@Childsheart:
Im Normalfall kann man leider gegen Tumore nichts machen. Wir haben unsere Tierärztin gefragt, und die meinte, dass die Tumore, wenn man sie denn sieht, bereits so groß sind, dass sie in der Regel schon gestreut haben. Und ob der Tumor gutartig oder bösartig ist, erkennt man erst während der OP - aber da kommt dann noch das nicht unerhebliche Narkoserisiko hinzu und die Frage, ob man den Tumor überhaupt komplett ´rausoperieren kann. Daher wagen sich nur die allerwenigsten Tierärzte überhaupt an Tumor-OPs bei Farbmäusen (im Gegensatz zu Ratten, wo die Chancen oft gar nicht so schlecht stehen...)
Wie lange eine Maus noch mit dem Tumor leben kann, hängt von der Tumorart ab.
Bei unserer Fanny ging es sehr schnell - erst entdeckten wir einen Knubbel unter dem Kinn, zwei Tage später waren es schon zwei Knubbel, wieder zwei Tage später bekam sie Knubbel an den Seiten, und es wurden quasi täglich mehr Knubbel. Als wir merkten, dass sie Mühe mit dem Atmen bekam, haben wir sie erlösen lassen - bei ihr waren es ca. 2-3 Wochen von der Entdeckung des ersten Tumors bis zum Einschläfern. Wir hatten aber auch schon Tumormäuschen (unsere Melli z. B., oder unser Julchen), da haben wir den Tumor entdeckt, der aber dann nur einer blieb und der dann zum Glück auch recht langsam wuchs. Bei Melli entdeckten wir den Tumor im Dezember 06 (da war sie 14 Monate alt), und Mitte Februar (wenn ich´s recht erinnere), haben wir sie dann einschläfern lassen, weil der Tumor aufzuplatzen drohte. Bei Julchen entdeckten wir den Tumor Ende April 07, und sie haben wir Mitte Juli einschläfern lassen, weil der Tumor so groß war, dass er über den Boden scheuerte, auch wenn die Maus an sich noch ganz quirlig war und auch noch prima klettern konnte. Aber wir wollten nicht mit ansehen, wie sie sich den Tumor aufscheuert und dann noch eine Entzündung etc. dazukommt. Julchen war ein knappes Jahr alt.
Normalerweise wartet man bei Tumormäusen nicht, bis sie von allein sterben, das wäre ein qualvoller Tod (Tumor platzt auf oder Maus erstickt...), sondern man muss die Maus halt gut beobachten, und wenn man merkt, es geht ihr schlechter, dann muss man sie erlösen lassen...
Unsere "Oma" Cini war eine "versteckte" Tumormaus - sie ist fast zwei Jahre alt geworden. Ca. 1-2 Wochen, bevor wir sie haben einschläfern lassen, entdeckten wir auf ihrer Haut kleine Krusten und dachten erst, es hätte sie jemand gezwickt, bzw. es wären evtl. Milben. Die Krusten gingen aber nicht weg, und so sind wir mit ihr zur Tierärztin gegangen. Die diagnostizierte dann Tumore, die im Körper wuchsen, und nicht nach außen - und die dann an den krustigen Stellen durch die Haut brachen.... Dass das für die Maus eine große Qual sein musste, ist klar - also haben wir sie auch direkt erlösen lassen...
*seufz*
Jetzt erzähle ich schon wieder so viele traurige Geschichten... Dabei gibt es auch so viele schöne Geschichten zu erzählen... von zutraulichen Mäusen, die am Käfiggitter Spalier stehen, wenn man kommt, und eifrig über den Arm in den Nacken krabbeln... Oder von Mäuschen, die zu mehreren übereinandergestapelt noch in der kleinsten Kokosnuss Platz finden... oder von unserem weißen Kastraten, der unsere zuletzt verstorbene Maus Stoner noch geputzt hat, als sie längst friedlich eingeschlafen und über die Regenbogenbrücke gegangen war... Die Tierchen geben einem auch so viel Freude, und es ist immer wieder schön, wenn man vor dem Käfig steht und beobachtet, wie sie munter umherhüpfen, wie sie sich ein Leckerchen von der Hand holen, wie sie miteinander spielen....
LG, seven