Schweinemama hat ja schon einige Kräuter aufgezählt, die du am Besten frisch - getrocknet geht aber auch - anbieten kannst zum Fressen.
Würgt sie denn? Oder hustet sie auch? Oder sabbert sie einfach nur?
Wenn sie einen wunden Hals hat, dann müsste sie - meiner Meinung nach - auch noch andere Symptome zeigen, wie eben Husten, Würgen etc. Ich hatte das auch schon bei zwei Schweinchen, das war quasi wie eine Mandelentzündung bei uns. Geschwollene Halslymphknoten, Husten, eher krächziges Quietschen usw. Mit AB, Kräuterfutter, Kräutertee zum Trinken/Nachspülen, Wärmelampe bzw. Wärmekissen (Kirschkernkissen aus der Mikrowelle in ein Handtuch gewickelt und so angeboten, dass das Schweinchen sich aussuchen kann, ob es da dran/drauf liegen will) war das in ein paar Tagen vorbei.
Ich bin mir bei euch einfach nicht sicher, ob da nicht doch irgendwo noch ein "mechanisches" Problem besteht. Zähne sind ja alle nun so wie sie sein sollen, gebrochen/übermäßig verrenkt ist auch nichts...bleibt halt die Frage, ob nicht doch iwo im Halsbereich ein Abszess sein Unwesen treibt oder sich iwelche Bänder/Sehnen im Kieferbereich nachhaltig entzündet haben.
Sabbert sie denn richtig viel? Also ist sie dauerhaft im Maulbereich klatschnass? Oder fängt sie nur beim Fressen nach einer Weile an zu sabbern und es läuft dann so eine Mischung aus Sabber und Futter aus dem Mäulchen?
Ich weiß, wie schwer die Situation ist und dein Mariechen kann froh sein, dass sie dich hat!
Atme mal ganz tief durch, biete ihr wirklich mal nur Futter zum Selbernehmen an (lass das Päppeln wirklich mal für ein paar Stunden sein) - Brei aus einer Schüssel, geraspeltes Gemüse, Gras/Kräuter von der Wiese - und beobachte sie so gut und lange wie möglich (vielleicht jetzt am Wochenende, wenn du zuhause bist und Zeit hast). Manchmal braucht es auch ein bisschen Zurückziehen von Menschenseite um beim Schweinchen was "in Gang" zu setzen. Du kannst sie schließlich nicht dauerhaft päppeln.
Wenn du dann siehst, dass sie will aber nicht kann, musst du entscheiden wie viel du ihr an Diagnosesuche und Ursachensuche noch zumuten kannst und willst.
Alles andere ist auch ein rein subjektives Abwägen, das leider ganz alleine bei dir liegt und dass einfach nur schrecklich ist. Mir hilft immer der Gedanke, dass zwar "ein paar Wochen" für uns nicht lange sind, für ein Schweinchen, aber doch ein beträchtlicher Teil des Lebens. Somit versuche ich immer so abzuwägen, dass ich berücksichtige, dass ein Leben zwischen Medikamenten, TA-Besuchen, Päppelorgien und mehr oder weniger getrennt von der Gruppe kein Dauerzustand sein sollte und dem Tier damit nur geholfen ist, wenn man wirklich auf das Ziel hinarbeitet, dass es wieder vollumfänglich ein normales Schweineleben führen kann.
Als Beispiele - mein Kastrat Elvis (RIP) hat durch eine blöde Entzündung erst zwei Zehen, dann das ganze Bein amputiert bekommen. Er war zu diesem Zeitpunkt ca. 3 Jahre alt, bei bester Gesundheit und Gruppenchef in meinem Mehrkastratenharem. Wir haben uns ca. 8-9 Wochen durch TA-Besuche, Päppeln, Schmerzen und alles gekämpft mit dem Ergebnis, dass er noch fast 2 Jahre ohne weitere Beeinträchtigung in der Gruppe leben konnte, als alles verheilt war.
Mein Ömchen Chava (RIP) hat einen Tumor im Bauchbereich entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt war sie ca. 7 Jahre alt. Zwar noch ganz fit, aber eben ein Ömchen. Narkoserisiko war enorm hoch, da zudem ihre Leberwerte recht hoch waren. Ich hätte mich auch mit ihr durch OPs, Päppeln und Schmerzen kämpfen können. Und ja vielleicht hätte sie das alles überstanden und wäre ohne Tumor dann noch 9 Jahre alt geworden. Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil sie alleine durch ihr Alter schon eine schlechte Prognose für die OP hatte und nicht klar war, ob und wie der Tumor gestreut hat. Ich habe sie dann quasi "palliativ" begleitet, sie bekam täglich Schmerzmittel, immer zwei Extraportionen Futter (wozu sie freiwillig in eine Transportkiste lief, die dann im Gehege stehen blieb) und ist nach 4 Monaten im Kreise ihrer Mitschweinchen einfach eines Morgens nicht mehr aufgewacht. Wäre es ihr massiv schlecht gegangen, hätte ich sie natürlich einschläfern lassen.
Das sind jetzt keine Zahnbeispiele, aber vielleicht weißt du trotzdem auf was ich hinaus will. Man muss einfach in sich hinein hören, das Schweinchen als Individuum mit all seinen Problemen im Blick haben und dann aus Schweinesicht abwägen, was Sinn macht und was nicht. Das ist nicht leicht und auch nach inzwischen über 20 Jahren Schweinchenhaltung stoße ich dabei immer wieder an meine emotionalen Grenzen, aber ich weiß, dass man als verantwortungsbewusster Schweinchenhalter, in der Regel rational sehr wohl weiß, was wohl richtig ist, auch wenn man es emotional anders sieht.