- Meine Suche nach Westwind Beitrag #1
Silberfeder
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Anfang Mai 2oo4 sah ich ihn da so unwillig unter einer Reiterin dahertrotten: Westwind.
Ein schwarzer Hannoveraner, Bildschön, wenn auch unbemuskelt und klapperdürr.
Aber seine Augen waren voll Feuer, der Wille, dem Mensch – seinem Peiniger – zu gefallen, vorhanden. Er strahlte eine Faszination auf mich aus, die seines Gleichen sucht.
Ich hätte Cordon haben können, ebenfalls einen großen Rappen, doch hat Westwinds Art mich gefesselt, seine Geschichte mich berührt.
In seinen 16 Lebensjahren musste Westwind viel erleben, viel leiden. Ausgedient beim S-Springen – vielleicht zu langsam? – wurde er an eine Reitschule verkauft und erfuhr keine Liebe und keine Nähe mehr. Jahrelang verrottete er in einer 3x3m Box und stand in Meterhohem Mist, die Wände voll Schimmel, kein Licht, das ihm hätte Hoffnung bringen können.
Unterernährt, nicht mehr bemuskelt, krank und resigniert erreichte er diesen neuen Hof, auf welchem er hoffentlich ein besseres Leben erfahren sollte.
Ich lernte Herr K. als einen netten und offenen Menschen kennen. Voller Engagement erbaute er einen teuren Reitplatz auf dem Hof und stellte seine Pferde den jungen Frauen zum Reiten zur Verfügung. Er überließ mir Westwind für einen geringen Betrag als Reitbeteiligung, zeigte mir, wie ich ihn "richtig" (heute weiß ich es besser!) longiere und alles andere notwendige. Sogar die Ausrüstung, welche Westwind ja nun nicht mehr besaß, stellte er mir zur Verfügung.
Der Hof gehörte allerdings nicht Herrn K., sondern Herrn A., dem Onkel meiner Bekannten Angelina, die ebenfalls dort auf einem der Pferde ritt.
Westwind hatte keine Muskeln mehr, die Zähne und Hufe waren auch gerade erst wieder behandelt worden und endlich musste er keine Schmerzen mehr bei jedem Bissen, bei jedem Schritt verspüren.
Unsere Odysee begann.
Es war eine reine Geduldsprobe, ihn wieder auf ein annehmbares körperliches Niveau zu bringen.
Körperliche Wunden waren verheilt – doch werden es die seelischen je?
Es gab Neider, jene, die auch den großen und bekannten S-Springer wollten, jene, die meinten, ich hätte ihn nicht verdient.
Doch wir blieben stur und gingen unseren Weg.
Herr K. bat ihn mir immer wieder an, ich solle Ihn nehmen, er schenke ihn mir da er ihn nicht gebrauchen könne, doch waren meine Eltern gegen das Pferd.
Als ich Sie endlich überzeugt hatte, war Westwind wieder reitbar und wir gute Freunde. Ich musste viel Lachen, weil er so unendlich lieb und geduldig war, mir jeden Fehler verzieh, den ich tat, immer stehen blieb, wenn ich fiel, mich stubste, wenn ich nicht aufstand.
Leider hatten Herr K. und ich einige Auseinandersetzungen, da ich mit seiner sehr brutalen Umgangsweise mit den Pferden nicht einverstanden war und mich gegen Prügel am Tier mit Schaufeln, Zaunpfählen und Mistgabeln wehrte.
Das sollte nicht ohne Folgen bleiben.
Er bot mir Westwind nun zum Verkauf, und ich willigte auf 10 Monatsraten zu 80€ ein.
Ein Vertrag wurde nicht geschrieben, es wäre nicht nötig, hatte Herr K. gemeint. Ich glaubte ihm naiver Weise.
Ich zahlte meine Raten gewissenhaft und ritt, die Zeit war wundervoll und einzigartig. Ich lernte mit ihm sogar springen! Jeder Moment bei ihm am Stall, sei es Nachts gewesen, wenn ich traurig war, oder einfach wenn ich ihn putzte. Der größte Traum einer jungen Frau war wahr geworden.
Doch wie es so häufig ist – die Dinge enden dann, wenn Sie am schönsten sind.
Mein Traum zerplatzte wie eine Seifenblase in einem Feld aus Rosen.
Häufigere Auseinandersetzungen mit Peter nahm ich zwar schweigend in Kauf - ich musste es – doch die Spannung zwischen uns stieg merklich.
Eines Tages, es war mitten im August 2oo4 und nur wenige Tage vor meinem Geburtstag und einem süßen kleinen Bezirksspringturniers, war Westwind fort.
Nicht im Stall, nicht auf der Wiese, nirgends. Ich suche stundenlang, ich fragte die umliegenden Bauernhöfe um Rat, ob Sie ein großes, schwarzes Pferd hätten flüchten sehen, doch nichts.
Ich suchte ganz aufgelöst Herr K. auf und dieser offenbarte mir, dass Westwind zum Schlachter gebracht wurde zwecks fehlender Zahlungen. Das konnte nicht wahr sein?!
Ich konnte meine Zahlungen und ebenso wenig anderen Reitern etwas nachweisen, dass das Geld gestohlen wurde, denn dass Geld sollte ich immer in einen Umschlag in die nicht abschließbare Sattelkammer legen - und nun war es fort. Nun war er fort!
Ich war selbstverständlich am Boden zerstört und richtig fertig mit den Nerven, dennoch blieb ich wegen meiner Freundin Angelina noch am Stall und beobachtete Herr K.s böse Machenschaften und Tierquälerei, bis auch Ihr Pferd einfach verkauft wurde (Sie war allerdings nur RB) und uns nichtsmehr dort hielt..
Heute weiß ich, dass Westwind nicht geschlachtet sondern privat verkauft wurde. Angelina konnte es mir dank Ihrem Onkel, dem Besitzer des Hofes, im Dezember 2oo7 berichten.
Auto und Hänger hatten ein Bremer Nummernschild.
Das ist alles, was ich weiß.
Westwind war ca. 1,65-1,70m groß und ein Glanzrappe.
Er hatte das Hannoveraner-Brandzeichen und war lt. Angaben 16 Jahre alt.
Vorne rechts war er bis zum Fesselkopf weiß.
Auf seiner Stirn prangte ein großes Caro, ein kleines Caro verweilte an seiner rechten Nüster.
Auffällig ist auch sein Hahnentritt hinten, der besonders beim längeren Stillstehen zum Vorschein kam.
Einst war er lt. Angaben ein S-Springer, und tatsächlich konnte er mehr als geschickt jedes noch so knappe Hindernis nehmen..
Seit 5 Jahren suche ich ihn und bekam von vielen Seiten Abweisung. Aber der Traum, meinen ersten und treuesten Freund wieder zu finden, besteht noch immer. Es ist der größte und wohl schwierigst zu erfüllende Traum, den eine junge Frau noch haben kann.
Alleine jedoch kann ich das nicht schaffen, ich brauche Hilfe, Eure Hilfe!
Wenn nur jeder, der diesen Text liest und Herz besitzt, den Link meiner Seite weitervermittelt, so kann die Chance, meinen Westwind wieder zu finden, wachsen und gedeihen.
Ich habe noch Hoffnung, denn es gibt Menschen die mir aus ganzer Kraft zu helfen versuchen!
Ein schwarzer Hannoveraner, Bildschön, wenn auch unbemuskelt und klapperdürr.
Aber seine Augen waren voll Feuer, der Wille, dem Mensch – seinem Peiniger – zu gefallen, vorhanden. Er strahlte eine Faszination auf mich aus, die seines Gleichen sucht.
Ich hätte Cordon haben können, ebenfalls einen großen Rappen, doch hat Westwinds Art mich gefesselt, seine Geschichte mich berührt.
In seinen 16 Lebensjahren musste Westwind viel erleben, viel leiden. Ausgedient beim S-Springen – vielleicht zu langsam? – wurde er an eine Reitschule verkauft und erfuhr keine Liebe und keine Nähe mehr. Jahrelang verrottete er in einer 3x3m Box und stand in Meterhohem Mist, die Wände voll Schimmel, kein Licht, das ihm hätte Hoffnung bringen können.
Unterernährt, nicht mehr bemuskelt, krank und resigniert erreichte er diesen neuen Hof, auf welchem er hoffentlich ein besseres Leben erfahren sollte.
Ich lernte Herr K. als einen netten und offenen Menschen kennen. Voller Engagement erbaute er einen teuren Reitplatz auf dem Hof und stellte seine Pferde den jungen Frauen zum Reiten zur Verfügung. Er überließ mir Westwind für einen geringen Betrag als Reitbeteiligung, zeigte mir, wie ich ihn "richtig" (heute weiß ich es besser!) longiere und alles andere notwendige. Sogar die Ausrüstung, welche Westwind ja nun nicht mehr besaß, stellte er mir zur Verfügung.
Der Hof gehörte allerdings nicht Herrn K., sondern Herrn A., dem Onkel meiner Bekannten Angelina, die ebenfalls dort auf einem der Pferde ritt.
Westwind hatte keine Muskeln mehr, die Zähne und Hufe waren auch gerade erst wieder behandelt worden und endlich musste er keine Schmerzen mehr bei jedem Bissen, bei jedem Schritt verspüren.
Unsere Odysee begann.
Es war eine reine Geduldsprobe, ihn wieder auf ein annehmbares körperliches Niveau zu bringen.
Körperliche Wunden waren verheilt – doch werden es die seelischen je?
Es gab Neider, jene, die auch den großen und bekannten S-Springer wollten, jene, die meinten, ich hätte ihn nicht verdient.
Doch wir blieben stur und gingen unseren Weg.
Herr K. bat ihn mir immer wieder an, ich solle Ihn nehmen, er schenke ihn mir da er ihn nicht gebrauchen könne, doch waren meine Eltern gegen das Pferd.
Als ich Sie endlich überzeugt hatte, war Westwind wieder reitbar und wir gute Freunde. Ich musste viel Lachen, weil er so unendlich lieb und geduldig war, mir jeden Fehler verzieh, den ich tat, immer stehen blieb, wenn ich fiel, mich stubste, wenn ich nicht aufstand.
Leider hatten Herr K. und ich einige Auseinandersetzungen, da ich mit seiner sehr brutalen Umgangsweise mit den Pferden nicht einverstanden war und mich gegen Prügel am Tier mit Schaufeln, Zaunpfählen und Mistgabeln wehrte.
Das sollte nicht ohne Folgen bleiben.
Er bot mir Westwind nun zum Verkauf, und ich willigte auf 10 Monatsraten zu 80€ ein.
Ein Vertrag wurde nicht geschrieben, es wäre nicht nötig, hatte Herr K. gemeint. Ich glaubte ihm naiver Weise.
Ich zahlte meine Raten gewissenhaft und ritt, die Zeit war wundervoll und einzigartig. Ich lernte mit ihm sogar springen! Jeder Moment bei ihm am Stall, sei es Nachts gewesen, wenn ich traurig war, oder einfach wenn ich ihn putzte. Der größte Traum einer jungen Frau war wahr geworden.
Doch wie es so häufig ist – die Dinge enden dann, wenn Sie am schönsten sind.
Mein Traum zerplatzte wie eine Seifenblase in einem Feld aus Rosen.
Häufigere Auseinandersetzungen mit Peter nahm ich zwar schweigend in Kauf - ich musste es – doch die Spannung zwischen uns stieg merklich.
Eines Tages, es war mitten im August 2oo4 und nur wenige Tage vor meinem Geburtstag und einem süßen kleinen Bezirksspringturniers, war Westwind fort.
Nicht im Stall, nicht auf der Wiese, nirgends. Ich suche stundenlang, ich fragte die umliegenden Bauernhöfe um Rat, ob Sie ein großes, schwarzes Pferd hätten flüchten sehen, doch nichts.
Ich suchte ganz aufgelöst Herr K. auf und dieser offenbarte mir, dass Westwind zum Schlachter gebracht wurde zwecks fehlender Zahlungen. Das konnte nicht wahr sein?!
Ich konnte meine Zahlungen und ebenso wenig anderen Reitern etwas nachweisen, dass das Geld gestohlen wurde, denn dass Geld sollte ich immer in einen Umschlag in die nicht abschließbare Sattelkammer legen - und nun war es fort. Nun war er fort!
Ich war selbstverständlich am Boden zerstört und richtig fertig mit den Nerven, dennoch blieb ich wegen meiner Freundin Angelina noch am Stall und beobachtete Herr K.s böse Machenschaften und Tierquälerei, bis auch Ihr Pferd einfach verkauft wurde (Sie war allerdings nur RB) und uns nichtsmehr dort hielt..
Heute weiß ich, dass Westwind nicht geschlachtet sondern privat verkauft wurde. Angelina konnte es mir dank Ihrem Onkel, dem Besitzer des Hofes, im Dezember 2oo7 berichten.
Auto und Hänger hatten ein Bremer Nummernschild.
Das ist alles, was ich weiß.
Westwind war ca. 1,65-1,70m groß und ein Glanzrappe.
Er hatte das Hannoveraner-Brandzeichen und war lt. Angaben 16 Jahre alt.
Vorne rechts war er bis zum Fesselkopf weiß.
Auf seiner Stirn prangte ein großes Caro, ein kleines Caro verweilte an seiner rechten Nüster.
Auffällig ist auch sein Hahnentritt hinten, der besonders beim längeren Stillstehen zum Vorschein kam.
Einst war er lt. Angaben ein S-Springer, und tatsächlich konnte er mehr als geschickt jedes noch so knappe Hindernis nehmen..
Seit 5 Jahren suche ich ihn und bekam von vielen Seiten Abweisung. Aber der Traum, meinen ersten und treuesten Freund wieder zu finden, besteht noch immer. Es ist der größte und wohl schwierigst zu erfüllende Traum, den eine junge Frau noch haben kann.
Alleine jedoch kann ich das nicht schaffen, ich brauche Hilfe, Eure Hilfe!
Wenn nur jeder, der diesen Text liest und Herz besitzt, den Link meiner Seite weitervermittelt, so kann die Chance, meinen Westwind wieder zu finden, wachsen und gedeihen.
Ich habe noch Hoffnung, denn es gibt Menschen die mir aus ganzer Kraft zu helfen versuchen!