- Kein Happy End für Spartacus Beitrag #1
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Lucky+Jolly
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Ich warne gleich mal alle vor: Das wird ne lange (traurige) Geschichte ohne Happy End, die ich mir einfach mal von der Seele schreiben wollte, weil es mich doch nach langer Zeit immer noch beschäftigt.
Letztes Jahr kamen meine Schwiegereltern und der Uropa auf die "tolle" Idee, man könnte doch die "Stallhäsin" vom Uropa mal decken lassen, damit die Kinder (sprich meine Kinder) ein paar Hasenbabys zum Knuddeln haben. Ich fand die Idee von Anfang an daneben, da bei uns Stallhasen eben Schlachthasen sind und die Hasen zum Schlachten gehalten werden. Noch bevor das richtig geklärt war, war die Dame trächtig und bekam dann bei uns ihre neun Babys. Meine Schwiegereltern und wir leben im selben Haus. Die haben im Hof noch so nen richtig schön schrecklichen "Hasenstall", der aus sechs Gitterboxen besteht...
Also war da die riesengroße schwarze Stallhäsin (ich weis, dass das eigentlich auch Kaninchen sind), mit ihren Babys. Meine Tochter hat sich sofort in ein weiß-schwarz gepunktetes verliebt, dass sie "Pünktchen" getauft hat. Mir war schon schlecht bei dem Gedanken, wie wir denn meiner Tochter mal erklären sollten, dass es das Pünktchen nicht mehr gibt, weil es tiefgefroren in der Truhe liegt *schüttel* Da gab´s natürlich dann schon Diskussionen, aber man muss dazu sagen, hier gibt es immer noch ganz viele Menschen, die die Schlachthasen in den kleinen Boxen halten, sie mit gekochten Kartoffeln und trockenem Brot füttern und sie dann eben irgendwann schlachten und essen. So auch meine Schwiegereltern früher. Irgendwann wurden die "Kleinen" krank und innerhalb kurzer Zeit starben drei Stück, so auch das Pünktchen. Obwohl meine Tochter erst 3,5 Jahre alt war und das Häschen auch nicht sooo oft draußen hatte, hat es sie total mitgenommen. Ausgerechnet an dem Wochenende, nachdem die anderen gestorben sind, waren meine Schwiegereltern und mein Mann nicht zu Hause und so bekam ich den Auftrag, mit dem "Verreckerle" (so nannten wir den kleinsten und schwächsten Hasen vom Wurf) zum Tierarzt zu gehen, weil es dem auch schon schlecht ging. Gesagt, getan. Unser TA sagte mir, wenn ich ne halbe Stunde später dort gewesen wäre, wäre es zu spät gewesen. Es waren diese Kokzidien (heißt das so?) Das Böckchen bekam eine Infusion und ich Päppelfutter. Wieder zuhause stellte ich auf unserem Balkon unseren alten 120er Gitterkäfig von den Meerschweinchen auf und fing an über´s gesamte Wochenende dem Hasen alle 2-3 Stunden das Päppelfutter per Spritze einzuflößen. Dem kleinen Mann ging es wieder blendend, er bekam dann von mir auch mal ein Stück Gurke und Karotte und ich fühlte mich als Lebensretterin. Und ich war verliebt über beide Ohren in diesen Hasen. Ich hab in Spartacus getauft, weil er für mich ein Kämpfer war.
Doch was soll ich sagen, er war halt "nur" ein Schlachthase. Alles Reden, Bitten, Diskutieren half nichts. Wir haben in unserer Wohnung nicht die Möglichkeit einen Stallhasen zu halten. Auf unseren Balkon knallt im Sommer den ganzen Tag die Sonne. Und ohne die Unterstützung von meinem Mann und natürlich auch meinen Schwiegereltern konnte ich auch nicht den alten Stall in ein artgerechtes Zuhause umbauen. Natürlich hab ich auch daran gedacht ihn zu vermitteln, aber das wollten meine Schwiegereltern nicht. Er ist doch nur ein Stallhase! So musste ich mich geschlagen geben und mein Spartacus wurde wie alle anderen geschlachtet.
Natürlich kann man jetzt darüber streiten, ob es schlimmer ist ein Tier zu töten oder es jahrelang nicht artgerecht zu halten.
Wenn man aus der ganzen Sache etwas Positives ziehen will, dann die Tatsache, dass weder meine Schwiegereltern noch der Uropa nochmal Stallhasen haben wollen.
Ich selber hab am Arm drei Narben von dem Krümel, die mich an ihn erinnern. Und ich hab mir vorgenommen, sollte ich irgendwann die Möglichkeit haben, einen Stallhasen artgerecht (mit Artgenossen natürlich) zu halten, dann wird der im Andenken an Spartacus ein tolles Leben bei uns haben.
Letztes Jahr kamen meine Schwiegereltern und der Uropa auf die "tolle" Idee, man könnte doch die "Stallhäsin" vom Uropa mal decken lassen, damit die Kinder (sprich meine Kinder) ein paar Hasenbabys zum Knuddeln haben. Ich fand die Idee von Anfang an daneben, da bei uns Stallhasen eben Schlachthasen sind und die Hasen zum Schlachten gehalten werden. Noch bevor das richtig geklärt war, war die Dame trächtig und bekam dann bei uns ihre neun Babys. Meine Schwiegereltern und wir leben im selben Haus. Die haben im Hof noch so nen richtig schön schrecklichen "Hasenstall", der aus sechs Gitterboxen besteht...
Also war da die riesengroße schwarze Stallhäsin (ich weis, dass das eigentlich auch Kaninchen sind), mit ihren Babys. Meine Tochter hat sich sofort in ein weiß-schwarz gepunktetes verliebt, dass sie "Pünktchen" getauft hat. Mir war schon schlecht bei dem Gedanken, wie wir denn meiner Tochter mal erklären sollten, dass es das Pünktchen nicht mehr gibt, weil es tiefgefroren in der Truhe liegt *schüttel* Da gab´s natürlich dann schon Diskussionen, aber man muss dazu sagen, hier gibt es immer noch ganz viele Menschen, die die Schlachthasen in den kleinen Boxen halten, sie mit gekochten Kartoffeln und trockenem Brot füttern und sie dann eben irgendwann schlachten und essen. So auch meine Schwiegereltern früher. Irgendwann wurden die "Kleinen" krank und innerhalb kurzer Zeit starben drei Stück, so auch das Pünktchen. Obwohl meine Tochter erst 3,5 Jahre alt war und das Häschen auch nicht sooo oft draußen hatte, hat es sie total mitgenommen. Ausgerechnet an dem Wochenende, nachdem die anderen gestorben sind, waren meine Schwiegereltern und mein Mann nicht zu Hause und so bekam ich den Auftrag, mit dem "Verreckerle" (so nannten wir den kleinsten und schwächsten Hasen vom Wurf) zum Tierarzt zu gehen, weil es dem auch schon schlecht ging. Gesagt, getan. Unser TA sagte mir, wenn ich ne halbe Stunde später dort gewesen wäre, wäre es zu spät gewesen. Es waren diese Kokzidien (heißt das so?) Das Böckchen bekam eine Infusion und ich Päppelfutter. Wieder zuhause stellte ich auf unserem Balkon unseren alten 120er Gitterkäfig von den Meerschweinchen auf und fing an über´s gesamte Wochenende dem Hasen alle 2-3 Stunden das Päppelfutter per Spritze einzuflößen. Dem kleinen Mann ging es wieder blendend, er bekam dann von mir auch mal ein Stück Gurke und Karotte und ich fühlte mich als Lebensretterin. Und ich war verliebt über beide Ohren in diesen Hasen. Ich hab in Spartacus getauft, weil er für mich ein Kämpfer war.
Doch was soll ich sagen, er war halt "nur" ein Schlachthase. Alles Reden, Bitten, Diskutieren half nichts. Wir haben in unserer Wohnung nicht die Möglichkeit einen Stallhasen zu halten. Auf unseren Balkon knallt im Sommer den ganzen Tag die Sonne. Und ohne die Unterstützung von meinem Mann und natürlich auch meinen Schwiegereltern konnte ich auch nicht den alten Stall in ein artgerechtes Zuhause umbauen. Natürlich hab ich auch daran gedacht ihn zu vermitteln, aber das wollten meine Schwiegereltern nicht. Er ist doch nur ein Stallhase! So musste ich mich geschlagen geben und mein Spartacus wurde wie alle anderen geschlachtet.
Natürlich kann man jetzt darüber streiten, ob es schlimmer ist ein Tier zu töten oder es jahrelang nicht artgerecht zu halten.
Wenn man aus der ganzen Sache etwas Positives ziehen will, dann die Tatsache, dass weder meine Schwiegereltern noch der Uropa nochmal Stallhasen haben wollen.
Ich selber hab am Arm drei Narben von dem Krümel, die mich an ihn erinnern. Und ich hab mir vorgenommen, sollte ich irgendwann die Möglichkeit haben, einen Stallhasen artgerecht (mit Artgenossen natürlich) zu halten, dann wird der im Andenken an Spartacus ein tolles Leben bei uns haben.