Hallo!
Ich hab mit Interesse alles mal durchgelesen und mir fiel gleich zu Anfang zweierlei auf: Mir kam der Gedanke, dass Dein Hund möglicherweise Schmerzen im unteren Rücken haben könnte. Das habe ich bei dem 8 Jahre alten Hovawartrüden eines Freundes beobachtet: Als der älter wurde, kleckste er auch seine Häufchen auf eine größere Strecke, das spricht am ehesten dafür, dass er den Rücken nicht gern stark krümmt. Bei einem großen, schweren Hund von 7 Jahren kann es schon sein, dass Gelenke arthrotisch sind o.ä., und Euer Tierarzt hat ja auch bestätigt, dass der Hund wohl Verhärtungen oder Verspannungen hat.
Das Zweite: Der Hund scheint sein Futter nicht richtig verwerten zu können. Du hast ja selbst schon den Verdacht geäußert, dass das am zu hohen Getreideanteil liegen könnte. Fast alle Trockenfuttersorten haben zuviel Getreide, und ins Nassfutter tun die Hersteller auch viel zuviel davon, weil sie so am Fleischanteil sparen können. (Unterstelle ich mal.)
Ich kann mich den Empfehlungen vieler anderer hier nur anschließen: Versuche es mit Rohfleischfütterung! Erstens kann der Hund als Fleischfresser hier das Futter sehr viel besser verwerten, die Kotmenge wird zwangsläufig deutlich geringer, und obendrein profitieren die Gelenke davon, der Hund wird sich möglicherweise nach einiger Zeit wieder besser bewegen können!
Du musst Dir keine Sorgen machen, dass Du nicht ausgewogen füttern könntest, und man muss nicht jeden Tag eine andere Gemüsesorte füttern. Ich mach es so, dass es an sechs Tagen Fleisch gibt mit irgendeinem Gemüse oder Obst dazu, das ich gerade im Haus habe. Ich püriere das rohe Gemüse, oder man müsste es kurz kochen, denn in groben Stücken können Hunde sowas wie Möhren, Rote Beete, Broccoli etc. nicht verdauen. (Als Fleischfresser fressen sie ja quasi immer das "vorverdaute" Gemüse ihrer Beutetiere!) Eine gute Möglichkeit sind tatsächlich Gemüseflocken. Aber achte drauf, dass Du
keine Getreideflocken zum Fleisch gibst! Getreide braucht im Darm viel länger, um halbewegs verdaut zu werden, als Fleisch, das Mischen von rohem Fleisch und Getreide führt daher fast immer zu Blähungen, Durchfällen und ähnlichem.
Gib also reine Gemüseflocken (die bekommst Du z.B. bei Lunderland) zum Fleisch, und auch immer etwas Joghurt, Quark oder Hüttenkäse. Ein Esslöffel gutes Pflanzenöl, etwas Kräuter (bekommst Du auch als Kräutermischung) - und Du muss Dir keine Gedanken machen, dass der Hund nicht hochwertig ernährt sei.
Natürlich kannst Du eine Gemüsesorte zuende füttern, bis sie verbraucht ist, und dann eine andere geben. Das Gemüse soll einem ja nicht schlecht werden! Wir Menschen essen ja auch nicht jeden Tag etwas anderes, in der Summe über die Wochen ist es dann trotzdem ausgewogen. Gib mal einen geriebenen Apfel, eine gestampfte Banane oder anderes Obst mit ins Futter, und Dein Hund bekommt auch genügend Vitamine.
Du kannst entweder sechs Tage Fleisch mit Gemüse und Joghurt etc. geben und einen Tag dann ein bekömmliches Getreide (z.B. Reis) mit Gemüse und Joghurt oder Quark. Ohne Fleisch. Völlig in Ordnung ist auch, fünf Tage Fleisch mit Gemüse zu geben, einen Tag Getreide/Reis und Gemüse und dann einen Fastentag einzulegen.
Du wirst merken: Das Volumen der benötigten Futtermenge ist schon mal geringer, weil der Hund bei rohem Fleisch wirklich alles verwerten kann ( gekochtes schon nicht mehr gar so gut! - und alle Dosen- und Trockenfutter enthalten gekochtes Fleisch!) - und die Kotmenge wird dann zwangsläufig auch geringer. - Außerdem macht es Spaß, dem Hund täglich etwas Gutes zu mischen, mal ein Ei dazu, mal etwas Fisch, wenn der Hund das mag, mal dieses, mal jenes Gemüse...
Auch ich dachte früher, das sei alles ja sehr mühsam, und war unsicher, ob der Hund dann auch alles bekommt, was er braucht. (Die Futtermittelindustrie erzählt uns immer,
nur bei Fertigfutter bekäme der Hund garantiert alles Lebensnotwendige! :x ) Aber man gewöhnt sich rasch. Falls mal kein frisches Gemüse da ist, habe ich Gemüseflocken im Haus, und wenn ich mal vergesse, das Fleisch aus dem Tiefkühler zu holen, gibt es halt einen Tag kein Fleisch, sondern andere eiweißhaltige Sachen wie Quark und Ei mit Gemüse und Kartoffeln o.ä. Man wächst da rein.
Die Mengen musst Du herausfinden. Da Hunde rohes Fleisch besser auswerten, brauchst Du wahrscheinlich höchstens 300-400 g Fleisch pro Tag plus etwas Gemüse, Distelöl und so. Dadurch ist diese Fütterungsweise nicht mal teurer als beispielsweise mit Dosenfutter! Sicherlich teurer als bei den meisten Trockenfuttersorten, aber wie gesagt: Damit tust Du Deinem Hund keinen Gefallen.
Er wird von den Gelenken her profitieren und Du hinsichtlich der Häufchen.

Allerdings muss der Hund sich an das neue Futter gewöhnen (es sind unterschiedliche Prozesse im Darm erforderlich, der Darm muss quasi ersmtal "lernen" rohes Fleisch zu verdauen), ähnlich wie wenn wir Menschen uns auf Vollwertkost umstellen. Trotzdem nie Fleisch mit Fertigfutter mischen (wegen dem Getreideanteil), sondern einfach mit leicht verdaulichem Fleisch anfangen, z.B. Geflügel. Zwei, drei Tage kannst Du das erstmal gekocht geben, dann roh. Danach dann Rindfleisch usw.
Bei Geflügel kannst Du in rohem Zustand auch die Knochen füttern. In gekochtem Zustand niemals, denn Geflügelknochen splittern und haben dann scharfe Spitzen. Vorteilhaft bei Hunden, die zu Durchfällen neigen, ist, dass man ab und zu Knochen geben kann. Rohe Rinderknochen, Sandknochen. Nicht zuviel (das führt zu Verstopfung) und nicht jeden Tag, aber hin und wieder. Da tut Dein Hund dann auch gleich was für die Zähne! Überhaupt brauchts Du kein gewolftes Fleisch füttern, man kann auch ganze Stücke geben (am besten draußen, wenn man einen Garten hat), dann gibt man das Gemüse mit dem Quark halt extra.
Versuch es mal. Und gern immer fragen!!!
Liebe Grüße
Annika