- Farbratten in Zoohandlung kaufen? Beitrag #101
Chipi
- Beiträge
- 24.601
- Punkte Reaktionen
- 1
Naja, als tierschutzorientiertes Forum sehen wir es eben schon als nicht akzeptabel, Ratten aus Zooläden oder von Vermehrern zu holen, genau wie wir es - unabhängig davon, ob jemand vegan/vegetarisch/etc. leben will - nicht akzeptabel finden, daß eben Tiere gequält werden.
Hm, warum meinst du, daß ein Veganer/Tierrechtler/etc. nicht unterschreiben würde, daß man als 'Fleischfresser' zumindest kein Fleisch aus tierquälerischer Massentierhaltung beziehen sollte? :eusa_think: Das ist doch eigentlich aus Tierschutzsicht ein Minimalkonsens... der wird einem Veganer oder Tierrechtler nicht weit genug gehen, ohne Frage. Aber im Umkehrschluß kann ich, weil man niemanden zu veganer Lebensweise bekehren will, nicht sagen, Massentierhaltung etc. wären in Ordnung.
Natürlich kann im Grunde jeder denken und machen, was er will - aber ich persönlich hätte ein Problem damit zu sagen, 'lass sie mal machen', nur weil ich niemanden 'bekehren' will. Aber in allem darauf zu warten, bis bei jedem von selber der Groschen fällt... da würde wohl recht wenig passieren, egal in welcher Hinsicht :102:

Die Frage ist aber, was man draus macht - wenn derjenige irgendwann weitere Ratten holen will, erwarte ich (ja, durchaus: eine Gegenleistung für erbrachte Beratung) nach eingehender Aufklärung, daß er die neuen Ratten nicht mehr aus dem Zooladen holt. Falls er es doch tut, kann ich's nicht ändern, aber ich muß dann nicht mehr begeistert davon sein. Und wenn derjenige sich dann z.B. Milben einschleppt kann es auch passieren, daß ich weniger auskunftsfreudig bin als bei jemandem, dessen Wohnungräumungsratten dieselben Milben mitgebracht haben, denn derjenige ist dann ein kalkulierbares Risiko bewusst eingegangen, damit muß er dann auch leben.
Wenn man zum Züchter oder ins TH oder in eine Pflegestelle fahren muß, vielleicht noch Fragen zur Haltung beantworten etc. wird's einfach aufwändiger, aber im Gegensatz zu einem Brot (dem es wohl recht egal ist, wo es liegt
) ist es für ein Tier eben maßgeblich, wie es gehalten wird, und wie man es wertschätzt.
Last but not least: da haben wir uns glaube ich missverstanden:
Daß das utopisch ist - keine Frage. Leider. Das liegt aber eben auch daran, daß immer noch viel zu viele Menschen sich ohne sich gründlich darüber Gedanken gemacht zu haben Tiere anschaffen wollen - und dann wird eben die Ratz aus dem Zooladen gekauft und der Welpe aus dem Kofferraum an der Autobahnraststätte. Schlußendlich ist es immer die Nachfrage, die das Angebot bestimmt, es gibt keine mächtigere Marktkontrolle als die Nachfrage, kein Gesetz, keine Rechtsnorm kann so effektiv sein.
Ich sehe das so, du siehst das soEine Veganer, Vegetarier, Tierrechtler, usw. würde diese Aussage nicht so unterschreiben. Das meinte ich damit: -> Lebensphilosophie, Lebenseinstellung.
Hm, warum meinst du, daß ein Veganer/Tierrechtler/etc. nicht unterschreiben würde, daß man als 'Fleischfresser' zumindest kein Fleisch aus tierquälerischer Massentierhaltung beziehen sollte? :eusa_think: Das ist doch eigentlich aus Tierschutzsicht ein Minimalkonsens... der wird einem Veganer oder Tierrechtler nicht weit genug gehen, ohne Frage. Aber im Umkehrschluß kann ich, weil man niemanden zu veganer Lebensweise bekehren will, nicht sagen, Massentierhaltung etc. wären in Ordnung.
Natürlich kann im Grunde jeder denken und machen, was er will - aber ich persönlich hätte ein Problem damit zu sagen, 'lass sie mal machen', nur weil ich niemanden 'bekehren' will. Aber in allem darauf zu warten, bis bei jedem von selber der Groschen fällt... da würde wohl recht wenig passieren, egal in welcher Hinsicht :102:
Klar kann man sagen, wer nicht hören will, muß fühlen - aber die ersten, die 'fühlen', sind die Tiere, die 'fühlen' noch vor allen anderen. Und selbst wenn das dann hartnäckig oder gar militant rüberkommt: ich kann mich nicht guten Gewissens hinstellen und sagen: nur zu, geh in den Zooladen, mach deine Erfahrungen, lass die Vermehrer Geld verdienen, irgendwann siehst du's ein. Denn bis es soweit ist und die Einsicht angekommen ist, sind zig Ratten elend verendet, sind zig Weibchen nach Dauerträchtigkeit irgendwann draufgegangen, sind zig Shrimps von ihren Müttern, Vätern, Tanten etc. aufgefressen worden, sind zig Exterieur- oder genetische Merkmale vererbt worden, die zumindest eine Qualzucht, wenn nicht den Tod der Tiere bedeuten etc.Wir kennen die Umstände in Läden. Lass sie doch mal Tiere kaufen, die schwanger sind! Lasst sie doch mal Tiere kaufen, die von oben bis unten mit Milben zerfressen sind. Lasst sie doch mal Tiere kaufen, die die Menschenhand nicht gewohnt sind und daher scheu und aggressiv sind. Wer nicht hören will muss fühlen!
Schau dich um, du wirst merken, daß das hier im Forum eigentlich die Regel ist. Hier hat sich eigentlich noch kein Anfänger prügeln lassen müssen dafür, daß er seine Ratten aus dem ZooLa hatte, und 'in echt' von mir schon gar nichtGenerell: anstatt über das Thema zu streiten finde ich müsste viel mehr davon stattfinden!
- Werbung für Notfälle
- "Ach du willst dir Ratten kaufen? -> Guck mal, die Notfallvermittlerin, das Tierheim so uns so in deiner Nähe hat gerade so schöne Ratten -> BILD" (Bilder können so viel bewirken, mehr als Gelaber!)
- Leuten, die vorsätzlich Tiere gekauft und eine Trächtigkeit in Kauf genommen haben, bei der Vermittlung nicht helfen (-> Fass ohne Boden!)
- Aufklären und Informieren, nicht einpreschen und Angst machen.
- Leute, die einen großen Bogen um Zooläden machen loben, Leute, die Tiere kaufen ignorieren (also ihr Verhalten) -> wie beim Pavloschen HundPositives Verhalten verstärken
- Sich für härtere Tierschutzgesetze einsetzen.
- Den Mumm haben, schlechte Zoohandlungen anzuzeigen!! Zur Not auch anonym.
Die Frage ist aber, was man draus macht - wenn derjenige irgendwann weitere Ratten holen will, erwarte ich (ja, durchaus: eine Gegenleistung für erbrachte Beratung) nach eingehender Aufklärung, daß er die neuen Ratten nicht mehr aus dem Zooladen holt. Falls er es doch tut, kann ich's nicht ändern, aber ich muß dann nicht mehr begeistert davon sein. Und wenn derjenige sich dann z.B. Milben einschleppt kann es auch passieren, daß ich weniger auskunftsfreudig bin als bei jemandem, dessen Wohnungräumungsratten dieselben Milben mitgebracht haben, denn derjenige ist dann ein kalkulierbares Risiko bewusst eingegangen, damit muß er dann auch leben.
Off-Topic
Und wenn sogar einige Notfallvermittler hin und wieder meinen, nach zig Notnasen ein 'Recht' auf die eine oder andere 'Spezialfarbe', 'Zooladenverliebtheit' etc. zu haben, hört bei mir das Verständnis wirklich auf, das muß ich ehrlich sagen, denn unsereins redet sich den Mund fusselig, daß 'second hand'-Notnasen mindestens genauso toll sind wie frisch ausgesuchte Babies im Zooladen, und dann wird doch wieder unterschwellig suggeriert, daß eigentlich die second hand-Ratzen doch nicht so toll sind, denn wieso müsste man sich sonst von anderswo her Ratten holen?
Aber das ist wieder ein anderes Thema...
Aber das ist wieder ein anderes Thema...
Naja, dabei stellt sich eben die Frage: muß es denn so sein, daß man Tiere wie Brot kaufen kann? Daß es derzeit so ist, muß ja nicht zwangsläufig bedeuten, daß es auch gut so ist oder daß es keine Alternativen gäbe. Es muß meiner Ansicht nach genausowenig sein, daß man Tiere in Baumärkten kaufen kann, wie es unbedingt sein muß, daß man Kettensägen beim Lebensmitteldiscounter bekommt. Nur solange Tiere wie Ware angeboten werden, werden sie vermutlich auch so behandelt - der Mensch ist nun mal in unseren Breiten so gestrickt: was nichts kostet, ist leider oft auch nichts Wert. Wenn man ein Tier mit demselben geringen (finanziellen und/oder zeitlichen Aufwand) bekommen kann wie ein paar Schuhe :102:(...)weil es nunmal so ist: Will man ein Tier, geht man in den Laden. Das hat nicht unbedingt mit "Bequemlichkeit" zu tun sondern eher damit, dass es genauso im Alltag normal ist, Tier zu im Laden zu kaufen, wie zum Bäcker zu gehen. Oder hinterfragt ihr jeden Bäcker, ob die Eier, die er verwendet auch wirklich vom Biobauern sind und von "glücklichen" Hühnern?
Wenn man zum Züchter oder ins TH oder in eine Pflegestelle fahren muß, vielleicht noch Fragen zur Haltung beantworten etc. wird's einfach aufwändiger, aber im Gegensatz zu einem Brot (dem es wohl recht egal ist, wo es liegt
Last but not least: da haben wir uns glaube ich missverstanden:
Ich rate niemandem dazu, zu einem Züchter zu gehen, Notfallvermittlung steht für mich an erster Stelle - aber es wäre mir am liebsten, wenn es nur noch seriöse Haustierzucht gäbe, denn dann gäbe es eben praktisch keine Notfellchen mehr - das ist der Knackpunkt. Denn seriöse Zucht bedeutet auch, daß sich der Züchter um den weiteren Verbleib seiner Tiere kümmert, sollten die aus irgendeinem Grund abgegeben werden müssen, versucht bei der Weitervermittlung zu helfen etc. Ein seriöser Züchter - egal ob Pferde, Hunde oder eben Kleintiere - bleibt immer Ansprechpartner für seine Abnehmer, solange die Tiere leben. Wenn es also nur noch Haustiere aus seriöser Zucht gäbe, würde sich die Frage Zucht oder TH gar nicht mehr stellen, denn die THe wären so gut wie leer.Du rätst z.B. einen "seriösen Züchter" aufzusuchen! Das kann ICH genauso wenig nachvollziehen. Bei all den Notfellchen... egal welche Tierart... ich stehe sehr negativ zur Haustierzucht, auch wenn sie seriös und gut gemacht ist.
Daß das utopisch ist - keine Frage. Leider. Das liegt aber eben auch daran, daß immer noch viel zu viele Menschen sich ohne sich gründlich darüber Gedanken gemacht zu haben Tiere anschaffen wollen - und dann wird eben die Ratz aus dem Zooladen gekauft und der Welpe aus dem Kofferraum an der Autobahnraststätte. Schlußendlich ist es immer die Nachfrage, die das Angebot bestimmt, es gibt keine mächtigere Marktkontrolle als die Nachfrage, kein Gesetz, keine Rechtsnorm kann so effektiv sein.