Hallo!
Erstmal herzlichen Glückwunsch zu dieser guten Nachricht. Ich drücke die Daumen, dass es dabei bleibt.
Ein Satz hat mich allerdings dazu gebracht, jetzt hier ne riesen Antwort zu schreiben: Bei Blut im Erbrochenen oder Stuhl gehts um Minuten.
Das kann ich genau so unterschreiben und möchte jetzt einfach mal für den Fall der Fälle schildern, was wir in den letzten 2 Monaten durchgemacht haben, wie verzweifelt man sein kann und das trotz allem immer noch Hoffnung besteht. Aber vom Anfang an:
Unsere Moony haben wir mit 10 Wochen vom Bauernhof geholt. Sie war bereits auf dem Rückweg recht ruhig und in der Nacht hat sie dann gleich erbrochen. Am frühen Morgen kam dann Durchfall hinzu - fast nur Blut. Mein erster Gedanke: Schnell zum Tierarzt.
Gott sei Dank gibt es in Köln Notdienste, und um 6 Uhr saß ich in der Praxis die ich noch sehr gut kennen lernen sollte. Der Arzt konnte natürlich nicht gleich die richtige Diagnose stellen, denn dafür passen die Symptome auf zu vieles. Dennoch hat er sofort verschiedene Schnelltests gemacht, unter anderem auch auf Parvovirose. Leider war die verfügbare Stuhlprobe (Termometer-Abstrich) zu klein, um zuverlässig zu sein und so war dieser Test dann auch negativ.
Nichts desto trotz hat der Arzt zunächst subkutane Infusionen gelegt um die Austrocknung zu verhindern und danach Interferon gespritzt. Heute bin ich der Meinung, dass das Leben unsere Moony dadurch gerettet wurde. Am Nachmittag habe ich dann nämlich noch eine größere Stuhlprobe abgegeben und bekam am späten Abend (der Tierarzt sollte eigentlich schon Feierabend haben) die Hiobsbotschaft: doch Parvo. Sofort also nochmal in die Praxis und von da an sahen unsere Tagesabläufe immer gleich aus: Morgens um 6 aufstehen und in die Praxis fahren, dort den Tag verbringen und hoffen und bangen. Abends um 8 wieder nach Hause, Dienstübergabe an meine Freundin. Die hat dann die Nachtschicht gemacht.
In der Zeit beim Tierarzt habe ich die schlimmsten Tiefs erlebt, die man sich als Tierfreund so vorstellen kann - bis hin zum Nervenzusammenbruch im vollen Wartezimmer. An dieser Stelle mal ein riesen Dankeschön an die Mädels vom Tierarzt - ohne euch hätte ich das nicht geschafft!!!
Aber in dieser Zeit habe ich auch viel über die Parvo-Virose gelernt, was ich natürlich gerne hier auch mal (auszugsweise) weitergebe (ich habe diese Infos nämlich trotz intensiver Recherchen nicht gefunden):
Die Parvovirose verläuft schubweise. Dabei verliert der Hund viel Wasser, dass nur durch reichlich Infusionen ersetzt werden kann. Leider kann man bei dieser Krankheit nicht direkt den Erreger bekämpfen (oder nur sehr schwach), man kann aber die Verbreitung hemmen (Interferon), Zweit-Infektionen verhindern (Antibiotika) und vor allem das Immun-System des Tiers anschieben. Denn letzten Endes muss der Hund selbst die Krankheit besiegen.
Alles in allem war diese Phase enorm anstrengend, kräftezehrend und hat uns nicht nur augenverdrehen in unserem menschlichen Umfeld eingebracht. Außerdem hat die gesamte Behandlung mittlerweile über 1500 Euro verschlungen. Wir waren einige Male kurz davor, dem Leid ein Ende zu bereiten, doch jetzt, da alles überstanden ist kann ich nur sagen: Ich würde es immer wieder machen.
Ich hoffe, mit dieser Schilderung dem ein oder anderen Hoffnung gemacht und auch ein paar Infos gegeben zu haben.
Liebe Grüße,
Björn