In Memoriam: Jeremy ca. März 2014 – 23. April 2016

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Nienor

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Jeremy, mein letzter Farbfleck im Rudel

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Du bist damals zu uns gekommen, um eine riesige Lücke zu füllen. Du hast Jiminy’s Platz geerbt. Und seinen Namen. Denn eigentlich sollte er damals Jeremy heissen. Doch dann entschied ich mich, ihm nur eine Silbe anzuhängen und aus dem Jimmy einen Jiminy zu machen. Leider hast von ihm noch etwas mehr geerbt :(

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Ich weiss noch, als wir dich damals abholten, Mitten im Nirgendwo. Du hattest vorher mit Damen gelebt und wurdest wohl beschlagnahmt. Kleine Jeremies gab es aber nie, dafür warst du scheinbar doch zu jung, obwohl du es vermutlich gekonnt hättest. In deinem Pflegedom hast du dich verkrochen und musstest mit einem Handtuch rausgefangen werden. Aber als du in der Box warst, konnte ein neues Leben anfangen.

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Doch erst einmal mussten wir wieder nach Hause. Natürlich haben wir uns in Zürich auch noch verfahren, weil wir dem Wegweiser trauten … Aber irgendwann kamen wir zuhause an und dann hast auch du gemerkt, dass du zuhause warst. Plötzlich änderte sich dein Verhalten in der Box und du schautest dich um.

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Einmal angekommen warst du gar nicht mehr so scheu. Man konnte dich problemlos mit der Hand greifen. Du warst es nicht gewohnt, aber du liesst über dich ergehen. Und so fiel dann auch recht bald ein Kastrationsabszess auf, den du mitgebracht haben musst. Aber damit hatten wir ja Erfahrung. Der Jiminy hatte das ja auch, genauso Pixel und Calimero. Routinemässig wurde gespült und das war bald Geschichte, sodass du bald auch ins Rudel ziehen konntest.

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Deine Integration ins Rudel war nicht schwer. Du warst froh, dass du Gesellschaft hattest. Auch wenn sie nicht ganz ideal für dich war. Eigentlich solltest du ja bereits halbjährig gewesen sein, aber du warst, als wir dich bekamen, definitiv nicht älter als 12 Wochen. Jüngere Spielkameraden wären wohl besser gewesen für dich. Aber ob du die auch gewollt hättest? Deine besten Freunde im Rudel wurden Tamino und Domino, damals bereits knapp 2-jährig und alles andere als verspielte Jungspunde. Aber du hast sie dir ausgesucht – vielleicht auch, weil die vier Brüder eine eingeschworenere Gemeinschaft waren? Oder weil es deine Pflicht war, als Jiminy's Nachfolger? Ich weiss es nicht. Aber ich war froh, dass du Freunde gefunden hattest.

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Doch leider blieben deine Freunde nicht mehr lang. Erst musste Tamino gehen, weil sein Herz nicht mehr konnte, und vor etwas mehr als einem Jahr ist auch der Domino gestorben. An einer Ohrenentzündung. Kurz darauf machtest auch du mir Sorgen: Du bekamst häufig epileptische Anfälle.

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Die erste Zeit deiner Erkrankung war schwer. Immer wieder hast du dich so sehr auf die Paste mit dem Medi gefreut, dass du direkt einen Anfall bekommen hast. Aber mit dem Trick, dir vorher etwas zu Kauen zu geben, wurde es besser.

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Und bald warst du wieder anfallsfrei. Ja, den letzten Anfall hattest du damals am 14. Juli 2015. Du warst nun 9 Monate anfallsfrei und das dann auch mit reduzierter Medi-Dosierung. Wir hatten das im Griff. Zumindest oberflächlich.

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Denn die Epilepsie veränderte dich. Du wurdest eigenbrödlerisch – oder lag es daran, dass du deinen besten Freund verloren hattest? Du fingst langsam aber sicher an, ein wenig in eine andere Welt abzurutschen – eine mögliche Nebenwirkung des Medikamentes. Du hast einfach dein Ding gemacht, egal was um dich passierte. Auch und gerade bei Integrationen.

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Was Integrationen angeht, da konnt ich bei dir ja nie meckern. Auch wenn du es durch die Medi-Gabe etwas schwerer hattest. Dein Hinterteil hat einfach für jeden Neuzugang sehr interessant gerochen. Und so klebten sie dir die erste Zeit alle ständig am Hintern. Aber es störte dich schlicht nicht. Du hast weiter dein Ding gemacht, Futter im Käsebrett gesucht, bist deiner Wege gegangen. Sollten die anderen einfach schnüffeln, dir war’s egal.

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Ich weiss nicht, was es war. Aber du konntest auf deine Art wirklich mit jedem. Selbst mit Pico, der zu Beginn ja wirklich nicht freundlich war zu anderen Ratten. Dich konnte ich mit ihm laufen lassen, er tat dir nichts. Verrat mir, wie hast du das gemacht?

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Nach der Integration vom Tesla fingst du einfach an, am Abend im Auslauf zu schlafen. Und natürlilch nicht an einem bestimmten Ort. Jeden Abend musste ich dich suchen. Ich dachte ja, es lag daran, dass ich euch für den Abschluss der Integration 24/7 im Auslauf hatte. Aber vllt war es auch schon ein Zeichen, dass etwas in dir anfing zu brodeln? Du sahst immer sehr müde aus, wenn ich dich dann fand. Aber gut, du gingst auf die 2 Jahre zu und standest schon Monate unter Drogen. Ausserdem war ja auch Schlafenszeit.

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Deinen zweiten Geburtstag konnten wir gar nicht richtig feiern. Du hattest abgenommen und ich suchte nach einer Erklärung. Denn ich hab dich immer viel an den Näpfen gesehen. Wer so einen Appetit hat, kann doch nicht abnehmen? Als ich dich beim Breischlecken beobachtete, sah ich sie: Du konntest nicht recht fressen. Und als ich dich dann separat fütterte, fiel die Suppe in deinem Ohr auf. Ohje. Im November fielst du bereits mit einem Dreckohr auf. Doch die Ohrentropfen halfen gut. Nur ab und an war es noch dreckig. Doch wir hielten es sauber – und du hast es dann noch mehr gehasst, überhaupt angefasst zu werden. Trotz der Reinigungen entzündete sich das Ohr Anfang März. Du bekamst lang Antibiotika und ich hab dir bis gestern das Ohr täglich gereinigt. Denn auch wenn die Entzündung weg war, es blieb immer dreckig. Ich hoffte, dich so vor einer erneuten Entzündung zu schützen.

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Während deiner Ohrenentzündung fiel mir immer wieder auf, wie tief in deiner Welt verschwunden du doch stellenweise warst. Doch ich hoffte zunächst, dass es durch die Wechselwirkung der Medikamente verursachte wurde. Das Antibiotikum verringerte die Abbaurate des Epi-Medis, es konnte so also länger wirken. Doch leider war dem nicht so. Auch ohne das Antibiotikum wurdest du nicht mehr ganz du selbst. Auch hast du angefangen, nur noch 2D zu leben. Rampen bist du nur noch eine Hand voll Male hoch gegangen. Zuletzt haben dich auch ganz kleine Hindernisse vom Weitergehen gehindert. Aber wenn es möglich war, bist du sie umgangen.

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Mit täglich reichlich Brei hast du auch wieder zugenommen. Ja, du hast am Ende sogar die 700-g-Marke geschafft. Ein wenig schlechtes Gewissen hatte ich ja schon. Aber ich konnte dich auch nicht hungern lassen. In den letzten Wochen haben wir auch eine sehr intensive Beziehung zueinander aufgebaut. Du hast angefangen, den Kontakt zu geniessen. Am Ende konnte ich dich sogar streicheln und kraulen. Wie gern hätte ich das länger mit dir erlebt.

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Noch fast 2 Monate konntest du bei uns bleiben, bis sich gestern das Blatt unheimlich schnell wendete. Am Abend, du hattest gerade etwas gefressen und ruhtest dich danach noch etwas auf dem Sofa aus, bemerkte ich einen Epi-Anfall bei dir. Als ich dann bei dir war, hast du dich etwas beruhigt. Zumindest der Anfall war vorbei. Doch du warst weiter unruhig, jede Berührung löste eine intensive Putzaktion deinerseits aus. Also setzte ich dich in eine Transportbox, dunkelte sie ab und liess dich in Ruhe. Als ich später nach dir schaute, hattest du dich beruhigt. Du warst müde. Aber das ist nach einem Anfall normal. Da braucht man einfach seine Zeit, bis man erholt ist.

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Doch leider hast du dich nicht mehr erholt. Auch heute Morgen warst du nicht wieder der Alte. Es war sogar noch schlimmer geworden. Du hattest am Morgen weitere Anfälle und hast nach und nach die Kontrolle über deinen Körper verloren. Deine Hinterfüsse konntest du nicht mehr nutzen und fressen ging gar nicht mehr. Den Brei hast du ignoriert oder du hast dich einfach in die Breischale verbissen. Mir war klar, dass du dich nicht erholst und ich dir nur noch auf eine Art und Weise helfen konnte.

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Beim Tierarzt lagst du nur apathisch auf dem Tisch und hast auf das gewartet, was kommen mag. Doch auf die Spritze hast du reagiert. Sie hat dir gar nicht gefallen. Doch sie war schnell vorbei und dann bist du auch sehr schnell eingeschlafen. Eine kurze Weile schlug dein Herz noch, dann bist du abgereist.

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Ich gehe stark davon aus, dass du wie der Jiminy an einem Hirntumor gelitten hast. Zu ähnlich sind sich eure letzten Stunden. Aber ich bin froh, dass ich dich nicht wie den Domino an einem entzündeten Dreckohr verloren habe. Das war Anfang März meine grösste Sorge. Das haben wir gepackt. Aber gegen den Rest waren wir machtlos. Wobei – du hast ganz genau 14 Monate lang mit deiner Epilepsie gelebt. Gestern vor einem Jahr begannen die Anfälle sich zu häufen, sodass wir dich auf Medis einstellten. Es ist gut möglich, dass genau der Tumor, der dir jetzt vermutlich das Leben genommen hat, auch damals deine ersten Anfälle auslöste. Das hatten wir gut im Griff und ich hoffe, du hast das Jahr hier noch geniessen können.

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Mach’s gut, mein letzter Farbfleck im Rudel, mein kleiner Grosser. Du wirst mir fehlen.
 
  • In Memoriam: Jeremy ca. März 2014 – 23. April 2016 Beitrag #2
Tut mir leid! Du schreibst das immer so schön, da kommen die Tränen... :(

RIP Jeremy
 
  • In Memoriam: Jeremy ca. März 2014 – 23. April 2016 Beitrag #3
Nienor, das tut mir sehr leid :(.
Gute Reise, Jeremy.
 
  • In Memoriam: Jeremy ca. März 2014 – 23. April 2016 Beitrag #4
​Ich danke euch :( Ist schon komisch, dass der kleine Kerl nicht mehr da ist und ich am Morgen nicht mehr aufstehen muss, damit er sein Epi-Medi pünktlich bekommt :/
 
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