Katzenbaby zurück zu Mama?

Diskutiere Katzenbaby zurück zu Mama? im Katzen Verhalten Forum im Bereich Katzen Forum; Liebe Tierfreunde, ich brauche dringend euren Rat! Es geht um unsere kleine Sissi. Wie haben sie vorgestern abgeholt, da die Besitzerin meinte...
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #1
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Nicasissi

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Liebe Tierfreunde, ich brauche dringend euren Rat!

Es geht um unsere kleine Sissi. Wie haben sie vorgestern abgeholt, da die Besitzerin meinte, du Mutter würde bereits anfangen, sie abzustoßen. Sissi ist ein 10 Wochen altes Katzenbaby. Bitte verurteilt mich jetzt nicht, ich hab von meinem Bekanntenkreis gesagt bekommen, ab 8 Wochen wären Kitten ausreichend sozialisiert. Ich hab das nicht in Frage gestellt, hätte ich wohl tun sollen aber ist jetzt zu spät...

Wie dem auch sei, unsere kleine ist seeehr verängstigt und miaut bzw. weint nun in einer Tour. Ich hab die letzten zwei Nächte kaum geschlafen. Sie hört manchmal kurzzeitig auf, wenn ich mit ihr rede, aber auch das funktioniert nicht immer. Sie lässt sich nicht anfassen und isst und trinkt zwar, aber nicht viel. Anfangs hat sie alle Teppiche angekackt, mittlerweile geht sie zumindest teilweise auf ihr Katzenklo.

Geplant ist natürlich, dass Sissi in Zukunft raus darf. In der Nachbarschaft gibt es viele Spielgefährten und Wiesen und Wald. Ich hatte bereits von klein auf immer (insgesamt 4) Einzelkatzen, welche ohne Geschwister aufwuchsen, aber es gab nie derartige Probleme, da ja immer genug andere Katzen in der Nähe waren. Nur solange Sissi noch klein ist, kann sie halt nicht raus. Ich und mein Freund versuchen beide möglichst viel Zeit mit ihr zu verbringen und sie zum spielen zu animieren. Aber sie ist einfach so traurig und es bricht mir das Herz, sie so zu sehen.

Niemals hätt ich sie von ihrer Mama weggenommen, wenn ich das geahnt hätte...

Meine Frage an euch ist nun, was würdet ihr tun? Macht es Sinn, sie noch für ein paar Wochen zu ihrer Mama zurück zu bringen, damit sie noch Zeit mit Mama und Geschwistern verbringen kann? Oder stösst die Mama sie womöglich dann ab? Oder mach ichs für Sissi dann bloß noch schwieriger, sich zu lösen oder traumatisiere die Kleine womöglich gar?

Bitte kommt mir jetzt nicht mir Vorwürfen, die mach ich mir eh selbst zur Genüge, stattdessen hätt ich gern euren ehrlichen Rat. Was ist das beste für unsere kleine?

Lg, Nicole
 
  • Katzenbaby zurück zu Mama?

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  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #2
Geschwisterchen dazu holen und dafür Sorge tragen, dass die Mutter kastriert wird;)

Im Sinne des nachhaltigen Tierschutzes wäre alles andere eher kontraproduktiv:)
Warst du schon mit ihr zum Rundum-Check beim TA?

Davon abgesehen:

Junge Katzen sollten im Optimalfall mind. 1 Jahr zuhause gehalten werden- junge Katzen sind einfach zu unbedarft, tollpatschig und wagemutig und landen leider nicht selten ertrunken in Wasserfässern, ziemlich fix vorm Auto oder machen unschöne Bekanntschaft mit fremden Hunden usw.

Sie sind dann einfach noch im Kopf nicht weit genug entwickelt um Gefahren halbwegs vernünftig einschätzen zu können.
 
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #3
Danke für die schnelle Antwort! Ja, das hab ich natürlich auch schon überlegt... mein Freund ist aber absolut gegen eine zweite Katze 😞 😭
 
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #4
Naja, mag er lieber Dauer-Animateur für ein Katzenbaby spielen, das dann trotzdem unglücklich ist?

Grundsätzlich sind zwei Katzen wesentlich unkomplizierter als eine Katze allein.
Sie beschäftigen sich gegenseitig, spielen miteinander und haben sich einfach gegenseitig.

Zumal kein Mensch so mit einer Katze kuscheln kann wie es eben ein Artgenosse kann.

Eine Katze allein zu halten führt leider Gottes nicht selten zu Verhaltensstörungen, auch bei Freigängern.
Da sind es nämlich eher Revierstreitigkeiten als echte Freundschaften, die da gepflegt werden (ja, ich weiß, da gibt es Ausnahmen;)).

Ein Kitten allein aufwachsen zu lassen ist ähnlich wie ein Baby/Kleinkind komplett von Artgenossen zu isolieren und durch artfremde Wesen aufziehen zu lassen.

Ich verlinke dir mal was, vllt. mag dein Freund sich das auch mal durchlesen:

 
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #5
Hallo herzlich willkommen hier im Forum

Gerade bei Kitten bin ich absolut gegen die Einzelhaltung, auch wenn sie später Freigang bekommen sollen.

Man muss sich nur mal die eigene Kindheit ohne andere Kinder, ja ohne Mitmenschen vorstellen oder einfach mal zwei Kitten beim gemeinsamen Spielen zuschauen, da sieht man doch sofort, dass die das wirklich brauchen.

Kitten entdecken gemeinsam die Welt, kuscheln, spielen, balgen und toben nach Kittenart miteinander, galoppieren gemeinsam mit Katzenbuckel durch die Wohnung, schlecken sich gegenseitig die Öhrchen aus, jagen sich gegenseitig die Kratzbäume rauf und runter und und und, dass kann kein Mensch mit noch soviel Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit ersetzen.

Abgesehen davon, machen zwei Kitten meist deutlich weniger Arbeit als ein einzelnes Kitten, weil die sich auch viel miteinander beschäftigen, Sozialkontakt zu Artgenossen haben, einfach ausgeglichener sind. Aber natürlich bedeuten Kitten Arbeit und sind am Anfang schon zeitaufwendig, die brauchen nicht nur viel Zuwendung, sondern müssen auch erzogen werden. Man muss ihnen genügend Alternativen zur Verfügung stellen aber mit einem Artgenossen, genügend Kratz- und Klettermöglichkeiten, lernen sie schnell, was sie dürfen und was nicht, jedenfalls besser und schneller als ein gelangweiltes Kitten allein zuhause.

Manche Katzen entwickeln dann auch Verhaltensstörungen sind übermäßig auf den Katzenhalter fixiert, werden aggressiv, Unsauberkeit, Tapetenkratzen, Schwanz beißen usw. sind öfters Folgen von Einzelhaltung besonders wenn sie schon von klein auf beginnt. Aber viele Katzen resignieren einfach, finden sich damit ab und man merkt es ihnen gar nicht an, im Gegenteil die Besitzer sind der Meinung, dass es ihren Katzen wirklich gut geht, weil die Katze glücklich und zufrieden wirkt und dass sind sie auch, wenn der Besitzer da ist und sie Zuwendung und Aufmerksamkeit erhalten, auch wenn ihnen dennoch immer etwas fehlen wird, der Sozialkontakt zu einem Artgenossen der die gleiche Sprache spricht.

Abgesehen davon muss ja ein Kitten schon etwas länger in der Wohnung bleiben, weil es für den Freigang noch ausreichend geimpft werden muss, da reicht Katzenschnupfen und -seuche allein nicht aus und vor allem muss es vor dem ersten Freigang bereits kastriert sein, am besten lässt man es bei der Kastration auch gleich chippen und/oder tätowieren.

Ich persönlich würde Kitten erst mit 10-12 Monaten in den Freigang lassen, davor sind die viel zu unbedarft und verspielt, laufen allem und jedem blind hinterher, wäre mir zu gefährlich. Aber wie schon gesagt, auf jeden Fall darf es erst nach der Kastration raus.

Katzen sind keine Einzelgänger, sie werden wenn dazu gemacht und Kitten in Einzelhaltung ist ein absolutes No Go. Notfalls wenn viele Katzen in der Nachbarschaft sind, kann Freigang dann wenigstens ein bisschen den Artgenossen ersetzen.

Die meisten Sozialkontakte draußen werden aber oft überschätzt, richtige Freundschaften oder überhaupt engere und/oder regelmäßige Kontakte kommen da nur sehr selten zustande und nur unter bestimmten Bedingungen, dazu müsste dein Kitten, dann draußen andere Katzen treffen die gut sozialisiert sind und nicht zu territorial, die vom Wesen und Charakter zu ihm passen, dann müsste dein Kitten und die andere Katze/Kater immer zur gleichen Zeit Freigang haben und sich zeitgleich im gleichen Gebiet aufhalten, damit sie öfters aufeinander treffen und und und
weil sonst beschränken sich Kontakte draußen meist nur auf Revierstreitigkeiten und/oder flüchtigen Begegnungen man sieht den anderen und die eine läuft in die Richtung und die andere in die andere Richtung weiter. Draußen verhalten sich Katzen anders und Katzen sind keine Hunde die auf einander zu gehen und meist offen und freundlich sind, die sind draußen meist territorial und Fremden gegenüber wenn nicht feindlich aber meist doch eher skeptisch gegenüber eingestellt und gehen dem erstmal aus dem Weg und ohne regelmäßige treffen der gleichen Katzen immer wieder bildet sich da gar keine Beziehung.

Soziale Bindungen draußen entstehen eher bei Streunern, Katzen die im gleichen Revier bzw. in der gleichen Umgebung leben, Tag und Nacht draußen sind und daher ihre Geruchsmarkierungen haben, den anderen regelmäßig begegnen und sich dann auch erkennen.

Was auch noch erschwerend dazukommt, dein Kitten wurde schon mit knapp 10 Wochen, also viel zu früh von der Katzenmutter und den Geschwistern getrennt, dass heißt es ist unzureichend sozialisiert. Wie soll es draußen jetzt Freundschaften schließen und Kontakte aufbauen, wenn es die Katzensprache und den richtigen Umgang miteinander gar nicht gelernt hat und sich gar nicht richtig zu verhalten weiß? Es ist inzwischen erwiesen, dass ein Großteil der Sozialisation, das erlernen der Katzensprache und des Umgangs miteinander erst mit ca. 8 Wochen angefangen wird zu erlernen, daher ist es so wichtig, dass die Kitten lang genug bei ihrer Mutter und den Geschwistern bleiben und dass wären nun mal mindestens 12 Wochen gewesen, besser noch 13-16 Wochen.

Übrigens Katzenmütter sind nicht nur liebevolle und fürsorgliche Mütter, sie können auch streng und konsequent sein, sie erziehen ihren Nachwuchs schon mit wenigen Wochen haben die Kitten keine Narrenfreiheit mehr und müssen auch Grenzen und Frustration kennen lernen, dass man nicht immer alles gleich bekommt, dass ist ganz wichtig für ihre Entwicklung und dadurch nehmen sie dann auch im neuen Zuhause Regeln und Verbote besser an. Viele unerfahrene Katzenhalter missdeuten dieses Verhalten dann auch als Verstoßen, aber es ist nur die Erziehung durch die Katzenmutter und wichtig für die Kitten. Verstoßen kommt bei Katzenmüttern wirklich nur seltenst vor, oft wird es auch nur einfach als Ausrede benützt, um die Kitten früher abzugeben und in Wirklichkeit will man sich einfach nur die Arbeit und den Zeitaufwand mit der Kittenaufzucht sparen und vor allem die Kosten für Futter, Streu und Tierarzt.
 
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #6
Danke für eure ausführlichen und lieben Antworten! Ich bin mittlerweile auch ziemlich überzeugt, dass ein zweites Kätzchen die beste Lösung ist. Nur leider ist es schwer, meinen Freund davon zu überzeugen, für ihn bedeuten zwei Katzen gleich die doppelte Arbeit 😞 ich hoffe, ich kann ihn dennoch überzeugen. Er argumentiert hauptsächlich damit, dass unsere Wohnung für zwei Kätzchen zu klein ist und sie dann womöglich im Spielen alles Mögliche kaputt machen...

Also eine vorübergehende Rückgabe zur Katzenmutter haltet ihr für keine Alternative? Auch nicht um die nächsten Tage bzw. Wochen für die Kleine zu erleichtern und wieder etwas mehr Schlaf für uns zu gewährleisten??

Viele liebe Grüße
 
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #7
Wo eine Katze Platz hat haben das auch 2;)

Nein, würde ich nicht tun.
Theoretisch wäre mehr Zeit mit der Mutter toll, die Frage ist halt wie und wo.

Zumal es euch nicht viel bringen wird, wenn ihr sie 2 Wochen zurück bringt und dann doch allein haltet.
Das wäre doppelt grausam
 
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #8
Doch, ich würde das Kätzchen das so offensichtlich leidet noch einmal für zwei bis drei Wochen zur Mutter zurück geben. Das Netz ist voll von Informationsquellen zur Katzenhaltung, da kann man sich in dieser Zeit einlesen bis einem der Kopf qualmt, Fakten studieren und aus diesen Grundlagen heraus Entscheidungen treffen. Wenn dein Freund weiter darauf beharrt das dieses Kitten alleine bleiben müsste, würde ich es nicht wieder holen.

Ich gehöre gewiss nicht zu denen, die sagen das Einzelkatzen automatisch unglücklich sind.
Aber gerade ein Kitten, das so sehr von der Gesellschaft eines Spielkameraden profitieren würde, noch eine erhebliche Zeit in der Wohnung bleiben müsste, dadurch gar keine Möglichkeit hat, freundlichen Kontakt zu Artgenossen aufzunehmen dem würde man bei einer Haltung alleine viel vorenthalten.
 
  • Katzenbaby zurück zu Mama? Beitrag #9
Ganz im Gegenteil, zwei Kitten stellen deutlich weniger an als ein gelangweiltes Einzelkitten, die können miteinander toben und spielen. Die Erziehung ist natürlich einfacher, wenn die Kitten von der Katzenmutter schon die Grunderziehung bekommen haben und schon wissen, dass es Grenzen gibt, also holt euch noch ein ausreichend sozialisiertes Kitten dazu, eines welches lang genug bei der Katzenmutter und den Geschwistern aufgewachsen ist, ich würde für gleichgeschlechtlich empfehlen.

Ich denke nicht, dass die das Kitten noch einmal für 2 Wochen aufnehmen würden, wenn ihr es zurückbringt oder warum musste es schon mit 10 Wochen bei euch einziehen? Vielleicht habt ihr euch einfach zu schnell damit einverstanden erklärt, versuchen könntest du es, ich glaub aber nicht, dass es klappt.

Die Unsauberkeit ist kein Wunder, die Sauberkeitserziehung war ja noch gar nicht abgeschlossen, der Gang aufs Katzenklo muss erst noch geübt werden, immer viel loben, wenn es das Katzenklo benützt.

Am wichtigsten ist aber nach wie vor, dass es so schnell wie möglich wieder zu Artgenossen kommt oder ein zweites Kätzchen bei euch einzieht.
 
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