Wenn das die Katze eines Bauern ist ist sie aber sicher auch Freigängerin? Dann wird sie sich sicher mit Mäusen, Vögeln und Insekten "selber barfen", und das ist ja eh das optimalste ... und die Mängel durch das Billigfutter werden so ausgeglichen.
Stimmt! Daran hatte ich in dem Moment gar nicht gedacht! Seh nur immer die billigen, mit Farbstoffen aufgepeppten Brekkies da rumstehen, aber dass die Katze sich sicherlich weit besser ernährt hat in ihrem Leben... -natürlich!
Auch Simbas Erfahrung kann ich bestätigen (besonders gut sieht man das übrigens bei den Hunden): Hochwertiges Futter wird viel besser ausgewertet, da braucht man nicht dieselbe Menge, wie von einem billigen Fertigfutter. Gerade Katzen haben kaum was von all dem zugesetzten Getreide und Gemüse im Futter.
Nehmen wir als Beispiel mal eine Dose "Felix" (bekommt man bei uns sogar in Supermärkten, dürfte also eine häufig verkaufte Sorte sein):
Zusammensetzung:
Truthahn und Huhn in Tomatengelee:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (jew. min. 4% Truthahn und Huhn), Fisch und Fischnebenerzeugnisse, Gemüse (min. 4% Tomaten in Gelee), pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Zucker.
Bei dem Fisch ist nicht mal eine Menge angegeben, dürfe also kaum die "min. 4%"-Marge erreichen. Folglich bekommt die Katze hier bei einer 400 g Dose 32 g Fleisch und ein bisschen Fisch. Wieviel sie von dem Gemüse zu verwerten vermag, kann ich kaum sagen, von den "pflanzlichen Nebenerzeugnissen" (was mag das sein? Getreidereste, Kartoffelschalen, Stärke im besten Fall) hat sie im Grunde nichts, würde ich sagen.
Jetzt ein teures Trockenfutter, nämlich Royal Canin Indoor (nur als Beispiel, Quelle ebenfalls zooplus):
Zusammensetzung:
Geflügelmehl, Reis, Mais, Maisglutenfutter, Erbsenkleie, Geflügelfett, Geflügelleber, Geflügelproteine (dehydriert)*, Mineralstoffe, Pflanzenöl, Zuckerrübentrockenschnitzel, Fructo-Oligosaccharide, Hefe, Fischöl, Spurenelemente, DL-Methionin, Natriumpolyphosphat, Taurin, Polyphenole (aus grünem Tee und Trauben, LCarnitin, Vitamine.
Schon an zweiter bis fünfter Stelle (mengenmäßig also nach dem Geflügelmehl) stehen Reis, Mais, Maisgluten, Erbsenkleie. Was meint Ihr, kann die Katze als Carnivore (Fleischfresser) hiervon verwerten? Mengenangaben fand ich keine, der Hersteller sagt nicht mal, wieviel Geflügelmehl nun im Futter ist! Aber man zahlt (je nach Größe des Sacks) zwischen 9,50 und 5,50 pro kg.
Mein Fazit: Eine Fütterung aus Rohfleisch ist sicher nicht teurer! 100 g Hühnchenfleisch kosten vielleicht 30 Cent, aber die Katze ist satt und gut versorgt. Bei meiner Hundefutterquelle kriege ich 1 kg Hühnchenhälse (also mit Knochen und Knorpeln - für die Zähnchen!) für 1,70 Euro. 17 Cent für 100 Gramm gutes Futter. Bei "Felix in Gelee": 65 Cent pro 400 g-Dose = 65 Cent für 32 g Fleisch = *rechnerechne* 96 Cent für 100 g Fleisch.
Klar, das ist jetzt etwas grob gerechnet, die Vitamine, Fischöle etc. hab ich unterschlagen. Aber so als Richtwert ist die Rechnung schon überraschend, stimmt's? Da sag noch einer, hochwertiges Futter sei zu teuer!
