entdecken.

Vor allem wenn "Damen" anwesend sind verwandeln sich viele Rüden gerne in Raufbolde.

Ich erkläre kurz etwas im Allgemeinen zur Unterscheidung bei Kämpfen unter Hunden, es gibt neben dem freundlichen Spiel zwei Arten von Kämpfen:

Den Kommentkampf (oder "Show-Kampf") erkennt man daran, dass die Hunde wild knurren, agressive Gesten verteilen und wild um sich schnappen. Häufig endet so ein Komment-Kampf mit der Unterwerfung des Schwächeren. Auch wenn kleinere Blessuren, ausgerissenes Fell oder "getackerte" Bisswunden vorkommen können, haben die Hunde im Grund nicht die Absicht sich ernsthaft zu verletzten.
Der Kommentkampf ist die häufigste Art von Kampf unter Hunden (vor allem unter Rüden).
Hier ist ein Video von einem solchen Kommentkampf:



Es sieht sehr wild aus, aber im Grunde ist alles nur Symbolik (Luftschnappen, aufreiten, an-ein-ander-aufbäumen) alles nach einem ziemlich festen Regelwerk.


In Ernstkämpfen (oder "Beschädigungskämpfen") gibt es im Gegensatz dazu keine Warnungen mehr, die Hunde beißen sich vorzugsweise in den Hals und verbeißen sich. Der Unterlegene unterwirft sich nicht, da eine Unterwerfung höchstwahrscheinlich seinen Tod bedeuten würde - er wird versuchen sich zu wehren oder zu fliehen.
In einem solchen Ernstkampf hat zumindest einer der Hunde die feste Absicht den anderen zu töten oder schwer zu verletzen.


Der oben genannte Kommentkampf kann aus verschiedenen Gründen stattfinden, meistens um Territorum, Spielzeug, Futter oder Weibchen zu verteidigen und seinen Anspruch gelten zu machen (einige freche Hunde erheben auf die gleiche Weise auch Besitz auf ihren Menschen wenn sich ein fremder Hund nähert ;)).

Leider ist es auch so, dass solcherlei Raufereien für viele Rüden die reinste Party sind. Halbstarke wie ausgewachsene Machos haben großen Spaß daran ihre Kräfte in Kommentkämpfen zu messen und stürzen sich im schlimmsten Fall auf jeden potenziellen Gegner.

Raufereien sind damit (ebenso wie Jagdverhalten) durchaus selbstbelohnendes Verhalten (dass heißt, der Hund wir jedes Mal in seinem Verhalten bestätigt wenn er es ausübt) und deswegen ist es sehr schwer echten Machorüden sowas wieder abzutraineren.
Manchmal wächst sich das Verhalten nach der Pupertät wieder aus, manchmal kann eine Kastration helfen (sie ist allerdings kein Allheilmittel, ein Hund der wirklich Spaß am Prügeln hat, wird den auch nach einer Kastration noch haben, selbst wenn er vielleicht ein wenig ruhiger wird).

Grundsätzlich solltest du verhindern, dass dein Sammy sich prügeln kann wie er lustig ist. Es stört und provoziert andere Hunde und selbst wenn die Hunde nicht die Absicht haben sich zu verletzten, kann es trotzdem auch versehentlich zu ziemlich fiesen Verletzungen kommen (vor allem bei ungeleich verteilten Kräften).

Ich würde fürs erste unkontrollierten Hundekontakt (Hundewiese) vermeiden und ihn lieber mit einzelnen Hunden spielen lassen von denen du weißt, dass er sich mit ihnen verträgt.
Gleichzeitig kannst du an der Leinenführigkeit üben, damit er lernt gut und geordnet im Kommando an allen anderen Hunden vorbeizugehen.

Ansonsten bleibt zu hoffen, dass sich das Verhalten wieder legt.
Wenn nicht muss man sich drauf einstellen, dass man einen echten Prügelfreund sein ganzes Leben lang nicht unkontrolliert mit anderen Hunden zusammenlassen kann...genau so wenig, wie man einen Jagdhund je mit den Hühnern alleine im Hof wird lassen können.

Ungewöhnlich oder "krankhaft aggressiv" finde ich das Verhalten für einen 8 Monate alten Rüden zumindest auf keinen Fall.

Das sich auch die Hündin (sowie du selbst) eine "eingefangen" hat würde ich - da es bisher einmalig war - erstmal auf den Eifer des Gefechts und die allgemeine Aufregung zurückführen und nicht zu viel hineininterpretieren.
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #3
Hallo, du schreibst quasi als Resumee, dass er zu früh von seiner Mama getrennt wurde? Das erklärt auch schon einiges für sein Verhalten... Welpen brauchen diese Sozialisierungsphasen um bestimmte Dinge fürs leben zu lernen und einzuprägen. Mit seinen Geschwistern lernt und findet er spielerisch seinen sozialen Rang Diese Phase ist wichtig für die Persönlichkeitsprägung. Nun ist nach der 8 ten Woche auch eine Phase wo der Hund von Rüden im Rudel erzogen und das ist sozusagen Deine Aufgabe... Alles wohl etwas spät aber eine Entwicklungsphase. Fehlende Soz. Phasen sind schwer zu kompensieren und eine KAstration ist niemals die Lösung, zumindest nicht für das momentane Verhalten. Es ist Deine Aufgabe ihm seine Grenzen zu zeigen und Grenzen im Kabbeln mit anderen Rüden wird er selbst spüren und erleben. Ich würde aber auch wie oben schon gesagt, den Hund nicht mit Massenbegegnungen überfordern, sonder nach und nach stufenweise die Defizite aufarbeiten..

LG HM
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #4
Ich stimme HoundMan nicht zu, dass es an fehlender Sozialisierung liegt.
Mein Rüde war fast bis zum Ende der Sozialisierungsphase bei seinen Geschwistern, danach 3 Tage später in der Welpenschule angemeldet und sofort mit jedem Hund im Ort vertraut gemacht.
Trotzdem hat er sich mit 7 Monaten vom sozialen Hund zum Raufer entwickelt.
Somit kann ich dich gut verstehen. Es kann aber auch daran liegen, dass du ihn bis jetzt frei zu jedem gewünschten Hund rennen gelassen hast, er sich also besonders jetzt wie der King vom Ring fühlt, auch dir ggü. Kann das sein?:mrgreen:
Was dein Hund jetzt braucht, ist Isolation von zufällig getroffenen Hunden. Er kann gerne mit bekannten Hunden spielen, allerdings nur wenn du ihn aktiv dort hinschickst und du musst IMMER entscheiden, wann Schluss ist.
Wir könnten dir hier noch tausende Tipps geben, aber was du lernen musst, ist es, 24 Std am Tag Rudelführer zu sein.
Und dafür holst du dir am Besten einen Trainer.
Bei mir ist es zB ein Trainer von der Mobilen Hundeschule Chiemgau, das hat den Vorteil, dass man zu dir nach Hause kommt und auch wirklich in der Situation übt, wo es am Schlimmsten ist.
Überleg es dir.
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #5
Mein Rüde war fast bis zum Ende der Sozialisierungsphase bei seinen Geschwistern, danach 3 Tage später in der Welpenschule angemeldet und sofort mit jedem Hund im Ort vertraut gemacht.
Das hat damit überhaupt nichts zu tun, es bedeutet ja auch nicht, dass wenn ein Hund gut sozialisiert ist er damit im unteren Rangbereich liegen muss, es gibt halt auch dominante und devote Hunde ;) nur mal so am Rande... Wenn ein Hund grundsätzlich stark ist und sich entsprechend dominant sozialisiert hat, wird er auch immer versuchen die dominante Rolle zu übernehmen.
Bei uns Menschen ist es doch auch nicht so, dass wenn wie gut sozialisiert sind, dass wir grundsätzlich nicht mehr in der Lage sind Führungsrollen zu übernehmen ;)
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #6
Off-Topic
Hmm... Vllt habe ich dich ja falsch verstanden? Weil ich genau derselben Meinung bin:mrgreen:
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #7
Vielen Dank für die Antworten. Es war in der Tat so, dass er zu bekannten Hunden laufen durfte. Mit fremden Hunden hat er sich auf der Wiese allerdings immer verstanden.
Außerhalb der Wiese darf er an dem anderen Hund schnüffeln, wenn nicht geknurrt wird.
Es muss gesagt werden, dass Sammy mit seinen zarten 8 Monaten bereits ein Riese ist, d.h. er wiegt ungefähr 35 Kilo. Widerristhöhre müsste so um die 55-60 cm sein. Evtl. ist das die Ursache?
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #8
Nein, Ursachen wurden schon genannt, es hat nichts mit Größe zu tun. Der süße Welpe wird erwachsen und du solltest jetzt einfach eine klare unnachgiebig konsequente Struktur bieten, da er ja auch scheinbar gegen dich aktiv wird.
Unterschätze jetzt bitte nicht sein Handeln ( hat gar nicht wehgetan...war nur gezwickt...)
Wenn er mit dem Zwicken durchkommt, liegt es nicht fern, dass er zu "härteren" Mitteln greift, wenn du irgendwann darauf reagierst und ihn plötzlich in seine Grenzen weisen willst. Hol dir lieber einen guten Trainer, damit du nicht irgendwann vor den Kopf gestoßen wirst.
Sollte es wirklich hauptsächlich an den Hormonen liegen, kannst du später mit Kastra nachhelfen.
Du solltest jedoch noch versuchen, mit Führung gegenzusteuern, bevor er geistig und körperlich gereift ist, kann man unmöglich sagen, ob sein Sexualtrieb die Ursache für Konkurrenzaggression ist, oder nur die jetzige Narrenfreiheit.
Jetzt kommen auf jeden Fall noch einige Schübe, die das Verhalten mal verbessern, mal verschlechtern, bis er ca. 2 ist. Na denn, willkommen in der Zeit, in der man Hund am Liebsten gegen die Wand klatschen würde und viel Spaß:mrgreen:
 
  • Junghund plötzlich aggressiv gegenüber anderen Hunden. Beitrag #9
Huhu,

ich würde die Möglichkeit Frust hier nicht ganz ausschließen, wenn die Situation erstmals auftrat. Ein gewisses Kampfpotential kommt zwar sicherlich durch die anwesende Hündin dazu, da er aber auch sie und dich angegangen hat, würde ich nicht ausschließen, dass er durch die für ihn vielleicht überraschende Attacke des ersten Rüden einfach »die Schnauze voll« hatte. Wobei du vielleicht einen Hundetrainer aufsuchen solltest, wenn dein Hund bereits früher bei dir Aufreiten wollte und nun auch geschnappt hat. Ob es weh getan hat oder nicht ist gleich, niemals darf so etwas zustande kommen und egal wie bockig meiner manchmal sein mag – nach mir schnappen würde er niemals. Beides können Anzeichen von Dominanz, aber auch von Unsicherheit sein, jeweils situationsgebunden. Da ihm Sozialisierung fehlt und er von der Straße kommt ist durchaus möglich, dass sein Verhalten aus Unsicherheit resultiert.

Von der bisherigen Trainerin, die als Allheilmittel eine Frühkastration empfiehlt, würde ich aber Abstand nehmen. Eine Kastration vor dem Ende des Wachstums und vor Ausbildung des Charakters halte ich für verfrüht und risikoreich, was die Entwicklung des Hundes angeht, ganz abgesehen davon, dass ich es für zweifelhaft halte, ob es bei diesem Verhalten überhaupt hilft. Ich würde versuchen die Ursache auszumachen, also pubertiert und pöbelt er, oder ist er einfach unsicher und war in der Situation vielleicht frustriert.

Von meinem Hund kenne ich das Verhalten bei Hunden, die er kennt. Einer seiner Kumpels hatte den Bogen etwas überspannt, er hatte ihn zurecht gewiesen, die Sache war erledigt. Allerdings hat meiner dann Abstand gesucht, wollte nur noch laufen, und kaum kam sein Kumpel zu ihm her und er konnte nicht weg hat er wieder verwarnt. Das mag eine Form von Position klar stellen sein, kann aber auch einfach »Unlust« sein – er hatte schlicht keinen Bock mehr auf den, wollte Abstand und den hat er nicht bekommen, also verwarnt er. Jeder Hund verhält sich in solchen Situationen anders und zeigt seinen Stress u.U. auch anders.

Die Größe halte ich für zweitrangig, aber nicht ganz unbedeutend. Ein Hund pöbelt/kämpft nicht einfach, weil er groß ist (meiner ist übrigens größer ;)), Dominanz kommt auch nicht aus reiner Körperkraft zustande, allerdings gibt es durchaus Streithähne, die sich gerne ein entsprechendes Kaliber für ihre Kampfeslust aussuchen. Manche mobben bevorzugt körperlich schwächere Hunde, andere brauchen »die Herausforderung«. Dass es in der Situation aber etwas zur Sache getan hat wage ich zu bezweifeln.
 
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