Jeder Hund hier auf dem Hundeplatz würde am liebsten auf denHundeplatz ziehen und zwar mit aller Kraft. Wenn sie doch aber so gestresst sind, würden sie dann nicht lieber im Auto bleiben?
Im Grunde kann man das ganz einfach erklären: Sport setzt nämlich Endorphine frei und wir fühlen uns dadurch glücklich. Daher gehe ich davon aus, das es vielleicht bei Hunden auch so ist.
Ich selbst bin leidenschaftliche Sprinterin und gehe total ab wenn ich eine Stadionbahn sehe - ich würde am liebsten nur Laufen, Laufen und Laufen, bis es mich entweder hinhaut oder ich einfach nicht mehr kann. Es setzt in mir selbst enorme Glücksgefühle frei - ich denke viele kennen ja auch, das zu viel Sport richtig süchtig machen kann....man will mehr und mehr und mehr...
Und ich denke, so läuft das auch bei einigen Hunden ab.
Natürlich gibt es Hunde die arbeitswütig sind und nur so auf Arbeit aus sind. Dafür haben wir ja die ganzen Arbeits- und Gebrauchshunderassen...jedoch möchte ich zu bedenken geben, das "Will to please" nicht alles ist - auch diese Arbeit und den Sport kann süchtig machen und ein Teil der Hunde freut sich daher auf den Platz weil es in ihnen Endorphine freisetzt, weil sie süchtig sind.
Erst letztens habe ich ne Doku über Suchtverhalten vom Menschen gesehen...und egal was man dem Mann vorgesetzt hat...ne Million Euro wenn er aufhört...er hat zu den Drogen gegriffen weil das Hirn einfach nicht anders konnte.
Mein Wunschhund ist eben ein triebgestörter Vollidiot mitHang zum Wahnsinn.
Hm, wie schaust du dann nicht in die Richtung Malinois oder Herder? Hast du dich dort schon einmal umgesehen? Je nach Linie gehen die genauso gut ab wie du es haben willst - jedoch drehen sie sich auch blitzschnell um und brechen dir fast den Arm, wenn man sie als Halter ungerecht behandelt.
Weißt du, ein Teil von mir versteht dich echt gut bezüglich Leistung und ich sehe sehr viel von mir persönlich auch in dir. Ich sehe meinen Kampfgeist in dir, die Ausdauer, ein Ziel vor Augen - und ich kann mir gut vorstellen, das wir wohl zusammen viel Spaß hätten....
Jedoch würde ich dich bitten, den Kopf zu heben und mal nach Links und Rechts zu schauen. Es geht mir nicht darum, wer Recht hat oder nicht, das ist mir völlig einerlei und auch nicht meine Aufgabe, dies zu bewerten. ich möchte dich einfach nur bitten, dich in deinen jungen Jahren nicht zu versteifen.
Weißt du, die Welt ist enorm vielseitig. Nicht nur außerhalb auf Hundeplätzen, sondern auch darauf. Es gibt so unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen wie es Charaktere unter den Hunden gibt.
Und daraus habe ich für mich eine sehr, sehr wertvolle Erfahrung gelernt: Es gibt kein Schwarz oder Weiß....nur Grautöne....die meisten Menschen finden die Farbe Grau jedoch langweilig...unschön...aber genau dieses Grau macht diese Welt so unheimlich bunt und man sollte sich daraus nehmen, was einem selbst - und seinem anvertrauten Lebewesen weiterhilft.
Dafür muss man sein Ego oftmals hinten anstellen, runterschlucken, den Kopf heben und weitergehen. Aber weißt du was? Wenn man selbst genug Stärke besitzt, können die anderen Mitmenschen tun was sie wollen und nichts bringt einem aus der Ruhe.
Da ist es dann egal ob gelacht, geweint, geschrien wird...wieso sollte mich das verletzen?
Für andere ist es vielleicht wichtig, das ein Hund "funktioniert" - aber wieso sollte ich mich über andere definieren?
Bin ich auf der Welt, um andere glücklich zu machen?
"You are what you love
Not who loves you"
- Fall Out Boy
Ich bin doch nicht davon abhängig, was andere von mir denken - vor allem nicht wenn es um ein Lebewesen geht.
Weißt du, ich habe das im letzten Jahr sehr intensiv zu spüren bekommen....bin von einem Trainer zum nächsten, von einem HuPla zum nächsten und keiner konnte mir helfen...aber weißt du was?
Ich habe bemerkt, das ich mich selbst, das was mich ausmacht, in der Odysee völlig verloren habe...und dadurch auch seelisch und geistig meinen Akos. Ich war so darauf fixiert, weil andere mir ständig sagten "Das ist kein normaler Schäferhund." oder "Mit sowas arbeite ich nicht.", das ich selbst schon geglaubt habe, ich habe einen völlig abnormalen Hund.
Ich habe im letzten Jahr sehr viel an mir selbst und meiner Einstellung gearbeitet...und kaum hat sich meine Ausstrahlung geändert, ist Akos wieder aufgeblüht...vorher schlich er wie ein Schatten durch das Haus, fraß nicht mehr 12 Tage am Stück...aber als ich wieder zu mir selbst gefunden habe - zu der fröhlichen Sabine, die sich einen Scheiß darum kümmert, was andere von mir halten, hat er sich fast noch am selben Tag zum positiven verändert. Ich verbiege mich für keinen mehr...weder für Freunde noch für einen Verein...noch für meinen Trainer...seitdem ist mein Hund wieder aufgeblüht...er ist zusammen mit mir wieder die Freude in Person und genauso happy wie ich ihn als Junghund so lieben gelernt habe.
Ich möchte dich einfach bitten, das du den für dich und deinen Hund richtigen Weg findest. Ich werde ihn dir weder ausreden noch schön reden - jeder hat in seinem Leben das Recht so zu handeln, wie er es als wichtig und richtig erachtet.
Ich wünsche dir, die Stärke und den Mut, Dinge selbst (kritisch) zu hinterfragen und selbst (andere) Erfahrungen zu machen. Das sind Dinge, die einem im Leben weiterbringen. Eigenes Nachdenken und Abwägen kann viel Kraft kosten - ich tue das ständig, selbst bei Kleinigkeiten...und ich sage dir, das man oftmals auf der Strecke bleibt und sich einfach nur ins Bett kuscheln möchte. Aber diese Erfahrungen weiten den eigenen Blickwinkel enorm, man versteift sich nicht auf etwas Vorgekautes sondern lernt, Dinge zu sehen, die andere Menschen nicht tun.
Wie es ein sehr guter Freund sagte:
"Ein wahrer Lehrer bleibt mit dir immer auf Augenhöhe."
Entschuldige bitte das ganze Ausschweifen - ich habe die Angewohnheit, mir allerlei von der Seele zu schreiben, anstatt zu schlafen *schmunzel*. Wobei...die restlichen 2 Stunden kann ich auch gleich wach bleiben...
Und weißt du was? Ich denke, das wir beide zusammen auf solchen Prüfungen sicherlich viel Spaß hätten - auch wenn ich den KNPV bevorzugen würde *zwinker*.