Nykturie und Chaosqueen

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  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #1
cherry-lein

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Hallo zusammen!
Nun brauche ich bzw wir auch mal Hilfe :)
Erst mal vorweg unser Fragebogen:

Name des Hundes: Baja
Alter des Hundes: ca 4 Jahre
Rasse des Hundes: Schäferhundmischling
Herkunft: Ursprünglich Ungarn (wurde dort mit Elektroschocks misshandelt), adoptiert haben wir sie aber bei uns im regionalen Tierheim
Kastriert? Noch nicht, Termin steht aber
Wie lange lebt der Hund schon bei euch? seit Ostern'14

Unser Problem ist das Baja vorwiegend nachts in die Wohnung pieselt obwohl sie eigentlich stubenrein ist und das sie das totale Chaos anrichtet sobald ich sie mal allein lasse.
Anfangs war alles super, wir haben sie sich eingewöhnen lassen und haben dann langsam angefangen zu testen ob sie allein bleiben kann und das hat super funktioniert nur seit ca 1 1/2 Wochen scheint sie regelrecht durchzudrehen wenn wir nicht da sind. Heute morgen z.B. hat sie das Schuhregal auseinander genommen und die Schuhe in der ganzen Wohnung verteilt. Sie weis auch ganz genau das sie etwas falsch gemacht hat denn wenn man das Chaos erblickt sieht man sie schon verschwinden. Ich lasse sie dann zu mir und dem Chaos kommen, zeige ihr was sie angerichtet hat und sage laut und deutlich Nein und ignoriere sie dann ein wenig. Nach 10-20 Minuten darf sie dann wieder kommen und wir knuddeln dann nochmal ne Runde.
Ich gehe mit ihr 2-3x die Woche in die Hundeschule wo wir eine Begleithundeausbildung und Fährte angefangen haben und neben den täglichen Spaziergängen (3-4x tgl à 30-60 Minuten) übe ich mit ihr die Sachen vom Training nochmal und versuche mit ihr zu spielen wobei sie leider gar kein Interesse am Spielen hat weder toben noch mit dem Spieli.

Nachts haben wir das Problem das sie häufig in die Wohnung pieselt obwohl sie eigentlich stubenrein ist. Hier lasse ich sie auch kommen, zeige ihr die Pfütze sage wieder laut und deutlich Nein und mache es weg, draußen feier ich ihr ne Party und lobe ganz viel wenn sie beim Spaziergang ihr Geschäft macht. Ich glaube sie versteht auch das sie nicht in die Wohnung machen soll denn manchmal wenn ich spät noch wach bin kommt sie manchmal zu mir und zeigt an das sie nochmal raus muss (was ich auch lobe) und das klappt dann auch gut ohne Pfütze aber oft finde ich am morgen eben eine Pfütze vor. Wir haben schon einen Termin beim Tierarzt um zu schauen ob es was pathologisches ist.

Was kann ich tun um diese beiden Probleme zu beheben? Hat jemand einen Tipp? Besonders dankbar wäre ich eine Lösung hätte wie ich ihr das randalieren abgewöhnen kann :lol:
Danke!
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #2
Puuh, da habt ihr aber ein ordentliches Pensum für den Hund geschaffen, der bisher nichts kennen gelernt hat. Ostern ist gerade zweieinhalb Wochen her. Ankommen lassen, bedeutet nicht, nach drei Tagen ist der Hund zuhause!! Für diesen Hund ist alles neu.
Auch die Hundeschule mit der BHP und Fährte finde ich für den Anfang zu viel!
Versetz dich mal in ihre Lage.
Sie ist gerade mit den ganzen Reizen, die auf sie einprasseln, überfordert! Du musst dir vorstellen, dass sie in Ungarn kein schönes Leben gehabt haben wird. Wenn du schreibst "mit Elektroshocks" ist das sehr traumatisierend. Wisst ihr, ob sie das Zusammenleben mit dem Menschen kennen gelernt hat?
Warum sie die Schuhe verteilt, kann ich nur spekulieren. Ignorier das Verhalten jedoch, weil wenn du sie auch noch mal darauf hinweist, wird sie es eher wiederholen, weil du dem Aufmerksamkeit schenkst. Auch das Pinkeln.
Hunde leben im Hier und Jetzt. Für sie gibt es kein Gestern, kein vor zehn Minuten habe ich gegen den Baum X gepieselt oder den Schuh von Frauchen im Badezimmer neben der Wanne liegen gelassen. Nein. Sie macht es und das war es. Wenn du sie noch mal rufst, zeigst du ihr nur Chaos, wo sie sich nicht mal dran erinnern kann, dass sie es war!!
Hunde kennen keine Reue, Schuldgefühle oder Eifersucht.


Mein Hund kommt auch frisch aus dem TS und ist seit Mitte April bei mir. Nächsten Monat wird er drei. Er ist nach wie vor noch nicht so weit, dass ich sagen würde: wir gehen in eine Hundeschule und beginnen ansatzweise das Programm was ihr da habt!! Und er hat keine Misshandlung hinter sich, sondern "nur" eine reizarme Umgebung während er aufwuchs. Für ihn ist jedes Gassi Stress, aber ich weiß, wie viel ich ihm zumuten kann, damit er zuhause abschalten kann.
Dein hund schaltet zuhause offensichtlich nicht runter und hat stress. Sie randaliert evtl. aus langeweile, weil sie ihren Stress abbauen muss, über Bewegung, kauen.

Was bietet ihr zum Kauen? Zum Stressabbau?
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #3
Ich muss Hexogen recht geben, so ein Hund braucht alles andere, als Unterordnung und Fährtenarbeit auf dem Hundeplatz - schon gar nicht täglich und 2-3x die Woche auf dem Hundeplatz! So ein Pensum haben nicht mal meine Hunde und die sind gut behütet aufgewachsen, will ich behaupten.

Lass ihn doch erstmal ankommen, deine Welt als "normal" empfinden, dich als Bezugsperson kennenlernen, usw.

Wie hast du denn Allein sein und Stubenreinheit (über Nacht) aufgebaut?
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #4
Das war wohl unglücklich von mir ausgedrückt. Natürlich trainiere ich mit ihr nicht 3x die Woche total streng auf dem Platz das wäre ja viel zu viel. Bei uns im Verein beginnt das Training für neue Hunde immer erst mal so das der Hund den Platz und die anderen Hunde erst mal langsam kennenlernt. D.h wir halten uns 2x die Woche einfach dort mit den anderen Hundehalten dort auf und Spielen auf dem Platz erst mal mit dem Hund und bauen in die Spiele kleine Grundgehorsamübungen ein wie den Hund im Spiel mal abzurufen oder sich mal hinsetzten zu lassen. Effektiv "trainiert" wird so auch nur etwa 20-30 Minuten und der Rest ist eben erst mal nur sich dort aufhalten und die anderen Hunde und Halter dort kennenlernen. Sie macht defintiv nicht den Eindruck das ihr das zu viel wäre, ganz im Gegenteil sie macht da mit großer Begeisterung bei den Spielen mit und Zuhause sieht es ähnlich aus. Wir bauen beim Spaziergang oder wenn wir Garten sind Spielsequenzen mit ein paar Grundgehorsamsübungen ein, mehr nicht.

Es ist auch nicht so das sie noch gar nichts kennt. Sie kennt das Leben im Haus und in einer Familie. In Ungarn hat sie in einer Familie gelebt und ihr Halter wollte sie zum Schutzhund ausbilden und weil sie dafür total ungeeignet ist hat er versucht sie mit Elektroschocks dazu zu bringen und als das auch nicht funktionierte hat er sie im TH in Ungern abgegeben. Wie es dann dazu kam das sie vom TH hier in Deutschland übernommen wurde weis ich nicht genau, ich weis nur das zwischen den Tierheimen eine Partnerschaft besteht.
Stubenrein war sie vom ersten Tag an. Wir haben die Gassigehzeiten anfangs vom Tierheim übernommen und einfach mal geschaut ob sie es bis zur nächsten Runde schafft und das funktionierte ohne Probleme und auch Nachts ging das die erste Woche ohne Probleme. Warum sie dann plötzlich anfangen hat nachts ab und an in den Keller zu machen wissen wir nicht.
Beim alleinsein haben wir sie erst mal nur kurz allein gelassen (ca.15-20 Minuten) und haben geschaut bzw. gehorcht ob sie jammert aber da war gar nichts, sie lag ganz entspannt im Flur und war scheinbar sogar überrascht das wir so schnell zurück sind und so haben wir das dann gesteigert. Generell sind die Hunde immer nur wenige Stunden ganz allein weil meine Mutter auch im Schichtdienst arbeitet und so immer nur die 2-4 Stunden anfallen bis mein Vater dann kommt.
Anfangs hat sie gar keinen Flurschaden angerichtet das kam erst so nach und nach.

An Kauspielsachen bzw generell an Spielsachen hat sie gar kein Interesse, sie tobt lieber mit uns und/oder unserem 2. Hund draußen und lässt sich auch gar nicht mit Spieli motivieren.

LG
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #5
Dennoch sind es zu viele Eindrücke. Du überflutest den Hund gerade mit Reizen und Eindrücken. Das kann ganz böse nach hinten losgehen. Da ist ein ins Haus machen noch harmlos gegen!!

Mein Hund ist eine Woche länger aus dem TH raus und hat vorher nicht in einem Haushalt gelebt. Er hat GsD durch viele Gassis abseits des Tierheims sowas wie Waldboden, Tore, Autos, Gehwege (ja, sowas gibt es am Tierheim nicht) und viele anderen Eindrücke kennen lernen können, aber nur, weil ich dafür dann samstags um fünf aufgestanden und mich um halb sieben auf den Weg zu ihm gemacht habe. Mit dem Rad, mit dem Zug oder dem Bus. Ich mache viel mit meinem Hund, weil ich ihn sehr, sehr gut einschätzen kann nach 2 1/2 Jahren Betreuung im Tierheim. Er fährt mit mir Bus, kann bis zu neun Stunden alleine bleiben (absolute Ausnahmefälle, dass das vorkommt!!) und macht weder was kaputt noch jault er. Er liegt einfach auf meinem Bett und schläft, weil er die ganzen Reize verarbeitet. Schlafen ist gerade in dieser Phase das Beste, was der Hund machen kann!!

Jeder Hund sollte die Zeit bekommen, dass er ankommen darf und erst mal nur die normalen Gassirunden erkunden dürfen. Alles andere ist für den Beginn viel zu viel! Wie viel schläft euer Hund am Tag? Hat sie wirkliche Ruhephasen, wenn ihr da seid?

Für mich klingt es so, dass sie von euch ziemlich gefordert wird, viel Aktion ist und wenn sie alleine ist, sucht sie sich offenbar etwas an dem sie ihre Energie auslassen kann. Wenn sie gerne Apportiert, könnt ihr dahingehend mal was machen. Das kannst du nun auch schon laaaaaaaaangsam aufbauen mit einem Dummy oder so.
Man muss nicht immer das negative an diesen Situationen sehen.

Jedoch: gebt dem Hund Zeit anzukommen. Manchmal ist weniger mehr und in diesem Fall ist es so!
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #6
Wenn ihre einzige Beschäftigung die Spaziergänge sein sollen geht die mir Zuhause die Decke hoch, das ist für sie viel zu wenig sie muss ja auch irgendwie vernünftig ausgelastet werden.
Hast du dann Alternativvorschläge wie ich sie auslasten kann wenn Spielen und einfacher Grundgehorsam (den sie ja sowieso schon kann) schon viel zu viel sind?

Ruhephasen hat sie definitiv genug, in der Zeit wo ich Zuhause und wach bin (ca 14-23 Uhr) schläft/ruht sie so ca 5-6 Stunden und da macht sie schon ehr den Eindruck das ihr teilweise ehr langweilig ist. Wenn wir zum Training fahren sind es "nur" 4-5 Stunden aber dazu kommt ja noch die Zeit in der sie nachts schläft und die Zeit wenn sie mal allein ist.
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #7
Ich bin mir sicher, du meinst es nicht böse, aber GUT ist dieses Programm sicherlich nicht für den Hund.

Ein Hund, der gerade aus dem Tierheim kommt und sich an sein neues Leben, seine neue Bezugsperson, alle neuen Regeln und die täglichen Dinge des Alltags (Autos, Straßenbahnen, Jogger, Kinder, andere Hunde, andere Tiere, Busse, LKWs, Gullideckel, Passanten, Passanten mit Hüten, Lüftungsschächte, usw. - wer einmal einen reizempfindlichen Hund besessen hat, nimmt die Umwelt ganz anders war; viel intensiver, das darf ich Euch versprechen) gewöhnen muss, braucht das noch 60x weniger. Der hat mit dem ganz normalen Leben so viel zu tun, so viel zu verarbeiten, dass er für zusätzliche Auslastung eigentlich überhaupt keine Zeit haben dürfte!

Dir scheint gar nicht bewusst zu sein, wie stressig „unsere Welt“ für einen Hund ist (der diese in der Form nicht kennt). Auch dein "Spielen und Kennenlernen auf dem Hundeplatz" ist anspruchsvoll und stressig für einen Hund!

Hunde haben ein Schlaf- und Ruhebedürfnis von 18-21 Std./Tag (!) und die Möglichkeit dazu sollte man dem Hund auch geben. Ich denke nicht, dass dein Hund UNTERfordert ist, sondern viel mehr ÜBERfordert und dieses „sich langweilen“ Ruhelosigkeit ist. Überforderte und unterforderte Hunde zeigen nahezu die gleichen Symptome.

Fahr das Programm doch erstmal runter und lass den Hund zur Ruhe kommen (wortwörtlich, wie im übertragenen Sinn!).
Langes, ruhiges Spazierengehen in ruhigen Gebieten (wenn der Hund frei rumrast, ruhig an der Leine), fördert die Entspannung z. B. ungemein.

Wenn ihre einzige Beschäftigung die Spaziergänge sein sollen geht die mir Zuhause die Decke hoch, das ist für sie viel zu wenig sie muss ja auch irgendwie vernünftig ausgelastet werden.
Hast du dann Alternativvorschläge wie ich sie auslasten kann wenn Spielen und einfacher Grundgehorsam (den sie ja sowieso schon kann) schon viel zu viel sind?
Verabschiede dich bitte von dem Gedanken, dass ein Hund ständig "vernünftig ausgelastet" sein muss. Als erstes lernt ein "Arbeitshund" Ruhe. Gar nichts tun, ausser Hund sein. Das sollte auch dein Hund lernen, wenn du ein einigermaßen normales Leben ausserhalb des Hundehalterdaseins führen willst und der Hund irgendwie zur Entspannung kommen soll.

Beschäftigung ist für Hunde wichtig, für viele Hunde sogar enorm wichtig - da kommt es aber auf die Arbeitsqualität UND auf den Hund und dessen Vorgeschichte an! Einen Schäferhund aus dem Auslandstierschutz behandelt man anders, als einen der frisch vom Züchter kommt ...
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #8
Also wir testen nun eure Vorschläge und machen seit Freitag nichts mehr außer mit ihr rausgehen und bis jetzt hilft das gar nicht, ganz im Gegenteil die Verwüstungen haben massiv zugenommen und sie ist nun auch total unruhig und kommt kaum noch zur Ruhe (außer nach den Spaziergängen) was sie vorher nie war. Sie sucht nun sogar "Spielsachen" wenn wir Zuhause sind und versucht daran ihre überschüssige Energie loszuwerden.
Habt ihr noch einen Ratschlag für mich?
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #9
Na ja, sie kennt es ja nicht anders, als mit Beschäftigung vollgepumpt zu werden. Das ist wie mit kleinen Kindern, die ständig von ihren Eltern bespielt werden und dann heulen und nerven, wenn sie sich alleine beschäftigen sollen. Der Hund versteht die Welt nicht mehr, weil ihr Tagesablauf jetzt so völlig anders und auf den ersten Blick "langweilig" ist. Aber Ruhe ist wichtig, um Eindrücke und Gelerntes zu verarbeiten!

Schau dir doch auch mal "konditionierte Entspannung" an:

Um ihr die Umstellung leichter zu machen, würde ich vielleicht auch Sachen geben, die den Hund ruhig auf dem Platz beschäftigen. Irgendwas zum knabbern (kauen baut Stress ab), ein gefüllter Kong, ein Snackball oder Ähnliches.

Draussen, wie gesagt, in reizarmen Gebieten viiiiel ruhig laufen. Manche Leute fahren auch Rad, um den Hund gleichmäßig trabend zu bewegen - Bewegung macht glücklich und zufrieden!

Wenn ein Hund schon nach wenigen Tagen so extrem nervt, dann ist das für mich schon ein Zeichen, dass da was nicht richtig gelaufen ist. Ein ausgeglichener Hund hält es nämlich auch aus, ein paar Tage mal runterzuschalten. ;)
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #10
Guten Morgen!
Also du glaubst doch nicht wirklich, dass das Problem sich innerhalb von weniger als einer Woche regulieren würde oder?? Jeder Hund muss erst mal begreifen, dass das Leben nun anders ist und er zur Ruhe kommen darf und nicht jede Minute wieder irgendwas anstehen könnte. Ich

muss Exe recht geben. Das dauert!

Beispiel: Jack Russel meiner Nachbarn. Kam bis dato bei den Vorbesitzern nur zum Bällchen spielen raus. Die meiste Aktion gab es dennoch im Haus. So war diese Hündin die ersten Monate auch drauf. Total aufgedreht. Sie hat vorallem nach dem Training, was ich mit ihr gemacht habe, noch mal richtig aufgedreht. Die Halter waren sauer, weil der Hund ja noch agiler wurde. Bis die Weihnachtszeit anbrach und ich sie heim brachte und niemand da war, denn ich ging direkt danach. Sie hatte ihre Ruhe und legte sich in ihr Körbchen. Seitdem konnte sie endlich abschalten! Auch wenn Herrchen und Frauchen da waren.
Das ist ein Prozess, der im Hund wirken muss. DAs geht nicht von heut auf morgen! Und Wie exe schrieb: das ist wie mit Kindern, die sich plötzlich mal alleine beschäftigen sollen. Die nörgeln, quengeln und sind unruhig.
Dazu habe ich ein Beispiel:
Vierjähiges, geistigbehindertes Kind, wurde nie von wem anders als Oma und den Eltern betreut. Alle drei sind total darauf fixiert etwas MIT dem Kind zu machen, darauf zu achten, dass sie ja beschäftigt ist, weil sie sonst Unsinn macht (Tisch abräumen, Fensterbänke leer räumen) Nun kam ich als Betreuung an Nachmittagen und Abenden ins Spiel. Ich habe das Kind sich alleine beschäftigen lassen und klare Regeln aufgestellt. Räumte sie die Fensterbank ab, musste sie die wieder aufräumen, genauso den Tisch. So hatte sie so schnell keine Lust mehr dazu, weil sie ja auch immer aufräumen musste. Sie hat sich schnell sinnvoll mit ihren Puppen/ihrem Spielzeug beschäftigt oder hat geschlafen, denn das war so anstrengend für sie, dass sie mal nicht bespaßt wurde und selbst schauen musste, was sie machen möchte, dass sie müde wurde. Ich habe Rituale gebrochen (elektro. Zahnbürste laufend mit ins Bett gabs nicht mehr) und das Kind so zu einem ruhigeren Schlaf bringen können.

Es hat gedauert, aber für dieses Kind war es genauso im Lernverhalten wie für einen Hund.
Glaube mir, dein Hund wird ruhiger und wenn er sich wirklich eingelebt hat, dann kannst du das Pensum langsam steigern.

Ansonsten wenn dich das noch nicht so überzeugt, ein Kind aus einem Kinderheim im Sudan, Asien, Afrika, Südamerika oder einem anderen Ort der welt sitzt in der Regel in den Tagen, Wochen oder gar Monaten auf seinem Bett, schaukelt sich selbst nach vorne und nach hinten. Es wirkt gelangweilt, aber dieses Schaukeln beruhigt das Kind, da es so viele neue Eindrücke verarbeiten muss. Familie ist auch nicht Familie! Eine Familie in Ungarn lebt anders als wir in Deutschland überwiegend. Eine kleine zwei Zimmerwohnung dort kann man nicht mit einer Wohnung hier oder einem Einfamilienhaus vergleichen. Die Umstände sind dort anders. Da gibt es Wohnungen, wo das Klo in der Küche nur durch einen Vorhang abgetrennt ist, der Hund bekommt Essensreste oder andere Abfälle. Schau doch mal,was dein Hund für Futter bekommt. Das kan auch mit Grund für die Unruhe sein.

Mein Hund, nun fünf Wochen bei mir, geht sobald wir heim kommen in sein Körbchen und pennt. Egal ob wir 15min oder 11 Stunden weg waren. Denn ich habe von Anfang an viel Wert darauf gelegt, dass in der Wohnung Ruhezone ist.

Ruhe kann man auch durch so Geduldspiele wie Kong, Leckerliball und Co rein bringen. Der Hund muss sich selbst beschäftigen, sinnvoll und kann dabei Frust abbauen. Rad fahren oder an den Skates mitlaufen , joggen in einem langsamen Tempo (der Hund soll Traben und nicht Galoppieren!!!!!!) langsam aufgebaut helfen auch. Ich gehe abends um elf nach aufregenden Tagen 45min skaten, damit er sich das "ablaufen" kann.
Gruß, Hexe
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #11
Es hört sich bei euch immer so an als würde ich meinem Hund nonstop zupumpen mit Beschäftigung, das nervt mich langsam echt ein wenig....
30-45 Minuten Spielen + Spaziergänge ist defintiv KEIN "vollpumpen" :roll:
Vollpumpen heißt für mich 4x raus, dazwischen 3 Stunden spielen, üben, training und das täglich, DAS ist zupumpen mit Beschäftigung...
Ich habe auch den Eindruck das hier einfach nur das gelesen wird was gelesen werden möchte denn ansonsten hätte man schon mitbekommen das Baja nicht mit Spielzeugen spielt, weder Kong noch Tau, Ball oder sonstwas, genauso das sie defintiv zur Ruhe kommt und ausreichend Ruhephasen mit ca 16-18 Stunden täglich hat wo wir nichts mit ihr machen und sie gänzlich in Ruhe schlafen/entspannen oder sich selbst beschäftigen lassen...


Ich werde mich hier nun auch nicht weiter äußern weil es ohnehin wenig Sinn macht und wir uns hier nur im Kreis drehen. Sie ist bereits unser 5. Hund und darunter waren auch Hunde die exe als reizempfindlich beschreiben würde was noch nett ausgedrückt wäre, wir sind also definitiv nicht unerfahren und wissen was wir unserem Hund zumuten können und wissen wann ein Hund Zeichen von Stress und Überforderung zeigt.
Es ist ja schön das es mit deinem/euren Hund(en) so ist/war aber man sollte auch mal über den Tellerrand schauen und nciht alle Tierheimhunde in die Schublade stecken "Der kennt und kann noch gar nix" denn es gibt auch genügend Hunde die aus dem Tierheim kommen und sehr wohl schon ein Leben außerhalb des Tierheims kennengelernt haben
Ich mein es nicht böse und entschuldige mich falls ihr euch angegriffen fühlt aber ich habe einfach nciht den Eindruck das ihr mein Problem versteht und mir helfen könnt.
Von mir aus darf das Thema nun sehr gern geschlossen werden.
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #12
Ist doch super, wenn du alles weißt - was fragst du dann hier? Es scheint doch eben NICHT alles zu passen! Und wenn ich höre, dass ein Hund mehrmals die Woche auf dem Hundeplatz ist, Grundkommandos lernt, draussen spielt und tobt, hier noch was macht, da noch ein bisschen Nasenarbeit und trotzdem nicht genug hat,... ja, dann hört sich das nach zu viel an!

Ich weiß ja nicht, was du für eine Vorstellung von Hundehaltung hast. Ich sehe eben keine mehrstündigen Bespaßungsorgien für den Hund vor, egal, wie viel er leisten KÖNNTE. Letztendlich musst du mit dem Hund leben.
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #13
Also nur zu deiner Info. Mein Hund stammt aus dem TS. Jo. Allerdings betreue ich seit mehr als acht Jahren Hunde in verschiedenen Tierheimen, die zurück gebracht worden sind, aus anderen Ländern hergebracht wurden usw. Von daher kann ich sehr wohl über den Tellerrand blicken und sehe nicht nur MEINEN Hund, sondern lese in deinem ersten Post, dass du eine Woche (das war es maximal!!) als genügend Zeit angesehen hast, es Eingewöhnungsphase zu nennen. KEIN Hund, nicht mal ein Mensch ist nach einer Woche vollkommener Lebensveränderung im neuen Leben angekommen! Nur mal so als Gedankenanstoß.

"30-45 Minuten Spielen + Spaziergänge ist defintiv KEIN "vollpumpen"
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30-45 min Spielen PLUS Spaziergänge?? Rechnen wir mal für jedes Gassi gehen eine Zeit von 45- 90min ein. Da kommst du bei drei Runden am Tag auf 2:15 bis 4,5h Gassi und bei zwei Mal täglich Spielen auf noch mal 1-1,5hmehr. also 3-6h Beschäftigung am Tag. Wenn das kein Vollpumpen ist, für einen Hund, der aus einem anderen Land kommt, (Hast du denn gelesen, was ich dazu geschrieben hatte?? Offensichtlich nicht, hast ja nichts dazu gesagt), neue Laute (die Sprache klingt ganz anders) und an diese Welt (kulturschock) sich gewöhnen muss, dann weiß ich auch nicht. Also der glückliche Border Collie meiner Bekannten, geht am Tag drei Stunden Gassi, macht auf den Gassirunden gleichzeitig noch seine Denkaufgaben und bekommt ausreichend Bewegung. Zuhause wird so gut wie gar nichts gemacht, weil er sich draußen austoben soll, damit er nicht aus Langeweile irgendwann daheim was zerlegt. Er kennt es eben nur so. Und ich kenne einige andere Hunde, die nur draußen mit ihren Haltern Action haben, damit sie zuhause ruhig sind, die es nie anders kennen gelernt haben als: ich gehe durch diese Tür und da herrscht Ruhe. So sind die Hunde ausgeglichen, denn sie wissen, wann und wo was angesagt ist und nicht: heute machen wir mal drinnen was, morgen draußen.

Aber was weiß ich schon von Hunden? Hab ja erst ca. 150 Stück im Tierheim fit für ihre Familie gemacht und berate tagtäglich Familien/Freunde/Arbeitskollegen und andere Menschen, die eben solche Probleme haben mit ihrem Hund wie du sie beschreibst. Aber nein, ich scheine wirklich null Ahnung zu haben, denn bisher kamen alle und waren begeistert. Zeugt ja von Ahnungslosigkeit bei der Materie.

Vielleicht ist auch nicht das Programm zu viel, sondern der zweite Hund stresst sie. Das ist auch eine gute Möglichkeit. Weißt du, was die beiden in eurer Abwesenheit treiben?
Und das in den Keller pinkeln. Vielleicht hat sie auch markiert? Die Hündin einer Bekannten hat immer über das Pipi der Katze drüber gemacht, weil sie sich der ganzen Gruppe zugehörig gefühlt hat.
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #14
Hexogen, was machst du dir noch Mühe. Man möchte diese Art von Tips nicht hören, weil... weiß ich auch nicht. Man möchte halt noch mehr und mehr und mehr mit dem Hund machen. Warten wir doch auf die ersten richtigen Probleme. Dann wirds wieder spannend. :004:
 
  • Nykturie und Chaosqueen Beitrag #15
Ja exe, manche haben einen Hund gehabt und wissen mehr wie einer der schon 5 Hunde hatte. Als ich Emma letztes Jahr zu mir geholt habe hatte ich bereits etwa 30 Jahre Hundeerfahrung aber Emma war mit keinem der Hunde die ich bis dahin hatte vergleichbar, sie wurde geschlagen, getreten, schwerst misshandelt etc. Alles was bei meinen Hunden selbstverständlich war, war bei Emma absolut nicht so. Ich habe sie jetzt 14 Monate, und ich habe sie die erste 2 Monate einfach Hund sein lassen. Ein bis zwei Stunden Gassi pro Tag, mehr nicht. Die TE ist noch sehr jung und sie will sicher nur das beste für ihre Hündin aber sie hat das "Problem" was viele noch junge Menschen haben. Die innere Ruhe fehlt. Das merkt die Hündin. Ausserdem kann es sein das die Hündin wegen der geänderten Lebenssituation nun nach etwa 6 Wochen im neuen Heim einfach Grenzen austesten will. Was auch eine Möglichkeit sein könnte ist das die Läufigkeit kurz bevor steht. Ich fände es schön wenn die TE sich noch mal melden würde, denn im Grunde wollen wir ja alle nr das beste für den Hund
 
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