- Mich macht das so fertig Beitrag #1
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otti72
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Hallo, ich will Euch meine Geschichte erzählen. Am 17.03. hatte ich die Entscheidung zu treffen, unseren Seniorkater Max nach 17,5 gemeinsamen Jahren für immer gehen zu lassen. Er litt an einer unentdeckten, massiven Herzmuskelvergrößerung, einer bekannten Nieren- und Bauchspeicheldrüseninsuffizienz. Er hatte am Tag davor mit unserem zweiten Kater und der Kätzin die jährliche Routine-Untersuchung bei der Tierärztin. Als ich am Abend der Untersuchung nach Hause gekommen bin kam mir Max nicht wie üblich entgegen. Ich habe nach ihm gesucht und ihn nach Luft schnappend vorgefunden. Ich habe sofort unsere Tierärztin angerufen und sie hat sich noch am selben Abend Zeit genommen. Eine Röntgenuntersuchung ergab eben die massive Herzvergrößerung sowie einen, ebenfalls großen Pleuraerguss. Sie hat ihm dann einiges an Flüssigkeit abpunktiert, ihm ging es aber nicht wirklich besser. Am nächsten Tag war er wieder kurzatmig und verweigerte zudem jegliches Futter (und das obwohl er immer mit riesigem Appetit unterwegs war). Ich bin dann am Nachmittag wieder zu unserer Tierärztin gefahren. Sie hat ihn sich angeschaut. Dennoch hatte ich wahnsinnige Angst, dass bei unserem Max der Pleuraerguss zurückkehrt und wir dann mit ansehen müssen, wie der arme Kerl womöglich jämmerlich ersticken muss. Wir haben die - nach unserer Meinung - wohl beste Tierärztin am Platz. Sie ist auch immer telefonisch erreichbar. Aber es kann natürlich einmal sein, dass es etwas dauert, vor allem wenn es Nachts oder am Wochenende ist. Sie hat mir deshalb die Möglichkeit vorgeschlagen, ihn zu erlösen. Ich seh den armen Kerl noch immer dort sitzen und mich anschauen. Letzlich habe zugestimmt. Ich war dabei, wie sie die Vene punktiert und das Narkotium gespritzt hat. Ich habe war bei ihm, bis er seinen letzten Atemzug getan hat. Sie hat es sehr behutsam gemacht, er hat sich auch nicht gewehrt, für ihn schien es auch gut so zu sein. Dennoch mache ich mir heute Vorwürfe. Es war meine Angst, deretwegen er gehen musste. Hätte ich noch warten sollen? Wir haben Max dann einäschern lassen und ihn nun bis auf weiteres in einer Schmuckurne bei uns. Ich bin noch immer tief traurig. Max war wie ein guter Kumpel für mich. Er war da, wenn es mir nicht gut ging, hat sich auf mich gelegt und beruhigend geschnurrt. Ich vermiss das so, ich vermiss Max so. Ich schau häufig auf unsere Terrasse, zu den Plätzen, an denen er oft saß. Und ich denk - er wird dort nie mehr sitzen. Oder ich komm am Abend heim und er kommt nicht mehr angeflitzt. Nie wieder. Diese Endgültigkeit geht mir nicht in den Kopf. Gottseidank sind noch unsere beiden anderen Fellnasen da. Ich hoffe, dass ich irgendwann Frieden mit der Situation machen kann. Dass das nicht mehr so präsent ist. Und ich hoffe, dass er nun an einem besseren Ort ist und dass es ihm gut geht.
Tieftraurige Grüße
O.
Tieftraurige Grüße
O.