Terrorkatze

Diskutiere Terrorkatze im Katzen Verhalten Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo ihr Lieben! Ich habe mich hier angemeldet, weil mein Mann und ich ein einer unserer Katzen verzweifeln. Sie macht nur Terror, Sachen...
  • Terrorkatze Beitrag #1
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Gia

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Hallo ihr Lieben!

Ich habe mich hier angemeldet, weil mein Mann und ich ein einer unserer Katzen verzweifeln. Sie macht nur Terror, Sachen kaputt, kratzt, schreit etc.

Die Situation:

Ich habe meine Katzen seit gut zwei Jahren, meinen Mann seit 1 Jahr und ein paar Monaten. Das heißt er ist quasi der "Neuzugang" :)

Wir haben zwei Katzen, Finn, ein Kater und Schatten, eine Katze. Beide kastriert. Zu Beginn haben wir noch in einer Balkonwohnung in München gelebt und die Katzen waren zufrieden. Haben zwar auch mal hin und wieder Schmarrn gemacht, aber im Großen und Ganzen hat alles gepasst und vor allem haben sie sich erziehen lassen. Jetzt sind wir (vor 3 Monaten) in eine größere Wohnung umgezogen und haben die Katzen gelengtlich mal in den Garten gelassen. In München waren sie nur hin und wieder mal auf dem Balkon.
Und jetzt fängt es an. Schon ganz am Anfang hat Schatten angefangen, aufzumüpfen. Also direkt nach dem Umzug aber da haben wir es auf die Eingewöhnungszeit geschoben und wir glauben auch, dass sie sich beide gut eingelebt haben. Und da war das Aufmüpfen auch anders. Mein Mann hat ein paar neue Regeln aufgestellt, dass die Katzen nicht mehr auf die Küchenzeile dürfen zum Beispiel und er setzt diese auch durch. Finde ich auch gut. Küchenzeile wurde auch problemlos gelernt. Doch seit etwa 1 Monat macht Schatten nur noch Terror. Richtig wie ein kleines Kind. Sie geht los, sieht dass ich sie sehe und macht Mist, kratzt zum Beispiel am Türstock. Ich springe auf, schimpfe, sie rennt lautstark protestierend weg. Ich gehe wieder zurück an den Schreibtisch (ich arbeite von zuhause), Schatten geht zurück und macht den gleichen Mist gleich wieder. Oder sie macht was anderes. Zum Beispiel die Schranktür auf und alle Kleider rausholen. Oder versuchen ans Aquarium ran zu kommen. Oder am Fenster kratzen. Oder rumschreien. Oder auf die Küche springen oder oder oder… Auch Nachts macht sie ununterbrochen Blödsinn und raubt uns den Schlaf. Früher lag sie irgendwo auf uns oder dem Bett oder der Couch und hat, wie Finn, gepennt. Oder gespielt, aber ohne Radau zu machen/alles umzuwerfen etc. Oder wenn wir sie raus lassen. Dann rennt sie weiter weg als erlaubt, bleibt stehen, dreht sich um und guckt ob wir es sehen. Wir rufen sie dann und sie fängt an zu miauen und kommt zurück. Oder sie klettert mit Absicht auf den Balkon der Nachbarn und tut dann so als würde sie nicht mehr runter kommen bis wir sie retten.
Finn ist so ruhig und lieb wie immer.

Wir sind völlig am verzweifeln. Ich kann sehen, dass mein Mann sie am liebsten weggeben würde aber das kommt absolut nicht in Frage.

Jetzt die Frage: Woran liegt das? Was können wir tun?

Liegt es daran, dass sie ein paar mal nach draußen durfte? Ich will sie nicht zu viel und unbeaufsichtigt raus lassen, sie ist zu neugierig und hat zu wenig Angst. Curiosity kills the cat… Bei Finn mache ich mir weniger Sorgen, aber wegen Gleichberechtigung bleibt er auch drin. Oder liegt es daran, dass ich mehr zu Hause bin? Davor war ich immer in der Uni, jetzt bin ich selbstständig und viel zuhause. Oder an der neuen Wohnung? Die ist größer und es gibt mehr Spielmöglichkeiten für die Katzen. Neuer Kratzbaum etc.

Ich bitte um Hilfe!


Danke im Voraus,
Gia
 
  • Terrorkatze Beitrag #2
Vielleicht fühlt sie sich vernachlässigt und möchte mehr Beachtung geschenkt bekommen? :s
Meiner schreit auch und macht mist wenn er was spielen möchte mit uns...
 
  • Terrorkatze Beitrag #3
Danke für die Antwort!

Sie bekommt aber schon viel Beachtung, mehr als ihr Bruder, ich kann theoretisch schon noch mehr machen, aber ich habe auch nicht unendlich Zeit. Und ich kann ja auch nicht 24/7 ihre Spielmaschine sein. Sie kann jederzeit auf meinen Schoß kommen während ich arbeite oder sich von mir aus auch zwischen die Tastatur und mich auf den Schreibtisch legen. So wie ihr Bruder das macht. Will sie aber nicht. Ich nehme sie auch öfter mal hoch, platziere sie auf meinem Schoß und streichle sie, aber will sie nicht. Aber gerade Nachts können wir sie ja wohl schlecht bespielen. Wir müssen schlafen, und das wird mit dem Gekratzte am Fenster/Schrank zunehmend schwieriger. Und warum ist es erst jetzt so? Früher war ich weniger zuhause, sprich sie hat weniger Beachtung bekommen, da hat sie das aber nicht gemacht.
 
  • Terrorkatze Beitrag #4
Hallo Gia,

bei deinem Text fiel mir besonders ein Satz ins Auge:
Richtig wie ein kleines Kind.
Und das ist der Gedanke, von dem ihr euch zu aller erst verabschieden müsst. Eure Katze trotzt nicht! Derartiges Verhalten ist für Katzen keinesfalls normal, aber es ist kein bockig sein oder trotzen, das ist ein Hilferuf. Irgendetwas missfällt ihr und sie hat keine andere Möglichkeit, euch das wissen zu lassen.

Nun gilt es eben herauszufinden, was das ist.
Katzen ein Mal rauslassen und dann nie wieder kann durchaus des Pudels Kern sein.

Wie viel Zeit habt ihr denn Täglich für die Katzen übrig? Zuerst würde ich mal sagen: Nehmt euch eine halbe Stunde Zeit, in der ihr effektiv und interaktiv mit den Katzen spielt. Am Besten macht ihr das Morgens und Abends vor dem Füttern. Wenn ihr das hinbekommt werdet ihr sicher schon Veränderungen im Verhalten eurer Katzen sehen. Es muss auch nicht zwei mal täglich eine halbe Stunde sein, aber besonders abends solltet ihr sie echt k.o. kriegen und ich kann euch versprechen ihr werdet wieder öfter durchschlafen können.
Bei solchen Verhaltensproblemen ist Unterbeschäftigung ganz, ganz oft der Auslöser. Es kann natürlich auch einen anderen Grund geben aber so auf die Ferne würde ich euch erstmal das empfehlen.

Wenn ihr noch etwas mehr Zeit aufbringen wollt, könnt ihr der Miez auch gesicherten Freigang am Geschirr geben. Das ist dann aber etwas verpflichtendes, denn sobald der Spaziergang ausbleibt, wird das alte Verhalten wieder zum Vorschein kommen. Und Gassi gehen mit Katzen ist etwas anders als mit Hunden, da sie entscheiden wo es hingeht und schon auch mal 15min lang an einem Fleck sitzen oder durch einen Busch laufen wollen :mrgreen:
 
  • Terrorkatze Beitrag #5
Das ist eine Katze, kein Hund. Die kann man nur bis zu einem gewissen Grad erziehen und dass die Erziehung bisher so gut geklappt hat, würde ich als Zufall bezeichnen. Auch dieses "sie läuft weiter weg als sie darf" - wo ist denn die Grenze? Gibts einen Zaun? Falls nicht, finde ich es albern, dass ihr meint, die Katze müsse wissen, wohin sie darf und wohin nicht. (Nicht böse gemeint.)

Es kann schon gut sein, dass die Katze merkt, wie dein Mann ihr gegenüber steht und ihr das gegen den Strich geht. Hab ich schon mehrmals im Bekannten-/Familienkreis mitbekommen. Die einen Katzen gehen, wenn sie Freigänger sind, einfach weg und bleiben immer länger draußen, die anderen bocken rum.
Ein bisschen erinnert mich die Geschichte auch an meine Tante, ich kann nur hoffen, dass ich mich irre. Sie hatte die Katzen bereits eine Weile und lernte dann ihren jetzigen Mann kennen. Sie hat von Anfang an deutlich gemacht, dass die Katzen zu ihr gehören und die nicht weggegeben werden, wenn er ein Problem damit hat, muss er gehen. Hat er so akzeptiert. In der ersten gemeinsam Wohnung fing es dann an, dass er immer mehr Regeln aufstellte, die meine Tante nie eingeführt hätte. Schlussendlich durften die Katzen gar nichts mehr, er hat sie ständig erschreckt und verscheucht und als Räume hatten sie nur noch Küche (da steht das Fressen), Flur und Wohnzimmer zur Verfügung, weil sie ja sonst alles vollhaaren würden (vorher durften sie auch in Schlaf- und Gästezimmer, Bad usw.). Die eine Katze ist daraufhin kaum noch nach Hause gekommen außer zum Fressen und manchmal zum Schlafen und ist inzwischen mehr bei den Nachbarn, die andere (mittlerweile 15 Jahre alt) ging immer mehr raus, verkrümelte sich lieber im Winter in den Strandkorb als im Haus zu sein. Wenn die Katzen mit meinem Onkel allein waren, waren sie nur noch schreckhaft und wachsam, aber auch insgesamt sind sie wieder viel ängstlicher geworden, die eine kratzt viel schneller.:?

Wie auch immer, das ist "meine" Geschichte, ich hoffe bei euch ist es anders.

Zurück zum Problem:
Ich würde an deiner/eurer Stelle anfangen die Katzen mehr zu bespaßen, effektiv Zeit mit ihnen zu verbringen. Kraulen, spielen, füttern, vielleicht Clickern.
Und dann würde ich an der Wohnsituation "arbeiten": Was könnte sie stören? Habt ihr zu wenig Klos, zu wenig Kratzmöglichkeiten? Was schmeißt sie um? Steht zu viel Deko auf Plätzen, die für sie nach "Katzenplätzen" aussehen? Sieht sie gut oder könnte sie was mit den Augen haben, sodass sie sich in der neuen Wohnung nicht gut zurecht findet?
Den Freigang würde ich regelmäßig gewähren, nicht mal so, mal so. Wenn das nicht möglich ist, würde ich es ganz lassen. Viele Katzen kommen mit diesem "wenn ich Zeit finde, darf sie in den Garten" nicht zurecht.
Wenn sie nachts Radau macht: Durfte sie vorher mit ins Schlafzimmer und jetzt nicht mehr? Hat sie generell ein Problem mit geschlossenen Türen?

Und den Mann bitten seine Erfahrungen mit ihr auf Null zurückzusetzen. Es bringt nichts der Katze mit Unmut zu begegnen, außer dass es die Situation für alle schlimmer macht.:)
 
  • Terrorkatze Beitrag #6
Ich kann mich Choupette irgendwie nur anschließen....
Es sind Katzen... keine Hunde...
Katzen merken sehr wohl, wenn da was anders ist (ok, Hunde merken das auch, aber die reagieren in der Regel anders drauf bzw. versuchen sich anzupassen.....)
Katzen haben da ihren ganz eigenen Kopf, und wenn Dein Mann jetzt versucht, irgendwelche neuen Regeln durchzusetzen, kann es durchaus sein, dass die Katzen Dir bildlich gesprochen gepflegt ´nen Vogel zeigen...
Katzen an Regeln gewöhnen ist das Eine - dass Katzen sich an Regeln halten, ist das Andere....
Daher haben wir unsere Katzen gar nicht erst an irgendwelche Regeln gewöhnt - spätestens, wenn man nicht daheim ist, machen sie eh, was sie wollen...
Hier darf Katz nicht auf den Tisch, wenn daran gerade gegessen wird - ansonsten dürfen sie alles.... können wir alle supergut mit leben...

Nachdem Dein Beitrag (und nein, das ist wirklich nicht böse gemeint!) heute nicht der erste dieser Art ist, den ich lese, hab´ ich unseren Katzen soeben mal einen Vortrag gehalten:
"In Zweierreihe aufstellen, wer keinen Partner hat, geht nach hinten! Ab sofort werden nur noch zwei Klos benutzt, das eine für Pipi, das andere für Würstchen. Tische und Küchenzeile sind ab sofort tabu. Und wehe, es kommt nochmal wer ins Bett. Wer auch nur ein Haar verliert oder irgendwo hinkotzt, zieht sofort ins Tierheim!"
Die Dinah hat in der Tat total erschrocken geguckt.
Das ist natürlich jetzt nicht ernstgemeint - aber es gibt leider wirklich Menschen, die das ganz genau SO und ganz ernst meinen - und DA hört mein Verständnis dann mal komplett auf...
LG, seven
 
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