Sind hier Labrador-Eltern?

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  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #1
cherry-lein

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Hallo zusammen!

Nach einer gefühlten Ewigkeit kehre ich nun mit einer Frage zur Hundeecke zurück.

Mein Freund und ich überlegen uns schon lange einen Hund anzuschaffen, bisher scheiterte es aber an den Wohngegebenheiten. Nun sind wir in ein kleines Haus mit eigenem Garten an den Stadtrand mit direktem Zugang zu Wald & Wiese gezogen wo Hundehaltung erlaubt ist.
Wir haben uns in den Tierheimen der Umgebung umgesehen und sind auf einen 1-jährigen Labrador-Mix Rüden gestoßen den wir uns gut als neues Familienmitglied vorstellen könnten.

Ich hatte noch nie einen Labi oder Retriver und habe nur wenige bisher kennengelernt die einen haben. Ich habe mich zwar etwas belesen aber ich finde persönliche Erfahrungen immer besser.

Von daher meine Fragen:
- Wie sind eure Labis vom Charakter her? (Natürlich weis ich das jeder Hund seinen individuellen Charakter hat ;))
- Wie beschäftigt ihr eure Labis bzw was liegt ihnen besonders z.B. Fährte, Agility etc.?
- Gibt es Erkrankungen die bei Labis gehäuft auftreten z.B. Arthrose etc.?
- Sind eure Labis ehr Sportskanonen oder ehr ruhige Typen?

Zu uns: Wir sind beide berufstätig trotzdem müsste unser Dicker nur ab und zu max 6 Stunden allein sein, ansonsten kürzer bis gar nicht weil mein Freund auch von Zuhause aus arbeiten kann bzw flexible Arbeitszeiten hat, ich bin im Schichtdienst. Die Wohnsituation ist ja oben beschrieben. Wir sind beide hundeerfahren und mit Hunden groß geworden aber trotzdem wäre es der erste eigene Hund für uns beide.
Spaziergänge sind für uns von klein auf tägliche Gewohnheit und wir wissen das man bei jedem Wetter raus muss. Urlaub machen wir am liebsten an der See oder in den Bergen, Hauptsache Natur und sehr gerne mit Hund. Hundeschule wäre für uns eigentlich selbstverständlich, das gehört für uns dazu. Ich würde unseren Dicken auch gern mit zum Pferd nehmen wenn das gut klappen sollte und, wenn er sich dafür eignet, würde ich sehr gerne zur Rettungshundestaffel gehen.

Wir würden uns über Erfahrungsberichte über eure Labis freuen! :)

LG!
 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #2
Hab einen Labi-Mix, der zwar aussieht wie ein Border Collie (und auch von dieser Rasse wohl das meiste an Verhaltensrepertoire geerbt hat)....dass der Hund allerdings

Apportieren als Lebensaufgabe betrachtet, die ihn glücklich macht
jedes Gewässer vom See bis zur Pfütze auf seine Badetauglichkeit testet
Sichtjäger ist
Enten eine sehr hohe Anziehungskraft ausüben (anderes Geflügel ist eher egal)

ordne ich eher dem Labi-Erbe zu;)

Den einzigen reinrassigen Labi. den ich kenne (begegne ihm regelmäßig auf Spaziergängen) würde ich als freundliches Trampel bezeichnen, der enthusiastisch alles und jeden begrüßt, ob der andere will oder nicht:mrgreen: ob man das Verallgemeinern kann, weiß ich nicht...

Hört sich nach schönem Zuhause an, was ihr dem Neuzugang bietet. Wäre auch interessant zu wissen, was für Rasse(n) noch in dem infrage kommenden Hund drinsteckt. Auch wenn optisch eher Labi, können noch Eigenschaften der anderen mitmischenden Hunderassen hervortreten. Wies gesagt, unsere sieht aus wie ein Collie,trotzdem hat sie einiges an sich, was ich eher dem Labrador-Erbe zuordne.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Zu Krankheitsanfälligkeiten: U.U. HD wie andere große Hunde auch, und wohl auch erblich veranlagte Neigung zu Kreuzbandrissen (wenn es denn erblich bedingt ist, hat unsere Hündin dies Erbe leider auch angetreten:(, was 2 OPs an beiden Kniegelenken, jeweils im vierstelligen Bereich bedeutete. Sollte ich mir nochmal einen Hund anschaffen, würde der erst meine Türschwelle übertreten, wenn ich zuvor eine OP-Versicherung abgeschlossen hätte...nur mal als Denkanstoß...)
 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #3
freundliches Trampel bezeichnen, der enthusiastisch alles und jeden begrüßt, ob der andere will oder nicht:mrgreen:
So kann man es auch sagen :lol:
Die meisten Retriever (egal ob Labrador oder Golden) die ich kenne und kannte neigen zu einer ausgeprägten Distanzlosigkeit. Sie möchten Menschen möglichst nah sein (und quengeln gerne nach Aufmerksamkeit mit Fiepen oder Grunzen), aber eben auch bei Artgenossen kennen sie kaum Grenzen und möchten jeden fremden Hund gerne begrüßen und zum Spielen auffordern. Leider mag das eben nicht jeder Hund und auch nicht jeder Mensch möchte von einem Hund in Labradorgröße überschwenglich begrüßt und womöglich angesprungen werden.
Ich werte das nicht als schlechte Eigenschaften der Rasse, nur sollte man sehen, dass man das eben erzieherisch in die richtigen Bahnen lenkt. Dazu gehört vor allem, dass der Hund nicht unkontrolliert zu fremden Menschen und Hunden einfach hinlaufen darf, denn - ja, 'der will nur spielen', aber das möchte eben noch lange nicht jeder andere Hund/Mensch. Retriever Rüden zeigen zudem auch gerne ihre Dominanz gegenüber anderen Rüden, hier sollte man vor allem bei Halbstarken gut aufpassen.

Gibt es Erkrankungen die bei Labis gehäuft auftreten z.B. Arthrose etc.?
Neulich habe ich erst gelesen, dass die Inzidenz für Gelenkerkrankungen bei den Retrievern bei etwa um die 40% liegt. Das deckt sich im Grunde mit meiner Erfahrung mit mir bekannten Retrievern, fast jeder dritte hat schon in jungen Jahren Probleme mit HD/ED oder zumindest arthritsche Probleme im Alter ("Alter" fängt hier oft bei etwa 8 Jahren an).

Solche "rassetypischen" Probleme sind allerdings ein Produkt der Reinzucht, bei einem Mischling hat man da unter Umständen schon viel bessere Karten (natürlich kann aber auch ein Mischling Gelenkprobleme haben).

Wie beschäftigt ihr eure Labis bzw was liegt ihnen besonders z.B. Fährte, Agility etc.?
Soetwas ist sehr individuell, viele Retriever apportieren natürlich gern, aber das heißt ja nicht, dass man nun nichts anderes machen dürfte. Wenn ihr grundsätzlich Lust auf Hundesport habt würde ich einfach mal ein wenig ausprobieren und schauen wodran sowohl ihr als auch der Hund Spaß habt.
Aus meiner Sicht geht Clickertraining z.B. immer und es kann so ziemlich jeder Hund Gefallen dran finden ;)

Gerade bei einem Tierheimhund und noch dazu einem Mischling würde ich aber auch weniger nach Rasseeigenschaften forschen, als mir ein individuelles Bild des Hundes zu machen. Gerade bei einem Mischling mit Vorgeschichte kann am Ende alles bei raus kommen, lernt den Burschen einfach mal kennen und schaut ob ihr zusammenpasst (und seit nicht so streng falls er sich daneben benimmt, er dürfte mit etwa einem Jahr jetzt genau in der Pubertät sein und wird sicher in nem Jahr oder zwei bei guter Führung die meisten Flausen wieder abgelegt haben ;)).
 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #4
Danke für eure Antworten :)

Das was ihr erzählt deckt sich ziemlich genau mit meinen bisherigen Erfahrungen. Ich kenne zwar nur Golden Retriver aber die sind total treudoof, schmusig und von Grund auf freundlich egal wer da kommt, ich glaube die würden dem Einbrecher sogar die Tür aufhalten wenns sein muss :mrgreen:

Mit Tierheimhunden habe ich schon Erfahrung weil wir fast alle Hunde bisher aus Tierheimen geholt haben, meistens kommt das "echte" Wesen erfahrungsgemäß sowieso erst nach ein paar Wochen oder Monaten durch wenn der Hund sich richtig eingelebt hat. Wir hatten Zuhause zwar auch schon extrem schwierige Hunde aber für den ersten eigenen Hund traue ich mir sowas nicht zu und bevorzuge lieber etwas "pflegeleichteres" was nicht gleich jeden Besucher und Artgenossen töten will :lol:

Es ist für uns auch selbstverständlich das der Hund nicht jeden einfach mit seiner Liebe umrennen darf. Ich fand das selbst immer mega nervig wenn Leute ihre Hunde nicht angeleint hatten wenn ich mit meiner Dicken kam die total unverträglich mit Artgenossen war oder wenn man irgendwo hingeht und der fremde Hund dich einfach anspringt.

Mit Gelenkerkrankungen habe ich auch schon Erfahrungen machen müssen und das ist auch der Knackpunkt wo wir echt noch überlegen... Wir haben unser Wohnzimmer im 1. Stock und so müsste der Hund immer die ganzen Treppen laufen. Jetzt in jungen Jahren mag das ja noch gehen aber wenn er älter wird und nicht mehr so viel laufen kann möchte ich ihn auch nicht vom Familienleben "ausschließen" bloß weil er keine Treppe mehr hoch kommt :eusa_think:
Wie handhabt ihr das?
 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #5
Ich kenne zwar nur Golden Retriver aber die sind total treudoof, schmusig und von Grund auf freundlich egal wer da kommt, ich glaube die würden dem Einbrecher sogar die Tür aufhalten wenns sein muss :mrgreen:

Goldies habe ich in der Regel bisher als wesentlich sensibler und "feiner" erlebt als Labradore- auch durchaus ballerig, aber eben einfach etwas anders gelagert als beim Labrador.

Was das Proll-Verhalten beim Labbi betrifft: Jein.
In der Pubertät bzw. so mit 2-3 Jahren wird da gern mal rumgeprollt, imponiert usw. usf., aber nicht wesentlich schlimmer als andere Rüden in dem Alter auch.

Zum Apport:

Im Training macht es bei Retrievern durchaus Sinn diese genetisch fixierte Anlage zu nutzen.
Retriever, die nicht zumindest gern etwas herumtragen sind tendenziell eher selten.

Was das Thema Hüfte usw. bei Mixen betrifft- da kann man Glück oder Pech haben.
Tendenziell würde ich mich eher für einen Labrador/Golden vom Züchter mit entsprechend untersuchten Elterntieren usw. usf. entscheiden als darauf zu hoffen, dass ein Mix da eben zufällig gesund ist, wenn ich einen jungen Hund/Welpen haben wollen würde.

Was nicht heißt, dass das ein Ausschlusskriterium für einen Tierheimhund sein muss.

Zur Treppe:

Auch Hunde mit HD sind nicht direkt Invaliden. Mit entsprechender Muskulatur/Behandlung usw. sind viele Hunde auch mit HD lange schmerz- und beschwerdefrei.

Einen Hund bis 30kg würde ich persönlich, wenn er eben wirklich erkrankt ist und effektiv massive Probleme mit der Treppe hat, schlicht tragen.
Ist halt die Frage, ob man das leisten kann, rein körperlich:)
 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #6
Off-Topic
Tendenziell würde ich mich eher für einen Labrador/Golden vom Züchter mit entsprechend untersuchten Elterntieren usw. usf. entscheiden
Aus meiner Sicht ist man so keineswegs auf der sichereren Seite, da davon auszugehen ist, dass die Rassezucht an sich das Problem an dieser Stelle überhaupt erst hervorgebracht hat.

Achtung, Genetik Off-Topic zu später Stunde :D:

[VERSTECK]Durch lange andauernde, enge Zuchtauslese entsteht immer eine Einschränkung der genetischen Diversität, dadurch gehen Alele verloren. Kommt es dann zu einem genetischen Defekt kann der Organismus nicht mehr wie bei einer hohen genetischen Diverstität auf ein zweites, gesundes Alel zurückgreifen, da es im Zuge der Zuchtauslese "verdriftet" wurde, mit anderen Worten verloren gegangen ist.

Eine "rassetypische" Krankheit entsteht also durch enge Zuchtwahl und sie kann nicht durch noch engere Zuchtwahl rückgängig gemacht oder verbessert werden.

Leider sind durch viel zu viele Jahre sehr enggestrickte Zuchtwahl heute sicherlich die Mehrzahl der hiesigen Hunderassen mehr oder weniger schlimm von einem solchen gentischen Flaschenhals betroffen, bei einigen Rassen ist die Inzidenz für bestimmte Krankheiten geradezu katastrophal.

Durch Fremdeinkreuzungen können fehlerhafte Alele innerhalb einer Population ersetzt werden, was einer der Gründe ist warum Hybride leistungsfähiger sind als ihre durch Linienzucht mit einem hohen Inzuchtskoeffizienten behafteten Eltern.
Dieser Heterosiseffekts dürfte die Gefahr einen an einer "rassetypischen Krankheit" leidenden Mischling zu bekommen zumindest statistisch gesehen kleiner machen.
Was aber natürlich nicht heißt, dass Mischlinge nicht auch dennoch krank sein können.
[/VERSTECK]

 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #7
Bei Labradoren gibt es erblich bedingte Augenerkrankungen
 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #8
Also wir waren vorhin mal im Tierheim und haben uns den Burschen angeschaut. Er hat uns auf Anhieb auch sehr gut gefallen und selbst mein skeptischer Freund meinte nach kurzem Grinsen "Jop, der gehört zu uns" :mrgreen:

Leider sah der Mann vom Tierheim das nicht so und hat uns nicht mal mit ihm Spazieren gehen lassen. Ihm hat nicht gefallen das wir berufstätig sind und der Hund zeitweise allein sein müsste außerdem wäre er ja sehr quirlig und er hat uns unterstellt den Hund beim ersten kaputten Gegenstand zurückzubringen und allgemein wäre er von uns gar nicht überzeugt.
Am Mittwoch kämen wohl Interessenten für den Hund und wir könnten, wenn es unbedingt sein müsste, Freitag nochmal anrufen ob der Hund überhaupt noch da wäre.

Zu gut Deutsch: In diesem Leben kriegen wir diesen Hund niemals... Ich fand es schon extrem unfreundlich wie wir da abgefertigt wurden, vor allem diese ganzen Unterstellungen haben mich echt wütend gemacht. Mein Freund will am Freitag unbedingt nochmal anrufen aber wir haben schon ausgemacht das wir uns in einem anderem Tierheim nochmal umsehen werden.
 
  • Sind hier Labrador-Eltern? Beitrag #9
Das klingt ganz nach unserem Tierheim.
Am besten keinen Beruf aber ein Haus haben.
Nicht zu glauben. Ich drücke euch fest die Daumen das ihr im nächsten Tierheim netter behandelt werdet.

LG
 
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