Hallo,
ich bin hier nun auch neu dazugekommen, da wir uns ebenfalls nach vielen Jahren Hundeabszinenz wieder für einen kleinen Racker entschieden haben.
Ich persönlich kann nur sagen, egal welchen Ratgeber du dir kaufen wirst, egal mit wem du sprichst und egal welche Seite im Netz du aufrufen wirst, du bekommst von 10 Stellen 10 verschiedene Antworten zur Erziehung, Auswahl und und und...
Ganz ehrlich, ich bin der Meinung der Hund sucht dich aus, nicht du den Hund. Zudem handelt es sich um ein Lebewesen das nicht zwingend gleiche Charakterzüge wie seine Eltern hat oder NUR ein schlechter Hund sein muss, weil er von einem "schlechten" Züchter oder schlechtem Haushalt kommt.
Ich kann dir grob sagen, wie wir mit unserem neuen Familienmitglied umgehen. Gerade in der Anfangszeit wird der Hund ängstlich bzw. skeptisch sein und traut Euch noch nicht in allen Lagen. Es gibt klar auch Welpen, die sofort loslegen und den Kontakt zu dir suchen, aber ich persönlich muss sagen, dass ich das eher selten erlebt habe. Also lass dem Hund Zeit. Wir haben ihn einfach im Haus vorerst mal allen Freiraum gelassen. Hier und da sind wir in den ersten 2 Tagen einfach mal zum Hundi, das Ganze mit freudlicher Stimme und Mimik, kurz streicheln und wieder zurück ins Wohnzimmer. Viertel Std. später das selbe Spiel, hier und da auch mit Leckerli. Irgendwann kommt dann der Hund schon selbst auf dich zu und sucht den Kontakt.
Das eine oder andere mal wird der Hund auch ins Haus/Wohnung machen. Darauf sollte man sich einstellen. Also den Wischlappen und die Küchenrolle griffbereit halten. Es hilft reichlich wenig, den Hund zu schimpfen wenn die Sache schon länger als 2 bis 3 Minuten zurückliegt. Er kann das Schimpfen mit der Tat nicht mehr in Verbindung bringen und ist einfach nur unsicher. Also, wenn du ihn dabei erwischt wie er "gerade eben" auf den Boden macht, ruhig einmal ein scharfes "NEIN" ausrufen oder "PFUI"... Aber bleib bei dem Wort das du dir aussuchst. Dann den Hund nehmen und raus setzen, auch wenn er gerade nicht mehr muss. Aber er weiß, er hat hier was "Verbotenes" gemacht und scheinbar muss man dafür besser nach draußen. Du erkennst aber auch ob er muss, wenn er eine Stelle sucht. Sprich: schnüffeln, unruhiges hin und her laufen, suchen, manchmal auf winseln. Dann Hund nehmen und raus. Wenn er draußen sein Geschäft erledigt hat, loben loben loben... Gerne mit Leckerli. Natürlich dauert das eine Zeit und klappt nicht von heute auf Morgen, aber bislang hatten wir mit der Methode immer die besten Erfahrungen gesammelt.
Konsequent sein!!!! Wenn der Hund etwas macht, was du nicht möchtest, dann schimpfen... Nicht anschreihen, sondern ein kurzes aber deutliches "NEIN" oder "PFUI"... Das reicht sollkommen. UND WICHTIG! Einigt Euch zuhause, was der Hund darf und was nicht... Es kann und darf nicht sein, dass er bei einer Person auf das Sofa darf und bei der anderen Person nicht...
Spazieren gehen lernen! Du wirst merken, dass nicht jeder Hund von sich aus Gassigehen will. Unser kleiner setzt sich in den Hof und das war es gewesen. Bloß nicht auf die Idee kommen, ihn am Halsband zu ziehen oder versuchen mit Gewalt hinterher zu schleifen. Das ist der Horror für das Tier. Wir haben aktuell ein Sicherheitsgeschirr und eine 12 Meter Schleppleine. Wir setzen den Hund mehrere Male am Tag draußen in den Hinterhof und leinen ihn an. Natürlich stehen wir dabei, streicheln, gehen mal ein paar Meter weg oder erledigen etwas im Garten. Entscheidend ist nur, dass sich der Hund A) an das Geschirr gewöhnt und B) die Leine kennen lernt... aber ohne Zwang, Zug oder sonst etwas. Er soll einfach im Hof herumlaufen und sich an das "störende" Ding gewöhnen.
Vorgarten oder Hinterhof??? Hier scheiden sich etwas die Geister... Ich persönlich bin ganz fest der Meinung (wie viele andere auch) dass Hunde, welche vor allem im Vorgarten gehalten werden, sich zum Kleffer entwickeln. Sie sind wohl einfach der Meinung, definitiv ALLES anzeigen zu müssen was sich tut. Und das wollte ich auf keinen Fall haben und ist bei richtiger Wohnlage (lebhafte Straße) einfach unerträglich.
Generell gilt, man kann nicht jeden Hund gleich erziehen. Orientiere dich an seinem Wesen, bestrafe niemals für Dinge, die zu lange her sind. Lob und Tadel am Besten immer exakt zu der Zeit in dem die Handlung auch stattfindet. Gerade am Anfang immer Leckerlis in der Tasche haben (nicht übertreiben. Eines pro gute Tat reicht). Wenn das Vertrauen vom Hund mal da ist, kannst du dann richtig mit ihm arbeiten. Und ich denke, bis dahin kennst du ihn auch gut genug, dass du weißt wie du mit ihm zu verfahren hast.