Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln?

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Liv_B

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Hallo,
ich habe mich gerade registriert da ich auf Hilfe / Tipps hoffe und auch hoffe, dass mir jemand ungefähr erklären kann warum mein Hund plötzlich eine "Grundregel" bricht.

Folgendes: wir sind eine Familie von 5 Personen plus Rüde. Unser Hund Henry ist ein großer Australian Shepherd / Border Collie Mix, 3 Jahre alt. Vom Wesen her eine ganz liebe, supertreue Seele mit einer Engelsgeduld. Aufmüpfig war er in den ersten anderthalb Jahren immer mal wieder, die Flegeljahre gingen auch an unserem Hund nicht spurlos vorbei. Aber er ist ein freudiges, aufgewecktes Kerlchen, wahnsinnig kinderlieb, grundsätzlich sehr gehorsam, extremst verschmust.
Unsere Kinder sind 10, 7 und 4 Jahre alt und hängen natürlich auch sehr an unserem Hund. Und Henry hat seine kleine "Herde", mit der er auch gerne spielt.

An manchen Tagen ist Henry etwas mehr, an anderen etwas weniger anhänglich aber ich nehme an, das ist normal. Manchmal folgt er einem wie ein Schatten, an anderen liegt er lieber faul im Garten und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Aber grundsätzlich ist er schon gerne dort, wo wir sind.

Henry wohnt im Erdgeschoss. Er weiß, er darf weder die Treppe runter in den Keller (er bleibt wie angewurzelt mit den Vorderpfoten auf der ersten Stufe stehen und guckt neugierig durch die Treppenstreben), und er darf nicht ins OG oder DG. Das ist eine feste Grundregel, die er auch nie versucht hat, zu brechen. Er hat nie auch nur den Versuch unternommen, raufzugehen. Er hat sein EG, sein Körbchen steht im Flur auch wenn er auch gerne (innen) vor der Haustüre liegt oder unterm Esstisch, vor dem Sofa oder mitten im Wohnzimmer. Er hat also Flur, Küche (hier geht er aber nur zum Essen + Trinken hinein, liegt auch nur drin wenn ich am kochen bin, schläft ansonsten nie in der Küche), Wohnzimmer und Esszimmer. Und natürlich den Garten, in dem er auch einige liebste Plätze hat.
Henry darf nicht aufs Sofa, und er darf nicht in die Kinder-/Schlafzimmer rauf. Das weiß er, und er hat auch nie auch nur versucht, raufzugehen. Ich höre ihn öfter mal nachts den Schlafplatz wechseln, im Wohnzimmer herumlaufen, aber das ist alles in Ordnung und erlaubt, solange er auf seiner Etage bleibt.

Nun wurde ich vorletzte Nacht wach weil ich ihn so komisch hecheln hörte. Ich weiß nicht genau was sich seltsam anhörte (war ja selbst noch etwas verpennt ;) ), aber ich ging runter um nach ihm zu schauen. Mein Mann und ich schlafen im DG, die Kinder haben ihre Zimmer im OG. Ich lief also die Treppe runter und das hecheln wurde lauter, auf einmal sehe ich Henry im Zimmer meiner Großen. Er war noch NIE oben (zumindest glaube ich das, aber das würde mich schon extrem wundern!), und er wusste auch genau dass es falsch ist und er etwas getan hat das er nicht darf. Nun habe ich ein wenig mit ihm geschimpft und ihn hinunterzitiert, er ging auch wieder runter, allerdings sehr linkisch, er hat einfach nicht viel Treppenerfahrung. Was mir dabei auffiel: er hatte die Rute zwischen den Hinterbeinen, dabei habe ich nichtmal dolle geschimpft, ihn schon gar nicht angefasst sondern lediglich bestimmt hinunterzitiert und auch nach unten begleitet. Mein Kind wachte davon auf und fand natürlich "supersüüüüüß" dass Henry sie nachts besucht hat, naja..
Ich habe ihn dann in den Flur zitiert wo sein Körbchen steht und die Verbindungstür Wohnzimmer/Flur geschlossen. Das mache ich sonst nie, wollte aber nicht, dass er nochmal einen Versuch nach oben startet und vielleicht versteht, dass er nun etwas getan hat das er nicht hätte tun dürfen. Dann bin ich wieder ins Bett und den Rest der Nacht war Ruhe.

Letzte Nacht lag ich lesend im Bett, es war um Mitternacht als zwei Raketen losgingen, vermutlich ein Geburtstag. Ein paar Sekunden später hörte ich Hundepfoten klackern, stand auf und ging runter. Mein großes Kind hat letzte Nacht auswärts geschlafen und die Zimmertür war geschlossen, dafür fand ich Henry im Zimmer meines mittleren Kindes vor.
Wieder zitierte ich Henry leise aber bestimmt nach unten, und er ging auch sofort runter (diesmal auch keine Rute zwischen den Beinen). Ich wusste nicht wie ich reagieren soll, hab ihn wieder in den Flur zitiert wo er sich vor die Haustür legte. Ich bin nochmal zu ihm, hab mich daneben gesetzt und habe ihn gestreichelt und mit ihm geredet dass er weiß dass das falsch ist und er das nicht tun soll. Ich weiß, er versteht meine Sprache nicht, aber ich vermutete einfach, dass ihn die Raketen erschreckt haben und er vielleicht Schutz bei seiner Familie suchte? Er hat nochmal kurz die Position gewechselt und ich sah drei Urintropfen auf dem Teppich vor der Tür. Ich glaube, er war gestresst und hatte Angst..??? Keine Ahnung wovor er Angst hatte? Ich habe nicht geschimpft, gar nichts, ich habe ihm nur erklärt dass es nicht geht dass er auf einmal Ausflüge nach oben macht.
Nach ein paar Minuten bin ich wieder rauf, und auch diesmal habe ich wieder die Türe geschlossen und ihn im Flur gelassen.

Die Nacht habe ich ihn ein paarmal jaulen / pienzen gehört. Er wollte ganz klar zurück ins Wohnzimmer und hat vermutlich auch nicht verstanden, warum er auf einmal in den Flur ausgesperrt wird.

Aber ich weiß einfach nicht, warum er auf einmal denkt es sei okay wenn er raufgeht? Gestern nacht meine ich, waren die Raketen Schuld, wobei er die schon öfter gehört hat. Er mag sie nicht, aber er hat nie panisch reagiert. Was vorgestern Nacht war, weiß ich nicht. Ich weiß nichtmal, ob es wirklich die Raketen waren.

Ich würde jetzt gerne zum Schluss kommen, muss aber noch eine eventuelle Verbindung nennen: wir waren vor zwei Monaten im Urlaub, und Henry war fünf Wochen lang bei meinem Schwager. Wenn wir in Urlaub fahren, ist er immer bei meinem Schwager. Die zwei verstehen sich blendend, mein Schwager ist sportlich extrem aktiv und nimmt Henry gerne mit zu seinen "Abenteuern". Auch sonst verstehen sie sich blendend. In der WG meines Schwagers ist Henry so gut wie nie alleine, auch ist er Dank meinem Schwager nun "party-erprobt" und gerät nicht in Stress unter vielen Menschen und Musik.
Allerdings ist ihm Henry dieses Jahr zweimal fast abgehauen, als sie mit vielen Leuten zelten waren und irgendjemand Raketen entzündet hat. Da ist Henry offenbar in Panik geraten und wollte abhauen (war es zu nah, zu laut? Silvester hatten wir bislang keine nennenswerte Probleme?). Übrigens gibt es auch keinerlei Probleme wenn Henry ab und zu bei meinem Schwager wohnt, er findet sich da auch schnell rein, ist nie gestresst sondern sieht ihn - was er ja auch ist - als erweiterte Familie an. Und ich glaube, es gefällt ihm auch, wenn mal keine Kinder um ihn herumscharwenzeln. :lol:

Deshalb vermute ich, könnten das gestern die Raketen gewesen sein vor denen er Angst hatte und lieber zu seiner Familie wollte. Allerdings glaube ich kaum, dass vorgestern auch Raketen geschossen wurden. Ich schlafe bei ganz offenem Fenster, habe einen leichten Schlaf und habe nichts gehört. Von daher weiß ich nicht ob das überhaupt eine Rolle spielt.

Trotz allem Verständnis, SOLLTEN es die Raketen sein, kann ich nicht akzeptieren, dass er nun auf einmal die Grundregeln bricht und nachts nach oben tappt. Er weiß, er darf auf keine weitere Etage, und das soll weiterhin so sein. Tagsüber macht er auch keine Anstalten. Allerdings hatte mein Schwager in seiner letzten WG aus der er gerade ausgezogen ist, das Schlafzimmer oben, d.h. Henry durfte bei ihm Treppen laufen und auch bei ihm unterm Bett schlafen. Aber er hat trotzdem gewusst, bei uns ist das kein Thema und nicht erlaubt, da kam Henry nie durcheinander. Warum jetzt plötzlich?

Für kommende Nacht plane ich, Stühle vor die Treppen zu stellen um ihn abzuhalten, nach oben zu gehen. Aber das ist ja auch keine Dauerlösung, und ob er das versteht?

Sorry für den Roman - aber kann mir vielleicht jemand einen Tipp geben wie ich ihm verständlich mache dass es auch weiterhin verboten ist und sein selbständiges Übergehen der Regel nicht akzeptiert wird? :eusa_think:
 
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  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #2
Naja der Hund ist ein Rudeltier und für ihn ist es, theoretisch, vollkommen unnatürlich irgendwo alleine und ohne sein Rudel zu schlafen. Das er, wenn er Angst bekommt, also nach oben läuft halte ich fast schon für normal.

Mit den Hund sprechen und ihm erklären was er falsch gemacht hat nachdem er irgendwo rumliegt halte ich für ziemlich sinnlos. Wie du selber gesagt hast, er versteht nicht das du ihm gerade noch mal erklärst welchem verbrechen er sich schuldig gemacht hat.
Warum er jetzt die Grundregeln bricht weiß ich nicht. Vielleicht weil er jetzt mit ungefähr 3 Jahren erwachsen sein dürfte und eben bei seinem Rudel sein möchte oder er hat sich wirklich erschrocken und dann ist es auch nur natürlich für ihn beim Rudel zu sein.

Meine Hunde dürfen jederzeit zu mir hochkommen. Meist schlafen sie eh unten, aber wenn ihnen die Möglichkeit offen steht kommen sie nach unten. Manchmal schlafen sie dann nur im Flur, manchmal wird sich ins Bett zu mir verkrochen.
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #3
Zuerst einmal möchte ich dir sagen, dass ich es immer sehr schade finde, wenn man sich als Familie einen Hund holt, ihn aber dann ausschließt. Ein Hund möchte auch Nachts gerne nah bei seiner Familie sein bzw. zumindest die Möglichkeit dazu haben (gerade, wenn er vor etwas Angst hat...). Für mich gehört ein Hund einfach auch Nachts zur Familie!
Für die meisten Hunde ist es auch genau das, was sie sich wünschen. Und genau da sind wir meiner Meinung nach auch schon bei eurem "Problem". Ich denke euer Hund weiß nun einfach wie entspannt und angenehm es ist, beim Bett seiner Menschen zu schlafen und er weiß auch, dass er dort Schutz findet.

Was ich tun würde? Die Regel in den Wind schießen und meinem Hund erlauben bei uns zu sein. Gibt für mich einfach keinen Grund, warum er das nicht sollte.

Was du lieber hören willst? Bleib konsequent. Er wird es jetzt austesten und wird schauen, ob es sich für ihn lohnt. Jede Minute, die er oben sein darf und du brauchst, um ihn wieder runter zu schicken, ist für ihn schon ein Erfolg. Am einfachsten ist es, wenn du ihm den Weg versperrst. Gerne genutzt werden dafür Kindergitter an der Treppe.

Es ist auch nichts ungewöhnliches, dass ein Hund in dem Alter nochmal solche Versuche startet. Er hat einfach jetzt das letzte Tröpfchen Selbstvertrauen dazu bekommen, was es brauchte, um diese Regel auszutesten (und/oder beim Onkel einfach eine so schöne Zeit beim Bett gehabt, dass der Versuch nun lohnt).
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #4
Ich denke bei entsprechender Konsequenz wird Henry es auch weiterhin akzeptieren, dass er nur im Erdgeschoss bleiben darf.

Ich sehe bei dieser Regelung aber grundsätzlich das Problem, dass der Hund nachts von seinem Rudel abgeschnitten wird, er kann keinen Schutz suchen (was er ja offenbar versucht hat und dann quasi noch zusätzlich damit "bestraft" wurde, dass ihm auch noch die Wohnzimmertür zugemacht wurde), dies stellt auch einen gewissen Vertraunsbruch für den Hund da.

Neben dem fehlenden Rudelschutz hat er auch keine Möglichkeit sich bemerkbar zu machen wenn er z.B. Nachts mal muss (und eines Tages wird der Tag kommen an dem er mal Durchfall hat und Nachts raus muss).

Ich finde es also grundsätzlich problematisch dem Hund die ganze Nacht über die Möglichkeit zu nehmen mit seinem Rudel zu kommunizieren und würde ihm wohl zumindest einen Korb im Flur auf der Schlafzimmerebene einrichten '(die Hundehaare sind eh überall).

Nun sind 8 Stunden Nachtruhe mit dem Rudel in "Riechweite" aber vielleicht auch noch ganz gut vertretbar, wenn er dann tagsüber den ganzen Tag jemanden an seiner Seite hat. Wie sieht es denn da aus, muss er auch tagsüber alleine bleiben ?
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #5
Danke für eure Antworten!
@Kompassqualle: Nein, er hat meist jemanden um sich herum. Die Kinder sind spätestens nach 12 zurück, ich auch. Allerdings wird es ihm oft zu viel, besonders wenn die Kinder noch Besuch haben. Er verzieht sich dann lieber freiwillig in sein Körbchen oder in den Garten, allerdings liegt er gerne (zur Hälfte ;) ) unterm Sofa, wenn jemand auf dem Sofa sitzt. Ja, er ist sehr verschmust, er hätte eine gute Katze abgegeben. ;)
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #6
Also ist er Nachts 8 Stunden lang alleine und dann noch locker.... 6 Stunden? Mal ausgehend das ihr spätestens um 22 Uhr ins Bett geht und ihr nur einen Fernseher im Wohnzimmer habt und nicht im Schlafzimmer schaut hat der Hund 10 Stunden mit euch und ist so um die (grob gerechnet) 14 Stunden auf sich gestellt? Und dann kommt ja noch Einkäufe dazu oder Ausflüge wo der Hund mal nicht mitkann... naja schön ist was anderes?
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #7
Hallo,
und herzlich willkommen, dank dir für den ausführlichen Bericht (und besonderen Dank für deine klare und schöne Artikulation)

Nun das mit dem Rudel etc. wurde ja nun bereits ausführlich erörtert. Zwar schließe mich grundsätzlich den anderen an - auch ich möchte meine Hunde Tag und Nacht um mich haben.
Jedoch hat jeder das Recht, solange der Hund ansonsten viel Auslastung und Liebe bekommt, seine eigenen Regeln und Schlafgewohnheiten auf zu stellen.

Zum ersten "Regelbruch", wenn einer meiner Hunde zur Schlafenszeit heiß hechelnd vor meinem Bett steht, bedeutet das im allgemeinen, daß ein Verdauungs oder Blasenproblem ansteht - sprich der Hund meldet: ich muss raus und zwar dringend!Wie sollte er sich sonst bemerkbar machen?

Zum zweiten "Regelbruch", Raketen- es kann durchaus sein daß sich ein Hund nach gefühlten 100 Feuerwerken,Parties und Krach ein einziges mal erschreckt und sich dies dann in sein kleines Köpfchen festsetzt und er ab sofort vor einem bestimmten Geräusch/Bewegung Angst hat - und dann rennt er zu seinem Rudel oder schlimmstenfalls Outdoor in Panik davon. Oder aber er glaubt dem Rudel diese Störung "melden" zu müssen - auch dann würde er deine Regel brechen.

Dazu kommt noch, daß er bei deinem Schwager unters / ins Bett darf...also probiert er es halt, ist ja auch schön nah bei seinen Menschen und bequem für ihn.

Und zu aller letzt, fühlt und bemerkt der Hund daß deine Kinder deine EG-Regel nicht ganz so wichtig nehmen wie du selbst...du sagst ja dein Kind hat sich über den "Besuch" gefreut...unsere Hunde sind super sensibel und sehr empfänglich für solche Stimmungen - vor allem wenn sie zu ihren "Vorteil" gereichen.
Bist du dir denn (nicht falsch verstehen) ganz sicher daß deine Regel, während deiner Abwesenheit (du musst ja auch mal einkaufen/arbeiten oder sonst was) von deinen zweibeinigen Kids eingehalten wird?

Wenn du also partout deine EG-Regel aufrecht erhalten willst. Dann wirst du den Hund konsequent jedesmal nach unten bringen müssen..ohne schimpfen oder Gedöns und allen deine Regel wieder und wieder erklären müssen.Kurz du wirst den längeren Atem haben müssen. Und du wirst eventuell Kinderschutzgitter anbringen müssen - wobei meine Hunde da einfach drüber springen würden.

Ich würde auch sagen dein/euer Hund wird mit 3 Jahren langsam erwachsen - das ist normal. Er wird selbstsicherer und versucht eigene Regeln aufzu stellen - ein sehr gesundes Verhalten - nun wird sich zeigen wer von Euch beiden mehr Geduld hat bezüglich der EG - Regel.:eusa_think:

LG Suno
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #8
@Smoothie: primär nachts die 8 Stunden. Ich bin daheim. Natürlich ab und zu einkaufen und sonstiges, aber auch wenn ich da bin, mag Henry seinen Morgen eher alleine verbringen. Mein Mann geht morgens mit ihm spazieren, und den restlichen Morgen liegt Henry am liebsten im Garten oder im Flur. Manchmal liegt er auch noch "ewig" im Körbchen und schläft und kümmert sich gar nicht darum, wer sonst im EG herumspringt. Ich hatte bislang immer das Gefühl, dass er die Ruhe am Morgen besonders mag, wenn die Kinder in der Schule / dem Kindergarten sind. Manchmal wird ihm der Trubel hier im Haus auch zuviel, und besonders morgens hatte ich bislang den Eindruck, dass er seine Morgenruhe besonders genießt.
Mittags und abends, wenn Kinder und mein Mann heimkommen, ist er hingegen aufgedreht. Vielleicht ist er auch kein "Morgenhund"?
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #9
Naja, dass er Nachts gerne bei euch wäre zeigt er ja recht deutlich. Zwischen "hat es gerne ruhiger" und "wird ausgeschlossen" liegen auch Welten. Will sagen: Nur, weil er sich tagsüber gerne mal zurück zieht und die "Ruhe" genießt, heißt das noch lange nicht, dass er es Nachts alleine im Erdgeschoss toll findet.

Ich finde wie gesagt, dass ein Hund es verdient hat nicht ausgeschlossen zu werden. Wenn er die Möglichkeit bekommt zu euch zu gehen in der Nacht, aber trotzdem lieber für sich unten bleibt, ist das ja etwas vollkommen anderes. Wie hier auch schon erwähnt wurde, ist es ja auch manchmal einfach notwendig sich zu melden. Sei es nun aus Angst oder wegen "Verdauungsproblemen".

Im Endeffekt bleibt es aber eure Entscheidung und ich denke auch nicht, dass es der Hund bei euch so schlimm hat, dass man jetzt einen auf "Tierschützer" machen muss. Trotzdem wäre es meiner Meinung nach das Beste für alle, wenn der Hund die Möglichkeit bekommt auch Nachts bei euch zu sein. Die Kinder scheint es ja auch zu freuen. ;)

Übrigens gibt es Kindergitter in verschiedenen Größen. Ich würde bei dieser Mischung wohl auch eines nehmen was mindestens 1m hoch ist (falls das überhaupt in Frage kommt).
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #10
@Suno (und alle anderen auch): Danke! Die Erklärung(en) klingen einleuchtend. Ich war tatsächlich davon ausgegangen, dass er den Unterschied versteht zwischen dem, was er bei meinem Schwager darf und dem, was er bei uns darf (oder eben auch nicht). Vielleicht war das "falsch"; ich habe etwas mehr Erfahrung, was Kindererziehung anbelangt als was Hundeerziehung angeht (bin aber mit einem Hund aufgewachsen, mein Mann auch, aber für uns ist das der erste - gemeinsame - Hund). ;) Nun ist Henry von seinem Wesen her einfach auch ein sehr gutmütiges und entspanntes Tier das wirklich gut hört - natürlich mit kleineren aber normalen Ausnahmen, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen. Vielleicht bin ich auch deswegen gerade etwas "blind", was seine Bedürfnisse angeht? Es kam für uns nun einfach komplett aus dem Nichts.

Des Weiteren hat Henry natürlich oft viel Trubel um sich herum, und vielleicht ist er nachts tatsächlich "einsam". Wobei ihm die Kinder auch gerne mal zuviel werden und er sich in sein Körbchen trollt um dort Ruhe zu bekommen. Wenn wir abends vom Sofa aufstehen und nach oben gehen, erhebt sich Henry auch automatisch und wandert in sein Körbchen oder in den Flur. Das machte er schon immer von sich aus. Zwar höre ich ihn nachts ab und zu in die Küche laufen um zu trinken oder einen anderen Schlafplatz suchen, aber das geschah immer absolut problemlos ohne dass er irgendwelche Ausflüge versucht hätte.

Natürlich kann ich nicht zu 100% sagen dass die Kinder ihn nie mit nach oben genommen hätten, aber ich bin mir absolut (und zweifelsfrei) sicher dass sie es nicht getan haben.

Vielleicht wollte er schon länger nachts bei seinem Rudel sein, vielleicht fühlte er sich einsam, vielleicht hat ihn was erschreckt. Vielleicht hat er es nun einfach mal versucht was passiert wenn er raufgeht. Oder vielleicht war der Schreck über irgendein Geräusch größer als die Angst, was Verbotenes zu tun. Dass er es nicht böse meint, weiß ich doch. :) Er hat offenbar auch mit Ärger gerechnet, so wie er die erste Nacht runtergeschlichen ist als ich ihn erwischt habe. Und ja, vielleicht war falsch dass ich ihn ausgesperrt habe, das fühlte sich auch für mich nicht schön an. Aber ich wusste nicht, wie ich reagieren soll. Deshalb bin ich ja nun auch hier, um ihn besser zu verstehen und besser reagieren zu können. Danke für eure Antworten! :)

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Danke Syn! Nein, Tierschützer braucht es bei uns nicht, auch wenn Henry eigentlich nicht zu den Kinderzimmern gehen sollte. ;) Primär sind die anderen Stockwerke deshalb tabu, weil die Kinder es nicht immer sooo genau nehmen mit Ordnung halten (so wie Kinder weitestgehend nunmal sind). Da wird gestritten, mal hier eine Tür zugeschlagen, dort wird sich gejagt, jemand lautstark aus dem Zimmer geschmissen, ein Zimmer nebenan wird getanzt und gefeiert, während das dritte Kind in Ruhe Hausaufgaben machen muss (oder sollte ;) ). So wie ich Henry kenne, würde er tagsüber vermutlich freiwillig keine Pfote in die Kinderzimmer setzen. Hätte ich ein Körbchen, würde ich mich in diesen "Kinderhochzeiten" auch lieber dorthin verziehen. :lol:
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #11
Naja wie gesagt der Hund ist ein Rudeltier. Kann schon sein das deiner nicht mittendrin sein mag wenn die Kinder wild rumhopsen und dennoch sind sie wie du sein Rudel. Das ist alles was der Hund hat. Und wenn die Kinder schlafen sind sie ja immerhin nicht laut und wild. Vielleicht mag er es dann einfach während dem schlafen ihre Geräusche nahe neben sich zu haben, das ist ja nur natürlich? ;)
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #12
Wie gesagt.. vielleicht überlegt ihr es auch ja einfach und probiert es mal aus ihn selber entscheiden zu lassen? Wenn er von sich selber aus gar nicht hoch möchte in der Nacht, dann ist das ja in Ordnung. Vielleicht will er auch nur ab und an mal hoch.. wenn er sich gerade wegen irgendwas erschrocken hat zum Beispiel. Vielleicht braucht er auch ab und zu einfach die Nähe und ansonsten bleibt er unten. Vielleicht wollte er aber insgeheim schon immer hoch bzw. möchte es vor allem jetzt nachdem er gemerkt hat wie toll das ist (beim Onkel).

Wenn du ihn nur deswegen nicht hoch lassen möchtest, weil du denkst für ihn wäre es dort zu laut, zu viel Chaos etc ist. kann ich wirklich nur sagen:
Versuch es!
Der Hund hat ja sein Stockwerk unten mit Körbchen etc. was er sehr gut kennt. Sollte ihm irgendwas zu viel werden wird er von alleine runter gehen.
Ich denke aber auch, dass gerade Nachts, wenn die Kinder ruhig schlafen (sollten ;) ), euer Hund die Nähe genießen wird (und eure Kinder wahrscheinlich auch - ansonsten können sie ja ihre Türe einfach zu machen). Zu dem hat er so die Möglichkeit bei euch Schutz zu suchen, was gut für die Bindung ist und er hat die Möglichkeit sich zu melden, falls er mal dringend muss.

Wenn ihr tagsüber unten seid, wird er wahrscheinlich so oder so unten bleiben. So wie ich die meisten Familienhunde kenne, sind sie tagsüber sowieso meistens bei dem erwachsenen Part in der Familie, der die meiste Zeit zuhause ist. Da wird dann vielleicht höchstens oben mal "nach dem Rechten geschaut". Zumindest sind das so die Erfahrungen, die ich gemacht habe.

Ich denke, dass wäre die einfachste und für alle enspannteste Lösung. Die einzige andere Lösung ist eben konsequent das Verbot durchzusetzen. Das kann auch schnell gehen und vielleicht hat er es sogar mittlerweile schon wieder aufgegeben, aber das kann sich auch noch laaange ziehen. Im schlimmsten Falle hast du einen Hund, der immer und immer und immer wieder hoch gehen wird und falls du absperrst dann anfängt die ganze Nacht vor der Absperrung zu jaulen.
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #13
Hallo!
Ich will auch gerne noch was dazu senfen;).

Ich schließe mich im Großen und Ganzen Suno an ( welch große Überraschung :lol: )

Wir haben einen Collie und zwei Kinder. Der Hund schläft mit im Schlafzimmer.
Ich kann aber auch verstehen, das es nicht jedem seins ist.

Anfangs wollte mein Mann das auch nicht, aber er hat es dann eingesehen. :004:
Ich finde das es dem Hund auch eine gewisse Sicherheit vermittelt. Dass er sich immer auf sein Rudel verlassen kann.
Balou zum Beispiel würde, wenn er untern alleine schlafen müsste, jeden Regenwurm melden, der im Garten den Kopf aus dem Rasen streckt.
Bei uns ist er entspannt und schläft, weil er weiß wir kümmern uns falls was ist.

Ich schließe mich Syn an, versucht es doch einfach mal, lasst es ihm frei, ob er mit hoch kommt oder nicht. Er soll ja nicht dirket ins Bett;).
Eine Decke in der Ecke des Schlafzimmers reicht ihm mit Sicherheit aus.

Allerdings würde ich ihn nicht in einem der Kinderzimmer schlafen lassen, da es bei meinem Beiden 100 pro zu Eifersucht kommen würde, und sie sich um den Hund streiten würden:roll:.

lg willi
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #14
Guten Abend alle zusammen!

Ich hab mich vorhin mit meinem Mann zusammengesetzt und wir haben überlegt. Ich dachte, das könnte euch auch noch interessieren (oftmals liest man ja nie wieder was vom Fragesteller, leider). Wir lassen nun alles offen - Treppe, auch den Flur, und Henry darf, wenn er denn möchte, nach oben gehen. Ich bin gespannt ob er es tatsächlich nochmal versucht, aber wenn, dann werde ich statt aufzustehen, mich schön in meinem Bettchen umdrehen und wissen, dass er sich wohl fühlt. Und wenn die Kinder morgens aufwachen (mal sehen, zu welchem Kind er als erstes geht), werden sie sich sicherlich freuen, ihn zu sehen. :)

Nochmals Danke für alle Antworten, sicherlich auch im Sinne Henrys!

Viele Grüße,
Liv
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #15
Guten Abend alle zusammen!

Ich hab mich vorhin mit meinem Mann zusammengesetzt und wir haben überlegt. Ich dachte, das könnte euch auch noch interessieren (oftmals liest man ja nie wieder was vom Fragesteller, leider). Wir lassen nun alles offen - Treppe, auch den Flur, und Henry darf, wenn er denn möchte, nach oben gehen. Ich bin gespannt ob er es tatsächlich nochmal versucht, aber wenn, dann werde ich statt aufzustehen, mich schön in meinem Bettchen umdrehen und wissen, dass er sich wohl fühlt. Und wenn die Kinder morgens aufwachen (mal sehen, zu welchem Kind er als erstes geht), werden sie sich sicherlich freuen, ihn zu sehen. :)

Nochmals Danke für alle Antworten, sicherlich auch im Sinne Henrys!

Viele Grüße,
Liv

Es freut mich das ihr jetzt eine wunderbare Lösung für den Hund gefunden habt. :D Jetzt kann er unten bleiben wenn er möchte und hoch gehen wenn er es braucht. Eine wundervolle Lösung für Henry.

lg
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #16
Oh, das freut mich sehr für euch!

Ich finde das auch ideal. Vielleicht versucht er es ja nun gar nicht mehr, aber wenn er mal wieder hoch möchte und/oder muss, ist er dort willkommen. Das finde ich so toll. :clap:

Danke für deine Rückmeldung.
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #17
Ich freue mich auch und denke dies ist sicher für alle die angenehmste Lösung, anstatt dass die Brechstange angesetzt wird nur um irgendwelche Prinzipien durchzusetzen ;)

Es kann auch gut sein, dass er ein paar mal nach oben kommt, ihm da der Trubel bei den Kindern zu groß ist und er sich dann mit seinem Erdgeschoss zufrieden gibt, aber sicher ist er dankbar dafür zu wissen, dass er kommen kann, wenn etwas ist ;)
So ist Henry glücklich und die Kinder auch, falls er sich mal als nächtlicher "Bewacher" vor ihren Fußenden einfinden sollte :)
 
  • Wieso bricht er nach 3 Jahren feste Grundregeln? Beitrag #18
Guten Abend alle zusammen!

Ich hab mich vorhin mit meinem Mann zusammengesetzt und wir haben überlegt. Ich dachte, das könnte euch auch noch interessieren (oftmals liest man ja nie wieder was vom Fragesteller, leider). Wir lassen nun alles offen - Treppe, auch den Flur, und Henry darf, wenn er denn möchte, nach oben gehen. Ich bin gespannt ob er es tatsächlich nochmal versucht, aber wenn, dann werde ich statt aufzustehen, mich schön in meinem Bettchen umdrehen und wissen, dass er sich wohl fühlt. Und wenn die Kinder morgens aufwachen (mal sehen, zu welchem Kind er als erstes geht), werden sie sich sicherlich freuen, ihn zu sehen. :)

Nochmals Danke für alle Antworten, sicherlich auch im Sinne Henrys!

Viele Grüße,
Liv

Das finde ich auch absolut super :clap:

Noch dazu wollte ich mal sagen, dass ihr da eine Mischung habt, die echt nicht ganz ohne ist (weshalb ich auch absolut gegen geplante Verpaarungen der beiden Rassen bin, aber das gehört hier ja jetzt nicht hin), d.h. er ist wahrscheinlich wahnsinnig clever und sensibel und wird schon winzige Änderungen etc. wahrnehmen und ausnutzen, welche wir selber vllt gar nicht bemerken.
Und zum Thema rumtoben: Ich kenne es von unserer Hündin, dass sie sofort da ist, wo Trubel ist. Nicht unbedingt, weil sie das so toll findet, sondern weil sie wohl eher versucht zu schlichten, was ich bei Hütehunden schon oft gehört habe, auch wenn zwei andere Hunde miteinander toben ;)
 
Thema:

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