Mein Hund ist ein Terrier-Mix mit Stehrute und daher, glaube ich, schon von vielen von Weitem als bedrohlich/pöbelnd angesehen, kann das sein?
Ja
Das Problem gibt es zum Beispiel auch bei vielen Nordischen.
Unter anderem deswegen ist es ja so wichtig, dass Hunde mit möglichst vielen verschiedenen Rassen in ihrer Jugend Kontakt haben.
Bei meinem Rüden gab es leider kaum brachyzephale Hunde in seiner Umgebung als er klein war und er kann heute extrem wenig damit anfangen, wenn da jemand mit kurzer Schnute um die Ecke kommt.
Davon abgesehen finde ich persönlich es wichtig die Grundelemente zu kennen, die sind (Gott sei Dank

) halbwegs universell- unabhängig von den Rassen.
Spiel als Spiel zu identifizieren ist nämlich nicht davon abhängig, ob ein Hund gerne rempelt, sondern wie die Dynamik zwischen den Hunden ist, sprich wie ausgeglichen das Ganze ist.
Da kommt man leider erst mit entsprechend viel Übung dahinter das auch bei unbekannten Hunden halbwegs einsortieren zu können- und manche Hunde sind leider absolute Sozial-Legastheniker und verhalten sich absolut unangemessen. Da kann man sich dann noch so gut auskennen: Der Hund zeigt einfach irritierendes Verhalten.
Was ich als "Grundlage" gut finde ist "Ausdrucksverhalten beim Hund" von Dr. Feddersen-Petersen.
Ansonsten auch Bücher über Verhaltensbiologie (von Ganßloßer z.B.) und allgemeine Verhaltensforschungsgeschichten. Letzten Endes macht Verhalten immer nur im Kontext Sinn und bestimmte Verhaltensweisen ergeben dann plötzlich viel mehr Sinn, wenn man einen übergeordneten Kontext sehen kann
Ganz generell:
Solltest du ein mieses Bauchgefühl bei einer Situation haben- unterbrich´sie.
Meistens verkopft man sowas viel zu sehr und überlegt viel zu lange herum, obwohl man rein intuitiv schon ganz richtig liegt.
Im Nachhinein kann man immer nochmal kurz überlegen, ob ein Eingreifen wirklich notwendig war oder die Hunde wieder ins Spiel zurück schicken, das ist ja nicht das Problem.
Lieber einmal zu viel ausbremsen oder Situationen unterbrechen als zu viel zu überlegen unsicher zu werden und dann erst recht unüberlegt handeln, wenn es doch kritisch werden sollte
Was das Rüpel-Spielverhalten einiger Rassen betrifft:
Man mag es kaum glauben, aber auch Rüpeln kann man beibringen, dass sie sich zu benehmen haben.
Wer rempelt und andere über den Haufen rennt wird aus dem Spiel genommen und fertig, wenn der Spielpartner damit nicht klar kommt.
Hunde sind hochgradig flexibel und intelligent. Die wissen ganz genau wen sie da vor sich haben und können ihr Verhalten anpassen- schaffen sie das nicht von sich aus spricht absolut nichts dagegen sie zu bremsen.
Mit passenden und ähnlich ausgerichteten Spielpartnern können sie sich dann ja nach Herzenslust gegenseitig über die Wiese ballern.