Trennungsängste

Diskutiere Trennungsängste im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo! Ist mein erster Beitrag in diesem Forum - hoffe, im richtigen Bereich! :-) Habe durch die SuFu keinen Beitrag gefunden, der konkret meinem...
  • Trennungsängste Beitrag #1
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Serath28

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Hallo!

Ist mein erster Beitrag in diesem Forum - hoffe, im richtigen Bereich! :) Habe durch die SuFu keinen Beitrag gefunden, der konkret meinem Fall entspricht.

Mein älterer Bruder hat einen ~ ca 3 Jahre alten Dackel. Wenn er durch seine Arbeit einmal etwas länger als sonst weg muss, liefert er ihn immer bei mir und meinen Eltern ab, damit wir auf ihn aufpassen.

Nun jedoch zu dem Problem: Allein wenn die Autoschlüssel meines Bruders klappern, wenn er sie vom Tisch nimmt oder er sich nur außerhalb im Garten befindet, bekommt er richtige Angstzustände. Wenn er dann weg ist wird es ganz schlimm. Er kommt nicht zur Ruhe, läuft wild durchs Haus (oder, wenn er kann, den Garten) als ob er versuchen würde, ihn zu finden. Ansonsten jault und fiebt er die ganze Zeit.

Alleine ist er ja nicht. Und Zuwendung mildert das Ganze ein wenig - aber nur kurz, dann haut er ab und das ganze fängt von vorne an.

Mein Bruder meinte, dass das nicht passiert, wenn er alleine in seiner eigenen Wohnung ist. Aber dennoch kann das nicht mehr so weitergehen. Hat jemand vielleicht eine Lösung, was man da machen kann?

Lg,
 
  • Trennungsängste Beitrag #2
Zunächst einmal würde ich den Hund vollständig ignorieren, wenn er in diesem Zustand ist, denn Zuwendung bestärkt das Verhalten, welches Ihr ja nicht haben wollt.

Wie wurde denn das Alleine Bleiben trainiert? Es hört sich so an, als hätte der Hund es nicht richtig gelernt, entspannt alleine bleiben zu können. Die Trennung von der Bezugsperson, selbst wenn andere Menschen oder Tiere anwesend sind, ist für den Hund das selbe, als wenn er komplett alleine wäre.
Ich fürchte, da muss Dein Bruder nochmal von vorn anfangen und in ganz kleinen Schritten, angefangen bei wenigen Sekunden, das Alleinesein üben.
 
  • Trennungsängste Beitrag #3
Hallo,
ich denke auch, dass es hier nötig wäre, die Trennung und das Alleinsein nochmal ganz neu zu üben. Er hat anscheinend nie gelernt, ruhig zu bleiben, wenn die Bezugsperson weg ist.
Wie kann dein Bruder wissen, ob er ruhig ist, wenn er allein in der Wohnung bleibt? Falls das wirklich der Fall ist, könnte es natürlich daran liegen, dass der Hund weiß, dass dein Bruder dann bald wieder kommt. Wird er bei euch untergebracht, heißt das für ihn, dass seine Bezugsperson für längere Zeit nicht wieder kommt..so könnte ich es mir zumindest vorstellen.
LG
 
  • Trennungsängste Beitrag #4
Off-Topic
Angst ist eine Emotion, die kann man nicht belohnen oder verstärken, wenn man dem Tier Zuneigung gibt.
 
  • Trennungsängste Beitrag #5
Hallo,
dieser Hund hat eine große Bindung zu seinem Besitzer, doch er kann auch noch zu weiteren Personen ein vertrautes Verhältnis bekommen.


Gut wäre es , wenn Du gemeinsam mit dem Hund und Deinem Bruder häufiger gemeinsame Unternehmungen machst
und dann später auch ohne den Bruder mit dem Hund Spaziergänge unternimmst,
bei denen Du den Hund mit spannenden Spielen beschäftigst und ihn mit Futter belohnst.
Irgendwann wird dieser Hund sich freuen, wenn er bei Dir sein kann.

Ich denke,
Strafen durch ein Nichtbeachtung, führt hier nicht dazu , das ein Hund seine Ängste überwindet,
Ablenkung und Belohnung können aber ein Verhaltensmuster bei Hunden verändern.


Fritz.
 
  • Trennungsängste Beitrag #6
Das schwierige an dieser Situation ist, dass wir alle nur Ferndiagnosen stellen können.

Keiner von uns kann mit Sicherheit sagen, was genau diesem Hund helfen wird. Ob es das Ignorieren ist (welches zur Hundeerziehung übrigens dazu gehört und wichtig ist - je nach Persönlichkeit des Hundes), ob es Beschäftigung ist oder Beruhigung oder mehr Leckerlies, oder oder oder...

Das Grundproblem ist offenbar jedoch, dass der Hund nicht gelernt hat, von seiner Bezugsperson getrennt zu sein. Also muss dieses neu trainiert werden, mit für diesen Hund passenden Methoden.

Off-Topic
einen Hund zu ignorieren ist keinesfalls eine Bestrafung, sondern für den Hund natürliches Verhalten des Rudelführers. Für uns Menschen fühlt es sich manchmal emotional kalt an, den armen kleinen Hund nicht zu beachten, dabei müssen wir in manchen Situationen so reagieren, damit der Hund uns als Rudelführer respektiert.
Um ein nicht erwünschtes Verhalten zu korrigieren, hilft ebenfalls sehr oft, dieses Verhalten zu ignorieren, da jede Reaktion darauf für den Hund eine Bestätigung ist.
Auch im Fall von Angst oder Panik ist es manchmal besser, dem Hund vorzuleben, dass alles in Ordnung ist und eben nicht auf ihn besonders einzugehen. Sonst merkt ja der Hund, dass Mensch sich anders als normal verhält und denkt dann, es gibt tatsächlich einen guten Grund nervös oder ängstlich zu sein, denn Mensch verhält sich ja auch komisch.
 
  • Trennungsängste Beitrag #7
Hallo Threnodia,
nun ist auch Hundepsychologie keine exakte Wissenschaft sondern ein Erfahrungswissen
und besonders bei der Hundeerziehung, sind die Vorstellungen sehr unterschiedlich.

Natürlich, einen Hund zu ignorieren, kann auch ein Erziehungsmittel sein,
doch in diesem Fall wird es keine Wirkung zeigen. :?

Wenn ein Hund noch keine Beziehung zu einem Menschen hat und er diesem eher gleichgültig und fremd gegenüber steht,
wird er kaum wahrnehmen können, wenn er von diesem nicht beachtet wird, es ist dem Hund wohl völlig egal. :lol:

Rudelführer sind für Hunde wie ihre Eltern, es besteht eine vertraute Abhängigkeit.
Nicht jeder X- beliebige, fremder Mensch kann diese Rolle sofort einnehmen. :roll::roll::roll:

Wichtig wäre es, erst einmal zu einem Hund eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen,
bevor man ein Rudelführer werden kann. :angel:

Fritz
 
  • Trennungsängste Beitrag #8
Fritz bringt es schon ganz gut auf den Punkt.

Angst zu ignorieren ist eine Strafe.
Entweder der Hund lernt, dass es nichts bringt sich an seinen Menschen zu wenden und sucht sich Alternativverhalten (Hallo, Angstaggression) oder aber er steigert sich immer weiter rein.

Souverän Sicherheit zu vermitteln fängt damit an der "sichere Hafen" fuer den Hund zu sein und das ruhig mit Gestik und Körperkontakt.

Hochjubeln aber ruhig trösten hat meiner Erfahrung nach noch nie geschadet.

Also: Alleinsein neu aufbauen, kein Drama davon machen und Ruhe vermitteln.

Zudem räumlich einschränken damit er nicht in kopfloses Suchen verfällt und dann ganz profan Bindungsarbeit.

Er braucht eine bessere Beziehung zu dir/euch um für sein Empfinden sicher bei euch sein zu können :)

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EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

*Hochjubeln nicht [emoji14] Kann grad am Handy nicht korrigieren :)

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  • Trennungsängste Beitrag #9
Ich habe nie gesagt, man soll Angst ignorieren. Es geht mir darum, das unerwünschte Verhalten nicht durch Aufmerksamkeit auch noch zu verstärken. Versteht irgendjemand, was ich damit meine?

Wenn meine Hunde Angst haben, dann ignoriere ich sie auch nicht, sofern ich denn weiß, dass ihnen Zuwendung von mir etwas nützt. Wenn ich das Gefühl habe, der Hund erlernt dadurch "wenn ich jammere, kriege ich Aufmerksamkeit", dann ist da sicher etwas schief gelaufen.

Wie ich schon gesagt habe, wir können gar nicht aus der Ferne einschätzen, ob der Hund in diesem Fall tatsächlich Angst hat, oder ob er es einfach nur doof findet, dass sein Mensch nicht da ist und er deshalb rumjammert.

Ich hab das Gefühl, ich dreh mich im Kreis, egal was ich hier schreibe, deshalb lasse ich es jetzt wohl besser sein.
 
  • Trennungsängste Beitrag #10
Off-Topic


Mal kurz ins OT, weils ja jetzt nur um Angst und nicht um Gejammer usw. geht.

Zunächst einmal würde ich den Hund vollständig ignorieren, wenn er in diesem Zustand ist, denn Zuwendung bestärkt das Verhalten, welches Ihr ja nicht haben wollt.

VS.

Ich habe nie gesagt, man soll Angst ignorieren. Es geht mir darum, das unerwünschte Verhalten nicht durch Aufmerksamkeit auch noch zu verstärken. Versteht irgendjemand, was ich damit meine?

Ich fasse zusammen: Man soll Angst nicht ignorieren, aber das Verhalten das Angst anzeigt muss ignoriert werden, weil es sonst bestärkt würde.

Das Ding ist: Wenn ich den Hund ignoriere, wenn er unerwünschtes angstbedingtes Verhalten zeigt ignoriere ich auch gleichzeitig die Angst;)

Ich bin mir fast sicher, dass wir das Gleiche meinen, aber rein von deinen Aussagen her soll man Angst vollständig ignorieren.
Und das klappt halt eher selten.
 
  • Trennungsängste Beitrag #11
Off-Topic
Mido ... Du hast recht, meine Aussagen scheinen sich tatsächlich zu widersprechen.

Ich glaube, es fällt mir an dieser Stelle schwer, es so zu formulieren, dass klar wird was gemeint ist, weil es halt immer von der Situation und vom konkret gezeigten Verhalten abhängt (und vom Charakter des Hundes), wie ich reagieren würde.

Unser erster Hund war charakterlich sehr unabhängig und wir mussten wirklich lernen ihn zu ignorieren, weil er uns sonst nicht respektiert hätte. In dieser Zeit habe ich auch gelernt, wenn Hund Angst zeigt (z.B. an Silvester) ist zu viel Zuwendung eher schädlich, besser ist es, normal weiter zu machen und den Hund nicht zu betüddeln. Das hat bei Jack auch immer super funktioniert. Hat er sich zurück gezogen, hab ich ihn in Ruhe gelassen. Hat er meine Nähe gesucht, dann war das höchste der Gefühle ein leichter Körperkontakt durch z.B. Hand auflegen oder Fuß an den Hund. Das hat als Beruhigung ausgereicht, weil es ihm Sicherheit gegeben hat.

Vielleicht werden meine Ausführungen jetzt verständlicher.
 
  • Trennungsängste Beitrag #12
Off-Topic

Man muss mit Sicherheit differenzieren; trösten bedeutet selbst ruhig zu bleiben und dem Hund einfach seine Gesellschaft und Zuneigung anzubieten, statt ihn von sich zu weisen. Aber genau das hast du ja auch getan, als er deinen Kontakt gesucht hat.
Darum verstehe ich nicht, wie du aus dieser Erfahrung den Schluss ziehen konntest, dass Trösten grundsätzlich eine schlechte Idee ist. Wenn überhaupt, sollte einem das doch zeigen, dass die Zuwendung durch den Menschen durchaus beruhigend für den Hund sein kann, wenn der Hund die Nähe seines Menschen sucht. Dafür muss er natürlich wissen, dass das grundsätzlich möglich und erlaubt ist und den Grundstein dafür legt man im Alltag.
 
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