Nils war fünf oder sechs mal in der Welpenspielstunde. Er hatte vorher Angst vor anderen Hunden, kannte ja keine anderen Rassen. Diese Unsicherheit hat sich mit der Welpenspielstunde gelegt, aber nachdem er dort gebissen wurde, ging ich. Es war keine gut geführte Gruppe, das wurde mir später klar. Die Altersunterschiede waren zu groß, es wurde gemobbt, nicht eingegriffen und die Babies überfordert :eusa_doh: Der Hund wurde in dieser Huschu nicht verstanden, der Mensch nicht angeleitet. Bei der einfachen Frage: Wie gewöhne ich ihm das Ziehen ab? scheiterte man.
Es war das beste, Nils aus der Gruppe zu nehmen, auch wenn ihm der Sozialkontakt sehr gut getan hat. Seither hat er nur noch Kontakt zu Hunden auf der Straße und auf Auslaufplätzen, was super funktioniert. Er mag Hunde und versteht sich gut mit ihnen, passt sich an, hat viel gelernt.
Eigentlich wollte ich ja weiter in die Huschu, aber leider fand ich in der Umgebung keine passende. Stachel, Würger, Einzeltraining (letzteres kann ich auch ZUhause)...
Einmal waren wir mit Nils beim Training der Boxer :shock: Die Methoden widersprachen in jedem Punkt meiner Ansichten. Auf dem Platz straff an kurzer Leine, Leinenruck, Stachel, verbale Aussetzer (anschreien) und dann draußen :eusa_think: Wir liefen an zweien vorbei, die beim Anblick von Nils (damals noch Welpe) vollends ausflippten, knurrten, bellten und kaum zu bändigen waren. Nein, das würde ich Nils nicht antun :evil:
Auf einem anderen Platz: Hunde im Auto, einzeln auf den Platz, Übungen, die ich für mich auf der Wiese, an der Straße (einfach überall mache), aber ohne jegliche Ablenkung - dann wieder zack ins Auto.
Nein, das widerstrebte mir persönlich. Kaufte mir Bücher, sprach mit Hundehaltern, besuchte Foren, beobachtete Hunde - und bildete mir meine eigene Meinung.
Ja, Nils ist ein großer Hund (63 cm hoch und im Moment 23 kg leicht, später wohl etwa 35 kg). Das bedeutet Verantwortung für mich, ICH muss ihn unter Kontrolle haben. Dennoch, ich habe seine Erziehung selbst in die Hand genommen und bin zufrieden!
Es muss eine gute Hundeschule sein! Mit kompetenten Trainern! Die zu finden ist nicht immer leicht und zumindest mir ist es nicht geglückt. Trotzdem arbeite ich jeden Tag an mir, in jedem Augenblick, denn nur auf dem Hundeplatz an der Erziehung zu feilen, reicht bei weitem nicht aus. Klar, ein Trainer kann einem Tipps geben, einen unterstützen, aber die "Arbeit" muss ich selber machen.