- Arbeitsrassen - Traum oder Albtraum? Beitrag #321
*Mischling*
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Und wie ich schon einmal schrieb haben wir hier durchaus Leute, die entweder UO oder IPO schon gelaufen sind und ihre eigenen Hunde in dem Bereich ausgebildet haben. Komisch, dass es da tatsächlich ohne Stachel ging. Nur weil du es nicht anders kennst, heißt das nicht, dass es nicht geht.Wie bereits schon einmal gesagt, ich lade euch alle mal zuuns auf den Hundeplatz ein, damit ihr euch unsere gequälten Hunde ansehenkönnt. Wenn ich im Moment einen Hund hätte, der ca. 1 Jahr alt ist und denGehorsam im SD lernen würde, dürftet ihr ihn auch alle mal ohne Stachel führen undeuch mit Körpersprache und leisen Stimmen probieren.
Vielleicht habe ich auch total Unrecht, aber ich sage zu99,99% dass ihr absolut keinen Erfolg haben werdet.
Für das Zitat brauchts bitte noch eine Quelle.„Der DeutscheSchäferhund muss vom Wesensbild her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher,absolut unbefangen und (außerhalbeiner Reizlage) gutartig sein, dazu aufmerksamund führig. Er muss Mut, Kampftrieb und Härte besitzen, um als Begleit-, Wach-,Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet zu sein.“
Du wirst ja wohl körperlich unangenehm nicht mit peinlich oder ungewollt gleichsetzen wollen?Aber eben ein stark unangenehmer Reiz (als ich einmal in derSchule umgesetzt wurde, war mir das auch extrem unangenehm!), der den Hund inseiner hohen Trieblage erreicht und ihn in seinem Verhalten unterbricht.
Und da sage ich dir, dass ein extrem gepushter und gleichzeitig immer untergebutterter Hund irgendwann nicht mehr nervenstark ist. Je hibbeliger der Hund wird, je näher er dem »überschnappen« kommt, desto schlechter für dich. Mit Trieb in den Arm gehen ist nicht dasselbe wie vollkommen hirnlose und alles vernichtende Fixiertheit. Mir ist schon klar, dass da Leistungsdruck herrscht. Wenn man sich die Meldeliste der DM ansieht sind viele Hunde mit vier bis fünf Jahren dabei, einen hab ich 2014 sogar mit drei Jahren gesehen. Wenn man sich überlegt, wie viele Prüfungen das ab Zulassung zur BH bedeutet ist da ein wahnsinniger Druck für den Hund hinter. Und das halte ich nach wie vor für übertrieben, zumal IPO nunmal drei Sparten umfasst. Da wird Druck gemacht ohne Ende, immer weiter gepusht, nur damit der Hund schnellstmöglich zur DM kommt. Ich habs doch selber erlebt. Mir wurde auch gesagt »auf der DM ist das an keinen Hund rangestreichelt«.Nervenstärke und Selbstbewusstsein sind ebenfalls absolutwichtig im Schutzdienst, damit der Hund beim Überfall sicher und ebenfallswieder mit Härte und Mut gegen den Helfer kontert.
Aber weißt du, was aus den Hunden wird, die die ersten Jahre ihres Lebens nur einen solchen Druck erfahren? Die immer weiter auf Leistung gepusht werden, ohne Sinn und Verstand, weil mancher glaubt, seine eigenen Unzulänglichkeiten über den Erfolg seines Hundes ausgleichen zu müssen? Davon hab ich auch einige gesehen – niedrige Position auf der Arbeit, daheim nicht die Hosen an, aber beim Hund den Dicken markieren und Leistung einfordern. Und nach vier oder fünf Jahren hängt der Hund seinem Halter im Gesicht oder Arm, wenn der einmal Schwäche zeigt. Oder ist so fertig mit den Nerven, dass er zusammenbricht und sich in die Ecke kauert, wenn der zehnjährige Sohn um die Ecke kommt. Alles schon gesehen, gewundert hats mich nie. DAS ist keine Nervenstärke. Kadavergehorsam ist keine Nervenstärke. Das zeigt sich durch Ruhe und Beständigkeit in wirklich jeder Situation, konzentriertes Arbeiten und funktionierenden Gehorsam in jeder Situation. Das erreichst du aber nicht, wenn dein Hund kein Vertrauen zu dir hat, ständig Strafe von dir erwartet, du ihn austricksen musst, damit er gehorcht, und er so hochgepusht ist, dass er gar keine Selbstbeherrschung mehr hat. Gerade die Selbstbeherrschung ist entscheidend.
Danke, das kann ich nur unterschreiben!Und das ist doch das Schönste am Ganzen: die Arbeit mit dem Hund. Zusammen trainieren, vielleicht Erfolge haben....vielleicht auch nicht. Dann probiert man es halt beim nächsten Mal, oder beim übernächsten Mal. das macht doch nichts.
Kenne ich auch, aber nicht vom SV. Das gibts auch auf gemischten Hundeplätzen und bei so ziemlich allen Sportarten.Ist der eigene Hund besser, wird der andere ausgelacht....ist der eigene Hund schlechter, wird man so grün vor Neid, das man fast alles tut, um den eigenen Hund zu verbessern....
Klar, sind nicht alle Plätze so...aber die, die ich gesehen habe sind menschlich gesehen absolut unterste Schublade und werden mich dauerfristig davon abhalten, SV Plätze zu betreten.
Und genau das finde ich so schade: Dieser grenzenlose Ehrgeiz, der bei manchen jede Vernunft ausschaltet und wo es nur noch um besser, schneller, weiter geht. Egal mit welchen Mitteln, Hauptsache besser als der andere! Egal ob es noch Spaß macht oder ein sinnvolles Training ist. Und sich dann stolz auf die Schulter klopfen und einen Pokal ins Wohnzimmer stellen, während der Hund allein draußen im Zwinger hockt, denn der MENSCH hat ja was geleistet, was gewonnen, ist so ein toller Ausbilder. Der HUND leistet hier. Der Hund arbeitet, denkt, konzentriert sich mit all seiner Kraft und setzt das gelernte um. Sicher braucht er dafür den richtigen Halter, aber der Halter allein würde wohl ziemlich dämlich aussehen, wenn er die Prüfung ohne Hund läuft. Das sollte man sich vll mal überlegen. Jeden sportlichen Erfolg, den man mit einem Tier erzielt, verdankt man auch diesem Tier und ist fast mehr dessen Leistung als die eigene.
