- Saatkrähenästling aufgenommen Beitrag #1
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nICOLLI
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Liebe Tierfreunde,
ich möchte Euch unsere Geschichte erzählen. Nehmt euch Bitte einen Moment Zeit zum lesen.....
Mein Lebensgefährte und ich haben nun schon zum vierten Mal die Chance bekommen, einem hilfsbedürftigem Tier helfen zu können. Beim ersten Mal war es ein Weisser Schäferhund - Husky - Mix aus Spanien, beim zweiten Mal war es ein Spatzenbaby, beim dritten mal ein Krähenbaby und jetzt ganz aktuell auch wieder ein Krähenbaby. Eine Saatkrähe um genau zu sein. Ein Baby ist der Kleine eigentlich nicht mehr. Ästling wäre treffender. Das mal vorab. Nun aber zum eigentlichen...
Vorgestern, 13.06.2016, kam mein Lebensgefährte von der Arbeit und brachte einen Karton mit. Er sagte nur: "Wir haben ein Problem! Eine Neue Herrausforderung!" An dieser Stelle habe ich den Karton aber noch nicht gesehen. Ich hab mit allem gerechnet. Dann trat er ein wenig zur Seite und ich sah den Karton. In dieser Sekunde war für mich völlig klar, egal was da in diesem Karton sitzt, zieht bei uns ein. Ich öffnete den Karton und zum Vorschein kam ein kleiner Saatkrähenästling. Der kleine Kerl machte einen total fitten Eindruck und eroberte mein Herz im Sturm. Er Hobste da im Karton umher und schaute mich mit seinen wahnsinns Augen an. Mein Lebensgefährte hat den kleinen Racker während seines Dienstes nicht aus den Augen gelassen, in der Hoffnung, dass er beobachtet, das seine Mama ihn noch füttert. Nach 8 Stunden war eindeutig klar: der Kleine braucht Hilfe. Nix von Mama zu sehen. Karton besorgt und präperiert und den Kleinen eingepackt. Soviel dazu....
Da unsere letzte Hilfsaktion schon gut 5 Jahre zurück liegt und wir damals auch garnicht soweit kamen,(dazu später mehr), einen Käfig zu besorgen, war der 2. Punkt auf der to Do Liste: Käfig besorgen, Punkt 1: FUTTER BESORGEN! Gesagt, getan... Futter hatten wir bereits 20 Minuten später und ein Käfig, ein grosser Kanninchenstall, war gut 3 Stunden später organisiert, gereinigt, platziert und mit Küchentüchern und Handtüchern ausgelgt. Der Kleine konnte jetzt einziehen... An dieser Stelle hat er schon ordentlich Tatar gefuttert. Also mit gefülltem Kropf rein ins Neue Zuhause...
Kleiner Zeitsprung....
Die erste Nacht verlief wunderbar. Ausgeschlafen und hungrig schaute uns der Kleine kurz nach Sonnenaufgang an. Also Tatar zum Frühstück.... Für heute standen noch eine Sachen auf dem Plan... Futterergänzung besorgen und den Tierarzt besuchen... Leichter gesagt als getan die Sache mit dem Tierarzt. Futter war schnell gekauft. Wir wussten ja noch von den letzten beiden Malen was wir brauchen und wo wir es bekommen. Aber beim Tierarztbesuch wurde es echt knifflig... Es war mittlerweile Mittag und mir viel hier zum ersten mal auf, das der linke Flügel ein bisschen hing. Es waren aber keine Verletzungen oder Brüche zu erkennen. 2 Stunden später hing der 2 Flügel auch. Der kleine wirkte auch nicht mehr ganz so fit. Fütterungszeit! Die Menge, die der kleine Kerl aufnahm, war nicht mal die Hälfte eines Esslöffels. Vielleicht hat er noch keinen Hunger?!? An diesem Punkt habe ich bereits schon einige Telefonate mit Tierärzten gehabt. Angefangen bei meinem Tierarzt, wo ich seit 11 Jahre mit unserem Hund bin. Die Gespräche endeten abrupt mit EINEM SATZ, nach dem ich erwähnte, dass es sich um eine Saatkrähe handelt. Der Satz lautete: Wenden Sie sich an die NABU..... An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir vor circa 5 Jahren mit einem Krähenbaby da waren und der kleine wegen eines gebrochenem Flügels eingeschläfert wurde. Deswegen haben wir auch keinen Käfig oder ähnliches gehabt. Natürlich ist eine Auswilderung an sich schon sehr schwierig, ABER MÖGLICH. Auch nach einem geheieltem Bruch des Flügels. Die Krähe damals hätte nicht eingeschläfert werden müssen. Also die NABU war für uns absolut keine Alternative. Wieder ans Telefon. Es muss doch hier einen Tierarzt geben, der mich nicht nur darüber aufklärt, das ich mich mit dem "Besitz" einer Saatkrähe strafbar mache oder mich an diese Institution verweist. Nach weiteren 3 Stunden hatte ich einen Riesen Radius an Tierärzten abtelefoniert und immer das gleiche gehört. Frustrierend!!! Dem Kleinen ging es immer Schlechter. Also alle Freunde und Bekannten angerufen, ob noch irgend jemand endweder einen Tierarzt kennt, der Helfen kann oder Elektrolytelösung und Wurmkur hat. Das grosse Problem war, dass der Kleine Durchfall bekommen hatte. Nix! Wir haben sogar bei hiesigen Hühnerzüchtern und Bauern, die Hühner haben und deren Eier verkaufen, nachgefragt. Da haben wir nur gehört, dass diese keine Wurmkur für Ihre Hühner verabreichen. Noch ein denkanstoß! Mittlerweile war es 23.00 Uhr und wir den Tränen nahe. Nichts erreicht.... Ich nahm den Kleinen aus seinem Käfig um Ihm Nahrung oder weinigsten Wasser anzubieten. Er kauerte nur noch. Ich nahm Ihn also raus und er verweigerte komplett die Nahrung. Dann war es nur noch eine Sache Minuten und wir mussten zusehen, wie der Kleine Kerl, eingekuschelt in meiner Hand, den letzten Atemzug machte und aus seinen wundervollen Augen das Leben wich....
Wir haben es nicht Verstanden. Er hätte nicht sterben müssen!!!! Bestimmt 35 angerufene Tierärzte verweigerten die Hilfe. Bringt die Untersuchung einer Saatkrähe nichts in die Kasse? Ist die Behandlung eines Wildtieres für den Finder etwa kostenlos? Wir hätten bezahlt! Keine Frage... Als wir wegen uns wegen möglicher Krankheiten, Parasiten und vorbeugender Massnahmen wie Impfungen u.s.w. in vielen Foren informiert haben, bekamen wir viele schöne Geschichten zu lesen. Auch über Tierarztbesuche. Das Thema war für viele Finder von Rabenvögeln kein Problem. Was für ein Glück für die Fundtiere... Warum nicht bei uns in der Region???? Wir kamen schon im Laufe des Nachmittags ins Krübeln, warum das so ist, wie es sich immer mehr abzeichnete. Warum sollten wir gleich zur NABU? Der kleine brauchte doch ärztliche Hilfe? Bei der Nabu hätten wir 30 Euro bezahlt und wir wären nicht mal am Auto gewesen, da hätte man den Kleinen eingeschläfert. Natürlich ist nichts gegen eine Schutz- oder Bearbeitungsgebühr zu sagen die kassiert werden. WO LANDEN WIR, WENN WIR ALLE NOTHILFEVEREINE UND PRIVATE HAUSHALTE, DIE FUNDTIERE AUFNEHMEN UND AUFZIEHEN, WEG DENKEN????? Dann geht es schlicht und ergreifen nur noch um ein riesen Politikum!!! Und was wird aus den kleinen die wirklich Hilfe brauchen???
Und jetzt kommt der absolute Oberhammer:
Mein Lebensgefährte stiess eben auf folgenden Hinweis auf der Seite des nabuzentrum-leiferde.de:
Hier ein Auszug:
Transport
Setzen Sie den Vogel in einen Karton, der mit Zeitungspapier ausgelegt ist und mit Luftlöchern versehen sein sollte. Wählen Sie einen Karton, der nicht viel größer als der Vogel ist, um zusätzliche Verletzungen zu vermeiden.
Der Karton sollte gut verschlossen sein. Achten Sie darauf, dass der Vogel bei der Verwendung von Klebeband nicht daran kleben bleiben kann.
Der Transport in Käfigen kann zu Verletzungen an Flügeln und Federn führen.
Um dem Tier unnötigen Stress durch lange Transporte zu ersparen, sollte zunächst der nahe gelegene Tierarzt aufgesucht werden. Tierärzte sind entsprechend der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen §13 (4) „In Notfällen (…) auch ohne Anforderung zur Leistung der Ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet.“
Hier der komplette § 13 der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen
§ 13
Ausübung der Praxis
(1) Die Tierärztinnen und Tierärzte üben ihren Beruf auf Anforderung aus. Das Anbieten oder das Vornehmen tierärztlicher Verrichtungen ohne vorherige Bestellung ist unzulässig, abgesehen von Notfällen und amtlich angeordneten Verrichtungen sowie den durch Betreuungsverträge vereinbarten Tätigkeiten.
(2) Das Behandeln eines Tieres oder eines Tierbestandes ohne vorherige Untersuchung ist grundsätzlich unzulässig.
(3) Die niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzte sind in der Ausübung ihres Berufes grundsätzlich frei. Sie können eine tierärztliche Behandlung ablehnen, soweit sie nicht rechtlich dazu verpflichtet sind. Sie können sie ins besondere dann ablehnen, wenn sie der Überzeugung sind, dass zwischen ihnen und den Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern oder deren Beauftragten das notwendige Vertrauensverhältnis fehlt.
(4) In Notfällen sind alle Tierärztinnen und Tierärzte auch ohne Anforderung zur Leistung der
Ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet.
Danach können Sie Kontakt zu den Naturschutzbehörden bzw. einer Betreuungsstation aufnehmen.
Irgendwie haben diese Tierärzte das alle vergessen!!! Warum wird es einem so schwer gemacht zu helfen? Um was geht es denn wirklich? Ganz Deutschland bläst in das Tierschutzhorn und wenn man genau schaut, ist es nur ein riesen Politikum und ein riesen Haufen an Widersprüchen wie folgender: Jäger haben uns gestern an den Kopf geknallt: Schmeiss an die Wand... Hals umdrehen und so weiter... Ist das nicht auch gesetzeswidrig? Ist es etwa erlaubt ein Wildtier umzubringen, statt Ihm ärztlich versorgen zu lassen, aufzuziehen unter Berücksichtigung wichtiger Punkte (z. B.: Gewöhnung an den Menschen), um Ihn im allerbesten Fall wieder auszuwildern? Wo leben wir denn????
Natürlich gibt es auch die andere Seite. Wir haben uns schon gefragt, ob wir Menschen uns überhaupt das Recht rausnehmen dürfen, so, fast schon massiv, in die Entscheidung der Natur einzugreifen. Es gibt für uns 2 Hauptgründe, warum ein Vogel in diesem Alter nicht in seinem Nest sitzt: rausgefallen bei Flatterversuchen oder von den Eltern aus dem Nest geworfen, weil es Krank ist. Die Natur regelt solche Sachen, aus welchen Gründen auch immer Tiere verstossen werden, völlig selbstständig. Ein eingreifen durch den Menschen ist eigentlich nicht nötig. Kannst Du "Nein" sagen, wenn jemand mit nem Kleinen hilfbedürftigem Tier vor Dir steht??? Oder Du beim Gassi gehen mit deinem Hund ein verstossenes Tier findest? Also ich möchte keinen verurteilen, der sich die Arbeit und das ganze drum herum, wie die Trauer die einhergeht, wenn der Pflegling es nicht schafft, nicht antun möchte. Wir würden es sofort und egal welches Tier wieder tun... Nur beim nächsten Pflegling bestehe ich beim Tierarzt auf eine Untersuchung. Wenn nötig mit rechtlichen Konsequenzen bei Weigerung!!!! Das Recht haben wir Helfer und vor allem die Pfleglinge... Oder sehe ich da was Falsch???
Zum Abschluss noch ein kleines Wort in eigener Sache:
Ich finde es grossartig und absolut bemerkenswert, wieviele Helferleins es gibt!!! Das es wirklich Menschen gibt, die weder Kosten, noch Mühen, noch Arbeit scheuen und Tieren helfen. Egal ob Hund, Katze, Igel, Vogel oder Fisch, egal ob Privat oder in Tierheimen oder Pflegestationen!!! Seit Stolz auf Euch und bleibt am Ball!!! Und solltet Ihr auch schon mit einem Pflegling beim Tierarzt abgewiesen worden sein, nutzt beim nächsten mal den § 13 der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen. Solltet Ihr nicht in Niedersachsen wohnen, recherchiert doch kurz mal, wie sich das in Eurem Bundesland verhält. Dann muss kein Tier mehr unnütz sterben...
Danke für´s lesen!!!
ich möchte Euch unsere Geschichte erzählen. Nehmt euch Bitte einen Moment Zeit zum lesen.....
Mein Lebensgefährte und ich haben nun schon zum vierten Mal die Chance bekommen, einem hilfsbedürftigem Tier helfen zu können. Beim ersten Mal war es ein Weisser Schäferhund - Husky - Mix aus Spanien, beim zweiten Mal war es ein Spatzenbaby, beim dritten mal ein Krähenbaby und jetzt ganz aktuell auch wieder ein Krähenbaby. Eine Saatkrähe um genau zu sein. Ein Baby ist der Kleine eigentlich nicht mehr. Ästling wäre treffender. Das mal vorab. Nun aber zum eigentlichen...
Vorgestern, 13.06.2016, kam mein Lebensgefährte von der Arbeit und brachte einen Karton mit. Er sagte nur: "Wir haben ein Problem! Eine Neue Herrausforderung!" An dieser Stelle habe ich den Karton aber noch nicht gesehen. Ich hab mit allem gerechnet. Dann trat er ein wenig zur Seite und ich sah den Karton. In dieser Sekunde war für mich völlig klar, egal was da in diesem Karton sitzt, zieht bei uns ein. Ich öffnete den Karton und zum Vorschein kam ein kleiner Saatkrähenästling. Der kleine Kerl machte einen total fitten Eindruck und eroberte mein Herz im Sturm. Er Hobste da im Karton umher und schaute mich mit seinen wahnsinns Augen an. Mein Lebensgefährte hat den kleinen Racker während seines Dienstes nicht aus den Augen gelassen, in der Hoffnung, dass er beobachtet, das seine Mama ihn noch füttert. Nach 8 Stunden war eindeutig klar: der Kleine braucht Hilfe. Nix von Mama zu sehen. Karton besorgt und präperiert und den Kleinen eingepackt. Soviel dazu....
Da unsere letzte Hilfsaktion schon gut 5 Jahre zurück liegt und wir damals auch garnicht soweit kamen,(dazu später mehr), einen Käfig zu besorgen, war der 2. Punkt auf der to Do Liste: Käfig besorgen, Punkt 1: FUTTER BESORGEN! Gesagt, getan... Futter hatten wir bereits 20 Minuten später und ein Käfig, ein grosser Kanninchenstall, war gut 3 Stunden später organisiert, gereinigt, platziert und mit Küchentüchern und Handtüchern ausgelgt. Der Kleine konnte jetzt einziehen... An dieser Stelle hat er schon ordentlich Tatar gefuttert. Also mit gefülltem Kropf rein ins Neue Zuhause...
Kleiner Zeitsprung....
Die erste Nacht verlief wunderbar. Ausgeschlafen und hungrig schaute uns der Kleine kurz nach Sonnenaufgang an. Also Tatar zum Frühstück.... Für heute standen noch eine Sachen auf dem Plan... Futterergänzung besorgen und den Tierarzt besuchen... Leichter gesagt als getan die Sache mit dem Tierarzt. Futter war schnell gekauft. Wir wussten ja noch von den letzten beiden Malen was wir brauchen und wo wir es bekommen. Aber beim Tierarztbesuch wurde es echt knifflig... Es war mittlerweile Mittag und mir viel hier zum ersten mal auf, das der linke Flügel ein bisschen hing. Es waren aber keine Verletzungen oder Brüche zu erkennen. 2 Stunden später hing der 2 Flügel auch. Der kleine wirkte auch nicht mehr ganz so fit. Fütterungszeit! Die Menge, die der kleine Kerl aufnahm, war nicht mal die Hälfte eines Esslöffels. Vielleicht hat er noch keinen Hunger?!? An diesem Punkt habe ich bereits schon einige Telefonate mit Tierärzten gehabt. Angefangen bei meinem Tierarzt, wo ich seit 11 Jahre mit unserem Hund bin. Die Gespräche endeten abrupt mit EINEM SATZ, nach dem ich erwähnte, dass es sich um eine Saatkrähe handelt. Der Satz lautete: Wenden Sie sich an die NABU..... An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir vor circa 5 Jahren mit einem Krähenbaby da waren und der kleine wegen eines gebrochenem Flügels eingeschläfert wurde. Deswegen haben wir auch keinen Käfig oder ähnliches gehabt. Natürlich ist eine Auswilderung an sich schon sehr schwierig, ABER MÖGLICH. Auch nach einem geheieltem Bruch des Flügels. Die Krähe damals hätte nicht eingeschläfert werden müssen. Also die NABU war für uns absolut keine Alternative. Wieder ans Telefon. Es muss doch hier einen Tierarzt geben, der mich nicht nur darüber aufklärt, das ich mich mit dem "Besitz" einer Saatkrähe strafbar mache oder mich an diese Institution verweist. Nach weiteren 3 Stunden hatte ich einen Riesen Radius an Tierärzten abtelefoniert und immer das gleiche gehört. Frustrierend!!! Dem Kleinen ging es immer Schlechter. Also alle Freunde und Bekannten angerufen, ob noch irgend jemand endweder einen Tierarzt kennt, der Helfen kann oder Elektrolytelösung und Wurmkur hat. Das grosse Problem war, dass der Kleine Durchfall bekommen hatte. Nix! Wir haben sogar bei hiesigen Hühnerzüchtern und Bauern, die Hühner haben und deren Eier verkaufen, nachgefragt. Da haben wir nur gehört, dass diese keine Wurmkur für Ihre Hühner verabreichen. Noch ein denkanstoß! Mittlerweile war es 23.00 Uhr und wir den Tränen nahe. Nichts erreicht.... Ich nahm den Kleinen aus seinem Käfig um Ihm Nahrung oder weinigsten Wasser anzubieten. Er kauerte nur noch. Ich nahm Ihn also raus und er verweigerte komplett die Nahrung. Dann war es nur noch eine Sache Minuten und wir mussten zusehen, wie der Kleine Kerl, eingekuschelt in meiner Hand, den letzten Atemzug machte und aus seinen wundervollen Augen das Leben wich....
Wir haben es nicht Verstanden. Er hätte nicht sterben müssen!!!! Bestimmt 35 angerufene Tierärzte verweigerten die Hilfe. Bringt die Untersuchung einer Saatkrähe nichts in die Kasse? Ist die Behandlung eines Wildtieres für den Finder etwa kostenlos? Wir hätten bezahlt! Keine Frage... Als wir wegen uns wegen möglicher Krankheiten, Parasiten und vorbeugender Massnahmen wie Impfungen u.s.w. in vielen Foren informiert haben, bekamen wir viele schöne Geschichten zu lesen. Auch über Tierarztbesuche. Das Thema war für viele Finder von Rabenvögeln kein Problem. Was für ein Glück für die Fundtiere... Warum nicht bei uns in der Region???? Wir kamen schon im Laufe des Nachmittags ins Krübeln, warum das so ist, wie es sich immer mehr abzeichnete. Warum sollten wir gleich zur NABU? Der kleine brauchte doch ärztliche Hilfe? Bei der Nabu hätten wir 30 Euro bezahlt und wir wären nicht mal am Auto gewesen, da hätte man den Kleinen eingeschläfert. Natürlich ist nichts gegen eine Schutz- oder Bearbeitungsgebühr zu sagen die kassiert werden. WO LANDEN WIR, WENN WIR ALLE NOTHILFEVEREINE UND PRIVATE HAUSHALTE, DIE FUNDTIERE AUFNEHMEN UND AUFZIEHEN, WEG DENKEN????? Dann geht es schlicht und ergreifen nur noch um ein riesen Politikum!!! Und was wird aus den kleinen die wirklich Hilfe brauchen???
Und jetzt kommt der absolute Oberhammer:
Mein Lebensgefährte stiess eben auf folgenden Hinweis auf der Seite des nabuzentrum-leiferde.de:
Hier ein Auszug:
Transport
Setzen Sie den Vogel in einen Karton, der mit Zeitungspapier ausgelegt ist und mit Luftlöchern versehen sein sollte. Wählen Sie einen Karton, der nicht viel größer als der Vogel ist, um zusätzliche Verletzungen zu vermeiden.
Der Karton sollte gut verschlossen sein. Achten Sie darauf, dass der Vogel bei der Verwendung von Klebeband nicht daran kleben bleiben kann.
Der Transport in Käfigen kann zu Verletzungen an Flügeln und Federn führen.
Um dem Tier unnötigen Stress durch lange Transporte zu ersparen, sollte zunächst der nahe gelegene Tierarzt aufgesucht werden. Tierärzte sind entsprechend der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen §13 (4) „In Notfällen (…) auch ohne Anforderung zur Leistung der Ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet.“
Hier der komplette § 13 der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen
§ 13
Ausübung der Praxis
(1) Die Tierärztinnen und Tierärzte üben ihren Beruf auf Anforderung aus. Das Anbieten oder das Vornehmen tierärztlicher Verrichtungen ohne vorherige Bestellung ist unzulässig, abgesehen von Notfällen und amtlich angeordneten Verrichtungen sowie den durch Betreuungsverträge vereinbarten Tätigkeiten.
(2) Das Behandeln eines Tieres oder eines Tierbestandes ohne vorherige Untersuchung ist grundsätzlich unzulässig.
(3) Die niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzte sind in der Ausübung ihres Berufes grundsätzlich frei. Sie können eine tierärztliche Behandlung ablehnen, soweit sie nicht rechtlich dazu verpflichtet sind. Sie können sie ins besondere dann ablehnen, wenn sie der Überzeugung sind, dass zwischen ihnen und den Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern oder deren Beauftragten das notwendige Vertrauensverhältnis fehlt.
(4) In Notfällen sind alle Tierärztinnen und Tierärzte auch ohne Anforderung zur Leistung der
Ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet.
Danach können Sie Kontakt zu den Naturschutzbehörden bzw. einer Betreuungsstation aufnehmen.
Irgendwie haben diese Tierärzte das alle vergessen!!! Warum wird es einem so schwer gemacht zu helfen? Um was geht es denn wirklich? Ganz Deutschland bläst in das Tierschutzhorn und wenn man genau schaut, ist es nur ein riesen Politikum und ein riesen Haufen an Widersprüchen wie folgender: Jäger haben uns gestern an den Kopf geknallt: Schmeiss an die Wand... Hals umdrehen und so weiter... Ist das nicht auch gesetzeswidrig? Ist es etwa erlaubt ein Wildtier umzubringen, statt Ihm ärztlich versorgen zu lassen, aufzuziehen unter Berücksichtigung wichtiger Punkte (z. B.: Gewöhnung an den Menschen), um Ihn im allerbesten Fall wieder auszuwildern? Wo leben wir denn????
Natürlich gibt es auch die andere Seite. Wir haben uns schon gefragt, ob wir Menschen uns überhaupt das Recht rausnehmen dürfen, so, fast schon massiv, in die Entscheidung der Natur einzugreifen. Es gibt für uns 2 Hauptgründe, warum ein Vogel in diesem Alter nicht in seinem Nest sitzt: rausgefallen bei Flatterversuchen oder von den Eltern aus dem Nest geworfen, weil es Krank ist. Die Natur regelt solche Sachen, aus welchen Gründen auch immer Tiere verstossen werden, völlig selbstständig. Ein eingreifen durch den Menschen ist eigentlich nicht nötig. Kannst Du "Nein" sagen, wenn jemand mit nem Kleinen hilfbedürftigem Tier vor Dir steht??? Oder Du beim Gassi gehen mit deinem Hund ein verstossenes Tier findest? Also ich möchte keinen verurteilen, der sich die Arbeit und das ganze drum herum, wie die Trauer die einhergeht, wenn der Pflegling es nicht schafft, nicht antun möchte. Wir würden es sofort und egal welches Tier wieder tun... Nur beim nächsten Pflegling bestehe ich beim Tierarzt auf eine Untersuchung. Wenn nötig mit rechtlichen Konsequenzen bei Weigerung!!!! Das Recht haben wir Helfer und vor allem die Pfleglinge... Oder sehe ich da was Falsch???
Zum Abschluss noch ein kleines Wort in eigener Sache:
Ich finde es grossartig und absolut bemerkenswert, wieviele Helferleins es gibt!!! Das es wirklich Menschen gibt, die weder Kosten, noch Mühen, noch Arbeit scheuen und Tieren helfen. Egal ob Hund, Katze, Igel, Vogel oder Fisch, egal ob Privat oder in Tierheimen oder Pflegestationen!!! Seit Stolz auf Euch und bleibt am Ball!!! Und solltet Ihr auch schon mit einem Pflegling beim Tierarzt abgewiesen worden sein, nutzt beim nächsten mal den § 13 der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen. Solltet Ihr nicht in Niedersachsen wohnen, recherchiert doch kurz mal, wie sich das in Eurem Bundesland verhält. Dann muss kein Tier mehr unnütz sterben...
Danke für´s lesen!!!