Hallo! Im Tierheim habe ich schon die unterschiedlichsten Gründe gehört, warum Hunde abgegeben wurden. Ein Welpe, der bei Auto fahren kotzt -> Der Tierarzt sagt, dass er das nie lernen wird. Der gleiche Welpe macht ins Haus, hat Angst vor dem Kind mit ADHS und man muss jeden Tag 250km mit dem Auto fahren, er muss mit in den Kindergarten und überhaupt, die Frau hat einen Säugling, ein fünfjährigen mit schwerem ADHS so dass sie täglich mit in den Kindergarten muss und nach dem Kindergarten gehts zu Mutti und der Kinderarzt ist ja auch nicht grad um die Ecke Ergo -> der Hund kam nach nur drei Tagen zurück, weil er ja nicht mit im Auto fahren konnte. Der Mann fand das ekelig, wenn er sich übergab... ähm, aber seine Kinder werden sich ja auch übergeben. Die gibt er nicht ab. Oder man holt sich zu Beginn der Schwangerschaft einen Hund, damit das Familienidyll perfekt wird und das Kind direkt mit einem Hund aufwachsen kann. Nach der Geburt dann der Schock, dass beides gleichzeitig ja doch sehr viel Arbeit sein kann. Da man sein eigenes Kind ja nicht hergibt, muss der Hund wieder weg. Mein Ityane war ca acht Wochen vermittelt. Ich hatte der Frau gesagt, dass er nicht alleine bleiben kann (jankt und bellt) und dass sie ihn nicht mit zur Arbeit nehmen werden kann, weil er PANIK vor fremden Menschen hat. Sie arbeitet in der ambulanten Pflege und fährt viel Auto. Sie fand ihn toll und holte ihn. Nach acht Wochen kam er zurück, weil er ja nicht alleine bleiben könne, bei den Eltern (vor denen er bereits am Tierheim Schiss hatte) könne sie ihn auch nicht lassen und mit zur Arbeit, nee, das geht ja nicht, weil er da auch Angst hat. Seitdem fährt er auch nicht mehr gerne Auto

Andere Hunde kamen zurück, weil sie nachts im Dunkeln mal geknurrt haben, als man am Körbchen vorbeikam. Also ich mache immer Licht im Flur, wenn ich zum Klo gehe, schon damit ich nicht über den Hund falle, weil die gerne mal auf dem kalten Boden liegt. Wibbelfutt wurde nach nicht mal 48h aus der letzten Stelle abgegeben, weil sie versucht haben soll, den Mann ins Gesicht zu beißen. Er meinte, sie sei eine paranoide, nicht zu bändigende Bestie, die man einschläfern sollte. Außerdem könnte man ihr ja nix abnehmen. Wibbelfutt ist ein sensibelchen, durch viele Umzüge und durch die Erfahrung, dass ihr immer alles weggenommen wurde, hat sie sich anfangs auch hier an Ressourcen "geklammert" und mich angeknurrt. Ich hab sie dann weggeschickt, den Knochen oder was auch immer aufgehoben, sie gerufen und ihr wieder gegeben. Nach nicht mal drei Tagen hatte sich das Problem erledigt und ich kann ihr ALLES abnehmen, sie hat nicht einmal aus Unsicherheit geschnappt und eingeschläfert gehört dieses sensible, hochintelligente Mädchen auf keinen Fall. Leider habe ich die Nummer des Mannes nicht mehr, ansonsten würde ich ihm mal was dazu erzählen! Hunde, Katzen und Kleintiere haben alle irgendwo Beustellen und wenn man keine findet, andere sehen welche. Jedoch muss jeder Mensch selbst entscheiden mit welchen Ecken und Kanten man leben kann und an welchen man arbeitet. Wibbelfutt muss noch viel lernen und leider machen einem andere Hundebesitzer uns das Leben schwer, wenn "der macht nur am Anfang auf großen Macker" auf uns pöbelnd zugerannt kommt. Denn genau vor bellenden Hunden hat sie Panik. Aber die Menschen meinen, ich würde sie in Watte packen, wenn ich sie kurznehme und mich zwischen den pöbelnden Hund und sie stellen. An Orten, wo sie nicht ausweichen kann, muss ich ihr ja irgendwie die Sicherheit geben, dass nichts passiert. Aber wenn ich dann noch von den Haltern blöd angemacht werde, platzt mir der Kragen. Sie ist ja nicht schlecht sozialisiert, sie mag nur nicht angepöbelt werden, weil ihr das Angst macht. Wie viele Kinder haben Angst, wenn ein Erwachsener mal die Stimme erhebt? Ich hab schon einige Teenies heulen gesehen, weil die Lehrer mal strenger wurden oder ich was gesagt habe, was nicht ging. Aber schlecht sozialisiert sind die Kinder deswegen ja auch nicht. Einen Hund würde ich nur im allerschlimmsten Notfall abgeben. Ich denke immer, selbst wenn ich kaum Geld habe, hauptsache der Hund hat keinen leeren Magen. Dann esse ich halt mal nichts (und ja, das kann ich, weil ich durch mein Elternhaus so aufgewachsen bin) und gebe dem Hund dafür etwas. Zu lange arbeiten ist für viele Hunde unerträglich und da könnte man z.B. über einen Sitter nachdenken oder einen Gassigänger, der den Hund mitnimmt. Andere Hunde finden das sogar klasse, weil sie ihre Ruhe haben und ich gehöre zu der Kategorie, dass ich leider viel unterwegs bin wegen der Arbeit, aber der Hund nicht zu kurz kommt. Morgens eine Stunde, sobald ich von der Arbeit komme eine Stunde und vor dem Schlafen gehen auch noch mal bis zu einer Stunde. Man muss nur bereit sein in anderen Dingen zurück zu stecken und dann geht das auch. Ich stehe zum Beispiel jeden Morgen um halb fünf auf, damit der Hund vor der Arbeit noch genügend Bewegung und Arbeit hatte. Denn wir laufen nicht nur, sondern es gibt auch Kopfarbeit für Wibbelfutt. Danach ist sie platt und selbst wenn sie in meiner Abwesenheit Langeweile hat, kann sie hier mit ihren Bällen spielen, auf den Hufen kauen oder aus dem Fenster schauen. Wenn ich nach Hause komme, ist sie total verschlafen und wartet nicht ungeduldig an der Türe. Mir tut es gut, dass ich vor der Arbeit die Bewegung habe und nach der Arbeit, nach manchmal acht Stunden (muss nicht jeden Tag acht Stunden arbeiten, manchmal nur vier) sitzen, endlich wieder laufen kann. Noch bin ich in dem Alter, wo ich zum Beispiel über Kinder nachdenke. Deswegen versuche ich jetzt schon, dass Wibbelfutt sich an Buggys, Kinderschreie usw. gewöhnt. Denn je mehr Sachen sie jetzt schon lernt, am Buggy laufen, an der Straße sitzenbleiben usw. desto stressfreier wird das Zusammenleben hinterher, aber darüber machen sich viele im Vorfeld keine Gedanken.