Papas Liebling

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  • Papas Liebling Beitrag #81
Ich denke, in Sachen Arbeitsweg und Auto ist das wirklich schwierig. Meine Frau und ich haben die gleiche Richtung Arbeitsweg - sie 10km, ich knapp 20km. Aber: Sie muss ´ne halbe Stunde vor mir los und kommt ´ne Stunde oder zwei nach mir wieder nach Hause.
Die Verkehrsanbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind grausam - ihr Bus fährt stündlich, dann müsste sie aber noch ´ne halbe Stunde mindestens laufen. Macht also pro Richtung mindestens ´ne Stunde.
Mein Bus fährt stündlich, ich müsste aber 2x umsteigen und dann noch ca. 20 Minuten laufen - ich wäre also mindestens 2,5-3 Stunden pro Fahrt unterwegs, abgesehen davon, dass ich ´ne schwere Tasche mitschleppe und auch noch für die Einkäufe zuständig bin.
Bei aller Liebe, das geht nicht. Ich stelle mich nicht um 5.30 morgens an die Bushaltestelle, damit ich um 7.30 oder 8.00 an der Schule bin und fahre dann um 15.00 wieder los, damit ich um 18.00 daheim bin - und wie gesagt, die Einkäufe fliegen nicht nach Hause... das sind Lebensmittel, Katzenfutter und sonstige Haushaltszutaten, die ich mir mal nicht eben in die Hosentasche stopfen kann...
Natürlich wäre es mir lieber, wir kämen mit einem Auto aus - ist aber schlicht nicht möglich...
LG, seven
 
  • Papas Liebling Beitrag #82
In manchen Fällen geht es nicht anders, das hängt einfach auch viel mit dem Ort zusammen, an dem man wohnt und an dem man arbeitet. Zugegebenermaßen ist ein Auto dennoch Luxus, der zur Bequemlichkeit beiträgt (Ich denke da an gewisse Schulkameraden, die meinen für 5km das Auto nehmen zu MÜSSEN:roll: Die Bahnen fahren ja nur alle 10 Minuten und fürs Fahrad ist das ja zu weit...). Wenn es ohne Auto aber nicht geht, weil die Öffentlichen alle Schaltjahre mal kommen ganz überspitzt gesagt, muss man eben andere Prioritäten setzen, an denen man das Geld wieder einspart. Man spart ja auch einiges ein, indem man ab und an auf das Auto verzichtet. Für 2 Personen kann man zB auch mit dem Fahrrad einkaufen gehen, indem sich jeder einen großen Rücksack mitnimmt. Getränke kann man als 6er auch auf den Gepäckträger packen. Ist sicher nicht so bequem, aber der Transport ist kostenlos und man bleibt fit;)
 
  • Papas Liebling Beitrag #83
@ Seven

natürlich ist das schwierig mit dem von dir geschilderterten Arbeitsweg, aber es ist nicht unmöglich. Wenn es bei euch, aus welchen Gründen auch immer, nur noch ein Auto geben würde oder gar keines mehr, könntet ihr euch dennoch damit arrangieren. Bliebe euch dann ja nichts anderes übrig ;)

Da ihr euch aber zwei Autos leisten könnt, ist es ja auch absolut in Ordnung, wenn ihr solche Arbeitswegzeiten nicht in Kauf nehmen wollt ;)

Ich kenn das mit den langen Arbeitswegen ja selbst. Während des Studiums und auch noch eine ganze Weile danach musste ich immer in eine andere Stadt und sogar in ein anderes Bundesland fahren.

Die Fahrten nach Brandenburg gingen, dank Fahrgemeinschaft mit meiner Studienkollegin doch noch ganz gut.

Die täglichen Fahrten aber während der Praxisphase und später dann nach der Übernahme waren schon der Hammer. Wenn zeitlich alles gut lief und die ÖVM keine Verspätungen hatten, hab ich 2,5 bis 3 Stunden pro Tag für den Arbeitsweg gebraucht. Bei zeitlichen Verzögerungen dauerte es dann natürlich länger. Es passierte auch schon mal, dass ich wegen vereister Gleise nicht in die Stadt kam und Urlaub nehmen musste.

Die Arbeitswege waren verdammt anstrengend und schön ist wirklich anders, aber ich hatte weder das Geld (während des Studiums) und vor allen Dingen kaum Zeit um den Führerschein zu machen und musste da eben durch.

Dank meiner Versetzung erledigte sich dann das Problem ja, heute gehe ich maximal 15 Minuten zu Fuß zur Arbeit. Dadurch hatte ich dann auch wieder Zeit und Geld um den Führerschein zu machen und mir ein Auto zu kaufen. Ich bin zwar auf das Auto nicht zwingend angewiesen, möchte es aber ungern abgeben.

Da ich das finanziell aber auch alles gut stemmen kann, steht das auch gar nicht zur Debatte. Ich brauch das Auto zwar nicht für die Arbeit (oder zumindest äußerst selten), aber einkaufen, zum TA fahren, auch selbst Freunde besuchen fahren anstatt sie nur zu mir kommen lassen sind eben ganz angenehme Nebeneffekte eines Autos.
 
  • Papas Liebling Beitrag #84
Du magst in der glücklichen Lage sein, mit den Öffentlichen überall hin zu kommen. Aber bilde dir bitte nicht ein, dass dies überall so ist...

Leider nicht, ich laufe zu Fuß 20 Minuten zur nächsten Straßenbahn Haltestelle, die von hier nur in eine Richtung fährt. Egal, wo ich hinwill, ich muss erst in die nächsten Großstadt und von da aus kann ich dann woanders hin. Zum Beispiel in die Nachbargemeinde. Da fahre ich 25 Minuten von Nordosten in die Stadt und 25 nach Norden wieder raus. Meine Fahrt zur Uni mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert knapp 2 Stunden (20 Minuten zu Fuß, 25 min Straßenbahn, 30 Minuten S-Bahn, 20 Minuten Bus).
 
  • Papas Liebling Beitrag #85
McLeodsDaughters: ich habe mit meinem alten ständig Reparaturgänge wegen Verschleiß mal hier mal da... das läppert sich. Ich glaube das Teil hätte für das gleiche Geld auch vegoldet werden können. Meine Eltern bestehen drauf, dass ich es so lange fahre bis es alle vier reifen von sich streckt. Wird gemacht... ich muss ehrlich sagen, dass ich bei dem auto weniger Schuldgefühle habe: besser fahre ich es 3 mal wöchentlich jeweils 50km als meine Mutter jeden Tag 5-10 km.
das Auto meines Freundes ist auch älter, aber durchaus nicht steinalt und hat deutlich weniger Probleme. Einen Neuwagen werden wir uns sicher nicht kaufen. Aber Rosti auch nicht.
Was die Süßigkeiten angeht: ich kaufe wirklich fast nie welche. Ich habe mich da total entwöhnt. Manchmal steht mir der Sinn danach, aber dann tut es auch irgendein noname Produkt bei Aldi. Ich brauche das einfach nicht.

Jucomi: Jein, es wäre günstiger, wenn ich mehr als das Benzin für mein Auto zahlen müsste. Zudem habe ich ein großes Problem, wenn die Bahn ausfällt. Das kam in einem halben Jahr viel zu häufig vor, dass ich mit dem Auto zur Schule musste, weil die Bahn streikt oder der Zug ausfällt oder gebaut wird. Komplett davon abhängig sein, will und kann ich nicht. So viel Urlaub habe ich nicht und ständig krank machen, wenn die Bahn ausfällt fällt früher oder später auf.
Mit dem Geld meines Freundes hast du was missverstanden. Ja er hat mehr, aber nicht wahnsinnig viel mehr. Das "leisten" in Anführungszeichen, weil wir zusammen es uns nicht leisten können. Denn die Geldprobleme haben wir gemeinsam.

Lucian, Ente und Seven: ja ich kann von der Bahn ein Lied singen. Ich muss jedes Jahr 4 Monate in einen anderen Betrieb, der 150 km entfernt liegt. Da bin ich standhaft Bahn gefahren. Jeden Tag gut 3 Stunden Bahn fahren für eine Strecke und als die Bahn streikte waren es sogar 4 Stunden, weil ja kein ICE fuhr. Und dann fiel hier mal was aus und da hat ein Zug mal Verspätung und dann bist du auch mal eben erst um 23 Uhr zuhause. Weil andere ja schließlich auch Zug fahren, musst du dann womöglich auch noch die ganze Zeit stehen. Das macht kaputt. Ich bin um 5:30 aufgestanden und war erst gegen 21 uhr zu Hause, wenn es regulär lief. Dann hab ich noch schnell was in mich geschaufelt und das war mein Tag. Für 4 Monate kann ich das verschmerzen, aber 3 Jahre lang? Da mein Arbeitgeber hier sehr abseits wohnt, hat das lange Wartezeiten zur Folge. Ich brauche daher genauso 3 Stunden. Die meiste Zeit davon warte ich.
Da nutze ich lieber mein Auto und spare eben an einem anderen Ende.
 
  • Papas Liebling Beitrag #86
Siehst du, bei mir ist es einfach unmöglich, mit den Öffentlichen im Frühdienst überhaupt zur Arbeit zu kommen, im Spätdienst würde ich nicht heimkommen und am WE geht dann gar nichts mehr.
 
  • Papas Liebling Beitrag #87
Wenn man in unterschiedlichen Richtungen arbeitet, kann zumindest einer öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Das dauert länger, ist aber billiger und umweltschonender. Sobald Kinder dazu kommen, kann es notwendig sein (zum Beispiel im Krankheitsfall), möglichst schnell wieder im Heimatort zu sein. Deswegen rechtfertigen Kinder meiner Meinung nach Autos, die man ohne Kind nicht zwingend braucht.
Das mit den Kindern ist ja eine interessante Argumentation...
Ich hab es jetzt mal ausgerechnet, wie lange mein Mann und ich (kinderlos und Vollzeit berufstätig) pro Strecke mit dem Bus (Bahn ginge auf dem Weg nicht, gibt´s bei uns im Ort nämlich gar nicht, ebenso wenig wie in dem Industriegebiet, in dem wir arbeiten) inkl. Fußweg zur Arbeit unterwegs wären. Umsteigen müssten wir wohl 4 Mal und morgens wäre das eine Anfahrt von ungefähr 3 Stunden. Den Rückweg habe ich gar nicht mehr angeschaut jetzt. Wir arbeiten Vollzeit, ich habe eine 40 Stunden-Woche, mein Mann 45 Stunden, weswegen wir auch nicht zusammen fahren können. Wenn ich auf meine 8 Stunden Arbeitszeit also schon 6 Stunden Fahrtzeit drauf rechnen müsste, blieben gerade mal 10 Stunden für alles andere, in denen ich auch mal schlafen müsste, ganz zu schweigen von der Versorgung der Tiere, des Haushalts, dem Einkaufen, dem Kochen, dem ein oder anderen Termin beim Arzt oder der Bank, mal duschen... wie soll das denn bitte funktionieren ;)? Es ist schlicht nicht bei jedem möglich auf ein Auto zu verzichten.
Wenn ich Kinder hätte und zu Hause wäre, wäre übrigens alles fußläufig in max. 15 Minuten erreichbar: Supermarkt, Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, Gesamtschule, Schwimmbad, Kinderarzt... Da würde ich dann ein Auto als netten Bonus betrachten, aber nicht als zwingend erforderlich ;).
 
  • Papas Liebling Beitrag #88
"Wo kann ich sparen?"
- da und dort und hier und da...
"Geht nicht, WEIL..."

Ich denke nicht, dass du hier hilfreiche Tipps bekommen kannst. Denn jeder Tipp muss auch angenommen werden, um überhaupt irgendeine Wirkung entfalten zu können.
 
  • Papas Liebling Beitrag #89
Ein altes Auto fällt doch nicht zwangsläufig auseinander... So denkt auch mein einer Kollege, kein Geld, aber man braucht alle 3 - 4 Jahre ein neues Auto bevor es "zu alt" wird...
Meins ist ja das alte meiner Mutter, 16 Jahre alt, fast 190.000 km drauf und fährt wie ne 1. Alle Reparaturen waren entweder Verschleißteile oder ihr ist ein Reh reingelaufen bzw. vor 3 Jahren wurde ihr aus dem entgegenkommenden Verkehr der Spiegel abgefahren (gab sogar ne Gerichtsverhandlung, bei der Polizei hatte sich die Fahrerin im Auto hinter ihr gemeldet und so hatte meine Mutter eine Zeugin, weil die Verursacherin alles abgestritten hat). Vor kurzem hatte sie nen Steinschlag, aber auch nichts wo sie was für kann.
Die Werkstatt hat gesagt, dass das Auto zwar max. noch 500 Euro wert ist (wir haben das quasi schätzen lassen, weil meine Eltern den Betrag meiner Sis zum ersten Auto dazu geben wollen), aber das nur wegen dem Alter & den Km, die drauf sind. Optisch wäre das noch in Top Zustand.

Die gleiche Erfahrung mache ich ebenfalls mit meinem Auto und stimme dir da zu.
Es ist logisch, dass sich irgendwann die notwendigen Reparaturen so häufen, dass sich der ehemalige Wert übersteigt. Für meinen hab ich definitiv auch schon mehr als die damals 1.500 gezahlt, doch in den über 2 Jahren, den ich jetzt fahre, brauchte er eigentlich bisher nur einen neuen Relai, neue Reifen, die tragenden Teile mussten stabilisiert werden, die Bremsen mussten ausgebessert werden, der Auspuff musste nochmal fest geschweißt werden, die Lampe war mal vorne kaputt, ebenso diese Wasseranlage für die Scheibe und kürzlich brauchte er eine neue Scheibe, weil dort irgendwie ein dicker riss entstanden ist.
Ich hab eine günstige Werkstatt zur Hand (für die neue Scheibe, musste ich z.B. nur 280 zahlen, für das vorherige, inklusiv neuer TÜV nur 800. Bei anderen Werkstätten hätte ich allein für die Scheibe schon über 700 zahlen müssen, was das andere (ohne das mit dem Licht und der Wasseranlage) hätte kosten können, mag ich gar nicht wissen...
Alles andere, wie Zigaretten Anzünder einbauen für den Navi oder den Ölwechsel, den ich mal bei ihm machen lassen habe, währen bei ihm gar nicht nötig gewesen, wenn ich nicht öfters einen Navi bräuchte und der Ölwechsel nur mein Gewissen beruhigte (man weiß ja nicht, wann dieser zuvor das letzte mal durchgeführt wurde).

Und auch er fährt wunderbar und ohne irgendwelche Probleme. Von verfallen, kann man bei ihm jedenfalls auch noch nichts sagen.


Liebe Grüße
Amber
 
  • Papas Liebling Beitrag #90
Exe, so schwarz würde ich das nun nicht sehen. Es gibt hier einige Tipps, die ich durchaus berücksichtigen möchte. Andere sind in meinen Augen einfach nicht sinnvoll. Ich denke, dass ich durchaus das Recht habe, mir herauszunehmen, was ich nun umsetzen kann oder nicht. Zumal meine Lebensumständen ja nun auch nicht im Detail bekannt sind, ist es wohl auch für Außenstehende schwer zu beurteilen, was geht und was nicht.
Das Autothema ist eben etwas was ich nicht annehmen möchte. So einfach ist das. Ich finde es eben sinnvoller mein Auto zu nutzen und nicht voreilig das Auto meines Freundes zu verkaufen, vielleicht braucht er es ja wieder und wenn nicht, ist es immer noch nicht zu spät um es zu verkaufen. Zum Zeitpunkt des Kaufs haben wir es gebraucht und konnten es auch bezahlen, ich wüsste also nicht, warum wir es hätten bleiben lassen sollen.
Der Teil mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist eben hier nicht so einfach. Wann soll ich denn noch einkaufen oder Hausaufgaben, Haushalt machen? Klar jetzt kann mein Freund das noch, aber wenn er arbeitet, stehen wir blöd da. Der Gedanke ist wohl grundsätzlich nicht schlecht, aber einfach nicht zu Ende gedacht. So sehe ich das.

Dinge wie ein Haushaltsbuch oder der Zigarettentipp sowie das sparen diverser Ausgaben für Schnickschnack sehe ich wiederum ein. Dann müssen wir eben mal zuhause bleiben und kürzer treten. So kann man sich was ansparen und steht besser da.

Wiederum macht die Idee umzuziehen oder auseinander zu ziehen in meinen Augen keinen Sinn. Jedem sollte wohl klar sein, dass die Sachen nicht von selber von A nach B fliegen, sondern dass das Geld kostet. Auch eine Kaution will erstmal bezahlt werden und solange die nicht wesentlich günstiger ist als die aktuelle, wird das ganz einfach nichts. Und was soll es mir nützen jetzt zu meinen Eltern zu ziehen? Ich habe einen prima Ausbildungsbetrieb. Ich verstehe mich blendend mit dem Ausbilder, habe eine ungewöhnlich abwechslungsreiche, allgemeinbildende und umfangreiche Ausbildung die ich so wohl nicht so schnell woanders finden würde. Ich gehe gerne zur Arbeit und mir macht mein Beruf Spaß und ich bin in dem Betrieb äußert zufrieden (bis auf mein Azubigehalt natürlich). Warum sollte ich das abbrechen?
Aufgrund des Berufsbildes ist es zudem nicht einfach eine Lehrstelle zu finden. Der Beruf ist zwar sehr gefragt, aber die Ausbildung ist kostspielig, da wenige Schulen sich aktuell dieser Berufsgruppe annehmen. Ich habe das Glück, dass meine Schule fast "nebenan" ist. Von Hamburg weiß ich beispielsweise, dass die Leute irrsinniger Weise ganz nach Bayern zur Schule müssen. Dementsprechend haben die Betriebe eben wenig Bock sowas zu finanzieren.
 
  • Papas Liebling Beitrag #91
Off-Topic
Darf man fragen was du lernst? Würde mich sehr interessieren!
 
  • Papas Liebling Beitrag #92
@Ente & Lucian: Während meines Studiums und während meines Referendariats bin ich immer mit den Öffis gefahren. Da hab´ ich zur Uni und zurück auch 1,5 Stunden pro Strecke gebraucht. Da musste ich aber auch nix einkaufen, konnte die Fahrt fürs Lernen nutzen und hatte ein Semesterticket (gibt´s das heute noch?)
Aber jetzt geht das nicht mehr. Meine Frau kann nicht fahrradfahren (gesundheitsbedingt) - und ich fahre gewiss nicht pro einfacher Strecke im Sauerland 18km mit schwerer Tasche und soll dann noch einkaufen? Bei Wind und Wetter? Tiefschnee? Oder aktuellen 36 Grad? Im Leben nicht. Ich kaufe keine 6Packs Getränke, sondern Getränkekästen. Dazu palettenweise Katzenfutter, Milch etc. Mit dem Fahrrad?
Nee, Leute, es gibt Grenzen, und die sind da bei mir definitiv erreicht. Ich bin sicher nicht jemand, der für jeden Pups das Auto nimmt - ich mach´ schon so viel wie möglich zu Fuß - aber wenn ich mir vorstelle, ich müsste mit den Öffis zur Arbeit, würd´ ich mir ´nen Strick nehmen...
LG, seven
 
  • Papas Liebling Beitrag #93
Ich fahre mit dem Öffis zur Arbeit. 5:06h fährt der Zug, dann noch Straßenbahn und ich bin um 6:25h an der Arbeit. Wenn ich um 15h Feierabend mache, bin ich um 16:20h etwa Zuhause. Aber auf mein Auto zum Einkaufen von Getränken würde ich nie verzichten o.o ich brauche aber auch kein dickes Auto und fahre einen ganz günstigen (im Unterhalt) winzigkleinen Kia :wink:
Wobei ich während der Ausbildung kein Auto hatte, da habe ich halt nicht in großen Mengen gekauft
 
  • Papas Liebling Beitrag #94
Off-Topic
Da hab´ ich zur Uni und zurück auch 1,5 Stunden pro Strecke gebraucht. Da musste ich aber auch nix einkaufen, konnte die Fahrt fürs Lernen nutzen und hatte ein Semesterticket (gibt´s das heute noch?)

Ja, die Tickets gibt es noch. Zumindest bei mir. Ich kann mit meinem Semesterticket durch ganz NRW fahren.
 
  • Papas Liebling Beitrag #95
Gott gibt es hier utopische Vorstellungen von Geld
Wahnsinn!

Zu unseren schlimmsten Zeiten (als meine Freundin zu mir gezogen ist) hatte ich 900-1000 Euro Netto (in ausgelernt, Teilzeit 130 Stunden)
Und sie nichts
Also habe ich uns beide durchgefüttert
mit 2 Katzen, 550 Euro Miete, Telefon, Handy etc etc ...
Übrig blieben 100 Euro zum Essen/Trinken kaufen
Und Kino oder essen gehen konnten wir uns auch noch leisten
Auto gibt es nicht, hier wird alles mit dem Rad gemacht

Jetzt bekommt meine Freundin noch Bafög und Kindergeld
Ich bekomme weiterhin meine 1000 Euro
Jetzt haben wir zusammen ca. 1780 Euro
Und ich muss ehrlich sagen, als ich alles alleine bezahlt habe konnte ich wesentlich besser mit meinem geld haushalten
Jetzt haben wir noch einen Hund und leisten uns nebenbei sehr sehr viel
Ich muss dringend wieder ausm Dispo raus kommen
Aber dafür müssen erstmal die einmalkosten die gerade anstehen weg
Und dann geht das auch wieder :)

Auf 2000 Euro Netto werde ich in meinem Einzelhandelsbetrieb niemals kommen und ich werde schon 2 Euro über den Mindestlohn bezahlt ;)
Also übertariflich

Unterstützung habe ich von meinen Eltern übrigends nie bekommen
Ich bin direkt mit 17 ausgezogen und habe anfangs von 360 Euro Azubigehalt + 184 Kindergeld + 80 Euro Berufsausbildungsbeihilfe gelebt
Miete waren 200 Euro in der ersten Wohnung
260 in der Zweiten mit 460 Azubigehalz, 184 Kg und 40 Euro BAB
im dritten Jahr dann in meine jetzige Wohnung gezogen mit 350 Miete (damals mit meinem ex geteilt) 560 Azubigehalt+Kg und kein BAB mehr

Es klappt alles wenn man will!
Mein Dispo habe ich nämlich auch erst seit einem halben Jahr ca.
 
  • Papas Liebling Beitrag #96
Ich gestehe ich lese hier bei vielen ein bisschen den calvinistischen Armutsgedanken a la "Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen.", bzw dass man immer selbst dafür verantwortlich ist, wenn man unter Armut leidet.

Allerdings haben wir seit der Einführung von Hartz 4 in Deutschland ständig sinkende Löhne, die Armut steigt (momentan sind wir bei ca 15% der Menschen die weniger als 850€ im Monat haben) und das obwohl die Arbeitslosigkeit abnimmt.

Was Seven schrieb von ihren 1200-1300DM im Monat als Ausbildungsgehalt (es war doch das Ausbildungsgehalt, oder?) und einer 50m² Wohnung für 600 DM ist heute ja kaum noch in Relation zu setzen.
Die gleiche Wohnung wird heute wahrscheinlich 450€ kosten und das durchschnittliche Ausbildungsgehalt kaum mehr als 600€ sein.
Als Single mit einem Job im Niediglohnbereich und einem netto von 1000€ im Monat kann man sicher (über)leben, aber viel leisten kann man sich nicht mehr (geschweige denn größere Summen auf späteres Eigentum sparen).
In vielen Jobs hat man auch kaum noch mehr Chancen auf späteren Mehrverdienst und als Frau drückt einen (je nach Branche) auch noch der aktuelle Pay-Gap von 22%.

2000€ sind ein realistisches Monatseinkommen um dauerhaft gut leben und auch viele Freiheiten genießen zu können. Dass dies kaum noch einer bekommt ist schade.

Ich selber habe auch in meinem Leben bisher noch nie gut verdient (Einzelhandel mit Mindestlohn). Die ganze Woche zu ackern und trotzdem nichts zu haben fand ich zumindest extrem frustrierend.
Mein Mann ist Frührentner mit Aushilfsjob, da geht also auch nicht viel.

Vor einem Jahr habe ich jetzt wieder angefangen zu studieren (nachdem ich im Einzelhandel einfach nicht mehr konnte und mit Burn-Out raus bin), jetzt leben wir von dem was er bekommt und meinem "Gesparten" (ich hab eisern gespart als ich noch gearbeitet hab, weil ich wusste, dass ich das nicht für immer machen will, trotzdem sind es nur ein paar Tausend geworden).
Unser Monatsbudget auf Hartz 4 Niveau nervt mich auch jetzt, klar wir können die Miete zahlen und haben auch ein Auto usw, aber immer dieser Stress ob vielleicht die Waschmaschine kaputt geht, oder sonstwas.
Zudem gibt es nur Flohmarktklamotten, keine großen Sprünge bei den Lebensmitteln, keinen Urlaub, keine dringend notwendigen Renovierungen in der Wohnung (diese ist 55m², und kostet ca 470€ warm (nur so günstig, weil wir hier seit 2001 wohnen, die Neumieter zahlen etwa 570€), mitten in der Stadt, kein Balkon, alle Fenster zum 4-spurigen Stadtring raus, Schimmel in den Ecken).

Nach 15 Jahren Erwachsenenleben ohne einen Cent in der Tasche und mit ständigen Finanzsorgen kann ich nur sagen, dass einen das schon zermürben kann auf Dauer.

Nach der Uni (ich mache mein Lehramtsstudium fertig, was ich vor 10 Jahren angefangen habe) sieht es dann ja zum Glück hoffentlich irgendwann nochmal besser aus (auch wenn ich sicher nicht mehr verbeamtet werde), aber bis zum Referendariat sind es für mich jetzt auch noch ca. 4 Jahre und selbst wenn mir das Studium super Spaß macht und ich meine Entscheidung bisher noch keine Sekunde bereut habe, wünsche ich mir doch regelmäßig ich könnte wie Freunde in meinem Alter auch mal wegfahren oder zumindest mal Abends ausgehen.

@Soylent: Ich kann verstehen, dass du gefrustet bist und hoffe eure Situation bessert sich bald.
Deinem Freund wünsche ich gute Besserung, Depressionen sind schon eine schlimme Erkrankung aus der man oft nicht so schnell wieder rauskommt. Das man dafür blöde Sprüche ala "der will ja bloß nicht" oder er wäre "zu faul zum Arbeiten" bekommt ist offenbar leider (immer noch) Alltag. Psychische Erkrankungen haben einfach eine schlechte Lobby (habe selbst eine Angsterkrankung die mich jahrelang gelähmt und meinen ersten Studienanlauf hat scheitern lassen).
Leider dauern solche Erkrankungen so lange, wie sie eben dauern und nicht immer kann ein Therapeut das Ganze einfach wegzaubern (mich haben die Therapien oft nur noch fertiger gemacht).

Ich finde nicht, dass ihr es irgendwem schuldet auf euren, augewählten Luxus zu verzichten, ihr müsst einfach selber sehen wie ihr eure Prioritäten setzen wollt (dass er - trotz Depressionen - seine Freunde besuchen fährt, ist doch z.B. sicher gut für ihn).

Das du ein schlechtes Gewissen hast was das Geld deiner Eltern angeht kann ich gut verstehen, vielleicht hilft hier aber wirklich ein Gespräch in dem du ihnen genau das mal sagst ;)

Ansonsten bleibt halt nur auf die Dinge zu verzichten auf die ihr verzichten könnt (lasst euch nicht reinreden, was das zu sein hat, trefft eure eigenen Entscheidungen mit denen ihr leben könnt).

Vorsicht ist geboten bei Schuldenfallen (wie z.B. einem Auto das abbezahlt wird, eines für 2000€ fährt nämlich auch ;)), das Ziel sollte also erstmal sein halbwegs über die Runden zu kommen.
 
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