Hi!
Ende Mai hatte meine Grosse leider auch eine Magendrehung. Und das, obwohl ich grade aufgrund der Rasse (Dobermann) besonders vorsichtig war, von Anfang an. Hintergrund: Am Vortag war ich nachmittags ausser Haus und meine Hündin muss ins Bad "eingebrochen" sein, in dem auch der Futtersack steht. Dort hat sie sich dann reichlich bedient.
Am nächsten Morgen vor dem Morgengassi (sie hat vorher wohlgemerkt nicht getobt und keine Beschwerden gehabt) begann sie sich seltsam zu verhalten, schluckte permanent und fühlte sich unwohl. Den folgenden Gassigang brach ich nach wenigen Minuten ab, da sie nur Grass mampfte und ab und an trocken würgte. Wieder Zuhause klopfte ich in dunkler Vorahnung die Magengegend ab, hörte Gas und raste daraufhin mit ihr in die Klinik.
Danach ging alles sehr schnell. Noch beim Warten in der Klinik (es war Feiertag) begann sie merklich aufzugasen.
Dann der Röntgenbefund: Magen hochgradig aufgegast, war grade dabei, sich zu drehen. Gas abgelassen, sofort OP. Wir hatten wahnsinnig Glück: Alles Gewebe sah noch gut aus, keine Nekrosen. Der Magen wurde nach dem Ausräumen gleich fixiert.
Während der OP blutete sie zwar recht stark (nachfolgende Tests ergaben jedoch keine Gerinnungsstörung) und sie wurde mehrmals bradykard (Herzschlag wurde langsam). Aber sie hat's geschafft. Die Phase nach der OP war auch unschön, sie reagierte auf die Barbiturate in der Narkose und heulte eine Dreiviertelstunde die ganze Station zusammen, dann war ihre Körpertemperatur stark abgefallen und es dauerte etliche Stunden, bis wir die wieder hoch hatten. Herzschlag wurde zwischendrin noch drei oder viermal zu langsam, so dass sie Spritzen bekommen musste. Ich war die ganze Zeit bei ihr, von mittags nach der OP bis abends um 11, als ich sie ausnahmsweise wieder mit heinehmen durfte (sie kann Zwinger nicht ertragen und dreht darin durch, und da ich Tiermedizin studiert hatte, konnte ich die Infusionen und die Nachsorge auch Zuhause machen, zumal die Klinik nur 10min. mit dem Auto von mir entfernt war).
Fazit: Man kann noch so vorsichtig sein, es kann immer passieren. In unserem Fall war noch Futter vom Vorabend im Magen, es war nicht getobt worden, also eigentlich absolut untypisch. Wichtig ist, dass man die Symptome einer Magendrehung genau kennt, da im Falle eines Falles wirklich jede Minute zählt. Auch eine Fixierung des Magens mittels annähen, schafft keine Sicherheit, ob der Magen auch angewachsen ist, muss später per Ultraschall nachgeprüft werden.
So eine Erfahrung wünsche ich auf jedem Fall keiner Hundemama und keinem Hundepapa.