Hallo herzlich willkommen hier im Forum ☺
Ehrlich gesagt, würde ich von der Kombination abraten. Der Kater war jahrelang in Einzelhaltung und ist vermutlich schon als Kitten nicht ausreichend sozialisiert worden. Eine Kätzin unter einem Jahr ist nicht nur zu jung, sondern ihm auch körperlich total unterlegen und noch dazu ist sie als Neuzugang der Eindringling und er der Revierinhaber.
Abgesehen davon, der Altersunterschied ist eigentlich schon zu groß. Unter einem Jahr gehören Katzen noch zu den Kitten und selbst 3-4 Jahre alte Katzen können nicht mehr mit dem Spieltrieb eines Kitten mithalten.
Wie alt war der Kater als er von der Katzenmutter getrennt worden ist? Vermutlich hat er weder Erziehung durch die Katzenmutter bekommen, was viele Menschen oft als verstoßen missdeuten noch die Katzensprache und den richtigen Umgang miteinander gelernt? Oder war er schon älter, manche Kätzinnen verstoßen in der Tat, aus einem Urinstinkt heraus ihren männlichen Nachwuchs nach einiger Zeit, in der Natur dient dieses Verhalten dazu, Inzucht zu vermeiden, allerdings erst mit mehreren Monaten.
Aber egal wann er getrennt wurde, je früher es war, desto schwieriger wird die Zusammenführung und desto länger wird sie dauern und egal, welche Katze dazukommt, es sollte aufgrund der jahrelangen Einzelhaltung auf jeden Fall eine langsame Zusammenführung sein. Also der Neuzugang bekommt erstmal ein eigenes Zimmer und darf in Ruhe ankommen, nach einiger Zeit setzt ihr dann eine Gittertür ein, damit sie sich riechen und sehen können, aber immer nur geschützten Kontakt zueinander haben. Dann braucht es viel Geduld, es sollten viel positive Sachen in der Nähe der Gittertür stattfinden, möglichst zeitgleich damit die Katzen eine positive Verknüpfung zur Anwesenheit der anderen Katze bekommen. Ich würde dann auch die Katzenklos, Decken und Spielzeug immer wieder mal austauschen. Auch Clickertraining könnte da sehr hilfreich sein, einfach gleichzeitig mit ihnen clickern und sich langsam der Gittertür nähern. Erst wenn beide Katzen ganz entspannt bleiben auch wenn sie beide unmittelbar an der Gittertür sind, dann lässt man sie zusammen.
Aufgrund der schlechten Sozialisierung und des unterschiedlichen Spiel- und Sozialverhaltens Kater und Kätzin, würde ich von einer Kätzin egal welchen Alters eher abraten. Die meisten Kater wollen nach Katerart raufen und balgen und sind im Umgang miteinander deutlich ruppiger und körperbetonter als die meisten Kätzinnen. Diese raufen und balgen meist nur in den ersten Wochen mit ihren Geschwistern und stehen danach gar nicht mehr auf solche Balgereien und bevorzugen eher Jagdspiele, aber es gibt auch zurückhaltende Kater und weibliche Raufbolde. Am wichtigsten ist immer, dass die Tiere vom Wesen, Charakter und Temperament einander möglichst ähnlich sind.
Ich würde zu einem bestens sozialisierten Kater raten, also ein Kater der gut mit anderen Katzen kann und stets in Gesellschaft anderer Katzen gelebt hat, im Alter von 3-6 Jahren raten, der nicht dominant ist aber selbstbewusst genug sich zu behaupten und der eurem Kater vom Wesen, Charakter und Temperament möglichst ähnlich ist. Damit würdet ihr meines Wissens nach die Chancen, dass es mit der Vergesellschaftung klappt, deutlich erhöhen. Natürlich müssen beide Katzen bereits kastriert sein.
Deiner Sorge er könnte weglaufen, entnehme ich, dass es sich um einen Freigänger handelt, dass macht die Zusammenführung meist noch schwieriger, weil die oft ihr Revier heftiger verteidigen und/oder auch der Zusammenführung dann gerne nach draußen ausweichen. Bei einem Freigänger kommt dann ein Kitten erst recht nicht in Frage, ein Freigänger noch dazu schon 5 Jahre alt ist kein adäquater Spielkamerad für ein Kitten. Die meisten Freigänger leben sich draußen aus und wollen daheim eher ihre Ruhe haben und wollen dann nicht stundenlang noch mit einem Kitten spielen und sind dann eher genervt und von dem Spieltrieb einer so jungen Katze überfordert.