Hallo,
fini hat vollkommen Recht mit dem was sie schreibt.
Dass dein Hund scheinbar ein schlechtes Gewissen hat, liegt daran, dass du frustriert bist und die entsprechenden Signale aussendest. Die sind dir wahrscheinlich gar nicht bewusst, aber dein Hund mit seinem sensiblen Gespürr merkt sofort, was Sache ist. Oder aber er hat gelernt, Frauchen kommt heim...erstmal dicke Luft. Er bringt das aber nicht mit seiner Zerstörung in Verbindung.
Und wenn ihr den Hund an den "Tatort" führt und ihm "zeigt", was er da getan hat, dann bestimmt nicht so nebenbei und freundlich gestimmt. Logisch das er da dann entsprechend "schuldbewusst" reagiert. (Das sind nichts anderes als Beschwichtigungssignale, da er euren Ärger merkt).
Diese Zerstörungswut ist eine Übersprungshandlung, meist hervorgerufen durch Trennungsangst. Ein anderer Grund könnte natürlich auch pure Langeweile verbunden mit Triebstau sein.
Oft haben solche Hunde die wegen Trennungsangst so reagieren eine extrem starke Bindung zum Besitzer, und ihr seelisches Gleichgewicht ist gestört, wenn dieser dann plötzlich weg geht...ohne ihn.
Sollte es sich bei deinem Hund um Trennungsangst handeln, so sollte er lernen auch in deiner Anwesenheit dir nicht auf Schritt und Tritt zu folgen. Etwas mehr abnabeln, wäre da angebracht, auch wenn es mal wieder unmenschlich erscheinen mag. Diese Trennungsangst entsteht nämlich aus übermäßiger Zuwendung, die dann auf einmal durch weggehen des Besitzers schlagartig weg ist.
Ein homöopathisches Mittel könnte unterstützend wirken.
Auch der sogenannte D.A.P - Spray könnte die Stimulanz deines Hundes positiv beeinflussen.
Sollte wirklich Langeweile der Grund sein:
Wie Helga schon weiter oben gepostet hat, sollte der Hund müde bzw. ausgelastet sein, wenn man ihn dann alleine lassen muss. Desweiteren kann man ihm Kauartikel geben, mit denen er zumindestest eine zeitlang beschäftigt ist.
Auch ist es sinnvoll, den Hund in einen Raum zu sperren, somit kann er nicht in der ganzen Wohnung seiner "Wut" nachkommen.
Aber...generell
... wäre es auf jeden Fall gut, den Hund an einen bestimmten Platz in der Wohnung zu gewöhnen. Man sollte also mehrmals täglich für einige Minuten das liegen bleiben auf dem zugedachten Liegeplatz üben. Das kann eine Decke oder ein Korb sein. Diesen kann man mit Leckerle schmackhaft machen. Am Anfang entfernt man sich mit Kommando "bleib" nur für kurze Zeit, bleibt aber selbst noch im Zimmer. Später erweitert man es auf den Nebenraum und verschwindet 2 - 3 Minuten...Kommt man zurück und der Hund liegt noch brav an seinem Platz wird ausgiebig gelobt/belohnt.
Möchte er aufstehen, sofort Kommando "Nein", läuft er dir entgegen..den Hund zurück bringen. Klappt das dann soweit gut, kann man dann versuchen die Tür des Raumes für kurze Zeit zu schliessen.
Bleibt er brav an Ort und Stelle...wieder loben. usw. (Langsames Üben ist absolut wichtig...wenige Minuten am Anfang und die Intervalle auch nicht zu schnell steigern. Der Hund wird jedesmal von seinem Platz abgeholt und belohnt! Irgendwann verschwindet man ganz aus der Wohung...nur für wenige Minuten...usw.
Dieses Procedere erfordert viel Geduld, aber so habe ich es schon einigen Leuten empfohlen...es hat geklappt.
Als letzter Ausweg bliebe eine geräumige Hundebox, manche verweisen auf einen Maulkorb. (Dafür könnte er dann anfangen seine Krallen zu benutzen, daher halte ich vom Maulkorb nichts.) Aber....ich meine dass sollte nur im absoluten Ausnahmefall in Erwägung gezogen werden. Und stundenlang in einer Box sperren...dass ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung.
Gruss
Bettina